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Flora Robin: Stil in München?

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Der Frühling naht

Endlich ist der Frühling da, endlich können wir die warme Luft auf unsere Haut fühlen! Endlich kommen die dicken Wintermäntel in den Schrank, und wir sehen die verschiedenen Outfits der Frauen, die so lange darunter verborgen waren. Was für ein Fest für die Augen! Bei immer mehr nackter Haut auf den Straßen sollte man/frau aufpassen, nicht allzu sehr ins Schwitzen zu geraten. Wie heiß gerade der Trend in München ist, möchte ich herausfinden und begebe mich dorthin, wo die Szene gerade in ist.

In einer Athmosphäre des Lichtes

Ich sitze in einem Sessel und warte auf meine Freunde. Eine Diskokugel dreht sich über mir und wirft ein rotierendes Lichtspiel auf die roten Backsteinwände. Die Gläser klirren und Frauen lachen. Ihr Lachen ist so vielfältig wie das Lichtspiel und so abwechslungsreich wie ihre Kleidung.
Mode ist für viele eine Lebenseinstellung und soll das Lebensgefühl der Trägerin widerspiegeln. Mein heutiges Lebensgefühl ist schwarz, was keinesfalls heißen soll, dass ich traurig bin. Schwarz ist zeitlos elegant und kann niemals aus der Mode kommen. Und so besteht mein Outfit aus schwarzen Stiefeletten mit einer Silberschnalle, einem schwarzen, taillierten Mantel und einer kleinen, schwarzen, großflächig mit Nieten besetzten Umhängetasche. Darunter trage ich ein schwarzes Kleid mit Taillengürtel. Von dort fällt es in leichten Wellen bis fast über das Knie. Heute hatte ich Lust auf diesen Look. Morgen vielleicht wieder auf Jeans und Tanktop.

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Von Jeans und anderen Dingen

Während ich den Blick über die fremden Frauen streifen lasse, treffen meine Freundinnen ein.
Die meisten sind sportlich oder androgyn gekleidet. Ich muss grinsen ob ihrer Gemeinsamkeit, denn sie tragen alle kurze Haare und eine Lederjacke. Für mich ist in diesem Frühling definitiv die Lederjacke DAS Trendkleidungsstück! Sie erfreut sich zwar schon länger einer großen Beliebtheit, war aber nicht in allen Altersgruppen gleichermaßen vertreten. In diesem Frühling erfindet sich die Lederjacke neu; in den Läden kann man sie in den verschiedensten Ausführungen erwerben. Egal ob punkig mit Nieten oder verspielt mit Schleifen oder uni in verschiedenen Farben. Meine Mädels kombinieren sie ganz unterschiedlich. Manche tragen sie mit roten oder – jetzt auch im Trend – braunen Röhrenjeans, andere lässig zur Baggy. Darüber ein Print-Shirt oder Tanktop.

Mode als Stilmittel oder welche Mode passt zu dir?

Mode kann unterschiedliche Facetten der Persönlichkeit hervorheben.Oft möchten wir jedoch einer Gruppe angehören und kleiden uns deshalb dem Gruppenbild entsprechend. Dabei ist es egal, ob diese Zugehörigkeit den Arbeitsplatz meint, oder die Leute, mit denen man ausgeht. Ich entspreche heute keineswegs dem Gruppenbild, schon mein rotes Haar macht mich zur Außenseiterin. Lang und glatt fällt es über meine Schultern, der Pony liegt sauber über der Stirn an. Meine Freundinnen sehen sich auf den ersten Blick ähnlicher, denn sie tragen alle ihre Haare kurz. Doch schnell erspäht man Unterschiede im Schnitt und der Art, die Haare zu stylen. Wild in alle Richtungen nach oben gegelt, lila Sidecut mit längerem Iro, fransig gestuft mit einem Rotstich oder eine leichte Haartolle – es gibt Abwechslung in der Szene!

Wer ist Justin Bieber?

Keines von beidem, aber immer noch vorhanden ist der Bieber-Look. Er bleibt das Streitthema Nummer eins in der Szene, wenn es um Frisuren geht. Die einen lieben diesen nunmehr traditionellen Haarschnitt, die anderen sind längst übersättigt und schreien nach neuem. Dabei darf man daran erinnern, dass es die Bieber-Frisur in der Szene schon vor dem Namensgeber gab. Marketing und Trendforschung sahen ein gewisses Potenzial in diesem Schnitt und übertrugen sie auf JB. Der Ruf dieser Frisur war damit endgültig ruiniert.

Nun zu meinem Antörn-Look

Mein Favorit ist derzeit der Short Bob. Dabei wird der Pony lang gelassen, während im Tampelbereich die Haare kurz geschnitten werden. Kurze Haare, ladylike gestylt – ideal für den kommenden Sommer oder für Mädels, die sich gern den Nacken streicheln lassen.
Die Party beginnt. Bass dringt aus dem Untergrund und wir betreten den kleinen Klub im Herzen von München. Gute Musik hört sich anders an, aber mit den richtigen Leuten an seiner Seite kann man so einiges ertragen. Meine richtigen Leute tauchen im Gewusel unter und ich schaue mir die Menge genauer an.
Die meisten tragen Jeans, das fällt mir als erstes auf. Obwohl die frühlingshaften Temperaturen zu leichteren Stoffen verführen, ist die Jeans der Dauerbrenner auf den Hintern der Nation. An mir läuft ein Mädchen in einer schicken grünen Vintagebluse vorbei. Dazu trägt sie goldenen Modeschmuck im Stil der 80er. Keine schlechte Art zu kombinieren.

 

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Der Bambi-Look


Ein anderes Mädchen lässt ihre langen, braunen Haare von einem Hippiestirnbändchen aus dem Gesicht halten. Mir gefällt ihre Kombination aus weitem, seitlich tief ausgeschnittenem Print-Tanktop und einem schlichten, eng anliegendem Basic-Top darunter. Ihre Handgelenke werden von kleinen Flechtarmbändern verziert und ein Tattoo läuft an der Unterseite ihres Armes nach oben. Das Auffälligste an ihr ist das Septumpiercing in ihrer Nase.
Piercings waren schon immer ein wichtiger Teil in der Szene. Die vergangenen Jahre hatten Augenbraunpiercings und Lippenpiercings ihre Höhenflüge. Dieses Jahr sitzen die Lieblinge in der Nase: als Nasenring- oder Septumpiercing. (Das Septumpiercing wird durch das Bindegewebe unterhalb des Nasenscheidewandknorpels gestochen. Es wird auch Bullenpiecing genannt und ist die älteste Form des Piercings weltweit.)
Die Mädchen mit der Vintagebluse und dem Stirnbändchen fallen aus dem Rahmen der Lederjacken-Truppen. Doch vielleicht tragen sie bereits Accessoires, die im nächsten Frühling unabdingbar sein werden? Ein Trend muss immer auch von denen erdacht werden, für die Mode nicht Anpassung an die Gesellschaft, sondern Ausdruck ihres Wesens ist. Doch egal, ob man sich dem Trend anpasst oder nicht – für viele ist Mode ein Thema in ihrem Leben. Es kann eine Selbstinszenierung sein, oder eine Verkleidung des Ichs. Sie kann ein Schutzschild sein, hinter dem man sich versteckt. Lifestyle ist immer auch abhängig von der eigenen Position, dem persönlichen Umfeld und der Rolle, die wir in ihm spielen dürfen. Wie dies in der Szene zu sehen ist, bleibt ein ewiger Streitpunkt. Doch so oder so, treten wir durch Mode mit Menschen in Kontakt.

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Vom Streben nach eigenem Stil, der zu dir passt

Ich sehe am heutigen Abend viele Frauen, die miteinander in Kontakt sind und kommen. Der Lifestyle in der Szene befolgt dabei zwar einige Muster, ist im Ganzen aber so bunt und vielfältig wie ihre Trägerinnen. Auch viele vergangen geglaubte Trends kommen wieder zum Vorschein. Dabei wird nicht auf ein bestimmtes In-Teil geachtet, sondern stolz kombiniert, um im Rahmen der Umgebung möglichst einzigartig und spannend zu wirken. Wir streben danach, ein Original zu sein; genauso wie wir danach streben, dazuzugehören. Und im Endeffekt sind es genau diese beiden Seiten seines Charakters, die ein Mensch mit Mode ausdrücken kann – und Authentizität ist immer in!

 



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