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Ein „schlüpfriges“ Thema

Wir tragen sie 365 Tage im Jahr. Natürlich nicht immer die gleiche, aber trotzdem ist sie unbestritten das am meisten gebrauchte Kleidungsstück in unserem Kleiderschrank. Für jede Stimmung und Lebenslage gibt es das passende Unterstück dazu. Wer jetzt denkt: „Meine Güte, geht es etwa um Höschen?!“, der liegt richtig. Kein Kleidungsstück ist so wichtig wie die Unterhose. Das kann jede bestätigen, die schon mal ohne eine dastand. Und wem das noch nicht passierte, der darf mir trotzdem glauben.

Wusstet ihr, dass die erste Hose der Frauen die Unterhose war? 
Der Ursprung der Unterhose liegt im alten Rom. In dieser Zeit wurden Tücher kunstvoll zusammengebunden, denn man wusste schon damals, wie man gut verpackt Reize setzen konnte. Die nächsten paar tausend Jahre stagnierte die Entwicklung der weiblichen Unterhose weitestgehend und allgemein kam erst ab dem 18. Jahrhundert der Gedanke an Unterwäsche richtig auf. Unterröcke und Unterkleider dienten den Frauen damals als Unterwäsche, zumeist aus praktischen Gründen des Kälteschutzes. Anfang des 19. Jahrhunderts kam die erste Form der heute bekannten Unterhose auf den Markt. 1840 wurde das Tragen von Unterhosen sogar für Damen Pflicht, da es sich nicht schickte, untenrum leicht bekleidet zu sein. Zu dieser Zeit trugen Damen oft ein unten offenes Höschen, eine Stehbrunzhose aus Leinen oder Baumwolle. Heutzutage ist sie uns unter dem Begriff „Liebestöter“ bekannt. So unspektakulär die Stehbrunzhose auch aussah, damals dachte frau eben sehr praktisch, was sicher auch an der aufwendigen Oberkleidern lag, die oft aus mehreren Schichten bestand. Durch das Tragen dieser Hose musste frau sich nicht ihrer kompletten Oberkleider entledigen, sondern konnte das „kleine Geschäft“ im Stehen erledigen. Aus heutiger Sicht mag dies nicht die hygienischste Methode scheinen, aber zu dieser Zeit verführten die aufwendigen sichtbaren Kleider eben mehr als das, was darunter verborgen lag.
Durch den technischen Fortschritt, die sogenannte Industrialisierung, wurde es möglich, Kleidungsstücke und verschiedene Arten von Unterhosen aus elastischen Stoffen und in unterschiedlichen Größen anzufertigen. Zudem kam durch die Entdeckung der Keime in der Medizin ein hygienisches Bewusstsein in der Bevölkerung auf. Dies führt dazu, dass die aufwendige Oberbekleidung genauso wie die Stehbrunzhose nicht mehr benötigt wurden.
Erst im Jahre 1949 wurde durch einen gewagten Auftritt der amerikanischen Tennisspielerin Gussie Moran in Wimbledon, der erotische Gedanke an Unterwäsche angeregt. Während des Turniers trug diese einen mit Spitze besetzten Slip unter ihrem Tennisrock und sorgte damit für eine Menge Wirbel und meiner Meinung nach, für ein aufregendes Spiel.
In den 1960ern, zur Zeit der Emanzipation, stieg die Beliebtheit von anregender Unterwäsche. Ältere Frauen, welche dem traditionellen Bild der Frau in der Gesellschaft nicht abschwören konnten, weigerten sich vehement, Unterhosen zu tragen. So galt Unterwäsche als Zeichen von Emanzipation, und junge Frauen trugen diese als eine Art Protest gegen die Gesellschaft. Je mehr die Frauen an Selbstbewusstsein, Freiheit und das Streben nach Gleichheit gewannen, umso mehr wandelte sich die Unterwäsche. Die Wäsche wurde immer kleiner, enger und verspielter.
In den wilden 80ern wurde der dünne Stringtanga Trend. Möglichst wenig Stoff zog sich in einer Dreiecksform über den Hintern der Frauen und erfreut sich bis heute einer regen Fangemeinschaft. Auch edel darf es sein. Dies bewiesen die 90er-Jahre. Zu dieser Zeit war es Trend, die Kurven der Frauen zu betonen. Und wie kann man die Kurven einer Frau besser betonen als mit schöner Unterwäsche?
Heutzutage werden der Frau verschiedene Arten des Slips angeboten. Somit kann die moderne Frau von heute aus dieser Vielzahl der Angebote ihren Stil finden und sich selbstbewusst und sicher fühlen.

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Habt ihr eigentlich schon über dieses kleine Kleidungsstück nachgedacht?
Das Treffen mit einer Freundin war meine Inspiration zu diesem Artikel. Wir hatten uns für einen Latte macchiato in unserem Stammcafé verabredet. An diesem Tag war auch die Herzdame meiner Freundin da. Die beiden hatten schon ein paar Dates gehabt, und die Luft knisterte förmlich zwischen ihnen. Es ist klar, wer die meiste Aufmerksamkeit meiner Verabredung hatte? Ich zog genüsslich am Strohhalm meines Kaffeegetränks und beobachtete verstohlen die Frischverliebten, die sich immer wieder „heimliche“ Blicke zuwarfen. Nach einem kurzen Gespräch der beiden kam meine Freundin an unseren Tisch zurück und meinte, sie müsse sich jetzt ganz schnell verabschieden, um Nachhause zu fahren und sich umzuziehen. Ich konnte das nicht so ganz nachvollziehen, da sie ein sehr hübsches Outfit anhatte. Als ich ihr das sagte, beugte sie sich zu mir rüber und meinte ernst: „Aber ich habe drunter nicht das RICHTIGE Höschen an!“

Was ist also das richtige Höschen?
Das ist natürlich von Frau zu Frau unterschiedlich. Wir haben alle verschiedene Geschmäcker. Die eine steht auf coole Boxershorts, die andere auf reizvolle Stringtangas. Oder wie sieht es mit sportlichen Hotpants aus? Auch eine bequeme Panty ist niemals zu verachten. Ich persönlich mag French Knickers. Dabei handelt es sich um eine weit geschnittene Unterhose, vornehmlich aus Satin oder Seide. Sie liegt meistens eng am Hintern an und wirkt immer edel.
In jedem Kleiderschrank finden wir bestimmt Alltagshöschen, welche uns bequem über den Tag begleiten, aber nichts für eine heiße Nacht sind. Genauso wie schöne, filigrane Seidenslips, gemacht, um zu verführen.
Generell kann jedes Höschen zum Lieblingshöschen werden, wenn es richtig passt. Nichts ist schlimmer als das Zwicken eines eng ziehenden Höschenbundes. Weg damit!
Wie gut sitzende Unterhosen unsere Motivation bestärken können, zeigt eine andere Geschichte. Eine Freundin meinte, dass sie nie ohne ihre „Glücksboxershorts“ zu wichtigen Treffen, Verabredungen oder gar einem Vorstellungsgespräch ginge. Auf die Frage, warum sie eine Boxershorts zu einem Vorstellungsgespräch anziehe, antwortete sie: „Wenn ich Männerunterwäsche trage, dann fühle ich mich selbstsicher und mit dem Vorgesetzten auf einer Ebene.“ Einige mögen das lustig oder komisch finden, aber jede/r hat so seine Angewohnheiten, was die Unterwäsche angeht. Eine andere Freundin meinte, dass sie am liebsten rote Unterwäsche trage, weil rote Wäsche selbstbewusst mache. Und eine dritte verriet, dass sie stets zueinander passende Wäsche trage – damit man sich nie vor einer Enttarnung fürchten müsse, falls jemandem ein Blick auf die Wäsche gelänge. Jeder dieser Frauen vermittelt ihre Marotte ein sicheres Gefühl, dass sie nach außen hin abstrahlt.

panty play

So komme ich selbst bei diesem „schlüpfrigen“ Thema nicht umhin, festzustellen, dass das Verborgene sehr viel über uns zu sagen vermag – auch wenn es in diesem Fall nur ganz leise jeder Trägerin zuflüstert: Zieh lieber mich Wohlfühlhöschen an und wirf die Schämbuxen weg; wer weiß, ob du nicht heute noch deiner Traumfrau begegnest, die sich spontan darüber freuen darf, einen so schön verpackten Hintern entpacken zu dürfen!

 



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2 Comments

  1. 2. September 2013 at 21:19

    DAS stimmt natürlich, Caroline!
    Der Überraschungseffekt ist garantiert..

  2. M.L.
    2. September 2013 at 14:28

    Manchmal fährt FRAU ohne Unterwäsche auch nicht schlecht..

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