Love & Dating

Treuebruch – Auf die Liebe gekotzt

In diesem Artikel sollte es ursprünglich um das Thema Liebeskummer und den Umgang mit negativen Gefühlen gehen. Doch zuerst erfahrt ihr, wie es überhaupt zum Bruch mit der Liebsten gekommen ist. Und werdet dann auf eine irre Achterbahn der Gedanken geschickt:

Okay, ich hab‘s wieder mal verbockt. Und das meine ich jetzt ganz ehrlich und aufrichtig. Wie kam ich nur darauf, innert 1 Woche mit 10 Typen zu schlafen? Eigentlich bin ich ja lesbisch.

Diese Einsicht der attraktiven Eurasierin Katherine , Ende 20, kam etwas spät. Laut den Konsequenzialisten müssen bei der Frage nach der Verantwortung  immer die Auswirkungen der Handlungen im Auge behalten werden. Immanuel Kant geht sogar noch weiter und fordert das kategorische Imperativ, also, dass man nur so handeln soll, wie wenn die Handlung Grundlage für ein allgemeingültiges Gesetz werden könnte. Dasn gibt ganz viel zu denken für unsere Protagonistin.

Töte deine Liebe

Was Katherine, sachlich formuliert, gemacht hat, ist Folgendes:
Sie hat eine gescheite und gebildete Frau ergattert. Rosmarie war Mitte 30 und Sonderpädagogin. Katherine konnte sich nur schwammig vorstellen, wie es ist, Kindern und Jugendlichen auf ihrem Lebensweg zu unterstützen. Sie hatte einen juristischen Hintergrund. Nach einer halbjährigen Partnerschaft und heute heuchelnd wirkenden Versprechungen von
Seiten Katherine’s, hatte eben diese eine destabile Phase ihres Lebens erreicht und sich ihrer Lust zu Männern, die sie
hart penetrierten, hingegeben. Und dies in einem solchen Ausmass, dass es als Exzess beschrieben werden kann.

Doch statt sich dem Dilemma „Schock-Hass-Schmerz-Trauer-Loslassen“ zu widmen, projiziert Katherine ihren inneren Selbsthass („Wie konnte ich das nur tun?“) auf andere Personen. In ihrem Kopf schwirren folgende Gedanken wild hin und her:

 

Exkurs: Intolerante Lesben – Heteros – Menschen?
„DieFrage, „wie lesbisch“ (kann Frau das messen?) jemand ist, kotzt mich an.“„ Warum soll eine Silverstarlesbe (= noch nie
mit einem Mann gefickt) einen höheren Stellenwert haben, als eine, die bisexuell  und glücklich mit ihrem Mann zusammen
ist, aber sich trotzdem gerne die Muschi von einer Frau richtig durchlecken lässt?“
„ Sind wir echt noch in einem Zeitalter, wo wir eine langhaarig, feminin erscheinende Frau blöd anschnauzen, sie sei hier in einer Lesbendisco?“

Muss Lesbe denn immer feministisch, kurzhaarig und möglichst asexuell sein? Weil, hey, babes  da draussen, habt ihr
noch nicht geschnallt, dass Frauen sexy UND feministisch sein können? Früher dachte man auch, bei Gleichstellung ginge
es darum, dass Frauen und Männer per se gleich sind und gleiche Fähigkeiten, und damit gleiche Rechte haben sollen.“

„Frauen haben ein besseres Einfühlungsvermögen und damit eine bessere Diplomatiefähigkeit? Dass ich nicht lache! Weil:
in euren Augen ist eine Lesbe doch gleich weniger lesbisch,  wenn sie mal mit einem Mann gevögelt hat, oder?“
„Und was ist mit der Playerlesbe, die 20-50 Affären mit Frauen jeglicher Art hat? Ist das besser? Ist das fairerer Betrug?“

 

Zurück zur Geschichte

Durchgefickt ist durchgefickt. Das weiss Katherine nach diesen Tagen. Das wurde ihr vor allem dann bewusst, als sie
weinend ihrer besten Freundin Eva, ihrer Ame-Soeur gestanden hat, dass sie wohl erstens nicht ganz dicht im Kopf sei, und zweitens sie irgendwie weg müsse, bevor sie in 2 Wochen in einer Call-Girl-Agentur für 500 CHF die Stunde im Katalog aufgenommen werden würde.

Auf nach Deutschland. Katherine kam für Rosmarie unerwartet und überraschend. Sie wusste es sofort. Sie ahnte es gleich. In ihr tobte es voller Widerbrunnst. Sie stellte Katherine zur Rede. Es fühlte sich an, als hätte jemand ihr Herz mit nigelnagelneuen Schweizer Messer zerstückelt und zu Ketchup weiterverarbeitet.

Sie hasste es, dass ihre Intuition stärker war als die Kraft, sich einer Lüge hinzugeben, um ihrer Liebe willen. Rosmarie, eine eine tolle, starke Frau mit Stil, belesen und humorvoll. Der Treue wichtig ist.

Sie trennte sich von Katherine. Sie war wieder frei.



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3 Comments

  1. Isabella
    11. Oktober 2013 at 18:38

    Tja, zunächst glaubte ich auch lesbisch zu sein. Jetzt habe ich einen Freund, der mich nicht beluegt, wie alle meine geliebten Frauen. Da musste ich erst aufdecken, dass sie das Kind und den Job hatte. Auf Dauer habe ich mir echt selbst ins Fleisch geschnitten damit. Ich bin gluecklich mit ihm, dem einzige wahren Schatz in meinem Leben. Woman… just shut up ;).

  2. Bela
    7. August 2012 at 13:07

    Ich finde die Unterscheidung von Hetera, Lesbe, Bi… ermüdend. Frau ist, was sie lebt. Ich liebe Menschen unabhängig des Geschlechts. Nach meiner Scheidung habe ich mich unsterblich in meine Liebste verguckt, und bin so glücklich, dass es mir manchmal direkt Sorgen macht. Es ist doch keine Frage, wer besser ist, mein Silbersternchen oder ich mit meiner Ehefraumutter-Vergangenheit. Hauptsache, es ist ein bisschen mehr Liebe in dieser verrückten Welt.

  3. judy
    4. August 2012 at 21:29

    ich gratuliere. scheinbar hat fifty shades of grey nun endlich auch auf lesbianchic einzug gehalten. es wird durchgefickt, durchgeleckt und gevögelt, was das zeug hält. die einen mögen das vielleicht als provokativ und revolutionär betrachten. wäre es vielleicht auch, wenn der rest des textes irgendein genderrelevantes thema beinhalten würde.
    der eine teil besteht aber nur aus der ausbreitung des tragischen privatlebens der eurasischen, attraktiven lesbianchic-redakteurin und ihren erotischen exzessen mit 10 männern innerhalb einer woche (wollten wir das wirklich wissen?). der andere teil, als exkurs bezeichnet, besteht aus weder logischen, noch zusammenhängenden vorwürfen an irgenwelche „babes da draussen“. der text bewegt sich für mich ausserdem scharf an der grenze zum sexismus: affären mit „frauen jeglicher art“/ ich habe eine frau „ergattert“. warum müssen frauen eigentlich immer sexy sein, und was genau ist sexy daran seine freundin mit 10 männern zu betrügen? ist eine frau asexuell, wenn sie in einer monogamen lesbischen beziehung lebt? ist „feministisch“ in den augen der redakteurin was gutes, wenn frau aber kurze haare hat, was schlechtes? und was wollte sie uns mit diesem exkurs nun eigentlich sagen?
    die entrüstung bezüglich ihrer eigenen untreue erscheint mir angesichts früherer hochstehender äusserungen in diesem blog zudem ein klein wenig lächerlich. darf ich an ihren eintrag vom 30. märz erinnern: „Denn ich war ein Player, ich BIN ein Player! Ich will erobern. Nicht warten und zärtlich sein und Geduld haben. Nein, ich will ficken!“ nein also so was, mir ist es ein rätsel, warum sie dann plötzlich nach einem halben jahr quälender monogamie gleich in einer woche mit zehn anderen menschen geschlechtsverkehr haben „muss“. so viel zum thema „nosce te ipsum“. entschuldigung, kleiner exkurs in die ironie…

    nun gut, vielleicht sollte ich dann auch noch etwas konstruktives schreiben, anstatt nur rumzustänkern. von einem queeren blog, der den anspruch hat lgbt-themen an die frau/an den mann zu bringen, erwarte ich nämlich mehr, als die öffentliche austragung voraussehbarer beziehungsdramen der zürcher lesbenszene.

    also erstens hoffe ich, dass sich unter den leserinnen und lesern dieses blogs nicht viele befinden, die denken, dass eine lesbische frau, die noch nie mit einem mann geschlafen hat, mehr wert hat, oder lesbischer ist, als eine, die trotzdem ab und zu gerne mal sex mit einem mann hat. viele von „uns lesben“ hatten nämlich schon irgendeinmal in ihrem leben erfahrungen mit männern. und ausserdem: who cares? lasst die leute doch sex haben mit wem sie wollen! lesbisch/bi/hetero… das sind doch keine festgenagelten, unerschütterlichen persönlichkeitsmerkmale. sexualität ist nichts statisches, und passend zum anfangssatz: da gibt es wirklich 50 nuancen von grau und kein schwarz/weiss. es macht dich nicht weniger lesbisch, nur weil du mal lust hast auf männer. und wenn schon, ist das ein problem? wem gibst du denn die macht und das recht, über deine sexuelle ausrichtung zu urteilen? ob du deine freundin nun mit einem mann oder mit einer frau betrügst, es ist genau gleich fair oder unfair. somit sind wir auch gleich beim nächsten thema. betrug.

    betrug ist eine hintergehung des „opfers“ unter vortäuschung falscher tatsachen. diese falschen tatsachen bestehen meiner meinung nach aber hauptsächlich aus dem gesellschaftlich konstruierten und manifestierten glauben, dass monogamie natürlich und unerlässlich ist, um eine erwachsene partnerschaft führen zu können. „was, du hast lust auf sex mit anderen menschen, obwohl du in einer beziehung bist??? du bist soo böse!“.
    es ist zeit, dass wir endlich ehrlich sind, vor allem zu uns selber. die meisten von uns haben irgendwann mal lust auf andere menschen, auch wenn wir vergeben sind, auch wenn wir unsere partner(innen) lieben und sie keines falls verlassen möchten. der betrug beginnt aber erst dann, wenn wir uns und den von uns geliebten menschen vortäuschen, dies wäre nicht so und uns einreden treue wäre die einfachste sache dieser welt. es ist aber nicht einfach!
    gesagt werden muss hier aber auch: wir sind keine tiere. wir sind nicht gezwungen unseren trieben kopflos zu folgen und wahllos herumzuficken. wenn uns das unglaubliche glück ereilt hat eine person zu finden, die wir wirklich lieben und die uns genauso liebt, dann sollten wir uns vielleicht zweimal überlegen, dies aufs spiel zu setzen, bloss weil die frau/der mann an der bar da vorne so einen unglaublich schönen hintern hat.
    ausserdem kommt es immer auf die partnerschaftliche abmachung, das „agreement“ an. sind beide parteien einverstanden damit, dass man/frau einander treu ist und der versuchung zu widerstehen weiss, dann gilt es auch sich daran zu halten. oder man/frau handelt einen neuen „beziehungsvertrag“ aus, wenn die bedürfnisse sich ändern. sind sich beide aber einig, dass es ok ist, auch noch mit anderen menschen zu schlafen, dann ist auch das völlig normal. auch hier gilt es dieses schwarz/weiss-denken aufzubrechen. von „treu bis in den tod“ über „wir lieben uns, aber leben nicht monogam“ bis „polyamorie“ ist alles möglich, und alles ist völlig ok. solange ihr euren partnern und partnerinnen und vor allem euch selbst gegenüber ehrlich seid und bitte auch etwas nachsicht zeigt, wenn euch oder euren liebsten „fehler“ passieren. denn nochmals: es ist nicht einfach!
    „wer toleranz fordert, darf selber nicht intolerant sein“ (zitat: lesbianchic).

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