Lesbische Filme

Kurzfilm: Surfing – Vom Couchsurfen und Liebesleben

Auszeichnungen aus Cannes und eine Nominierung bei der Europäischen Filmfestspielen: Spätestens nach dem Erfolg von „Paradies Liebe“ sind österreicherische Regisseure nicht mehr aufzuhalten. Eine LGBT-Filmszene allerdings, scheint es kaum zu geben.

Eine ganz besondere Filmemacherin habe ich auf bei den lesbisch-schwulen Filmtagen in Hamburg getroffen und kam bei einem Glas Wein sofort ins Gespräch. Britta Isabel Lang ist eigentlich Deutsche, doch seit 12 Jahren ist sie fest in Graz verwurzelt.

Lange braune Locken, ein breites Lächeln und eine offene Haltung. Britta Isabel Lang wirkt auf den ersten Blick sympathisch und spätestens wenn das gerollte R ihre Lippen verlässt, ist man ganz und gar von ihr überzeugt. Ein Charme, der die gebürtige Fürtherin auf ihrem Weg unterstützt haben dürfte.

Symbiose aus technischem Know-how und Kreativität

Die 37-jährige lernte das Kamerahandwerk beim Fernsehen und das Regiehandwerk am Theater. Ein Facettenreichtum, dem sie bis heute treu geblieben ist. Britta Isabel Lang dreht, führt Regie, schreibt, hält Workshops, schneidet, verleiht Equipment und legt in ihrer Freizeit auch noch gerne Musik auf. Ihre Arbeitsstationen führten sie von Nürnberg zunächst nach München und dann nach Graz, wo sie 2003 ihre Film- und Videoproduktion gründete und bis heute mit ihrer Freundin lebt.

Warum gerade lesbische Filme in Österreich?
„Aus Österreich kommt viel zu wenig. Gerade mal 1 Kurzfilm so alle 2-3 Jahre, der mittels Festivalplatzierung eine gewisse Öffentlichkeit erreicht. Da passiert selbst in einigen Ländern mit Todesstrafe auf Homosexualität vergleichsweise mehr!

Hetero fällt mir gar nix mehr ein! Vielleicht, weil eben im lesbischen Film nicht jede Geschichte schon 100mal erzählt wurde und noch vieles unentdeckt ist….“

„10% der Menschen sind lesbisch oder schwul, aber bei Filmen ist die Quote geringer“, erklärt Britta. Dabei können Filme mit homosexuellem Inhalt eine große Hilfe für junge Lesben und Schwule sein. Besonders in ländlichen oder konservativen Gegenden bringen sie eine Offenbarung mit sich: Ich bin nicht alleine. Kamen die meisten sehenswerten Filme bisher aus den USA, ist die toughe Österreicherin jetzt drauf und dran das zu ändern.


Ihr aktueller Kurzfilm „Surfing“ stößt auf viel positive Resonanz. Seit der Produktion im letzten Jahr jetsettet sich Britta über die Filmfestivals und durch Interviews.

Worum geht es in Surfing?

„Mel vernascht regelmäßig ihre Couchsurferinnen aus allen Herren Ländern. Auch die junge Susanne aus Deutschland verfällt ihrer Verführungskunst. Doch das Couchsurfen ist nicht der einzige Grund, warum Susanne bei Mel übernachtet hat. Kurz gesagt: 2 Frauen. 1 Bett. Ungeklärte Verhältnisse. Aber zum Glück gibt’s ja noch die Grazer Sehenswürdigkeiten.“

Sophie Stocker und Verena Lercher spielen die Hauptrollen in der 14-minütigen „Luft & Liebe“ Produktion. Eine Romantik-Komödie, von der wir noch viel erwarten können.

 

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