Lesbische Filme

Review: LSF Hamburg – Concussion

Die lesbisch schwulen Filmtage in Hamburg sind vorbei und waren ein voller Erfolg. Die Kinos waren (fast immer) voll und das Publikum angetan. Marie hat sich für uns eine Woche Urlaub genommen und hatte die Leinwände genau im Blick.

Passage Kino, Hamburg: Die Schlange an der Ticketkasse ist lang. Tut mir leid, ausverkauft. Die ganz hartnäckigen Frauen hoffen auf ein paar Reseller. Macht euch keine Hoffnung. Concussion ist einer der vielversprechensten Filme des Fesitvals, kein Wunder also, dass sich die Frauen schon bald auf die Plätze drängen. In englischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln startet der Film und ich bin gespannt.
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Die wohlsituierte Mittvierzigerin Abby (Robin Weigert) lebt in einer Vorort-Idylle mit ihrer Frau und zwei Kindern und führt dort routiniert ein Leben zwischen Haushalt, Paarbeziehung und Mutterrolle. Während sie sich gemeinsam mit dem Handwerker und Geschäftspartner daran macht, ein neues Loft zu renovieren, erzählt dieser ihr von Frauen, die als Prostituierte arbeiten. Frustriert von dem quasi nicht vorhandenen Sexualleben zwischen ihr und ihrer Frau, beschließt Abby den Dienst einer solchen Frau in Anspruch zu nehmen, doch schon bald verändert sich das Verhältnis und Abby bietet als „Elenore“ selbst ihre Dienste an.

Im Umgang mit ihren Kundinnen geht es  Abby nie um das Geld, sondern eher um eine emotionale Intensität und das Gefühl sexuell begeht zu werden. Die anfängliche Hingebung verschwindet schnell, denn der herzlose Sex stumpft Abby ab. So ist es nicht überraschend, dass Abbys Frau schnell bemerkt, dass etwas nicht stimmt.

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Der Film beschäftigt sich kaum mit lesbischer Identität und das ist erfrischend anders. Vorurteile, Klischees und Coming-Out Dramatik hat Regisseurin Stacie Passon (bekannt durch The L Word) gekonnt beiseite gelassen und zeigt: Lesben lieben nicht anders. Concussion ist eine Art „Desperate Lesbian Housewifes“ oder eine homosexuelle Version von „American Beauty“. Die Wichtigkeit und die Wirklichkeit von Sexualität und ihren Abnormen spiegeln sich durchweg in Abby, ihrer asexuellen (?) Frau und den allesamt irgendwie frustrierten Kundinnen von Abby.

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Robin Weigert (Deadwood) begeistert als Abby, alle anderen Charaktere sind so brachial angerissen, dass ich sie nicht bewerten mag und kann. Die Kamera zeigt eine ausgeprägte Liebe fürs Detail. Fast fotografisch werden Atmosphäre und Schönheit eingefangen.

Angesichts des geringen Budgets, ist das Ergebnis der sehr jungen Crew in allen Tönen zu loben.  In 22 Drehtagen haben die Macher 93 Minuten erschaffen, die sich vielleicht nicht unbedingt wegen der Story lohnen, die nach „A perfect ending“ nicht mehr ganz neu ist, aber sicher wegen des unbeschwerten Umgangs mit Sexualität, der reizenden Robin Weigert und den epischen Aufnahmen.

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“Weigert is the film’s constant saving grace, her fast wit and enormous range suggesting that Abby is aware of the irrationality of her situation — and yet, no matter what, remains hell-bent on seeing it through to the bitter end.” [Paste Magazine]

“It’s all beautifully photographed in medium depth and edited in a way that’s both erotic and shallow, and would be nothing more than a Lifetime movie without a knockout performance by Robin Weigert as Abby.” [Oregonian]

Und chics, habt ihr „Concussion“ schon gesehen? Was sagt ihr?



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