Love & Dating

Sebastienne Teil 2 – Besuch in Hamburg

Liebe Leserinnen

Wie soll sich die moderne Frau verhalten, wenn sie sich in eine bereits vergebene Frau verknallt? Leider weiss ich dazu keine Antwort,

da ich irgendwie doch nicht so zu den modernen Frauen gehöre, sondern eher ein impulsives Kind bin, dass sich einfach nimmt, was es will.

Im ersten Teil konntet ihr die Ausganglage bereits erkennen (heisse, süsse Bambifrau), nun geht im zweiten Teil darum, das Bambi zu jagen und zu erobern. Auf nach Hamburg!

Hinreise: Der Weg nach Norddeutschland oder hinein in das Kriegsgebiet

Die Hinreise, welche 7.5 h gedauert hat, war köstlich: Wer mag die Gedanken nicht, die einem durch den Kopf gehen, nachdem man der Ex der Sebastienne erzählt hat, dass die Sebastienne sie gar nie geliebt hat? Und dies, obwohl man beteuert, nein sogar versprochen hat, nie wieder mit der Ex über sie zu sprechen.
Dazu das heftige Schnaufen des Nachbarn – snief ein snief aus (kann man dem den Kopf abhauen?)– und das Piepsen meines Natels, das mir signalisieren will, dass sein Akku down ist. Natürlich hatte ich kein Reiseladegerät mitgenommen, dafür Ohrenstöpsel, Multivitamintabletten und Ersatzlinsen. Frau muss nun mal Prioritäten setzen.

Suche nach meiner Traumfrau

In Gedanken schon wieder auf der Rückreise (hoffentlich kann ich mein Billet noch umtauschen und muss kein Hotel nehmen) erreichte ich gegen Abend Hamburg, das wegen seiner ehemaligen Zugehörigkeit zum mittelalterliches Handelsorganisation Hans, auch Hansestadt genannt wird.
Doch niemand erwartete mich. Mist! Wir hatten auch keinen klaren Treffpunkt vereinbart.
Also irrte ich umher, im Wissen, dass die Chance, unter den 1.8 Millionen Einwohnern, die dort leben, Sebastienne zu treffen, fern des Prozentbereichs lag. Hätte ich ein funktionierendes Handy, könnte ich sie jetzt anrufen. Das ginge theoretisch auch von einer Telefonkabine aus. Wenn ich denn ihre Nummer wüsse. So suchte ich vergebens unter S, wie Sebastienne im Telefonbuch und auch bei der „da werden sie geholfen“ Hotline wussten sie mir auf meine Beschreibung „so ne zarte Bambifrau“ nicht zu helfen.
„Mist“, dachte ich dann, und stahl dem alten Opi sein Telefon, um meine SIM-Karte einzufügen.
Da kam mir aber schon eine hübsche Frau entgegen, die zwar meiner Sebastienne nicht im Entferntesten glich, doch da ich so verlassen war, hab ich die Fremde dann doch umarmt und tastend erkannt, dass sie es sein musste. Wer umarmt schon freiwillig eine Ausländerin?
Sie war auch gar nicht sauer wegen der Geschichte mit der Freundin. Vorerst zumindest.
Wir gingen zu ihr nach Hause, hoffend erwartete ich Aalsuppe und rote Grütze, fand die Pizza dann aber auch ganz lecker. Ihre Mitbewohner waren recht schwul, so richtig tuckig, aber auch süss und nett.
Samstag

Ist Verlieben ein Risikofaktor?

Hamburg, die als erste Stadt Deutschlands die Homo-Ehe einführte, kann nicht nur Gruppen für lesbische Hundehalterinnen, und lesbische Journalistinnen vorweisen, sondern eine ganzes Gay Village, das mit Secondhandläden, Bistros und Bars zum verweilen anregt.
Dort sind wir auch hin, assen Baked Potatos mit Sauerrahm und trafen auch gleich noch Sebastienne’s „to fuck with“-Lesben, die uns, bzw. sie, nicht wieder erkannten, um später zu beteuern, dass ihr die kurzen Haaren wirklich sehr gut stehen würden. Fand ich mittlerweile auch, kräuselte ihr schon ganz gewohnt den Kopf, was sie mit freundlichem Fauchen und „oh du machsch mini Frise kaputt“ abtat (und dann stundenlang wie ne Neurotikerin die Haare glatt strich).
Gegen Ende des Nachmittags besichtigten wir das Guner und Jahr Gebäude, und sie zeigte mir wo sie arbeitet. Ich horchte ihrem Monolog darüber, dass die Verlagsgruppe zum Bertelsmann Konzern gehöre, die auch die grösste Buchverlagsguppe der Welt, Randomhouse, sowie Sony BMG und RTL besitzt. Ich war dann ehrlich ganz erstaunt, dass die G und J neben der Gala auch seriöse Titel wie Stern, Geo und Focus führen. Weiter führte sie aus, dass nicht nur der Stern hier produziert werde, sondern auch der Spiegel und die Zeit, die Firma Bauer und Springer hier auch ihren Hauptsitz hätten und aufgrund dessen Hamburg DIE Medienstadt Deutschlands ist. Aha.
Der Besuch führte weiter zum Hafen, zum Fluss, der die meist befahrene künstliche Wasserstrecke der Welt ist, und erkannten, dass Hamburg aufgrund seiner Lage schon immer eine internationale Verkehrsdrehscheibe gewesen sein muss. Nein, eigentlich nicht nur eine Scheibe, sonder gar einen Handelsplatz!

Nun reden wir Tacheles

Doch hören wir auf mit der Schönrederei. Eigentlich genossen wir nicht die schöne Umgebung, sondern gingen ins Eingemachte. Ich hab ihr vorgeworfen, dass sie nicht treu sein könne, nicht treu sein wolle, da sie Sex und Emotionen so stark trennen würde, und sie hat geantwortet, ich würde die Suppe versalzen, und dass ich ihrer Ex das mit dem Lieben (oder nicht lieben) nur gesagt hätte, um einen Pfeiler zwischen die Beiden zu rammen, um ihr wieder einmal zu beweisen, dass ich vertrauensunwürdig wäre. Ich ihr gar keine richtige Chance geben würde.

Wie recht sie doch hatte! Soviel Wahrheit machte mich dann gleich stutzig (sonst hab ich ja nicht so mühe mit dem Reden) und musste verdriesslich zugeben, dass sie wirklich einmal im Recht war und ich ihr ne Chance geben wolle.
Abends haben wir, oder besser gesagt sie, da ich unfähig bin, ohne Rezept zu kochen, ein leckeres rotes Curry gezaubert. Freunde kamen zu Besuch, na ja, die Freunde ihrer Mitbewohnerin, und wir haben dann SO VIEL Kaffe getrunken, dass wir zu müde waren, um in den Ausgang zu gehen. Schade, denn wir hätten dort unsere „to fuck with“-Lesben wieder getroffen…
Sonntag
Obwohl wir um Mitternacht schlafen gingen, kamen wir erst gegen 14.00 aus dem Bett (bei Fragen bitte an Nadi wenden, sie kann es euch detailgetreu erklären), worauf wir uns erstmal mit einem kräftigen Frühstück gestärkt haben. (Anm. der Redaktion: Entschärfung der Annahme, dass die Sebastienne anorektisch ist). Wir wollten dann eines der 50 Museen in Hamburg besichtigen, unsere Auswahl fiel auf die Deichtorhallen mit einer Ausstellung über zeitgenössische Kunst, doch ausgerechnet dieses war wegen Renovation geschlossen. *bäh*

Vertrauen als Lebensbeweis

Daraufhin gingen wir in die Innenstadt, die Zeit tickte schon gegen uns. Schön geschminkte Punks baten uns um Geld, wie üblich ignorierte ich sie und stellte mit erschrecken fest, dass Sebastienne fasziniert von ihnen war (lag es vielleicht an der Schminke?).
Laufend fing sie an, von einer Bekannten aus Basel zu erzählen, die immer schön geschminkt ist. „Ach, die Buchhändlerin?“, fragte ich. „Ja, sie ist Buchhändlerin.“ „Die weiss übrigens auch von uns.“ *hehe*. Sie schob dann gleich wieder ne Panikattacke und verlor vollends den Glauben, dass es ÜBERHAUPT jemanden auf der Welt gäbe, der nicht von uns wusste. Ich musste ihr dann versichern, nicht mehr allen von uns zu erzählen, was ich hiermit auch tue, ich erzähl es niemandem, ich stell’s einfach auf meinen Blog. In einem an der Alster gelegen Restaurant assen wir fein zu Abend, köstliches Schweinsmedaillon an Mandelhoniggorgonzollasauce (ja, das kann man essen), gingen zum Zug, schworen uns Treue (mal sehen, wer länger durchhält, Wetteinsätze bei Happygirl die Quoten sind 7:15 für mich) und verabschiedeten uns.
Die Rückreise hat übrigens 12h gedauert. Wie kann man für dieselbe Strecke einmal 7.5h und ein andermal 12h haben?


Wochenende in Hamburg – Besuch bei der Ahawa

Hinreise: Der Weg nach Norddeutschland oder hinein in das Kriegsgebiet

Die Hinreise, welche 7.5 h gedauert hat, war köstlich: Wer mag die Gedanken nicht, die einem durch den Kopf gehen, nachdem man der Ex der Ahawa erzählt hat, dass die Ahawa sie gar nie geliebt hat? Und dies, obwohl man beteuert, nein sogar versprochen hat, nie wieder mit der Ex über sie zu sprechen.
Dazu das heftige Schnaufen des Nachbarn – snief ein snief aus (kann man dem den Kopf abhauen?)– und das Piepsen meines Natels, das mir signalisieren will, dass sein Akku down ist. Natürlich hatte ich kein Reiseladegerät mitgenommen, dafür Ohrenstöpsel, Multivitamintabletten und Ersatzlinsen.
Frau muss nun mal Prioritäten setzen.

Suche nach meiner Traumfrau

In Gedanken schon wieder auf der Rückreise (hoffentlich kann ich mein Billet noch umtauschen und muss kein Hotel nehmen) erreichte ich gegen Abend Hamburg, das wegen seiner ehemaligen Zugehörigkeit zum mittelalterliches Handelsorganisation Hans, auch Hansestadt genannt wird.
Doch niemand erwartete mich. Mist! Wir hatten auch keinen klaren Treffpunkt vereinbart.
Also irrte ich umher, im Wissen, dass die Chance, unter den 1.8 Millionen Einwohnern, die dort leben, Ahawa zu treffen, fern des Prozentbereichs lag. Hätte ich ein funktionierendes Handy, könnte ich sie jetzt anrufen. Das ginge theoretisch auch von einer Telefonkabine aus. Wenn ich denn ihre Nummer wüsse. So suchte ich vergebens unter A, wie Ahawa im Telefonbuch und auch bei der „da werden sie geholfen“ Hotline wussten sie mir auf meine Beschreibung „so ne zarte Bambifrau“ nicht zu helfen.
„Mist“, dachte ich dann, und stahl dem alten Opi sein Telefon, um meine SIM-Karte einzufügen.
Da kam mir aber schon eine hübsche Frau entgegen, die zwar meiner Ahawa nicht im Entferntesten glich, doch da ich so verlassen war, hab ich die Fremde dann doch umarmt und tastend erkannt, dass sie es sein musste. Wer umarmt schon freiwillig eine Ausländerin?
Sie war auch gar nicht sauer wegen der Geschichte mit der Freundin. Vorerst zumindest.
Wir gingen zu ihr nach Hause, hoffend erwartete ich Aalsuppe und rote Grütze, fand die Pizza dann aber auch ganz lecker. Ihre Mitbewohner waren recht schwul, so richtig tuckig, aber auch süss und nett.
Samstag

Ist Verlieben ein Risikofaktor?

Hamburg, die als erste Stadt Deutschlands die Homo-Ehe einführte, kann nicht nur Gruppen für lesbische Hundehalterinnen, und lesbische Journalistinnen vorweisen, sondern eine ganzes Gay Village, das mit Secondhandläden, Bistros und Bars zum verweilen anregt.
Dort sind wir auch hin, assen Baked Potatos mit Sauerrahm und trafen auch gleich noch Ahawas „to fuck with“-Lesben, die uns, bzw. sie, nicht wieder erkannten, um später zu beteuern, dass ihr die kurzen Haaren wirklich sehr gut stehen würden. Fand ich mittlerweile auch, kräuselte ihr schon ganz gewohnt den Kopf, was sie mit freundlichem Fauchen und „oh du machsch mini Frise kaputt“ abtat (und dann stundenlang wie ne Neurotikerin die Haare glatt strich).
Gegen Ende des Nachmittags besichtigten wir das Guner und Jahr Gebäude, und sie zeigte mir wo sie arbeitet. Ich horchte ihrem Monolog darüber, dass die Verlagsgruppe zum Bertelsmann Konzern gehöre, die auch die grösste Buchverlagsguppe der Welt, Randomhouse, sowie Sony BMG und RTL besitzt. Ich war dann ehrlich ganz erstaunt, dass die G und J neben der Gala auch seriöse Titel wie Stern, Geo und Focus führen. Weiter führte sie aus, dass nicht nur der Stern hier produziert werde, sondern auch der Spiegel und die Zeit, die Firma Bauer und Springer hier auch ihren Hauptsitz hätten und aufgrund dessen Hamburg DIE Medienstadt Deutschlands ist. Aha.
Der Besuch führte weiter zum Hafen, zum Fluss, der die meist befahrene künstliche Wasserstrecke der Welt ist, und erkannten, dass Hamburg aufgrund seiner Lage schon immer eine internationale Verkehrsdrehscheibe gewesen sein muss. Nein, eigentlich nicht nur eine Scheibe, sonder gar einen Handelsplatz!

Nun reden wir Tacheles

Doch hören wir auf mit der Schönrederei. Eigentlich genossen wir nicht die schöne Umgebung, sondern gingen ins Eingemachte. Ich hab ihr vorgeworfen, dass sie nicht treu sein könne, nicht treu sein wolle, da sie Sex und Emotionen so stark trennen würde, und sie hat geantwortet, ich würde die Suppe versalzen, und dass ich ihrer Ex das mit dem Lieben (oder nicht lieben) nur gesagt hätte, um einen Pfeiler zwischen die Beiden zu rammen, um ihr wieder einmal zu beweisen, dass ich vertrauensunwürdig wäre. Ich ihr gar keine richtige Chance geben würde.[FF1]
Wie recht sie doch hatte! Soviel Wahrheit machte mich dann gleich stutzig (sonst hab ich ja nicht so mühe mit dem Reden) und musste verdriesslich zugeben, dass sie wirklich einmal im Recht war und ich ihr ne Chance geben wolle.
Abends haben wir, oder besser gesagt sie, da ich unfähig bin, ohne Rezept zu kochen, ein leckeres rotes Curry gezaubert. Freunde kamen zu Besuch, na ja, die Freunde ihrer Mitbewohnerin, und wir haben dann SO VIEL Kaffe getrunken, dass wir zu müde waren, um in den Ausgang zu gehen. Schade, denn wir hätten dort unsere „to fuck with“-Lesben wieder getroffen…
Sonntag
Obwohl wir um Mitternacht schlafen gingen, kamen wir erst gegen 14.00 aus dem Bett (bei Fragen bitte an Nadi wenden, sie kann es euch detailgetreu erklären), worauf wir uns erstmal mit einem kräftigen Frühstück gestärkt haben. (Anm. der Redaktion: Entschärfung der Annahme, dass die Ahawa anorektisch ist).
[FF2] Wir wollten dann eines der 50 Museen in Hamburg besichtigen, unsere Auswahl fiel auf die Deichtorhallen mit einer Ausstellung über zeitgenössische Kunst, doch ausgerechnet dieses war wegen Renovation geschlossen. *bäh*

Vertrauen als Lebensbeweis

Daraufhin gingen wir in die Innenstadt, die Zeit tickte schon gegen uns. Schön geschminkte Punks baten uns um Geld, wie üblich ignorierte ich sie und stellte mit erschrecken fest, dass Ahawa fasziniert von ihnen war (lag es vielleicht an der Schminke?).
Laufend fing sie an, von einer Bekannten aus Basel zu erzählen, die immer schön geschminkt ist. „Ach, die Buchhändlerin?“, fragte ich. „Ja, sie ist Buchhändlerin.“ „Die weiss übrigens auch von uns.“ *hehe*. Sie schob dann gleich wieder ne Panikattacke und verlor vollends den Glauben, dass es ÜBERHAUPT jemanden auf der Welt gäbe, der nicht von uns wusste. Ich musste ihr dann versichern, nicht mehr allen von uns zu erzählen, was ich hiermit auch tue, ich erzähl es niemandem, ich stell’s einfach auf meinen Blog. In einem an der Alster gelegen Restaurant assen wir fein zu Abend, köstliches Schweinsmedaillon an Mandelhoniggorgonzollasauce (ja, das kann man essen), gingen zum Zug, schworen uns Treue (mal sehen, wer länger durchhält, Wetteinsätze bei Happygirl die Quoten sind 7:15 für mich) und verabschiedeten uns.
Die Rückreise hat übrigens 12h gedauert. Wie kann man für dieselbe Strecke einmal 7.5h und ein andermal 12h haben?


[FF1]Ähm, das kommt jetzt hier ein wenig abrupt. Einleitung?

[FF2]Haha, der ist ja ganz geil!



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