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Wedding-Spezial – Zwei Brautkleider, eine Designerin

Der Trend zur Homo-Ehe explodiert: Allein in Deutschland leben schon über 19.000 schwule und lesbische Paare in einer eingetragenen Partnerschaft. Grund genug für ein lesbianchic Wedding-Spezial.

Teil 2/3

Zwei Brautkleider, eine Designerin

Die Liebe hat Helen nach Mainz gezogen und die Liebe ist zugleich ihr Geschäft. Die 26-jährige BWL-Studentin und gelernte Designerin Helen Bender kreiert Brautkleider – für lesbische Paare.

Er trägt einen dunklen Anzug, sie ein weißes Kleid. Zumindest diese Entscheidung ist bei vielen Hochzeiten schnell gefällt. Vorausgesetzt, das Brautpaar setzt sich aus Braut und Bräutigam zusammen. Bei lesbischen Paaren gesteltet sich das ganze etwas schwieriger. Es geht um Rollenverteilungen, Identität und letzendlich auch um weibliche Eitelkeit.

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Frau bleibt Frau“

Helen Bender hat die Marktlücke, Brautkleider für lesbische Frauen anzubieten, während ihrer Ausbildung entdeckt – ihren ersten Auftrag bekam sie übrigens damals von ihrer jetzigen Partnerin.

Wenn Helen mit dem BWL-Studium fertig ist, will sie voll ins Designerleben einsteigen und ihr eigenes Label „lamodeabysalle“ weiter ausbauen.

Ein Kleid gibt’s bei Helen für 1000 bis 2000 Euro. Dafür bekommt man garantiert ein Unikat.

Das Probekleid aus grobem Stoff lässt den festlichen Anlass kaum erahnen. Eine Hochzeit steht an, und die Mainzer Schneiderin Helen Bender soll die Braut für den schönsten Tag ihres Lebens einkleiden. Und deren Braut auch. „Frau bleibt Frau, und die will bei der Hochzeit hübsch aussehen“

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Die staatlich geprüfte Modedesignerin entwirft und näht unter ihrem Label „la mode abyssale“ hauptsächlich Brautmode für lesbische Paare. Interessentinnen kommen genug. „Es gibt mehr Anfragen als ich annehmen kann“, verrät Helen.

Lesbians – keep out
Das liegt auch daran, dass ein normales Brautmodengeschäft für viele lesbische Paare tabu ist. „Die Läden signalisieren überhaupt nicht: Hier sind Lesben willkommen“, bemängelt Renate Kampf vom deutschen Lesben- und Schwulenverband (LSVD). Immer noch sei in Bekleidungsgeschäften Diskriminierung von Homosexuellen an der Tagesordnung. Viele kauften ihre Anziehsachen anonym im Netz. Wenn es so perfekt sein soll, wie bei einer Hochzeit, ist das allerdings keine gute Idee.

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(Schwule) Männer haben es leichter

„Zwei Männer können einfach zum Herrenausstatter gehen“, sagt Renate Kampf. Der Bedarf an Beratung für lesbische Paare ist hingegen groß. Denn ein Kleid, das optimal zu einem schwarzen Anzug passen würde, verträgt sich nur selten mit einem weiteren Kleid. Zwei pompöse Kleider nebeneinander stehlen sich nicht nur gegenseitig die Show, sondern wirken zeitgleich auch irgendwie albern.

Die lesbische Designerin setzt auf ähnliche Stoffe, damit die meist hellen Kreationen auch zusammenpassen. Ob es sich dabei um zwei Kleider, zwei Hosenanzüge oder eine Kombination handelt liegt bei den Paaren, die ihre individuellen Wünsche einfließen lassen.



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