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Hört, hört: Amber Heard!

“Ich würde so gerne hässlich sein!“

Da blättere ich gelangweilt durch das Friday-Magazin, und stolpere einmal mehr über diese schon hundert Mal gehörte, und total belämmerte Aussage einer jungen Schauspielerin: „Ich wäre so gerne hässlich!“ Warum? Sie hofft, dass man sie ernster nehmen und nicht nur auf ihr Äusseres reduzieren würde. Und sie auf diese Weise interessantere Rollenangebote erhalten könnte. Ihr habt ja echt krasse Probleme, ihr hübschen, ranken und schlanken Actrices! Vielleicht ergibt sich ja irgendwann einmal die Möglichkeit, mit einer krummen Nasenprothese wie Nicole Kidman in „The Hours“, oder wie die Charlize Theron in „Monster“ ausgestattet zu werden. Und dann einen Oscar zu gewinnen. Kopfschüttelnd wollte ich den Artikel schon überspringen, da fiel mir folgende Überschrift auf: „Seit zwei Jahren fest mit ihrer Freundin zusammen“. Was? Habe ich das jetzt wirklich richtig gelesen? Und warum hab ich – DIE Gossip-Queen schlechthin – nichts davon mitbekommen?

Amber Heards Karriere

Wieder zu Hause angekommen, führte ich mir ihre Filmografie auf imdb.com zu Gemüte. Der Name Amber Heard sagte mir nämlich nichts. Also: Die 24-jährige Texanerin hat in den letzten Jahren verschiedenste kleinere Rollen in Serien wie „Criminal Minds“ oder „Californication“ gehabt. Die entsprechenden Folgen muss ich wohl verpasst haben. Weiter in der Liste: „Alpha Dog“. Den hab ich zwei Mal gesehen – Amber Heard jedoch nie zur Kenntnis genommen. Und von den anderen acht Filmen der letzten zwei Jahre mit klingenden Namen wie „Exterminators“ oder „Zombieland“ hab ich nie was gehört. Hm.

Drive Angry 3D

Seit gestern Donnerstag läuft ihr neuster Film in den Schweizer Kinos: „Drive Angry 3D“. In der Hauptrolle: Nicolas Cage. Um seine Schulden tilgen zu können macht er momentan Filme am Laufband. Worum geht es? Der rachsüchtige Vater (Nicolas Cage) flieht aus der Hölle, um die Mörder seiner Tochter und Entführer seiner Enkelin zu jagen. Kurz: Crashboombang. In 3D. Und Amber Heard in Hot-Pants als toughes und waffenschwingendes Chick mittendrin. Vielleicht vermag sie ja neben Johnny Depp in „The Rum Diary“ (später in diesem Jahr) zu zeigen, ob sie wirklich schauspielern kann. Oder ob sie einfach blond ist gut und aussieht.

Danke für das Outing!

Die Homepage ihrer Partnerin, der Fotografin Tasya van Ree, ist dann doch um einiges überzeugender. Und: Amber Heard macht dort auf unzähligen Bildern eine wirklich gute, interessante Figur. Gemeinsam setzen sie sich seit Amber’s mutigem Outing Ende letzten Jahres aktiv und öffentlich für die Rechte und die Gleichstellung von Homosexuellen ein. Das gefällt uns. Deshalb: Behalten wir Frau Heard doch mal ein wenig im Auge. Immerhin entspricht sie eben nicht dem Klischee der langweiligen, frustrierten, unattraktiven Lesbe und könnte dazu beitragen, dass das, was auch wir von lesbian chic uns wünschen, endlich Realität wird: Dass Lesben in der Gesellschaft reflektierter und differenzierter wahrgenommen werden.



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1 Comment

  1. 9. März 2011 at 12:21

    Diese Info dürfte wohl auch an uns vollkommen vorüber gegangen sein…wussten nicht, dass Amber Heard eine Lezzi ist (endlich hat sich noch eine scharfe Hollywood-Frau geoutet :)). Danke also für den Beitrag!

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