Kultur

#Revolution der Liebe – Massenhochzeit bei der Grammy-Verleihung

Bei der diesjährigen Grammy-Verleihung hörten wir nicht nur Daft-Punk jubeln und Champagnergläser beim Anstoßen klirren,  sondern auch, und das wird wohl am meisten in Gedanken bleiben, Hochzeitsglocken läuten.

grammy

Während Macklemore, Ryan Lewis, Madonna und Mary Lambert auf der Bühne mit „Same Love“ gleiche Eherechte für alle einforderten, zelebrierte Hip-Hop Ikone und Schauspielerin Queen Latifah als Priesterin eine Trauung. „An welchen Gott wir auch glauben, wir kommen alle vom gleichen. Befreit euch von der Angst, denn tief drinnen empfinden wir alle die gleiche Liebe“, kündigte die geoutete Künstlerin den Auftritt der Grammy-Gewinner Macklemore und Ryan Lewis an.

Mehr als nur Show

Was zunächst wie eine gelungene Performance schien, stellte sich als echte Massenhochzeit heraus, bei der sage und schreibe 33 homo- und heterosexuelle Paare einander das Ja-Wort gaben. „Heute Abend feiern wir das Bekenntnis aller dieser schönen Paare zur Liebe“, verkündete Queen Latifah. Was die meisten vorher wohl nicht wussten: Die 43-Jährige besitzt eine amtliche Genehmigung zum Abhalten von Trauungen im Bundesstaat Kalifornien.

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Um den Hochzeits-Coup bei dem bedeutensten US-Musikpreis in Los Angeles geheim zu halten, wurde den Heiratswiligen bis zur letzten Minute vorenthalten, wo die Trauung stattfinden würde. Laut der „New York Times“ hatten die Produzenten der Grammy-Gala die Paare zu äußerstem Stillschweigen verpflichtet. Nicht einmal ihren Familien durften sie von der geplanten Hochzeit erzählen.

Das hat sich gelohnt! Die Massenhochzeit bei den Grammys lässt wohl schon jetzt als wahrlich historischer Moment einordnen, der sicher nicht nur die Hochzeitspärchen zu Tränen rührte, sondern auch das Publikum und Fernsehzuschauer. Madonna schrieb nach den Grammys 2014 bei Instagram, “Danke an alle für diesen großartigen Abend. Wir haben Geschichte geschrieben!!! #Revolution der Liebe”.

marriage

Zur aktuellen Lage

Die Homo-Ehe hat in den USA in den vergangenen Jahren deutlich an Akzeptanz gewonnen. Im Dezember hatte New Mexico als 17. Bundesstaat die Heirat von gleichgeschlechtlichen Partnern erlaubt. Die Homo-Ehe ist außerdem in Kalifornien, Hawaii, Illinois, Connecticut, Delaware, Iowa, Maine, Maryland, Massachusetts, Minnesota, New Hampshire, New Jersey, New York, Rhode Island, Vermont und Washington legal.Auch in der Hauptstadt Washington DC können sich Schwule und Lesben das Ja-Wort geben.

Auf Bundesebene hatte der Oberste Gerichtshof im vergangenen Juni ein Gesetz gekippt, dass die Ehe als Zusammenschluss zwischen Mann und Frau definierte. Das sogenannte Gesetz zum Schutz der Ehe („Defense of Marriage Act“) aus dem Jahr 1996 hatte festgelegt, dass nur heterosexuelle Ehepartner Vorteile bei Steuern oder Erbschaften erhalten sollten. Vor einer Grundsatzentscheidung, die den Weg für die Homoehe in allen Bundesstaaten ebnen würde, scheute der Supreme Court aber zurück. Für viele Konservative in den USA ist die staatliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften weiter ein Reizthema. Rund 30 Bundesstaaten haben ihre Verfassungen geändert, um die Homoehe ausdrücklich zu verbieten. (AFP)



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