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It’s Pride-Time!

Jedes Jahr, wenn wir die Diskussion über die unfaire und politisch motivierte Punktevergabe des Eurovision Song Contests überstanden, und lustige Bilder vom Life Ball in Wien gesehen haben, wissen wir: es ist Pride-Zeit! Lesbian chic gibt dir hier und jetzt eine Auswahl derjenigen Anlässe von Ende Mai bis Ende Juni, die wir im Auge behalten oder – nach  Möglichkeit – besuchen sollten:

Samstag, 28. Mai: Moskau

Zum sechsten Mal in Folge wird es höchstwahrscheinlich auch dieses Jahr keine Pride in Moskau geben. Die Behörden haben wiederum ein Verbot erlassen. Bei 84% der Bevölkerung, die noch immer der Meinung sind, dass Homosexualität moralisch nicht vertretbar sei, ist das leider keine Überraschung. Zu befürchten ist, dass es wie in den letzten Jahren zu Gewaltakten gegenüber den Teilnehmern des friedlichen Umzugs kommen wird. Eine Anti-Demo wurde bereits angekündigt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat übrigens festgehalten, dass ein Verbot der Veranstaltung einen Verstoss gegen die Menschenrechtskonvention darstellt. In Moskau scheint das aber niemanden zu interessieren.

Dienstag, 31. Mai: Montenegro

Für das besagte Datum war die erste Gay-Pride in Montenegro geplant. Eigentlich. Wegen Sicherheitsbedenken haben die Veranstalter die Demonstration abgesagt. Sie werfen der Regierung vor, ihr Anliegen vordergründig zwar zu unterstützen, den Versprechungen aber keine Taten folgen zu lassen. Diese Anschuldigungen werden natürlich vehement zurückgewiesen. Dass die Situation kritisch ist und die Umzugsteilnehmer unbedingt geschützt werden müssen, zeigte sich erst kürzlich: an einem Konzert anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie (17. Mai) warfen Unbekannten mit Tränengas gefüllte Dosen in die Menge. Weiter wurden zwei Gay-Aktivisten in der Innenstadt tätlich angegriffen, die Flyer verteilt hatten. Homosexualität ist in Montenegro seit 1977 legal. 2010 beschloss das Parlament das Antidiskriminierungsgesetz und somit das Verbot der Ungleichbehandlung aufgrund sexueller Orientierung – auf Druck der EU. Anmerkung: will Montenegro in die Europäische Union, dann muss das Land Offenheit und Toleranz zeigen. Die Realität sieht anders aus.

Mittwoch, 01. Juni, bis Sonntag, 12. Juni: Roma

Was war das für eine wunderschöne Zeit, als die Europride Halt in Zürich gemacht hat! Dieses Jahr ist das wunderschöne Roma an der Reihe. Auf einem der grössten Plätze Roms, der Piazza Vittorio Emanuele, wartet der Pride Park mit diversen Bars, Restaurants, aber auch den verschiedensten kulturellen und politischen Veranstaltungen auf. Und Parties gibt es natürlich auch ohne Ende. Diese tragen viel versprechende Namen wie „Drink and Fuck“, „Venus Rising“ oder „Leather Arena“. Die grosse Parade steigt dann am 11. Juni und führt vom Hauptbahnhof durch die wunderschöne Altstadt bis zum Kolosseum. Schade, macht der Umzug nicht noch einen kleinen Zwischenstopp beim Vatikan. Winkewinke!

Dienstag, 14. Juni, bis Sonntag, 19. Juni: Wien

„Show your face“ ist das Motto der ersten Vienna Pride. Die Veranstalter haben sich zum Ziel gesetzt, die LGBT-Community in einer bisher nie da gewesenen Vielfalt zu feiern – und etwas frischen Wind und internationale Beachtung nach Wien zu bringen. Angelehnt ist das Konzept unter Anderem auch an die Zurich Pride: wie am Turbinenplatz wird es auch bei unseren Nachbarn ein „Pride Village“ mit vielen Veranstaltungen, politischen Diskussionen, sowie Bars und Verpflegunsmöglichkeiten geben. Und natürlich gibt’s am Samstag, 18. Juni, auch eine schöne Regenbogenparade, die dann nahtlos in die Abschlusskundgebung am  Rathausplatz übergeht. Dass die Veranstaltung gerade an diesem Platz ihren Höhepunkt erreicht, hat gemäss den Organisatoren grossen Symbolcharakter: Es ist ein Zeichen der völligen gesellschaftlichen und rechtlichen Anerkennung der LGBT-Community.

Samstag, 25. Juni: Berlin

Der CSD Berlin steht unter dem Motto: „Fairplay für Vielfalt“ und wartet dieses Jahr zum ersten Mal mit einer CSD Gala auf. Bestaunen kann man dort die deutsche Soul-Queen Cassandra Steen, die Komödiantin Gabi Decker, sowie eine homoerotische Tanzperformance. Weiter wird in diesem Rahmen und mit illustren Gästen das Thema Homophobie im Leistungssport beleuchtet. Für die Parade werden eine halbe Million Menschen erwartet. Bereits ab kommendem Samstag, 28. Mai, steigen unglaublich anlässlich des Pride Festivals: Lesungen, Theater, Parties, Diskussionen, Musicals, Ausstellungen, Sportevents …: für jeden Geschmack scheint etwas dabei zu sein. Die Stadt Berlin scheint es einmal mehr zu schaffen, ihrem ausgezeichneten Ruf, innovative und qualitativ hoch stehende Events auf die Beine zu stellen, nachzukommen. Und stellt die Europride in Roma damit beinahe ein wenig in den Schatten.

„Und wo bleibt ZÜRICH?“, werdet Ihr Euch wohl denken. Keine Sorge, wir werden der Zurich Pride einen eigenen und ausführlichen Artikel widmen. Ganz, wie es sich für ein solches Highlight gehört.



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