Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 376 Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 398 Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 416 Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 420 Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 447 Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 459 Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 478 Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php:376) in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-includes/feed-rss2.php on line 8 partnerschaft – lesbianchic https://www.lesbianchic.de Ein Online-Magazin von Femmes für Femmes, Bisexuelle und Queers. Artikel über lesbische Geschichten, Liebe, Sexualität, Schönheit und Events findest du hier. Fri, 04 Nov 2022 21:57:38 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.lesbianchic.de/wp-content/uploads/2020/07/logo_LCNEU-60x60.jpg partnerschaft – lesbianchic https://www.lesbianchic.de 32 32 219272848 Verdient die Liebe eine zweite Chance? https://www.lesbianchic.de/verdient-die-liebe-eine-zweite-chance/ https://www.lesbianchic.de/verdient-die-liebe-eine-zweite-chance/#comments Fri, 04 Nov 2022 21:57:36 +0000 https://www.lesbianchic.de/?p=14509 Manchmal sind Trennungen nicht einfach. Oft erfolgen sie einseitig, nachdem sich eine Partnerin entliebt hat. Oder beide lieben sich noch, doch der Kopf oder die Umstände sprechen gegen die Liebe. In jedem Fall leiden beide Partnerinnen und sehnen sich weiterhin nach der anderen.

Liebeskummer ist wie Drogenentzug. Wunden sind aufgerissen, ein Teil von einem fehlt plötzlich. Etwas stirbt in einem. Trauern ist nicht immer einfach, und oft wehrt sich eine Partnerin gegen die Trennung. Doch hat die Liebe eine zweite Chance verdient?

Niemand möchte in einer On-off-Beziehung leben. Viele sagen, dass es eh aussichtslos ist, wenn man sich erst einmal getrennt hat – und dass es überhaupt zum Scheitern verurteilt ist, ein weiteres Mal eine Liebesbeziehung miteinander eingehen zu wollen. Stimmt das? Wir sagen: Nein, nicht grundsätzlich – aber es hängt vom konkreten Fall ab. Vier Beispiele.

Treuebruch, das Paradebeispiel: der Kopf ist dagegen, oder die andere ein Arsch

Seien wir ehrlich. Wer ist heutzutage noch treu? In einer Zeit, in der wir ständig konsumieren, scheint es den Anschein zu haben, dass auch Liebe konsumiert wird. Die andere wird genommen. Ist sie erstmals Besitz, verliert die Liebe an Reiz, das Gefühl des Abenteuers schwindet. In so einem Fall geht es auch um die eigenen Moralvorstellungen: Ist Treuebruch für dich ein Tabu?

Foto von Alex Green, pexels

Aus weit verbreiteter Sicht ist dann nur noch eine Trennung sinnvoll. Aber liebst du sie vielleicht trotzdem noch? Ich meine, wirklich? Und kann die andere von dir lernen und hat sie lockere Ansichten?

Sind eure Einstellungen zu diesem Thema zu unterschiedlich, lohnt es sich meistens nicht, weiter an die Liebe zu glauben. Auch weil du denkst, jemand, der dich liebt, sollte dir nicht wehtun. Aber tat sie es mit Absicht? Ist sie für dein Glück verantwortlich?

Hier spielen verschiedene Aspekte eine Rolle: War es ein Ausrutscher, und sieht die andere ihren Fehler ein, entschuldigt sich und will sich bessern? Übernimmt sie Verantwortung für ihr Handeln? Man muss im Umgang mit der Partnerin nicht immer konsequent sein – nämlich dann nicht, wenn ihr euch trotz allem wirklich liebt und an euch arbeiten wollt.

Entscheidungshilfen: Wird es nochmals passieren? Kann Vertrauen wieder aufgebaut werden? Ist meine Partnerin ehrlich zu mir und verheimlicht mir nichts? Handelt sie integer?

Auch eine Art zweite Probezeit kann sinnvoll sein. Manchmal lohnt es sich, gemeinsam für die Liebe zu kämpfen.

Eine hat sich entliebt
Hier sieht die Ausgangslage schon schwieriger aus. Jemand liebt mehr, die andere kaum oder nicht mehr. Beide sind sehr schwer zufrieden zu stellen. An und für sich muss die Frage gestellt werden, ob eine so asymmetrische Partnerschaft überhaupt gelingen kann.

Wenn sich beide auseinandergelebt haben, ist der Fall klar. Doch in langjährigen Beziehungen schwindet bekanntlich die Leidenschaft und das Gefühl der Aufregung, und innige, zärtliche Liebe ist keine Voraussetzung für eine funktionierende Partnerschaft.

Doch wenn bei einer Partnerin das Gefühl von Nähe und Zuneigung völlig fehlt oder sich sogar Ekel einstellt, ist nur eine Trennung sinnvoll. Auch wenn diese nur mit Hindernissen zustande kommt, weil die Partnerin sie nicht akzeptieren will und Dinge sagt wie: Für eine Heirat braucht es zwei, für eine Trennung doch auch zwei Stimmen, die Ja sagen. Solche Aussagen sind unnütz, da es in einer Partnerschaft immer an beiden liegt, für die nötigen Voraussetzungen zu sorgen. Und zu lieben.

Foto von Yan Krukov, pexels

Ehrlich gesagt wäre ich aber auch sehr verzweifelt, wenn sich meine Partnerin von mir entliebt hätte und würde fragen: Warum? Warum liebt sie mich nicht mehr? Was habe ich falsch gemacht? Diese Reaktion ist normal und menschlich. Hier helfen nur gesundes Selbstbewusstsein und Distanz! Ja, Liebe kann sehr weh tun. Vor allem wenn sie einseitig ist.

Der entliebten Partnerin kann ich Gleiches empfehlen: Distanz und Trennung. Es lohnt sich nicht, aus Mitleid mit jemanden zusammen zu sein. Und dir entginge vielleicht, ja, die wahre Liebe. Suche weiter!

Entscheidungshilfen: Kann die Flamme wieder zum Auflodern gebracht werden? Macht es Sinn, in einer Partnerschaft zu leben, in der eine stärker liebt als die andere?

Die Umstände stimmen nicht

Der klassische Fall. Du gehst ins Ausland, sagen wir Vietnam, und lernst gleich nach zwei Wochen eine hinreissende Frau kennen. Nennen wir sie Kim. Sie ist Vietnamesin. Du bist Schweizerin, und dein Auslandsjahr ist bombastisch. Du verliebst dich in sie. Und sie sich in dich. Es ist, als würdet ihr auf Wolke sieben schweben, ihr gesteht euch die sonderbarsten Wünsche und teilt eure Ängste.

Doch es kommt hart auf hart: Sie ist Vietnamesin. Du Schweizerin. Und auch wenn die Tage eurer jungen Liebe inbrünstiger nicht sein könnten, auch ein Jahr hat nur 365 Tage, und dein Visum läuft ab.

Was nun? Eine Trennung scheint die einzige Möglichkeit zu sein. Es sein denn, ihr wollt heiraten, aber Pustekuchen! Sie ist schon verheiratet. Nämlich zwangsverheiratet.

Manchmal ist es schwierig, Gefühle und Verstand zu trennen. Die Gefühle sagen eindeutig Ja, aber der Kopf, der Kopf denkt logisch. Zumindest bei mir. Und mein Kopf sagte mir: Chantal, hör auf einer Sache nachzurennen, die es nicht gibt. Wenn die Umstände wirklich nicht stimmen und weiterhin nicht stimmen werden, solltet ihr euch davor hüten, eurer Liebsten eine zweite Chance zu geben! Denn die Probleme sind nicht lösbar und der Schmerz wird ins Unendliche anwachsen.

Anders sieht es hingegen aus, wenn sich die Umstände ändern. Sollte also meine Kim die Chance haben und entschlossen sein, in die Schweiz zu ziehen und sich von ihrem Ehemann zu trennen: So what! So love and give her another chance.

Entscheidungshilfen: Wieso haben wir uns getrennt? Sind diese Umstände gleich geblieben oder haben sie sich verbessert? Geht nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern Schritt für Schritt. Stimmen die Umstände jetzt? Sind beide bereit, Kompromisse einzugehen?

Sie schlägt mich, nimmt Drogen oder ihre Persönlichkeit stimmt nicht

Hier haben wir es mit einer Ausgangslage zu tun, die wirklich nicht pauschal zu erklären ist. Wesentlich sind hier immer die individuellen Umstände, die Eigenschaften der Partnerin, der Wille sich zu verändern – und die Fähigkeit dazu. Klassischer Fall:

Sie nimmt Drogen. Und zwar viele. Oder sie trinkt. Eigentlich möchte sie aufhören, sie sagt es jeden Tag, vor allem, wenn sie runterkommt. Doch Tatsache ist: Sie kommt nicht runter, sondern trinkt immer mehr. Eure Wohnung sieht schrecklich aus, die Flaschen stapeln sich. Nun hat sie auch noch ihre Arbeit verloren, da die Leute um sie herum es geschmeckt haben. Dass sie trinkt. Und zwar viel.

Foto von Anna Shevchuk, pexels

Wie soll ihre Partnerin, nennen wir sie Eva, damit umgehen? Eva liebt wirklich aufrichtig und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass ihre Freundin mit dem Trinken aufhört. Früher war sie stets gut drauf, immer ging etwas, sie war abgeklärt und vor allem eines: klar im Kopf! Die Zeiten haben sich geändert. Auch für Eva. Sie trennt sich von ihrer Freundin, weil sie nicht mehr kann, weil sie nicht mehr weiterweiss, weil sie verzweifelt ist. Und weil sie die Hoffnung aufgegeben hat. Aufgeben musste. Sie geht, um sich zu schützen.

Wie geht es nun weiter? Entweder versifft unsere Alkoholikerin noch mehr, da der Alkohol ihren nun noch grösseren Schmerz betäubt – bald wird sie ein Organ verlieren. Oder? Oder sie checkt es endlich. Steht für sich ein. Kämpft für sich. Macht einen Entzug, geht in die Therapie, sucht sich einen neuen Job. Rafft sich auf für – eben, nicht für Eva, sondern für sich selbst!

Frage an euch: Soll Eva ihrer Ex-Freundin nochmals eine Chance geben? Bei psychischen Krankheiten, etwa auch bei Gewalt in eurer Partnerschaft, gibt es Hoffnung und auch Hilfe. Es kommt auf den Schweregrad des Problems, eure Motivation und die Ressourcen an, ob es klappen kann oder nicht. Nicht alles ist heilbar, aber vieles. Therapie und commitment sind jedoch absolute Pflicht. Und das Gefühl der Eigenverantwortlichkeit bei der Partnerin. Klappt es jedoch bei der zweiten und bei der dritten Chance auch nicht – dann rennt weg. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!

Synthese

Das Herz muss Ja sagen. Der Kopf darf nicht Nein sagen. Bei beiden. Es ist möglich, nach einer Trennung wieder zusammenzukommen und eine stabile und langjährige Partnerschaft zu leben. Doch jeder Fall muss individuell beurteilt werden.

]]>
https://www.lesbianchic.de/verdient-die-liebe-eine-zweite-chance/feed/ 1 14509
So wirst Du Liebeskummer los https://www.lesbianchic.de/so-wirst-du-liebeskummer-los/ https://www.lesbianchic.de/so-wirst-du-liebeskummer-los/#respond Tue, 19 Mar 2019 18:36:53 +0000 https://www.lesbianchic.de/?p=13484 Was tun gegen Liebeskummer? Nach einer Trennung oder bei unerwiderter Liebe fallen wir mitunter in ein tiefes Loch. Der Verlust einer Beziehung ist schmerzhaft. Das Gefühl, nicht geliebt zu werden, erst recht. Hier sind 7 Tipps, die Dir helfen können, darüber hinweg zu kommen und neues Selbstbewusstsein zu schöpfen.

Was Du bei Liebeskummer unbedingt vermeiden solltest!

1) Frustabbau zulasten der Partnerin

Wenn Du das Bedürfnis hast, so richtig auf Deine Ex- oder unerreichte Traumfrau zu schimpfen, dann schnapp Dir Deine beste Freundin, schließ die Tür und raus damit! Gemeinsam mit einer Vertrauten kannst Du Dich austoben, bis es Dir besser geht.

Vor allen anderen haben Hasstiraden aber nichts zu suchen. Erstens wirst Du damit keine Besserung Deiner Situation herbeiführen, sondern alles verkomplizieren, da Dein Liebeskummer langfristig das Thema Nummer 1 bleiben wird. Im schlimmsten Fall setzt Du Freundschaften aufs Spiel, indem Du gemeinsame Freunde zwingst, entweder für Dich oder „sie“ Partei zu ergreifen. Eine freundschaftliche Beziehung zu Deiner Angebeteten kannst Du dann sowieso knicken. Außerdem ist ein geifernder Drache kein angenehmer Zeitgenosse…

2) An einen Strohhalm klammern

Ein Sprichwort besagt, dass sich auf toten Pferden nicht reiten lässt. Vorbei ist vorbei. Nein heißt auch übermorgen noch Nein. Sich unnötige Hoffnungen zu machen, ist für keinen von Euch beiden angenehm. Der erste Schritt zur Heilung von Liebeskummer ist, zu akzeptieren, dass Schluss ist. Gefühle lassen sich nicht erzwingen, Du kannst niemanden dazu bringen, Dich zu lieben, und das ist auch gut so.

DIe Hoffnung stirbt nicht nur zuletzt, sie muss manchmal regelrecht ermordet werden.

3) Dich mit der Nächsten trösten

Hilft nie. Solange Du gedanklich noch bei der Anderen festhängst, wirst Du Dich auf die Neue nicht so einlassen können, wie es für eine erfüllende Begegnung notwendig wäre. Außerdem hat niemand es verdient, als Lückenfüller missbraucht oder ständig mit „ihr“ verglichen zu werden.

Das hilft wirklich bei Liebeskummer

1) Musik

Du kennst das. Du hörst Dir den gleichen Song wieder und wieder an, der Berg vollgeweinter Taschentücher wächst, Du badest in Erinnerungen und am liebsten würdest Du zerfließen. Na? Fühlst Du Dich besser? Wenn nicht, solltest Du unbedingt damit aufhören! Hör Dir nur noch Musik an, die Dich aufrichtet und bestärkt.

2) Schreib es auf

Es gibt eine Menge Varianten, wie Schreiben Dir helfen kann, Liebeskummer zu überwinden. Schreib einen Brief an „sie“ oder, noch besser, an Dich selbst! Wichtig ist, dass Du Dich schon vor dem Schreiben darauf festlegst, Deinen Brief NIEMALS abzuschicken. Eine Woche später würdest Du das bitter bereuen. Was da drin steht, geht nur Dich etwas an. Vielleicht erhälst Du dadurch hilfreiche Erkenntnisse über Dich, Deine Ängste und Bedürfnisse.

Du kannst sogar ein kleines Ritual daraus machen. Schreib auf, was immer Dich belastet. Und dann verbrenn den Wisch. Feierlich bei einem Glas Wein über einer Kerze. Oder während Du nackt um ein Lagerfeuer tanzt – völlig egal. Hinterher wird es Dir besser gehen.

3) Aufräumen

Gemeinsame Fotos? Hinfort, in den hinterletzten Schuhkarton. Oder gleich in den Papierkorb. Was immer Dich an „sie“ erinnert und Dich traurig macht, muss zuerst mal raus aus Deinem Sichtfeld. Später, wenn es Dir wieder besser geht, kannst Du ganz rational aussortieren.

Es ist befreiend, die Wohnung umzudekorieren, andere Eindrücke zu schaffen und neue Farben in Dein Leben zu lassen. Das wird Dir helfen, nach vorn zu sehen und das Leben wieder (selbst)bewusst in die Hand zu nehmen.

4) Sport

Bewegung an der frischen Luft sorgt für klare Gedanken und Glückshormone, die Du jetzt gut gebrauchen kannst. Und es bleibt das erbauende Gefühl, sich selbst etwas Gutes getan zu haben.

Bewegung hilft. Spüre und Achte deinen Körper!

5) Kochen

Gutes, gesundes Essen ist nicht nur Wellness für Leib und Seele, es lenkt Dich auch von trübsinnigen Gedanken ab. Du kannst Freunde einladen, es tut aber ebenso gut, für sich allein einzukaufen und zu kochen. Hab keine Scheu, die Speisen anzurichten, als serviertest Du sie in einem Sternerestaurant – nur für Dich. So ein Akt von Selbstwertschätzung ist ein wirksames Mittel gegen Liebeskummer und die damit verbundenen Komplexe.

Am besten, Du probierst ein Rezept, das fern Deiner Gewohnheiten liegt. (Hast Du zum Beispiel schon Mal eine vegane Seidentofu-Schokoladen-Moussee gemacht? Yummy!)

Achte auf deine Ernährung.

6) Komm unter Leute

Ausgehen, neue Bekanntschaften knüpfen, was mit Freunden unternehmen. Mag sein, dass dies das Letzte ist, worauf Du gerade Lust hast. Lass Dich trotzdem dazu überreden. Es ist nicht nur eine willkommene Ablenkung, Du wirst Dich außerdem lebendiger fühlen, wenn Du spürst, dass es da noch mehr Menschen gibt als „sie“ und Dich. Probleme, die viel größer sind als Deine. Wunderbare Dinge, Begegnungen, Erlebnisse, die das Leben viel zu schön machen, um es sich von Liebeskummer grau malen zu lassen.

7) Reisen

Einfach raus. Den Kopf frei bekommen, Erholung finden an einem Ort, fern von allem was Dich an „sie“ erinnert. Reisen vereint viele Vorzüge – Du übernimmst Verantwortung für Dich, folgst Deinen eigenen Bedürfnissen und bist viel zu beschäftigt, um Dir über etwas wie Liebeskummer den Kopf zu zerbrechen. Es gibt einen Ort, den Du schon lang sehen wolltest? Eine Kultur, die Dich ewig fasziniert? Dann ist jetzt der beste Zeitpunkt, Dich auf Die Socken zu machen.

Wenn eine Karibikkreuzfahrt gerade nicht im Budget liegt, kannst Du Verwandte oder Freunde besuchen, die weit entfernt leben. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass Du von vertrauten Menschen umgeben bist, die Du sonst viel zu selten siehst.

Zeit heilt Wunden

Das Gegengift für Liebeskummer

Ablenkung vom eigenen Leid ist fürs Erste gut. Damit Wunden heilen können, braucht es Zeit, in der Du sie möglichst wenig berührst.

Viel sinnvoller ist es aber, eine Immunität gegen Liebeskummer und Eifersucht zu entwickeln. Selbstbewusstsein und -liebe sind die wirksamsten Antikörper. Der Schmerz nährt sich oft aus dem Gefühl, nicht geliebt zu werden, ersetzbar oder nicht gut genug zu sein. Wenn Du ehrlich bist, haben Dich Verlustängste vielleicht schon lange vor der Trennung von Deiner Partnerin geplagt. Umso schwerer ist es jetzt, damit fertig zu werden.

Solange Du den Grund für Deine Misere in „ihr“ siehst, kannst Du nichts dagegen tun. Nur warten, bis es nachlässt. Denn einen anderen Menschen ändern, damit es Dir besser geht – das funktioniert nicht.

Wenn Du Selbstsicherheit und Stabilität möchtest, verabschiede Dich von Deinen Ängsten. Anstatt die Erfüllung Deiner Wünsche bei anderen zu suchen, musst Du zuerst Dein bester Partner werden. Suchst Du die Bestätigung, liebenswert zu sein, ständig bei Anderen, wirst Du immer wieder enttäuscht werden und kannst Dir diesen Artikel als To Do Liste über’s Bett hängen.

Die Liebe, die Du in Dir hast, kann Dir keiner nehmen. An den Wert, den Du Dir selbst beimisst, kann niemand sonst Bedingungen stellen. Das ist das ganze Geheimnis.

Mehr von der lesbianchic Redaktion zu diesem Thema:

Was du aus Liebschaften lernen kannst.

Was Verzweiflung ist.

Vom Ende der Liebe – Poesie

Welche Tipps hast DU gegen Liebeskummer auf Lager? Wann warst Du das letzte Mal unglücklich verliebt? Wir sind gespannt auf Deinen Erfahrungsschatz!

]]>
https://www.lesbianchic.de/so-wirst-du-liebeskummer-los/feed/ 0 13484
Die Erbinnen – Filmkritik https://www.lesbianchic.de/die-erbinnen-filmkritik/ https://www.lesbianchic.de/die-erbinnen-filmkritik/#respond Wed, 27 Feb 2019 20:17:41 +0000 https://www.lesbianchic.de/?p=13460 Es ist nie zu spät, neu anzufangen.

Der 2018 veröffentlichte Film Las Herederas („Die Erbinnen“) vom paraguayischen Regisseur Marcelo Martinessi hat verdient zahlreiche bedeutende Preise erhalten. Einfühlsam und ehrlich erzählt er von der Angst, zum eigenen Ich zu stehen, und dem Mut, den es braucht, sie zu überwinden.

Handlung

Die Erbinnen Filmplakat

Chela (dargestellt von Ana Brun) ist eine in sich gekehrte Frau um die 60. Nur selten setzt sie einen Fuß in die Welt außerhalb ihres Malateliers. Sie überlässt es ihrer extrovertierten Partnerin Chiquita (Margarita Irún), Freundschaften zu pflegen und sich mit den Widrigkeiten der Realität zu befassen. Das gemeinsame Haus in einem gutbürgerlichen Viertel der Hauptstadt Asunción, ist ein Zeugnis vergangenen Wohlstands. Ständig sind sie gezwungen, neue Stücke des antiken Mobiliars zu verkaufen, um sich über Wasser halten zu können, aber ihre Schulden sind so hoch, dass Chiquita schließlich ins Gefängnis muss.

Auf sich allein gestellt, ist Chela gezwungen, ihre Schwermut hintenan zu stellen und sich auf ihre Stärken zu besinnen, denn um Almosen oder Hilfe von Freunden anzunehmen, ist sie zu stolz. Obwohl sie keinen Führerschein hat, kommt sie der Bitte einer Nachbarin nach, sie zu chauffieren. So erschließt sich ihr die Chance, etwas dazuzuverdienen, indem sie für die wohlhabenden Damen des Viertels Taxi fährt. Dabei lernt sie Angy kennen, eine junge, lebenshungrige Frau, die lang verschütt gegangene Sehnsüchte in Chela anrührt.

Filmkritik

Wer Spannung oder Erotik sucht, wird sie in „Die Erbinnen“ nicht finden. Alles am Film – sein Tempo, die Drehorte, die Kameraführung und sogar die Farben – trägt Chelas melancholischen, zurückhaltenden Charakter, gleichzeitig aber auch ihre zarte, zerbrechliche Schönheit. Umso intensiver fühlen wir mit ihr, als sie beginnt, sich zu neu entfalten.

Es war eine hervorragende Entscheidung, Theaterschauspielerin Ana Brun für die Hauptrolle zu engagieren. Ihr gelingt eine zum Niederknien feinsinnige, authentische Darstellung, in der der wir uns zwangsläufig spiegeln müssen.

„Die Erbinnen“ spricht jene subtilen Emotionen an, die auf der Kinoleinwand sonst meist zu kurz kommen, zoomt ganz nah heran und lässt den Zuschauer bis zuletzt nicht vom Haken. Er bringt uns in die Verlegenheit, die eigenen Selbstzweifel zu betrachten und uns die Frage zu stellen, wozu wir in der Lage wären, wenn…

Fazit: Klare Empfehlung!

]]>
https://www.lesbianchic.de/die-erbinnen-filmkritik/feed/ 0 13460
Wenn aus dem Kinderwunsch Realität werden soll https://www.lesbianchic.de/wenn-aus-dem-kinderwunsch-realitaet-werden-soll/ https://www.lesbianchic.de/wenn-aus-dem-kinderwunsch-realitaet-werden-soll/#respond Thu, 27 Jul 2017 18:13:52 +0000 https://www.lesbianchic.de/?p=12758 Als Lucía heute aus der Schule nach Hause kam, erzählte sie mir aufgeregt von ihrem Freund Jorge: „Mama, wusstest du, dass Jorge zwei Mamas hat?“. Sie hatten in der Klasse über die Familie gesprochen und jeder sollte erzählen, wie seine aussieht. Lucía gefiel die Geschichte von Jorge sehr: Er hat zwei Mütter, eine heißt Ana und die andere Nuria. Jorge erzählte seinen Mitschülern, dass seine Mamas ihn schrecklich gerne haben wollten und dass sie, nachdem sie sich Gedanken darüber gemacht hatten, in eine Klinik fuhren, damit er geboren werden konnte. Meine Tochter erzählte mir das Ganze voller Begeisterung und für sie war es völlig normal. Sie weiß, dass das Wichtigste für eine Familie die Liebe ist und dass zwei Menschen glücklich miteinander sind.

Darüber, dass es ein wundervolles Gefühl ist, als Frau eine Frau zu lieben und von ihr geliebt zu werden, sind wir uns einig, denke ich. Gegenseitige Liebe ist eines der schönsten Geschenke, die uns das Leben machen kann. Hat man die Richtige gefunden und sich dazu entschlossen, mit ihr durchs Leben zu gehen, gegenseitige Verantwortung zu übernehmen und zusammen alt zu werden, kommt es nicht selten vor, dass der Wunsch entsteht, das partnerschaftliche Glück mit einem neuen Leben, einem gemeinsamen Kind zu krönen. Was für ein heterosexuelles Paar, rein anatomisch gesehen, ohne größere Probleme umsetzbar ist, kann ein lesbisches Paar leicht in die Verzweiflung treiben. Denn die Hürden sind hoch, verschiedene Möglichkeiten gegeneinander abzuwägen, die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht immer gegeben und der Kinderwunsch auch aus finanzieller Sicht nicht für jeden ohne weiteres zu händeln.

Kinderwunsch

Spanischer Vorreiter

Eine Möglichkeit, sich als lesbisches Pärchen den Kinderwunsch zu erfüllen, ist die In-vitro-Fertilisation. Diese ist seit Jahren eine durchaus übliche Behandlungsmethode bei Paaren, die ihre Familie mit einem Baby komplettieren möchten. Einer der Pioniere unter den Ländern, die diese Behandlung durchführen, ist unser südeuroäischer EU-Mitstreiter Spanien. Seit 2007 erlaubt das spanische Gesetz die Eintragung der doppelten Mutterschaft in das Personenstandsregister, sodass Kinder, die nach einer so genannten ROPA-Behandlung geboren werden, rechtlich die Kinder von zwei Müttern sind, sofern die beiden Frauen miteinander verheiratet sind. Bei festen Lebensgemeinschaften ist es ebenfalls unkompliziert, denn auch die nicht schwanger gewesene Mutter braucht das Kind nicht zu adoptieren, um als Mutter eingetragen zu werden.

Instituto Bernabei

Das Instituto Bernabeu, mit Klinikstandorten in den spanischen Städten Alicante, Madrid, Cartagena, Albacete, Elche und Benidorrn, ist seit Jahren ein Vorreiter bei der Anwendung der ROPA-Methode („Recepción de Ovocitos de Pareja“, was im Deutschen soviel bedeutet wie „Empfang von Eizellen der Partnerin“), bei der beide Frauen die Mutterschaft teilen. Im Rahmen der ROPA-Methode wird einer der Frauen das von einem Samenspender befruchtete Ei der anderen eingesetzt, sodass die Frauen die Mutterschaft ihres gemeinsamen Kindes erleben können. Die Behandlung ist im Wesentlichen die gleiche wie bei einer traditionellen In-vitro-Fertilisation. Einziger Unterschied: die Frau, welche ihre Eizellen spendet, beginnt die Stimulation ihrer Eizellen (IVB). Demgegenüber bereitet die Frau, welche die Embryonen erhalten wird, ihre Gebärmutter vor, um so eine Schwangerschaft erreichen zu können.

Der Weg ins Baby-Glück

Im Instituto Bernabeu werden bei der Suche nach dem Spendersamen die physischen Eigenschaften des Paars und die Blutgruppen berücksichtigt. Dank dieser Behandlung können beide Frauen aktiv an dem wundervollen Prozess teilnehmen, ein neues Leben in die Welt zu setzen. Das Glück, das ein Paar dabei empfindet, seine Beziehung mit einem Kind zu krönen, und die Freude, die Schwangerschaft sowie die Entwicklung des Kindes miteinander zu teilen, sind Emotionen, die alle lesbischen Paare nennen, die diesen Schritt gewagt haben.

Für weitere Informationen zum spanischen Instituto Bernabeu, welches auf über 30 Jahre Erfahrung zurückblicken kann, den dort angebotenen Behandlungsmethoden sowie Kontaktmöglichkeiten, klickt hier!

Uns interessieren eure Geschichten! Habt ihr gemeinsam mit eurer Partnerin bereits den Sprung in das Abenteuer Kinderwunsch gewagt? Oder seid ihr noch in der Planungsphase? Vielleicht aber auch auf dem Standpunkt, dass euch ein Kind nicht in die Tüte kommt? Erzählt es uns in den Kommentaren!

]]>
https://www.lesbianchic.de/wenn-aus-dem-kinderwunsch-realitaet-werden-soll/feed/ 0 12758
Masturbation – Wie befriedigst du dich https://www.lesbianchic.de/masturbation/ https://www.lesbianchic.de/masturbation/#respond Fri, 15 Jul 2016 09:34:39 +0000 https://www.lesbianchic.de/?p=11859 Einleitung

Was bewirkt Masturbation? Was passiert in meinem Körper und in meiner Seele? Ist Masturbation in der Partnerschaft okay? Hilft es gegen Herzschmerz? Warum masturbieren wir? Wie kann ich es mir selbst machen? Diese und noch ein paar andere Fragen klären wir in diesem Blog.

Was bewirkt die Masturbation?

Die Masturbation, auch Selbstbefriedigung genannt, löst ein Feuerwerk an Reaktionen aus – sowohl auf der körperlichen wie mentalen Ebene. Selbstbefriedigung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Sexualität und unseres Lebensgefühls. Während du dich selbst anfasst, streichelst und erkundest, lernst du dich und deinen Körper besser kennen. Du entdeckst, was dir in welchen Situationen Spass macht und was nicht. Durch das bessere Verständnis für deinen Körper und deine Lüste wächst dein Selbstwertgefühl und deine Selbstliebe. Du kannst Masturbation auch als einen Weg der Selbstfindung und Innenschau betrachten. Gleichzeitig kann es aber auch ein Mittel für Druckabbau, Entspannung, ein Ventil für Trauer, Freude, Frust und übermässige Lust sein. Ein selbst herbeigeführter Orgasmus kann dich ausgleichen oder längst Aufgestautes wieder in Fluss bringen.

 

Selbstbefriedigung, im besten Fall eine feuchte Geschichte mit Happy End
Selbstbefriedigung, im besten Fall eine feuchte Geschichte mit Happy End

Was passiert beim Orgasmus?

Einfach gesagt ist der Orgasmus bei uns Frauen eine Folge rhythmischer Muskelkontraktionen in der Scheide. Dazu kommt, dass dabei die Hormone Oxytocin und Prolaktin ausgeschüttet werden. Oxytocin hat eine Vielzahl positiver Effekte auf uns, psychisch wie physisch: Wirkt als Stressregulator, senkt Blutdruck und Kortisolspiegel, verbessert die Wundheilung, beeinflusst Vertrauensfähigkeit und Bindung gegenüber der Partnerin positiv und sorgt für Ausgeglichenheit. Und es steigert die Lust. Viele sprechen deshalb vom „Kuschelhormon“. Vor und während dem Orgasmus kommt es zu mehr Sekretproduktion, frau wird spürbar feuchter. Die weibliche Ejakulation ist auch ein immer grösseres Thema, wobei es nicht bei allen dazu kommt. Ich hab schon mal gehört, dass dies „erlernbar“ sei, aber probiert doch selbst. Schaden kann es nicht.

In der Scheide selbst haben wir fast keine Nerven und deshalb kommen viele Frauen nicht durch rein vaginale Stimulation zum Orgasmus. Erogene Zonen wie Klitoris und bestimmte Stellen in der Scheide wie G- und A-Punkt spielen dabei eine grössere Rolle. Letztere sind nicht bei jeder Frau am selben Ort und auch nicht jede Frau empfindet diese als erogene Zone.

Die Klitoris ist für die meisten die wichtigste Komponente um zum Orgasmus zu kommen. Sie besitzt enorm viele Nerven und ist deshalb hochempfindlich auf jegliche Berührung. Wie genau sie stimuliert werden soll um den grössten Reiz zu empfinden, ist individuell verschieden. Manche mögens sanft, andere lieber härter, hauptsache ihr geniesst es.

Auf dieser Darstellung ist die ungefähre Lokalisation den G-Punktes sichtbar
Auf dieser Darstellung ist die ungefähre Lokalisation den G-Punktes sichtbar

Der G-Punkt (Gräfenberg-Zone) ist eine Stelle ca. 5cm vom Scheideneingang entfernt, der bei einigen Frauen durch richtige Stimulation zum Orgasmus führen kann. Bei anderen widerrum hat es keinen Effekt. Oder ihr habt die Stelle verpasst. Wichtig ist zu wissen, dass der G-Punkt erst ab einem gewissen Erregungszustand als erogene Zone funktioniert. Ein Merkmal ist, dass sich diese Stelle im Gewebe gerippt oder hart anfühlt.

Der A-Punkt liegt vor der Gebärmutterhals und kann teilweise empfindlicher sein als der G-Punkt. Spannender Fakt: Die Stimulation dieses Punktes führt bei vielen Frauen zu multiplen Orgasmen. Ist ein Versuch wert, die beiden ominösen Stellen zu finden, würde ich behaupten.

Gustav Klimt fertigte eine ganze Kollektion erotischer Skizzen, darunter viele von Frauen, die sich selbst verwöhnen
Gustav Klimt fertigte eine ganze Kollektion erotischer Skizzen, darunter viele von Frauen, die sich selbst verwöhnen

Geschichte der Masturbation

Schon seit Jahrhunderten ist Masturbation ein Tabuthema. Oder war es bis vor einigen Jahren. Zu früheren Zeiten wurde Selbstbefriedigung moralisch geächtet, als Sünde angesehen und oftmals (fälschlicherweise) mit Krankheiten in Verbindung gebracht um Ängste zu schüren. Alle sollten schön keusch und rein bleiben. Sex sollte sowieso nur der Fortpflanzung dienen und alles andere galt als krank und ein absolutes Tabu. Kennen wir doch von irgendwo her.

In der Kunst und Literatur war es weit weniger verpönt und viel mehr geschätzt, wie das Beispiel von Klimt zeigt. Woody Allen sagte: Selbstbefriedigung ist Sex mit jemandem, den man wirklich liebt. Leider ist die Kunst eine Kategorie für sich und hatte nicht so viel Einfluss wie wünschenswert gewesen wäre.

Kleines Beispiel für die allseits verbreitete Engstirnigkeit: Bis ins 20 Jahrhundert hinein war man der Ansicht, Akne werde durch häufiges Mastubieren verursacht. Dass Pubertierende mehr Hand an sich legen und gleichzeitig unreine Haut haben, ist ein Zufall oder besser gesagt hormonbedingt. Aber deshalb hielt sich dieser Irrglaube wohl so lange. Bis in die 1980er Jahre galt Masturbation in der Jugend als Unreifezeichen und im Erwachsenenalter als kranke Form von Sexualität.

Auch in den Familien war dieses Thema häufig Grund für peinliche Erlebnisse und vorallem eines: Schweigen. Eltern konnten nicht darüber reden und die Kinder wollten nicht. Verständlich und nachvollziehbar, denn so wurde es vorgelebt. Wenn es als normal behandelt worden wäre, hilfe, da wären ja alle nur noch mit sich selbst beschäftigt gewesen. Oder so.

Heute ist dieses Thema zum Glück weniger tabuisiert. Wir werden uns bewusster, dass es gesund und wichtig ist. Für unser Selbstbewusstsein, Wohlbefinden und auch zur Selbstkenntnis. Je besser ihr über euren eigenen Körper und eure Bedürfnisse Bescheid wisst, desto mehr könnt ihr auch Sex mit einer anderen Frau geniessen.

badewanne
In der Badewanne wird aus dem Ganzen ein glitschiges Vergnügen und mit einem guten Duschkopf gehts erst recht ab!

Lust auf dich? Lust auf was Neues?

Wo machst du es dir am liebsten? An welchem Ort wolltest du es schon immer mal ausprobieren? In der Natur? Im Auto? Unter der Dusche oder in der Badewanne unter dem Wasserstrahl? In einer öffentlichen Toilette mit dem Nervenkitzel, es könnte jemand kommen? Ganz mutig unter den Augen deiner besten Freundin/Freund oder deiner Partnerin? Vor laufender Webcam oder beim Telefonsex? Hast du dich selber schon mal beim masturbieren auf Video aufgenommen oder Fotos von dir und deiner Libido gemacht? Nein? Dann mal ran!

Mit einem Taschenspiegel wirst du deine eigene Zuschauerin, während du deine Venus anfasst. Das kann ganz schön geil sein. Eigenliebe pur! Sprich mit dir selbst. Verbalerotik ist nicht zu unterschätzen, auch wenn du alleine bist. Lass deine Geilheit akustisch werden, stöhne laut, gurre, seufze und heize dich mit Lustworten an!

Fasse den Mut, etwas bisher Unvorstellbares umzusetzen. Mach es dir so, dass du einen Kick und besonderen Kitzel verspürst. Es gilt, zu deinen Fantasien zu stehen und sie ohne Scheu auszuprobieren.

Fantasie ist grenzenlos, also lasst eure hübschen Köpfe euch verführen
Fantasie ist grenzenlos, also lasst eure hübschen Köpfe euch verführen

Grenzenlose Fantasien

Apropos Fantasien. Bei der Selbstbefriedigung ist dies ein ganz erheblicher Aspekt für viele Frauen. Da darf alles sein, alles darf geschehen. Die Fantasien dürfen fliessen, genau so wie der Libidosaft. Fantasien mit der Frau deiner Träume scheint sie noch so weit weg zu sein.. Vor deinem inneren Auge ziehst du sie einfach aus und fällst über sie her. Oder du wirst von mehreren Händen angefasst und begibst dich in einen flotten Dreier oder gar eine Orgie, während du dich selbst stimulierst.

Viele von uns Lesben haben Fantasien von Sex mit Männern, aber nur wenige von uns stehen dazu. Warum? Erstmals erscheint es gegensätzlich, auf Frauen zu stehen und dann Fantasien mit Männern zu haben. Für viele scheint das moralisch nicht vertretbar. Und dennoch: Hast du solche Fantasien, lass sie zu. Wenn es dich anturnt, dann ist das völlig ok.

Es gibt Frauen, die sich als Schwanzfrau bezeichnen. Sie fühlen einen Penis zwischen ihren Beinen und sie lieben es, mit einem Dildo bestückt Sex mit Frauen zu haben. Wenn du mehr dazu wissen willst, schau dir einen meiner früheren Blogs (Strap-On) an.

Vorfabrizierte Fantasien

Keine Lust, dir selbst eine heisse Geschichte und Protagonisten_innen auszudenken? Mittlerweile gibt es jede Menge gutes pornografisches Material auf dem Markt. Vieles ist von Männern für Männer. Der Markt an Videos von Frauen für Frauen und von Lesben für Lesben wächst aber laufend. Hast du dich bisher noch nicht getraut, einen Porno zu schauen? Probier es aus! Das Internet mit einschlägigen Seiten macht es einfach. Die meisten Filme sind kostenlos. Du kannst dir aber auch einen Spielfilm anschauen. In ‚Blau ist eine warme Farbe‘, beispielsweise, gibt es sehr ausführliche Sexszenen, die in Echtzeit gefilmt wurden. Es gibt aber auch erotische Literatur, Comics, Bildbände… such dir etwas aus, das dir gefällt und mach es dir damit zuhause richtig fein.

Entführe dich in deine Lustwelt

Schönes Licht, Musik die dich abtauchen und bei dir selber ankommen lässt. Auch Düfte können belebend wirken. Ein hohes Maß an aphrodisierender Wirkung wird Amyris, Patchouli, Ylang-Ylang, Moschus, Sandelholz und Jasmin zugeschrieben. Schon ein einfaches Räucherstäbchen tut seine Dienste. Ein Gläschen Wein oder Sekt lockert bekanntlich auf, also warum nicht auch bei der Selbstbefriedigung? Lass alle Sinne tanzen! Du und deine Lust sind es wert.

Sextoys gibts in allen Formen und Farben, da findet jede Frau etwas, dass ihr gefälltHilfsmittel für jeden Geschmack und Hotspot

Es gibt so viele Geil-Punkte am und im weiblichen Geschlechtsteil, dass ein gutes Sortiment an Hilfsmitteln unabdinglich erscheint, um sie zu stimulieren. Es gibt verschiedenste Vibratoren und Dildos, Liebeskugeln, Brustwarzen- und Lippenklammer hin zum Bud Plug (sogenannter Anus Stöpsel) und Cremes. Trau dich und probier Dinge aus, auf die du neugierig bist. Im Internet (Artikel, wo kaufst du deine Sexspielzeuge ein?) kannst du alles bestellen. Vielleicht kannst du die Spielzeuge ja auch mit deiner/n Freundin/nen austauschen, damit ihr nicht beide alles kaufen müsst. Der Hygiene wegen empfielt es sich, alles was eingeführt wird mit milder Seife zu reinigen oder mit einem Präservativ zu überziehen.

Es müssen aber nicht unbedingt teure Spielzeuge sein. Eiswürfel, die über die Nippel kreisen, können auch sehr prickelnd sein. Ebenso eine Massage der Venus mit Gleitgel oder einem warmen Öl. Streichle dich mit einer Feder oder einem Seidenband. Magst du lieber intensivere Erlebnisse? Setz etwas rauhes oder hartes ein… Ein Stück Holz oder eine raue Bürste. Der Kitzler und die Aussenlippen kannst du auch mit Mentholcreme, Tigerbalsam oder frischem Ingwer einreiben. Der Fantasie sind auch er keine Grenzen gesetzt.

Körperstellungen

Je nach dem, wie du liegst, sitztst, stehst, fühlt sich die Selbstbefriedigung ganz anders an. Auch da empfiehlt es sich, mal was neues auszuprobieren. Viele von uns masturbieren wohl im altbewährten Liegen in Rückenlage. Du kannst dabei die Beine stark spreizen oder eng zusammenpressen und so das Empfinden deiner Finger oder Spielzeuge erheblich verändern. Seitlich liegend, mit angewinkeltem Bein, kannst du dich von hinten kommend anzufassen. Das fühlt sich an, wie eine fremde Hand, die dich beglückt. Liegst du auf dem Bauch erhöht sich der Druck auf den Kitzler. Machst du es dir im Stehen, ist eine Kür für sich. Es bringt den Hauch von kurz mal Druck ablassen“ und schnellem Sex.

Den Höhepunkt auskosten – Crashkurs in Tantra

Im Tantra wird neben Berührung auch eine Atemtechnik eingesetzt, um den Orgasmus zu intensivieren. Probier es mal aus! Während du dich selbst befriedigst, atme tief in den Unterleib ein und halte dann die Luft an. Spanne den Beckenboden (wie, wenn du dringend auf Toilette musst, aber gerade nicht kannst) an und atme dann wieder aus. Diese Übung bringt die Energie in deinen Unterleib, dein Sexualorgan, und unterstützt den Orgasmus. Kommt der Orgasmus, kann er kurz, heftig, tief, langatmig, kraftvoll ausfallen. Er wird in jedem Fall intensiver, als er üblicherweise ist.

Du kannst dich während dem Höhepunkt auch auf dein Herz konzentrieren und so die Energie dort hinziehen. Das lässt das Hochgefühl auf die Wahrnehmung des ganzen Körpers ausweiten. Verweile in diesem Zustand, wenn dir danach ist, geniesse es, koste es aus. Sei liebevoll zu dir und nimm ohne Wertung wahr, wie du dich nun fühlst.

Eine Partnerin ist kein Hindernis, sich selbst zu lieben. Zuschauen kann auch prickelnd sein
Eine Partnerin ist kein Hindernis, sich selbst zu lieben. Und zuschauen kann auch prickelnd sein

Masturbation während der Partnerschaft?

Mal ganz ehrlich, wer von uns kennt das nicht. Kaum sind wir in einer Beziehung, schon spielt die Eigenliebe keine grosse Rolle mehr. Wir sind zu sehr mit dem Liebesrausch zusammen mit unserer Partnerin beschäftigt. Später in der Beziehung verliert das Liebesspiel an Intensität, wir sind gesättigt und der Sex wird rarer. Doch war da nicht noch was? Die Selbstbefriedigung? In vielen Beziehungen wird sie vernachlässigt oder gar komplett eingestellt. Sie erscheint nicht mehr wichtig oder es fühlt sich falsch an, seine Sexualität ohne die Partnerin auszuleben. Vielleicht ist es für eine Partei gar ein Tabu, sich in der Partnerschaft noch selbst zu befriedigen. Breche dieses Tabu und beziehe die Selbstbefriedigung mit ins Liebesspiel ein. Lass dich davon anturnen, wenn sich deine Freundin selber anfasst. Oder spüre das kribbeln, wenn du dich selbst befriedigst und deine Freundin dich beobachtet oder einen anderen deiner Körperteile liebkost. Lernt voneinander, seht gegenseitig, was euch anturnt. Teilt eure Fantasien oder nehmt eure Selbstbefriedigung auf Video auf. Das kann extrem anmachen und dich für Zeiten ausrüsten, wenn deine Gespielin nicht da ist.

Masturbation im Geheimen oder offen, wir sagen: Steht dazu euch zu lieben!
Masturbation im Geheimen oder offen, wir sagen: Steht dazu euch zu lieben!

Fazit: Masturbation – Wichtig oder unnötiges Extra?

Es ist so ein unscheinbar kleiner Moment im Alltag von uns Frauen, wenn wir uns selber an unserem hochsensiblen erogenen Geschlechtsteil anfassen, streicheln, kitzeln. Es kann aus Frust oder Wut geschehen und wir werden dann verflixt nicht heiss, oder es geschieht aus tiefem Herzschmerz heraus und tut verdammt weh, wenn die erlösenden Tränen fliessen. Ein plumpes Rubbeln zum Druckabbau, ohne viel Emotionen, einfach mal zwischendurch. Jedes Masturbieren kann komplett anders ausfallen. Es ist so sehr abhängig von unserer eigenen Stimmung, von unserem Grundgefühl, von unserer Absicht und unseren Gedanken. Dabei ist es doch nur ein kleiner Knopf, den wir aktivieren, es ist der Lippeneingang zu unserer Venus, den wir erregen, es sind unsere Brustnippel, die wir kneten, benässen, steif reiben, und es ist unser Anus, der vielleicht seinen Lustgewinn mit einbringt.

Was, wenn wir uns wochenlang gar nicht mehr anfassen, weil wir im Liebeskummer fest stecken, oder weil wir kraftlos von Stress zur Erschöpfung fallen, oder weil wir es einfach gerade nicht wichtig finden, oder weil wir in einer bequemen Beziehung leben, die uns von uns anderweitig befriedigt. Alles kann, nichts muss. Wichtig ist, dass wir uns dessen bewusst sind, was und warum wir es gerade tun oder eben nicht tun, und dass es uns damit gut geht und wir nichts einfach nur beiseite schieben.

]]>
https://www.lesbianchic.de/masturbation/feed/ 0 11859
Meine Traumfrau? – Der persönliche Heiratsreport von Lucia https://www.lesbianchic.de/meine-traumfrau-der-persoenliche-heiratsreport-von-lucia/ https://www.lesbianchic.de/meine-traumfrau-der-persoenliche-heiratsreport-von-lucia/#respond Sun, 09 Aug 2015 14:27:16 +0000 https://www.lesbianchic.de/?p=10864 Orkan der Gefühle

Zwei Stunden vor unserem Trauungstermin wussten Tina und ich tatsächlich noch nicht, ob wir heiraten würden. Einige wenige Wochen zuvor fegte ein gewaltiger Orkan des Streites mit zertrümmerndem Ausmass über uns, der uns beiden traumatische Erlebnisse bescherte. Unser Wunsch, uns zu vermählen, rückte in weite Ferne und erschien völlig indiskutabel. Ich war aufgrund der Geschehnisse in eine mittelprächtige lethargische Depression gerutscht und dümpelte vor mich hin; versuchte Tag um Tag zu überleben und zu überstehen. Sollten Tina und ich eine der vielen Beziehungen sein, die sich irgendwann trennten, nur weil es Unstimmigkeiten gab oder weil wir uns stritten? Ich konnte es nicht fassen. „Wer, wenn nicht sie? Diese Traumfrau, die einfach so mega zu mir passt?“, sagte ich mir immer wieder. Mein Verstand holte sogleich zwei grosse Schalen heraus, in die er die Pro und Kontra hinein legen wollte, um später abzuwägen, was nun das sinnvollste sei. „Quatsch“, rebellierte mein Herz, „die Sache ist glasklar, es soll, es muss, es wird weitergehen, mit uns beiden!“ Der lethargische Teil in mir hatte komplett resigniert, war innerlich leer und taub. War alles umsonst gewesen? In mir drehten sich Gedanken wie im Karussell. Wie ferngesteuert erledigte ich die auf ein Minimum reduzierten Tagesaufgaben. Letztendlich begriff ich, dass nur Zeit die vergangenen Orkanwunden heilen würde. Ich, meine Seele, mein Herz und mein Gefühlsknoten brauchten Zeit. Und die hatte ich tatsächlich, wenngleich begrenzt, zur Verfügung. Mein Wohnsitz lag in Artà, einem kleinen Künstlerstädtchen inmitten der Insel Mallorca im Mittelmeer vor Spaniens Küste. Meine geliebte Tina weilte zeitgleich in Kiel mit ihrer Tochter Anna (17 Jahre). Sie waren im Einpack-, Wegschmeiss- und Verschenk-Modus. Es war geplant, dass die beiden mit Sack und Pack zu mir ins Paradies zeihen würden. Auch dies stand nach dem Schwall von heftigsten Auseinandersetzungen auf der Kippe. Alles stand auf der Kippe. Tina und ich waren absolut ratlos. Das Leben ging weiter, wenngleich wir nicht wussten, in welche Richtung es gehen würde und ob es sich überhaupt gemeinsam weiter entwickeln würde. Ich kroch von Tag zu Tag, darauf wartend, dass ich von der inneren Leblosigkeit erlöst werden würde. Eine klare wache Stimme in mir forderte mich auf, mich zu entscheiden und alles dafür zu geben, dass der Termin des Ja-Versprechens geschehen würde, damit eine Basis unsere Beziehung sichern würde. Wir kannten uns seit einem dreiviertel Jahr und wussten recht rasch, dass wir zusammengehören.

Zweiter Trauungsversuch

Der Termin auf dem Standesamt war zum 13 des Monats gewählt. Ich fand das Datum super; und jetzt stand ich am Anfang des Monats. Mit der gefühlt tiefsten aller Depressionen hatte ich mich abgefunden und hoffte nur noch auf ein Wunder, das Tina und mich zusammen vor den Altar stellen würde. Immerhin war es schon der zweite Anlauf innerhalb von wenigen Wochen, gemeinsam vor offiziellen Augen uns das Ja-Wort zu geben. Bei unserem ersten Termin hatte Tina drei Tage zuvor mit dem Rauchen aufgehört, was zu leichten Irritationen führte und uns auch da in einen mittelprächtigen Orkan der Unstimmigkeiten schleuderte. Wir gaben alles und umso mehr drückte der Cosmos, das Universum, oder wer auch immer, uns auseinander.

Der erste Trauungsversuch viel ins Wasser. Lustigerweise wurde unser einst geplanter Trauungstag wunderschön: Wir machten eine kleine Schifftour und waren sehr glücklich. Schon bald waren wir wieder sicher, wir würden heiraten. Und sogleich war ein neuer Termin beim Standesamt erbeten, der uns nun kurz zuvor stand.

11851025_554200678052615_1888445918_n

Lebensverpartnerung, Zugewinngemeinschaft

Zwischenzeitig wurden riesige politische Homoehe-Wellen geschlagen, wie und wo sie nun zugelassen sei, wie man sie betiteln würde und unter welchen Umständen. Die Gleichstellung der Ehe. Die gute Angie Merkel wurde zerhackstückelt wegen ihres mittelalterlichen Rückschritts und ihrer unklaren Aussagen. Auf Facebook reihten sich eine Empörung und Rebellion nach der anderen, die Profilbilder wurden in Regenbogenfarben getaucht. Tina und mir waren diese äusseren Begebenheiten relativ egal, wir wollten uns einfach vereinen, wie immer es nun heissen würde. Wir lernten einen neuen Begriff dazu und was er zu bedeuten hatte: Lebensverpartnerung. „Waren Sie schon einmal verpartnert“, wurden wir in unserem ersten offiziellen Pflicht Trauungs-Beratungsgespräch gefragt. Ich dachte, „naja klar hatte ich schon mal Partnerinnen.“ Welch Glück, ich sprach es nicht aus. Ich lernte, dass eine Verpartnerung einer lesbischen oder schwulen Ehe glich.

Was sind denn dann überhaupt die Pflichten und Rechte, wenn sich zwei gleichgeschlechtliche Wesen dieses Planeten Erde zusammenfinden und in den Bund der gemeinsamen Lebensführung gehen. „In Deutschland handelt sich um eine Zugewinn Gemeinschaft“, wurde ich von einer Richterin aus meinem Kreise belehrt. Aha, schon wieder ein neues Wort gelernt. Laut Wikepedia bedeutet es, dass beide Personen ihr eigenes Vermögen behalten, dass sie vor Verpartnerung schon besaßen. Lediglich das, was ab Tag der Vereinigung dazu gewinnt, wird im Falle einer Trennung geteilt. Jede der beiden PartnerInnen behält seine eigene Verantwortung. So bleiben auch mitgebrachte oder neu entstandene Schulden bei der betreffenden Person, rechtlich ist die und der LebenspartnerIN davon unbetroffen. Der Lesben und Schwulen Verband LSVD zählt im Jahr 2013 in Deutschland 35.000 gleichgeschlechtliche Paare als eingetragene Lebenspartnerschaft, die in einem Haushalt zusammen leben. 15 000 Paare beziehungsweise 43 % waren eingetragene Lebenspartnerschaften von Frauen.

In der Schweiz trat am 1. Januar 2007 das Gleichstellungsgesetz in Kraft. Das heutige Partnerschaftsgesetz enthält nahezu die gleichen Rechte wie die Zivilehe. Ausgenommen ist das Recht auf Adoption und der Zugang zur Fortpflanzungsmedizin. Bis Ende 2012 durften eingetragene Partner keinen gemeinsamen Familiennamen führen. Erst seit dem 1. Januar 2013 ist die eingetragene Partnerschaft der Ehe im Namensrecht gleichgestellt. Im Gegensatz zur Ehe, wo in der Regel eine Zugewinngemeinschaft besteht, ist dies bei einer eingetragenen Partnerschaft nicht möglich. Es besteht Gütertrennung. In Deutschland ist die „Eingetragene Partnerschaft“ seit 2001 gesetzlich anerkannt.

Zeit rückt voran

Die Zahl 13, Tag der Standesamtlichen Trauung, rückte näher, und mein Zustand war geblieben. Die Resignation umhüllte mich mit ihrem schweren Gewand. Mein Geburtstag war der 10te des Monats, der Tag, an dem ich von meinem Wohnsitz Mallorca nach Kiel zu Tina fliegen würde. In der Nacht zuvor wurde ich endlich erlöst, und das Gewand der Schwere viel von mir. Welch Segen! Es kam wieder Licht in mir auf, ich spürte so etwas wie Freude, konnte sogar lachen, Zuversicht kam in mir hoch. Yep, das Leben hatte mich wieder. So sass ich im Flieger von Mallorca nach Kiel, voller Lebensfreude und gewillter Kraft, meine Herzensfrau vor dem Trau-Tisch zu heiraten ehhh zu verpartnern. Wie ich das anstellen würde, war mir absolut unklar. Als Tina und ich uns drei Tage vor offiziellem Trauungstermin wieder trafen, lag noch immer der Staub des Streitorkans von vor drei Wochen auf uns. Unsicher und glücklich zugleich fanden wir uns wieder. Ein radikaler Lebenswechsel auf allen nur erdenklichen Ebenen stand Tina und ihrer Tochter Anna zuvor. Ich mit einbezogen, da sie zu mir ins Ausland ziehen würden, sodenn es sein sollte. Flugtermin war in fünf Tagen, am 15ten des Monats.

Als ich in Kiel eintraf, wirkte die gekündigte Wohnung der beiden auf mich bewohnt wie zuvor. Gefüllt mit allerlei Möbeln. Mir wurde mulmig, ein Hauch von Panik durchdrang mich. In vier Tagen sollte die Wohnung leer sein und an den Nachmieter übergeben werden, der ja auch noch nicht wirklich feststand. Alles stand auf wackligen Stelzen, die so leicht hin und her wankten. Eine Heirat bzw. Verpartnerung stand drei Tage vor Standesamt-Termin nach wie vor in weiter Ferne. Tina und ich sprachen dieses Thema galant nicht an. Es gab genügend andere Baustellen, die in kürzester Zeit bewältigt werden sollten. So wurden weiter Kartons gepackt, Möbel geschleppt, Sperrmüll bestückt, bis die Wohnung sichtbar leerer wurde. Der Montag, unser augenscheinlicher Trauungstag, begann damit, dass wir gemeinsam liebevoll erwachten und kurzerhand die Wohnung weiter leerten und putzen, damit sie am darauffolgenden Tag an den noch unbekannten Nachmieter übergeben würde, so alles gut ginge. Tina und ich hatten uns mittlerweile darin geübt, den Dingen ihren Lauf zu lassen anstatt sich in allerlei Sorgen oder „Was ist, wenn…“ Gedanken zu verlieren.

Spontaner geht nicht!

Inmitten des seeligen Räumens und Putzens drängte sich in mir eine Stimme durch, ich nahm Tina in meine Arme und fragte sie liebevoll „ was machen wir eigentlich nach dem Frühstück, das wir gleich zu uns nehmen?“ Meine Traumfrau schaute mich fragend an. „naja, weiter putzen.“ „Und was ist, wenn wir zu unserem Standesamt-Termin in zwei Stunden gehen und einfach heiraten?“ entgegnete ich. Schnell führte ich all die Vorzüge auf, die mir ungefiltert in den Sinn kamen oder die ich Tage zuvor gesammelt hatte. Da Tina und ich beide Fluchtimpulse hatten, da wir gefühlte Sicherheit brauchten, da wir einfach unschlagbar gut zusammen passten und uns phänomenal ergänzten – genau deswegen war eine Trauung das Beste, was wir tun konnten. Tina erbat eine Minute Bedenkzeit, um eine Entscheidung zu treffen. „ So etwas furchtbares wie der vergangene Streitorkan darf uns nie wieder passieren, das müssen wir uns versprechen!“, mahnte sie. Ich stimmte sofort zu. „Und was ziehen wir jetzt an, wo doch alles schon verpackt und verschickt ist?“ Rasch öffneten wir unsere Koffer und befanden schliesslich, dass eine jede ihre Lieblingshose – blaue Jeans und schwarze Latexhose – gepaart mit weisser Bluse und glänzend schwarzen Schuhen genau uns entsprechend würde. Yes, wir waren ein Traum-Trauungspaar!

Stille Trauung

Wir hatten vorsorglich niemandem von unseren Plänen erzählt, lediglich meine allerbeste Freundin war eingeweiht, dass wir eventuell den Termin wahrnehmen würden. Tina’s Tochter war bei ihrem Freund und schlief noch. Kichernd machten wir uns fertig, packten die wenigen Papiere zusammen, die wir brauchten. Spontan entschieden wir, unsere Handys zuhause zu lassen. Es sollte unser Moment sein, ganz alleine unser Moment, schlicht und ergreifend. In mir war beständige Achtsamkeit, damit es auch tatsächlich zu dem Ja kommen würde. „Vergiss nicht deine Zigaretten“, erwähnte ich in aller Vorsicht. Wir lachten und waren schon im Taxi unterwegs. Meine innere Spannung stieg, sollte es dieses Mal tatsächlich stattfinden? Ich bewahrte Ruhe. Am Standesamt verlief alles perfekt, nett und unkompliziert. Spontan entschieden wir, unsere Paar-Ringe als Trauringe zu verwenden. Wir legten sie zu den Papieren. Im Trauungssaal, der gefüllt mit leeren Stühlen war, fanden wir uns mit der wirklich sehr sympathischen Standesbeamtin ein. „ Willst du rechts sitzen oder eher links?“, fragte ich meine wahrscheinlich Zukünftige. Wir beide tauschten die Plätze, bis es passte. Es war alles so lustig und irreal, abstrakt und abgrundtief real zugleich.

Lucia & Tina, das glückliche Paar

Was steht hinter diesem besonderen Ja-Wort?

Die Beamtin hielt eine persönlich verfasste Rede, die sie für uns geschrieben hatte. Sie wusste von unserem zweiten Anlauf, die Ehe zu vollziehen. Das Ja zu uns, das Ja zu allem, was dazu gehört, das Ja zu den schönen wie schweren Zeiten. Das Ja zu den Macken, oder sogenannten Fehlern, der Partnerin. Das Ja zu gemeinsamen Projekten, zur gemeinsamen Lebensführung, zur gemeinsamen Bewältigung von Herausforderungen, das Ja auf Lebzeiten. Wow, welch kraftvoll und mit Konsequenzen behaftetest Ja. Alles in mir strahlte vor Glückseligkeit! Genau das alles wollte ich teilen mit dieser wunderbaren Frau an meiner Seite, und noch vieles mehr! Sie war die Frau in meinem Leben, mit der ich von ganzem Herzen alles erleben und durchleben wollte. So gaben wir uns liebevoll und voller Überzeugung das besondere Ja, streiften einander die Ringe über und bekamen die DIN A5 grossen Urkunden in die Hand gedrückt. Nun waren wir vereint. Lebensverpartnert, um im aktuellen deutschen Rechtswortschatz zu sprechen. Eines Tages, wenn es die Gleichstellung der Homoehe gäbe, würden wir heiraten, so viel stand fest.

In der Wohnung angekommen, blieben wir in unserem Outfit, packten Wischschwamm und Besen, und putzen heiter weiter. Einen am Kiosk erworbenen lauwarmen Picolo zischten wir zwischendurch. Ein perfekter Tag, wie er perfekter nicht hätte sein können. Meine eingeweihte Freundin Andrea kam auf gut Glück vorbei, falls wir uns entschieden hätten. Wir nahmen den von ihr mitgebrachten Brautstrass stimmig entgegen. In der Zwischenzeit hatte sich sogar ein Nachmieter für die Wohnung gefunden, der am folgenden Tag die Wohnung leer und tiptop geputzt übernahm. Und an dem darauffolgenden Tag sassen wir drei mitsamt Minihund beseelt im Flugzeug nach Mallorca.

Auf der Insel angekommen leben Tina und ich in zwei verschiedenen Haushalten, eine jede hat ihr eigenes Reich, ihre eigene Wohnung. Wir entscheiden, wann wir uns sehen wollen. Und wir lieben es, wenn wir uns mehrmals am Tag begegnen. Uns zu verpartnern war eine ganz kraftvolle Handlung, die unsere Beziehung viele Ebenen nach oben gebracht hat, die unsere Beziehung enorm gefestigt hat, die uns noch achtsamer miteinander umgehen lässt. Eine Entscheidung, die einerseits nichts verändert, und die anderseits so viele kleine innere Details und Einstellungen und Umgangsformen verändert. Welch Geschenk!

 

]]>
https://www.lesbianchic.de/meine-traumfrau-der-persoenliche-heiratsreport-von-lucia/feed/ 0 10864