Lifestyle & Beauty

Mit Strick und Leder in den Herbst

Ihr kennt das: Frau wartet eigentlich noch darauf, dass endlich richtig Sommer wird, und ehe frau sich versieht, ist es Herbst. Es wird Zeit, seine Garderobe auszuwechseln und sie durch das ein oder andere wärmende Teil zu erweitern. Wer Mode liebt, wird kaum drum herumkommen, sich die neusten Trends anzusehen. Was aber kann frau tun, wenn durch den Alltagsstress die Zeit fehlt, nach neuen Lieblingsteilen zu suchen, oder frau keine Lust hat, sich dem Gedränge in den Läden auszusetzen? Ganz genau, sie nutzt den Shopping-Begleiter des 21. Jahrhunderts: das Internet.

 

Neulich im Kaufhaus

Als ich letzte Woche mit einer Freundin in der Stadt war, wollte sie unbedingt Unterstützung beim Kauf eines Kleidungsstückes aus Leder. Entweder eine Jacke oder ein Rock sollte es werden, um ihre Outfits optisch aufzuwerten oder um eine coole Komponente hinzuzufügen. Ich freute mich, ihr die neusten Klamotten zu zeigen, denn Designer scheinen niemals müde zu werden, aus dem Material neue Kreationen zu entwickeln und Leder neu zu interpretieren. Im Kaufhaus angekommen stellten wir eine große Auswahl an Stücken aus Kunst- und Echtleder zusammen. Als wir wartend vor den vollen Kabinen standen, schauten uns die vorbeigehenden Leute etwas zu lange und dezent neugierig an. Doch wir ließen uns nicht beirren. Bis eine Frau aus der Kabine kam. Sie hatte gemerkt, dass die Aufmerksamkeit ihres Mannes nicht ausschließlich ihr galt, und ihr Blick blieb an uns hängen. Mit einem gezischten „Komm jetzt!“ schleifte sie ihn Richtung Kasse und ließ es sich nicht nehmen, uns noch einen extrem missbilligenden Blick zu zuwerfen. Die Situation kam uns spätestens jetzt suspekt vor, und als wir uns im Spiegel sahen, begriffen wir, warum wir ein wirklich interessantes Bild abgaben: zwei junge Frauen mit den Armen voller Lederklamotten. Ausschließlich Lederklamotten. Es fehlten nur noch hohe Tritt-mich-Stiefel, und es hätte wohl niemanden gewundert, wenn wir eine Lederpeitsche gezückt hätten, um das Outfit auf seine Gesamtwirkung zu testen. Peinlich berührt zog meine Freundin die Kabinenvorhänge zu und weigerte sich daraufhin, die Klamotten außerhalb der Kabine zu präsentieren. Folglich durfte ich meinen Kopf nur durch die Vorhänge stecken, um die schönen Kleidungsstücke an ihr zu sehen. Zuhause angekommen, dachte ich mir, dass es vielleicht sinnvoller gewesen wäre, die Klamotten im Internet anzusehen und sie sich nach Hause liefern zu lassen. Dann hätten wir uns den Berg an Leder und Aufmerksamkeit gespart, und meine Freundin hätte nicht verschämt in der Kabine gestanden. Denn letztendlich war ihr die Situation zu aufsehenerregend gewesen, sodass das schöne Outfit völlig in den Hintergrund trat und sie nichts kaufte.

© Isifotoart, Katharina Lang

Die Versuchung wartet online

Während ich an das Erlebnis mit meiner Freundin im Kaufhaus denke, sitze ich am nächsten Tag vor dem Computer. Um die neuen Herbsttrends zu sichten, klicke mich durch die Welt der Mode und bleibe bei Zalando hängen. Meine Freundin schlendert vorbei und wirft wohl einen Blick auf den Bildschirm, denn sie bleibt abrupt stehen und zieht mir die Ohren lang: „Du bist ja schon wieder am Capes-anschauen!“ Ich muss zugeben, dass ich eine Schwäche für Capes habe. Meine Freundin sagt: „Was einer Decke am ähnlichsten kommt, zieht dich an wie das Licht die Motten!“ Dabei vergisst sie, dass Capes in der richtigen Kombination sehr elegant aussehen und einige Vorteile besitzen. Ein Cape ist praktisch und großzügig geschnitten und ist somit Mantel und Schal in einem. Frau muss sich also keine Gedanken mehr darüber machen, welcher Schal zum Mantel passt, sondern wirft sich das Cape über und ist bestens gegen Wind und Wetter geschützt. Voll im Trend sind Capes mit einem auffälligen Muster oder in einem schönen, homogenen Farbton. Dazu eng anliegende Jeans und Schuhe mit Absatz, und der Look ist perfekt.

© Isifotoart, Katharina Lang

Da ich ein Mensch bin, der grundsätzlich immer friert, freut es mich besonders, dass diesen Herbst Strickmode ganz groß geschrieben wird. Als meine Freundin sieht, dass ich von den Capes zu Strickpullovern wechsele, gibt sie auf und geht. Vor allem in der ersten Hälfte des Herbstes ist es oft für den sogenannten Zwiebellook zu warm. Deshalb reicht meistens ein schicker Pullover oder Cardigan aus, um gegen die ersten kühlen Luftzüge gewappnet zu sein. Auch Strickkleider sehen todschick aus und halten warm. Vor ein paar Jahren habe ich beim Wort Strick eher an die grausam aussehenden Omapullis gedacht. Ein Strickkleid war in meiner Vorstellung also die überdimensionierte Form eines selbst gestrickten Omapullis. Aber dieser Gedanke gehört lange der Vergangenheit an, und ich setze meine Onlineshoppingtour fort. Mein absoluter Liebling ist das lässige Strickkleid von Hilfiger Denim. Die Aufmerksamkeit liegt auf dem großflächigen Sternenprint auf der Vorderseite und wird durch den weiten Schnitt verstärkt. Wenn ich es eher körperbetont und klassisch haben will, favorisiere ich ein schwarzes Strickkleid von Marc O’Polo. Mit seinen langen Armen und dem knielangen Schnitt ist das Kleid absolut alltagstauglich. Ich würde es mit einer blickdichten Strumpfhose, flachen Stiefletten und einem schicken Blazer im Büro tragen. Wie immer, wenn ich etwas Alltagstaugliches suche, finde ich ein Kleidungsstück, welches nur so nach Freizeit und Spaß schreit und mir nicht mehr aus dem Kopf geht. In diesem Fall hat mich das schwarze Kleid von Guess verzaubert. Für einen leicht sportlich Touch sorgen die freien Schultern und der Rundhalsausschnitt in Häkeloptik. Trotzdem wirkt das Kleid durch die körperbetonte Form in seiner Gesamtheit feminin und elegant. Wieder einmal fällt es mir schwer, nicht sofort auf den In-den-Warenkorb-Button zu klicken. Und wieder einmal ist die Versuchung einfach zu groß.

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© Heiko Zahn, Katharina Lang

Wenn genügend Zeit vorhanden ist, liebe ich es – schon allein wegen der lustigen Erlebnisse –, mit Freunden durch die Stadt zu ziehen. Genauso lustig kann es aber sein, Klamotten zusammen zu bestellen und Zuhause eine Modenschau zu machen. Dabei darf frau sich auch hundertprozentig sicher sein, nur die Aufmerksamkeit zu erhalten, die sie zuvor eingeladen hat.



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