Lifestyle & Beauty

Lesben in der Werbung

Einleitung:

Gibt es überhaupt Werbung mit Lesben für Lesben? Ist es nun hip, lesbisch zu sein. Unten seht ihr ein paar Werbungen für und oder mit Lesben, Gays und Transgenders. Schaut sie euch an! Viel Spass:

1)     Werbung, die sich an Homosexuelle richtet (Lesben)

Video: How to double your collection – Bianco Footware
http://www.youtube.com/watch?v=9_cUT2P5QkI&feature=related

2)     Werbung, die sich subtil an Homosexuelle richtet und nur von ihnen erkannt wird.

(siehe unten: Bild Dior)

3)     Werbung, die sich an ein heterosexuelles Publikum richtet (Eye Catcher)

Video: Jim Bean lesbian commercials – The Tragedy
http://www.youtube.com/watch?v=2aQXBE1bfis&feature=related

Video: Fly Silberjet.com – Airline
http://www.youtube.com/watch?v=4mtNENDbJrY&feature=related

4)     Queer Werbung, unbedingt ansehen – Campari
http://www.youtube.com/watch?v=qb6gl9jte-E&playnext_from=TL&videos=srP-0LzvlmU

Text: Empörung wurde laut, als 2007 das kleine Skiörtchen Airola eine Werbung mit einem lesbischen Paar lancierte. „Lesben in der Werbung? So was geht doch nicht!“ Am Ende musste die Kampagne zurückgezogen werden.

Auch wenn der homosexuelle Lebensstil scheinbar immer mehr toleriert wird, führt Werbung mit homosexuellen Inhalten noch immer zu diversen Provokationen und erhitzt die Gemüter von Herrn und Frau Schweizer.

Was in der Werbung sichtbar gemacht wird, spiegelt  die gesellschaftlichen Werte wieder. Der Versuch, Lesben durch Werbung anzusprechen, ist jedoch ein recht neues Phänomen. Die schwulenspezifische Werbung hingegen ist diesbezüglich den Kinderschuhen schon fast entwachsen.

Trotz allem  bleibt die Frage, ob Werbung, in der sich zwei Frauen küssen, überhaupt Werbung für Lesben bzw. von Lesben ist. Pustekuchen! Werbung muss differenziert werden. Es gibt Werbung mit vermeintlich lesbischem Inhalt, die lediglich als eye catcher für ein heterosexuelles Publikum herhalten soll. Diese Werbung hat einzig zum Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen.

Es gibt aber inzwischen auch Werbung, die sich ganz klar an Lesben richtet und lesbische Werte widerspiegelt. Allen voran Sinnlichkeit und natürliche Schönheit. Von Statussymbolen werden Lesben weniger angesprochen. Eine wissenschaftliche Studie von Prof. Dr. Jens Holm der European School of Business (ESB) belegt, dass lesbische Frauen mehrheitlich Wert auf „Wärme, Geborgenheit, Vertrautheit und Tiefsinn“ legen und diese Wertvorstellungen mehr Bedeutung haben als klassische Statussymbole haben.

Des Weiteren legt die Studie dar, “ dass Natürlichkeit und die Schönheit des Körpers an sich eine wichtige Rolle spielen und daher künstliche, durch die Gesellschaft geschürte Schönheitsideale abgelehnt werden.“

Werbung, die sich explizit an Lesben richten soll, muss sich deshalb klar von aufreizenden Frauen in Sexposen abgrenzen. Derlei Werbung kommt bei dem vermeintlichen Publikum nicht gut an oder seht ihr das anders? Werbung wie diese erinnert eher an einen Softporno und ein Mann komplettiert diese Männerphantasie noch:

Lip Gloss – Blue Light, Beer
http://www.youtube.com/watch?v=zzux7az5VGU&feature=related

Bisher haben erst wenige Unternehmen das lesbische Kundensegment erforscht und gezielte Marketingstrategien entwickelt. Was schade ist, denn mit 4 % der Frauen sollte die lesbische (und bisexuelle) Zielgruppe groß genug sein.

Doch wie kann und/ oder soll man diese berücksichtigen? Ist es wünschenswert, extra Produkte für ein ausschließlich lesbisches Publikum zu entwickeln oder kommt dies gar einer Diskriminierung gleich? Wie würdet ihr darüber denken, wenn es plötzlich Stores gäbe, in denen nur Homosexuelle einkaufen könnten?

Der Schlüssel liegt wohl eher in der Marketingkommunikation, dem Sponsoring und dem Eventmanagement. Der Diversity Ansatz, mit dem beispielsweise Parship Werbung macht, zeichnet ein normales Bild von lesbischen Frauen als integrativen Bestandteil einer sich öffnenden Gesellschaft. Sinnvoll erscheint auch die Werbung mit codierten Botschaften, die nur von der lesbischen Kultur als homosexuell erkannt werden.

Bild: Werbung mit dem Diversity-Ansatz

Empfohlene Literatur:

Michael Stuber /
Andrea Iltgen:
Gay Marketing. Von der neuen
Offenheit profitieren,
Luchterhand Verlag, Neuwied /
Kriftel 2002,
232 Seiten, 39 Euro,
ISBN 3-472-05078-0
www.luchterhand.de


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