Lesbische Filme

La Vie d’Adèle – Historische Auszeichnung für Lesbendrama

Das französische Drama „La vie d’Adèle“ (Blue is the warmest colour) erzählt die ergreifende Liebesgeschichte zweier Frauen – mit leidenschaftlichen Sexszenen, die so intensiv sind, wie wir nur selten auf den Kinoleinwänden sehen dürfen. In Cannes wurde die Romanze zwischen Protesten gegen die Ehe-Öffnung jetzt mit der Goldenen Palme ausgezeichnet: Dem wichtigsten und bedeutesten Preis des ganzen Festivals.

Filmfestival Cannes - La vie d'Adèle

Cannes setzt Zeichen
Beim Finale der 66. Filmfestspiele in Cannes wurde es klar: Die goldene Palme setzt diesmal ein ganz besonderes Zeichen. Zum ersten Mal wurde ein Film über eine homosexuelle Liebesbeziehung ausgezeichnet und zum erstem Mal in der Geschichte der Filmfestspiele wurde die Auszeichnung nicht nur an den Regisseur Abdellatif Kechiche, sondern explizit auch an die Schauspieler vergeben. Die Hauptdarstellerinnen des Films, Adèle Exarchopoulos und Léa Seydoux, bekamen ebenfalls eine Auszeichnung überreicht – und wurden vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert.

Der französische Regisseur maghrebinischer Herkunft war gerührt. Kechiche sagte, er wolle den Film und den Preis der „wunderbaren Jugend Frankreichs“ widmen, die ihm viel über den „Geist der Freiheit“ beigebracht habe – und der „Jugend der tunesischen Revolution, für ihr Streben danach, frei zu leben, sich frei auszudrücken und frei zu lieben“.

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Von Leidenschaft und Dinnerparties

In seinem dreistündigen Werk erzählt von der leidenschaftlichen Beziehung einer 15-jährigen Schülerin und einer Kunststudentin, zweier Frauen, die schicksalhaft ineinander vernarrt sind. Der Film dreht sich um die zunächst erst 15-jährige Schülerin Adèle (Neuentdeckung: Adèle Exarchopoulos), die französische Literatur liebt und sich berufen fühlt, Lehrerin zu werden. Sie glaubt an Begabungen, die einem Menschen bestimmte Lebenswege vorschreiben, und sie glaubt an Liebe auf den ersten Blick. Und genau die überwältigt sie, als sie der schon etwas älteren Kunststudentin Emma (Léa Seydoux) begegnet. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich erst eine heißblütige Romanze, schließlich eine erwachsene Liebesbeziehung mit gemeinsamer Wohnung und Dinnerparties im Garten.

Die verschiedenen gesellschaftlichen Klassen zu denen sie gehörten sind es schließlich, die zur schmerzhaften Trennung führen: Emmas von persönlichem Ehrgeiz getriebener libertärer-intellektueller Lifestyle verträgt sich auf Dauer nicht mit der bodenständigen Adèle, die ihren Lebensinhalt darin sieht, kleinen Kindern in der Grundschule nicht nur Grammatik und Rechtschreibung, sondern auch ein Stück Lebenserfahrung zu vermitteln.

Ein philosophischer Exkurs über Erotik und Drama

Dem 52-jährigen Regisseur ist die Erzählung dieses Dramas auf einer überaus sinnlichen und beachtenswert intesiven Art gelungen, dass es fast schon erschreckend ist, dass weder Film noch Drehbuch von einer lesbischen Frau sind. Von internationalen Filmkritikern werden insbesondere die expliziten Sex-Szenen hochgelobt: Nicht pornografisch aber erregend. Als Freund von Philosophen (Voltaire ist Schuld) hat Kechiche seine Dialoge auch dieses Mal wieder mit viel Tiefgrund und Substanz gespickt.

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Der Jurypräsident Steven Spielberg sagte nach der Preisverleihung, der Film erzähle „eine sehr schöne Geschichte einer wunderbare Liebe, mit der sich jeder identifizieren kann, unabhängig von seiner Sexualität“.

Geplanter Release ist in Frankreich der 9. Oktober diesen Jahres. Wann wir den Film dann endlich zu sehen bekommen ist noch offen. Wir sind gespannt! 



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