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homo-sapiens: (nur) eine Spezies innerhalb der LGBT-Community?

Vor über einem Jahr stiess homo-sapiens zur schweizerischen LGBT-Community hinzu. Dieser homo sapiens organisiert sich in Form eines Vereins: eines Vereins für Menschen. Für Menschen ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung und ihres gelebten / körperlichen Geschlechts. Und das Ziel dabei ist, dass auch jene Menschen irgendwann vor allem als Angehörige der Spezies homo sapiens wahrgenommen werden – nicht zulasten ihrer Individualität, sondern zulasten derzeitiger Ausgrenzungen und mangelhafter oder fehlender Rechte.

Vor etwas über einem Jahr kam eine kleine Gruppe von Freund_innen zum Schluss, dass es im Grunde keine entscheidende Rolle spielen sollte, ob sich der Begriff „homo“ nun auf den stammesgeschichtlichen Hintergrund oder auf Form und Farbe von Begehren bezieht. Dass der Umgang mit Letzterem bisweilen die Existenz eines homo sapiens homosexualis vermuten lässt, nahm diese Gruppe als Anlass zur Vereinsgründung: homo-sapiens war geboren. Herzlich willkommen in der LGBT-Community!

Das zentrale Anliegen des jungen Vereins ist die Enttabuisierung von nicht-heteronormativem Begehren sowie zunehmend auch von Trans*. Dazu arbeitet homo-sapiens daran mit, genau diese Begehren wahrnehmbar zu machen und zu thematisieren. Warum das Spiel mit dem Begriff homo sapiens? Dieser soll nicht etwa suggerieren, alle Menschen seien gleich(förmig). Dies gerade nicht: Menschen sind verschieden und eben doch Menschen, egal, wie / was / wo / welche … (frei zu ergänzen). Kurz: Diversität? Unbedingt! Zentral ist aber, dass Diversität keine Legitimation für mangelnden Respekt, Stigmatisierung oder Diskriminierung im Rechtssystem bildet.

Sichtbar wird homo-sapiens unter anderem mittels alljährlich neuen, alltagstauglichen Produkten. Diese sollen dezent Aufmerksamkeit auf sich ziehen und dadurch zu Gesprächen (Aufklärung!) führen. Der Erlös dieser Non-Profit-Produkte kommt jährlich zwei Organisationen aus dem LGBT-Bereich zugute. Letztes Jahr waren dies FELS und Queeramnesty; dieses Jahr sind es das Schulprojekt ABQ sowie das Transgender Network Switzerland TGNS.

homo-sapiens ist überdies an verschiedenen Anlässen präsent: in nächster Zeit zum einen am Umzug des Zurich Pride Festivals am 16. Juni, zum anderen am 18. August 2012 im Zürcher Provitreff, wo unter dem Titel homo-sapiens am Fluss für einen guten Zweck gefeiert wird. Dabei sollen wiederum ABQ und das TGNS unterstützt werden. Wer mitlaufen und mitfeiern möchte, ist herzlich eingeladen! Alle Infos zu den Anlässen sind auf der homo-sapiens-Homepage zu finden. Scheuere Annäherungen sind natürlich auch über Facebook oder Twitter möglich – und wer sich aktiv und / oder finanziell einbringen möchte, ist als Neumitglied natürlich äusserst willkommen.

 

Anmerkung der Redaktion: Normalerweise publizieren wir auf unserem Blog nur Texte von lesbian chic. Dieses Mal haben wir eine Ausnahme gemacht. Weil homo-sapiens eine gute Sache ist.  Und sie auf dich, auf mich, auf uns angewiesen sind. In diesem Sinne: danke im Vorfeld für eure zahlreiche Unterstützung.



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