Lesbische Filme

Zornige indische Göttinnen

7 Göttinnen

Freida (Sarah-Jane Dias) lädt ihre Jugendfreundinnen zu sich ein nach Goa, an die wunderbare indische Küste, und eröffnet ihnen, dass die heiraten wird. Wen, darum macht sie bis zuletzt ein Geheimnis. In den Wochen, in denen die Frauen zusammenleben, reißen alte Verletzungen auf und finden Heilung im Kreis der Gemeinschaft. Hausfrau, Schauspielerin, Mutter, Sängerin, Umweltaktivistin, Unternehmerin… sie alle haben unterschiedliche Stärken, Wünsche und Probleme.

Als ihre Freundin Joanna (Amrit Maghera) verschwindet, erheben die Frauen sich endgültig aus der Opferrolle zu zornigen Göttinnen.

Die Botschaft: Frauen müssen aufhören, sich selbst zu bekämpfen. Wir haben das Potenzial, die Welt zum Besseren zu verändern – wenn wir die Illusion von gegenseitiger Konkurrenz aufgeben und sie in Harmonie und Gleichgesinntheit umwandeln.

Die Göttin Kali

Kālī (Sanskrit, „die Schwarze“) ist die Personifizierung von Zerstörung und Erneuerung. Gleichsam wird sie als göttliche Mutter verehrt, die das Böse bekämpft und Wünsche gewährt. In der tantrischen Tradition kommt ihr eine große Bedeutung zu, sie wird als „Ursprung und Ende aller Dinge“ beschrieben. In ihrem Urzustand als weiblicher Aspekt des Universums ist sie mitfühlend und liebevoll, doch im Streit gegen Dämonen und das Unrecht auf der Welt tritt sie als furchtlose, zornige Kämpferin auf.

Im Verlauf des Films entdecken die Protagonistinnen die Kali in sich. Die Kraft, die in ihnen steckt, und die sie aus verschiedenen Gründen – zuliebe ihrer Männer, der Karriere oder schlicht aus Angst – unterdrückt hatten.

Mein Fazit

7 Göttinnen hat mich ergriffen und voller Bestürzung zurückgelassen. Wieder einmal war ich froh, in Deutschland geboren worden zu sein, obwohl die Botschaft des Films sich natürlich nicht allein auf Indien und die dortigen Misstände beschränkt. Was Respekt, Gleichberechtigung und Selbstwert betrifft, haben auch wir Europäer noch eine Menge aufzuholen.

Die Machart des Films war für mich ungewohnt. 7 Göttinnen ist zwar gut synchronisiert, ausgefeilte, geschliffene Dialoge braucht ihr aber nicht zu erwarten. Es ist, als sehe man den Protagonistinnen über die Schulter. Sie sprechen, wie ihr und ich das privat tun würden. Das macht es greifbarer, authentischer, aber ich brauchte eine Weile, um mich einzufinden. Zudem enthielten die ersten 10-15 Minuten für meinen Geschmack zu viel Banalität.

Ich bin froh, dass ich trotz der Startschwierigkeiten drangeblieben bin. 7 Göttinnen ist wie eine Faust in der Magengrube des (leider) alltäglichen Sexismus, der schnell in Gewalt ausufern kann. Ein emotionaler Aufschrei mit einem Ende, das mir unheimlich naheging.

Zu verraten, wieso ich den Film hier auf lesbianchic empfehle, würde mit einem dicken Spoiler enden. Darum: Selbst anschauen, liebe Göttinnen!

Einen Vorgeschmack bekommt ihr durch diesen zauberhaften Titelsong:



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