Kurzgeschichten

Liebe ist wie ein Verkehrsunfall. Entweder du überlebst es, oder nicht.

Abschied

Today, I’m gonna find a way to make it without you.

 

Trennungen sind schmerzlich. Juliette Gréco sagte dazu passend: „Liebe ist wie ein Verkehrsunfall. Man wird angefahren und fällt um. Entweder überlebt man – oder nicht. “
Juliette Gréco

Manchmal überlebt frau auch nicht. So gings mir, nachdem ich ihr, ihr Name ist ebenfalls Juliette, gebeichtet habe, dass ich ihr untreu war. Alles was ich berühre wird tot. Unsere Liebe war begraben.

Stille. Ich heulte, ich heulte bis es mir das Herz brach. Was habe ich getan? War es mir in diesem Moment bewusst, was ich tat? Und deren Folgen. Eine Konsequenzialistin würde sagen: Selber Schuld! Doch ich bin keine Konsequenzialistin, ich bin impulsiv hedonistisch. Meinetwegen könnt ihr mich verachten und eure Hände in Unschuld waschen. In einer Beziehung passieren Seitensprünge. Juliette war von dannen. Ihr war Treue wichtig, denn sie war es, als sie mich liebte.

 

Eine Woche später nicht mehr. Mit Snowboard ausgerüstet ging es nach Gstaad, wo sie einen Isreali kennen lernte. Und sich verliebt. Es war die einzig Positive Essenz, nach der ihre zerrissene Seele lechzte.

Alles was ich berühre wird tot. Wie vom Lastwagen überfahren wachte ich morgens auf und heulte eine Weile. Schon oft Beziehungen beendet aber ich erinnerte mich nicht wie krass shit ey weh das tut. Ich krepierte, trank über den Durst, wachte auf und weinte. Das Leben hatte keinen Sinn mehr.

Ohne sie war alles leer. Eigentlich gut für Buddhisten, denn zuerst muss frau das Glas (Bewusstsein) leeren, damit frau es wieder füllen kann. Fühlte sich aber nicht gut an. Ich vegetierte vor mich hin, manchmal war ich paralysiert. Keinen einzigen Schritt vorwärts. Ich war zurück gefallen.

Einen Tag nach der Trennung und in meiner Abwesenheit nahm sie all ihre beweglichen Sachen, welche bei mir ruhten mit und schrieb O-Ton: Arschloch, lass mich in Ruhe.

Ein ständig wiederkehrender Kreislauf. Nun war ich nicht froh drum, sondern sang: Ich schänke dir mis Herz, meh hani nöd du chasch es ha wännd wotsch, no mänge wo s würd näh aber dir würdis geh. Les coeurs qui s’aiment battent en même temps.

Nein danke. Sie nahm ihr Herz stattdessen zurück. Dazu ein Gedicht:

Meine Gefühle zu dir,

sind so stark, dass ich sie nicht halten kann.

Ich breche, erbreche einen Sog aus Hoffung und Eitelkeit.

Wirble herum, drehe um die eigene Achse, 10’000 Mal.

Suche Sinn, finde ihn verlierend.

Verstehe mal dich, dann wieder mich.

Kann keinen Nenner finden.

Keine Ruhe, keinen Schlaf.

Mutlos beginnt der folgenden Tag,

der nahtlos dem letzten gleicht.

Innerlich zersetzt mein Glaube an uns meine Innereien.

Versuche zu gehen, finde keinen Halt, falle zu Boden.

Denn meine Gedanken sind bei dir, meine Seele ist bei dir,

finde sie nicht wieder, finde mich nicht wieder.

Krieche vor den Spiegel, raffe mich auf,

sehe mich, erkenne mich, lächle mich an:

Wenn Liebe bedeutet, dem anderen gut tun zu wollen.

Auch wenn dies hiesse, wegzugehen.

Dann will ich dich lieben, weggehen.

Dich sein lassen, dich leben lassen.

Nur meine Seele hat noch nicht kapiert, dass wir gehen sollen.



Previous post

Surviving as a lesbian in a new land

Next post

Als (lesbische) Frau in den Emiraten

No Comment

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.