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Portrait einer jungen Frau in Flammen – Filmkritik

Am 31.Oktober 2019 kommt Portrait einer jungen Frau in Flammen in die Kinos. Wir durften uns den Film schonmal ansehen – und sind tief beeindruckt!

Portrait einer jungen Frau in Flammen

Frankreich, 1770. Auf einer einsamen Insel in der Bretagne sieht Héloïse (Adèle Haenel) einer arragnierten Heirat entgegen. Sie soll einen fremden Mann in Mailand ehelichen – doch zuvor muss ein Portrait von ihr angefertigt werden, damit der Bräutigam in spe sich ein Bild von ihr machen kann. Aus Protest weigert sich Héloïse, Modell zu sitzen.

Die Pariser Malerin Marianne (Noémie Merlant) soll Héloïse malen, ohne dass diese es bemerkt. Als Gesellschaftsdame begleitet sie die junge Frau auf ihren Spaziergängen entlang der Küste und zeichnet sie Abend für Abend aus dem Gedächtnis. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine zarte, doch tiefgreifende Verbindung, sodass Marianne daran zu zweifeln beginnt, ob sie das Portrait jemals fertigstellen will…

Filmkritik

Der Filmtitel Portrait einer jungen Frau in Flammen wirkt zunächst etwas sperrig, doch direkt in der ersten Szene wird klar, dass er nicht treffender hätte gewählt werden können. Wir begleiten Marianne in ihrer Erinnerung auf eine naturbelassene Insel in der französischen Bretagne. Eine wundervolle, weite Kulisse, die die Grundstimmung des Films mit transportiert und von der Kamera anbetungswürdig eingefangen wurde.

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Der Film erhielt in Cannes absolut verdient die Auszeichnung für das beste Drehbuch. Starke Motive, die innerhalb des Films wiederkehren, durchziehen die Handlung. Raffinierte Details, die die Aufmerksamkeit der ZuschauerInnen beanspruchen. Die Dialoge besitzen eine eigene, subtile Poesie und enthalten nichts Überflüssiges – das trifft übrigens auf den ganzen Film zu.

Regisseurin Céline Sciamma (Water Lilies, Tomboy) verzichtet bewusst auf den Einsatz von Filmmusik. Stattdessen nimmt Musik innerhalb der Handlung einen besonderen, hervorgehobenen Platz ein.

Einen Film ohne Musik zu machen, bedeutet, dass man besessen sein muss von Rhythmus. […] Ich wollte, dass Musik ein Teil des Lebens der Figuren ist, eine seltene, ersehnte, wertvolle, nicht vorhandene Sache.

Céline Sciamma

Im Interview verrät sie außerdem, dass sie den „Prozess des Verliebens“ abbilden wollte. „Die Verwirrung, das Zögern, den romantischen Austausch.“ Und das ist ihr bravourös gelungen!

Portrait einer jungen Frau in Flammen ist ein Meisterwerk, dem eine stille und stets spürbare Größe innewohnt. Das Bild einer ergreifenden Liebe, direkt vor der Kulisse einer wilden, einsamen Steilküste.

Céline Sciamma hat das Setting des 18. Jahrhunderts außerdem genutzt, um emanzipatorische Schritte mit abzubilden, aber auch das Leid und die Wut der Frauen. In den Hauptrollen glänzen Noémie Merlant und Adèle Haenel. Ihre Anmut und ihre glaubwürdige Darstellung weiblichen Begehrens haben uns buchstäblich hingerissen.

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Wir würden den Film gern rahmen lassen und ihm einen Ehrenplatz zuweisen, wie einem besonders wertvollen Portrait. Denn genau das ist er: Ein grandioses, mutiges Kunstwerk.

Unbedingt anschauen! Bald auch im Kino in Deiner Stadt



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