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Slut Walks

Wie kann Frau verhindern, Opfer von sexueller Gewalt zu werden? Ganz einfach: sie sollte sich nicht wie eine Schlampe kleiden. Simpel. Und auch total auf den Punkt gebracht. Diesen höchst reflektierten Standpunkt vertritt jedenfalls ein Polizist (ja, ihr habt richtig gelesen) aus Toronto. Er äusserte diesen „Sicherheitstipp für Frauen“, nein, nicht anno 1950, sondern Anfang dieses Jahres 2011 – und wurde dadurch unfreiwillig zum Auslöser der so genannten „Slut Walks“. Sollen wir das einfach hinnehmen? Die Antwort versteht sich von selbst: IT’S A BIG FUCKING NO!

Vom Opfer zum Täter

Sexuelle Übergriffe auf Frauen werden häufig nicht gemeldet. Weil sich die Opfer schämen, weil sie das Vertrauen in die Menschen verloren haben, weil sie Angst verspüren, weil sie befürchten, nicht ernst genommen zu werden. Durch Aussagen wie die obige wird einerseits das Opfer zum Täter: tut uns jemand etwas an, sind wir selbst dafür verantwortlich, tragen wir selbst die Schuld. Andererseits wird der Täter aber auch zum Opfer. Denn: er konnte gar nicht anders, als über uns herzufallen! Wir haben sein Verhalten doch provoziert! Wir kleiden uns doch alle wie Schlampen!

Frau = Schlampe

Doch, was ist mit „Schlampe“ überhaupt gemeint? Drehen wir das Rad der Zeit ein wenig zurück: Ursprünglich wurden jene Frauen so bezeichnet, die ihre Sexualität offen ausgelebt haben. Sei es im Privaten, oder auch im Sexgewerbe. Eine negative Behaftung des Begriffs ist nicht wegzudiskutieren. Ergo: Wir sind also Schlampen, weil wir uns unserer eigenen Sexualität bewusst sind und diese offen und frei ausleben. Wir sind also Schlampen, weil wir unsere eigene Sexualität, wann, mit wem, und wo immer Frau will, geniessen. Wir sind also Schlampen, weil wir genau das ausstrahlen, mit Kleidung betonen, mit unseren Reizen spielen. Und nun sollen wir uns, um unseres eigenen Wohlergehens willen, unterdrücken und kontrollieren lassen? Uns gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen, und unser hart erkämpftes Recht auf Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung aufgeben, damit ihr Männer uns nichts antut?

Schlampen-Revolution

Den Teufel werden wir tun! Vielmehr gehen wir auf der ganzen Welt auf die Strasse und schreien euch lauthals ins Gesicht: IHR KÖNNT UNS MAL!!! KREUZWEISE! Niemals werdet ihr uns zurück in den goldenen Käfig sperren können, keinen Millimeter rückwärts werden wir gehen! Niemals werden wir uns wieder unterdrücken lassen, euch niemals wieder die Kontrolle über unsere Freiheit geben! Ob es euch passt, oder nicht! Wir Frauen fordern Achtung, Respekt, Toleranz  und Schutz – nicht nur für uns selbst, sondern auch für all jene, die aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer sexuellen Orientierung, oder auch ihrer beruflichen Tätigkeit Nötigung, Erniedrigung, Belästigung, Missbrauch oder Vergewaltigung erfahren. Wir machen Opfer zu Kämpfern – und wir kämpfen laut und sichtbar!

Diesen Samstag, 13. August, steigt der „SlutWalkUnited Grrrlmany”, und trägt die Revolution in 15 (!!!) Städte Deutschlands – darunter Berlin, München, Frankfurt, Stuttgart, Hamburg und Köln. Wir fragen euch Schlampen: WANN STEIGT DER ERSTE „SLUT WALK“ IN DER SCHWEIZ? WER IST DABEI? LET’S FIGHT FOR OUR FREEDOM AND RIGHTS, BITCHES!



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