Love & Dating

Wieder mal der Idiot – oder: wie Sebastienne mich zum Masochismus konvertieren lässt

Gelangweilt von den leicht zu manipulierenden Frauen, die einen spätestens nach dem ersten Kuss anöden, war ich wieder einmal auf der Suche nach einer echten Herausforderung. Und was ist herausfordernder, als Eine zu knacken, die in einer Beziehung steckt? Genau – nichts! Meine Mission ist also klar. Eine kleine Anmerkung an diesem Punkt: Das Unterfangen birgt, abseits der bereits genannten Herausforderung, auch ein paar nicht zu verachtende Vorteile: Eine solche Frau findet sich einerseits ziemlich leicht. Zudem sind genau diese Frauen zumeist auch noch recht nett anzuschauen, intelligent, charmant, und was sonst noch alles auf meiner “What i want – Liste“ steht. Was ich also tue: Kontakt initiieren mit, nennen wir sie Sebastienne, das übliche Blabla von mir geben, ein Date vereinbaren. Alle strategischen Kniffe sind griffbereit, noch etwas Gel in die Haare geschmiert und, voilà, I’m ready!
Aber was passiert dann? Anstatt mich – wie sonst üblich – nur oberflächlich auf sie einzulassen, mich nur zum Schein für sie zu interessieren, höre ich ihr doch tatsächlich zu! Ich nehme voller Anteilnahme auf, dass sie darunter leidet, in einer Beziehung zu sein und nicht treu sein zu können. Ich versuche dann auch noch ernsthaft, sie davon zu überzeugen, wie gut Treue doch eigentlich ist, wie geradezu wunderschön es ist, in einer Beziehung zu sein und sich gegenseitig zu vertrauen. Verantwortung zu übernehmen und den geliebten Anderen zu schützen. Und dass Fremdgehen nicht dazu gehört…Kurz: Ich bin zum totalen Masochisten mutiert – und das hinterlässt Spuren. Anstatt sie ficken zu wollen (und sie gleich danach wegzuschmeissen), also das Standardprogramm abzuziehen, fing ich doch tatsächlich an, sie zu mögen – was totaler Schwachsinn für eine erfolgreiche Verführung ist. Dabei waren es weniger ihre zuckersüsse Art, oder ihre abgewetzten Cowboystiefel, als vielmehr die Eigenständigkeit, mit der sie das Leben bestreitet, was mich so faszinierte. Ihre Unabhängigkeit hinter der bedürftigen Facette. Dass sie die Liebe nicht als Symbiose betrachtet, wo man die Ziele seines Partners über die Eigenen stellt. Dass sie auch in einer Beziehung ihre Eigenständigkeit bewahren will, ihr soziales Umfeld, ihre Interessen. Dass sie nicht alles teilen will. Dass sie ihre Persönlichkeit beibehalten will. Es war um mich geschehen. Um mich, die doch sonst alles im Griff hat. Ich bin machtlos vor so viel Autonomie. Fast überflüssig zu sagen, dass sie natürlich glücklich in ihrem Leben, zufrieden in der Beziehung und absolut nicht auf mich angewiesen ist (darum auch das Wort autonom). Analyse: Falsches Ziel gewählt. Absoluter Missgriff. Eine neue Taktik muss her (an die Situation angepasst): Schnell wegrennen, solange ich noch kann… *grins*



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1 Comment

  1. […] ersten Teil konntet ihr die Ausganglage bereits erkennen (heisse, süsse Bambifrau), nun geht im zweiten Teil darum, das Bambi zu jagen und zu erobern. Auf nach […]

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