Coming-OutLove & Dating

Wieso werde ich als Femme immer als heterosexuell eingeschätzt?

 

Zuerst wollen wir euch ein Phänomen erklären, dass euch sicherlich bekannt ist: Eine Femmes wird fälschlicherweise für heterosexuell gehalten, weil sie sich weiblich verhält und kleidet. Dieser Effekt nennen wir den HALO-Effekt, angelehnt an den “Der Halo-Effekt (engl. halo effect; hergeleitet von engl. halo für Heiligenschein) ist eine aus der Sozialpsychologie bekannte Kognitive Verzerrung, die darin besteht, von bekannten Eigenschaften einer Person auf unbekannte Eigenschaften zu schließen. (Quelle: Wikipedia, Stand: 15.7.12)“.

Diesem Effekt wollen wir in einem vom Wegan in Englisch publiezierten Artikel zu Grund gehen.

Übersetzung: Marilyn Dietrich und Chantal Genoud

check: www.whatwegandidnext.com

Wieso werde ich als Femmes immer als heterosexuell eingeschätzt?

Der Halo-Effekt, also dass mich Menschen in meinem Umfeld für eine heterosexuelle Frau halten, nur weil ich mich feminin gebe, greift in der gesamten Gesellschaft: Sowohl die heterosexuelle Welt, wie auch die homosexuelle haltet mich für heterosexuell. Männer, auch schwule sagen oft: „Aber du bist zu hübsch um eine Lesbe zu sein!“ Und Lesben schauen dich an, als ob du nicht zugehörig wärst. Dann gibt es noch die heterosexuellen Männer, die ihr Bestes geben, dich davon zu überzeugen, was du mit ihnen erleben könntest. Du müsstest nur mit ihnen schlafen, damit du gefallen daran finden würdest. Schlussendlich gibt es noch heterosexuelle Kolleginnen, die sich nicht sicher sind, wie sie sich dir gegenüber verhalten sollen. Gleich wie mit ihren besten Freundinnen, die alle auf Typen stehen? Sie gehen davon aus, dass du gleich bist wie sie, so dass sie über ihre Freunde oder Ehemänner reden und über die Schauspieler auf die sie stehen. Sich da zu outen und von der Schauspielerin zu schwärmen kann sie verwirren. Vor allem dann, wenn du dich hoffnungslos in eine heterosexuell, heteronormativ lebende Frau verliebt hast.

Wenn du, wie ich deine bessere Hälfte gefunden hast kann der Halo-Effekt Einfluss auf dein tägliches Leben haben. Meine Verlobte und ich trafen uns zum ersten Mal in einer Bar in London, dass für Lesben gedacht war. Der Türsteher fragte uns allen Ernstes, ob wir uns bewusst waren, welche Art von Bar wir betraten, da er annahm, wir seien heterosexuell. Er schaute uns an, als ob er uns auf den Schock unseres Lebens vorbereiten müsste.

 

Generell sehen es Männer oft als ihr gutes Recht sich einzumischen und sich zwischen zwei Frauen hinzusetzen.

Vergleichsweise wäre es irrsinnig zu denken, wenn ein Mann mit seiner Frau ein Rendezvous hätte.

 

Pustekuchen bei uns: Erst vor kurzem waren meine Verlobte und ich in Paris zum Abendessen aus um Valentinstag zu feiern. Der Kellner fand Gefallen an mir, und als wir das Restaurant verliessen, wurde er aufdringlich und verlangte meine Nummer. Mein Partnerin wurde verständlicherweise wütend und sagte ihm, dass sie meine Verlobte sei. Doch seine spöttische Antwort war: „Nein, eigentlich wäre Er mein Verlobter.“ Es ging eine Weile, bis er realisierte, dass wir wirklich sind ein Paar sind. Dies hatte aber nur einen weiteren Witz zur Folge, dass er sehr weiblich sei, also wäre Sex mit ihm sicher nicht so anders. Dies ist nur eine von vielen Situationen, die wir als Paar erleben müssen. Männer stolzieren an unseren Tisch und verweilen auch dann, wenn wir ihnen eindeutig zu verstehen geben, sie sollen verschwinden: „Ich bin homosexuell, das ist meine Freundin, und wir haben ein Date.“ Einige sehen es sogar als Einladung sich hinzusetzen und uns Gesellschaft zu leisten, weil sie uns als Herausforderung betrachten. Zu euch sei gesagt: „Nein Jungs, ihr werdet uns nicht bekehren, ihr könnt nicht mit kommen und schon gar nicht zu schauen.“

Teilweise führt der Halo-Effekt, sogar dazu, dass sie glauben das Recht zu besitzen, in unsere Intimsphäre einzudringen. Wenn sie das mit irgendeinem anderen Paar versuchen würden, wäre ihnen ein blaues Auge garantiert.

Diejenigen, die eher stereotypisch Homosexuell aussehen, eine kurzhaarige Butch zum Beispiel haben nicht die Wahl, wann und wo sie ihr Coming-Out haben. Man sieht ihnen an, dass sie homosexell sind.

Wenn ich zum Bespiel einen neuen Job beginne, sollte die Tatsache, dass ich weiblich bin nicht missverstanden werden. Es soll nicht verbergen, dass ich homosexuell bin oder dass ich mit einer wunderschönen Dame verlobt bin. Andererseits will ich mich natürlich nicht mit den Worten vorstellen: „Hallo, ich bin Megan, und „lesbisch“ ist mein zweiter Name.“ Aber irgendwann kommt man an den Punkt, wo es seltsam ist, es einfach so in die Runde zu werfen. Was nicht bedeutet, dass „undercover“ die bessere Alternative ist.

So denkt das Umfeld, dass man heterosexuell sei, bis es sich fast so anfühlt als würde man eine Lüge leben. Während ich meiner weiblichen Seite treu bleiben will, wünsche ich mir manchmal schon es gäbe eine sichtbare Art und Weise zu zeigen, dass ich homosexuell bin. Selbst mit meiner Partnerin Händchen zu halten, zeigt nicht offensichtlich genug, dass wir ein Paar sind. Dann werden wir oft gefragt, ob wir Schwestern, Cousinen, oder beste Freunde seien.

Weiblichkeit zur Schau tragen hat seinen Nachteil darin, nicht dafür erkannt zu werden, wer du bist, auch wenn du es stolz und offen nach Aussen trägst.

 

Wie erwähnt bietet dies aber auch Vorteile, da Butch-Lesben Diskriminierung und Hass-Verbrechen oft nicht vermeiden können. Ich fordere deshalb

straffere Gesetzen und den Abbau von Vorurteilen. Und dies mit voller Leidenschaft. Nur weil ich bisher nicht selbst Opfer geworden bin, heisst es nicht, dass ich ruhig daneben stehe während andere leiden und schikaniert werden!

Ich will nicht so tun, als könne ich mir vorstellen wie es ist ein Leben als eine sichtbare Lesbe zu leben. Ich kann auch nicht viel daran ändern, es sei denn ich tätowiere mir ‚lesbisch’ auf die Stirn tätowieren, was auch sinnlos wäre. Wir sollten unser physisches Erscheinungsbild nicht ändern müssen, um als homosexuell angesehen zu werden. „Weiblich“ ist nicht ein Synonym für „heterosexuell“ bei Frauen, und eben diese Koppelung muss zerbrochen und neu beurteilt werden. Ich möchte, dass feminine Lesben anerkannt, akzeptiert und respektiert werden wie wir sind. Ich will nicht als die Schwester meiner Partnerin angesehen werden in der Öffentlichkeit und ich will auch nicht von der lesbischen Gemeinde, als nicht wirklich zugehörig betrachtet werden.

Wir verdienen es, von beiden Seiten, der heterosexuellen und homosexuellen Gemeinde, akzeptiert und legitimiert zu werden. Ich bin stolz, Frauen zu lieben, und ich will nicht, dass sich andere Femmes sich fragen, ob sie lesbisch sind, weil die Lesben alle so anders aussehen.

Indem ich die Thematik anspreche, die Femmes aufgrund ihrer Erscheinung erfahren, will ich keine Kluft innerhalb der lesbischen Community schaffen. Ich sehe, dass es keine strikte Trennung zwischen femininen und maskulinen Lesben gibt und dass die Mehrheit der Lesben irgendwo dazwischen liegt. Aber alle von uns verdienen Anerkennung das Gefühl der Zugehörigkeit.

Neben der Femme Visibility-Kampagne, betreibt Wegan auch eine Real-Life Lesben Kampagne, um die verschiedenen Arten von Lesben zu veranschaulichen. Wir haben nicht alle in der gleichen Form, Größe und Farbe kommen, und es ist nicht mehr möglich uns alle in eine Schublade stecken. Wenn du deinen Teil dazu beitragen willst die Gesellschaft wachzurütteln und das verstaubte Bild wie eine Lesbe zu sein hat zu verändern, schreib eine Mail oder besuche „What Wegan Did Next“ um mehr zu erfahren.

www.twitter.com/whatwegandid



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