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Chantal: Hey Luisa, wieso schreibst Du nicht mal ein Buch?
Luisa: Ähm… klar!
Chantal: Die Protagonistin soll jung und tough sein. Wäre auch cool, wenn sie Gedichte schreibt.
Und so wurde unsere Heldin Toni geboren. Lies weiter, um einen Einblick in ihre Geschichte zu erhalten!
Tonis Leben ist ein perfektes Chaos. Ihr Studium hat sie geschmissen, den Glauben an die Liebe verloren und der Familienfrieden stützt sich auf ein wankendes Lügenkonstrukt. Denn Toni hütet ein Geheimnis!
Um über die Runden zu kommen, verbringt sie die Nächte mit Frauen, die für ihre Dienste zu zahlen bereit sind. Schöne, schrullige, berühmte, gewöhnliche, junge und reife Frauen.
Que(e)r durch die Betten, die Freiheit auf der Zunge, erkundet Toni das verletzliche Paradies der Weiblichkeit. Die Lust, aber auch die Furcht, hält Toni in Gedichten fest. Berührende Verse, die sie allein ihrem Notizbuch anvertraut.
Nur ihre beiden besten Freundinnen sind eingeweiht – aber die stecken mit den Köpfen gerade in Wolke sieben fest und frisch Verliebte sind, wie jeder weiß, unerträglich.
So könnte Tonis Leben weiterplätschern, Vers für Vers. Aber Gott wäre kein Zyniker, wenn er nicht einige verflixte Wendungen parat hätte. Denn manche Verliebte sind nicht, was sie zu sein behaupten.
Und manchmal überfällt die große Chance einen nackt im Bett…
Die Frau die fliegt gibt es bereits als ebook, in den nächsten Tagen wird der Roman auch noch als Taschenbuch erscheinen.
Wir wünschen Dir viel Spaß mit der kostenlosen Leseprobe!
Schlafe, schlafe Göttin süß,
derweil ich wache bei der Tür,
trunken noch vom Elixier,
das sie mich kosten ließ.
Verliebt in kühle, rote Bänder
tanzt sie ob der Sippe Brauch
über Seen, Felsen, Länder.
Tanzen, Göttin, will ich auch.
Ruht sie nun…
Toni unterbricht sich darin, das Ende ihres Bleistiftes zu zerkauen, und schlägt ihr Notizbuch zu, als die Kellnerin ihr neugierig über die Schulter späht.
„Jedes Mal, wenn du hier bist, sehe ich dich über dieses Buch gebeugt. Bist du Schriftstellerin?“
Um diese Frage zu beantworten, müsste Toni weit ausholen: Zuerst müsste sie die Notwendigkeit von Berufsbezeichnungen philosophisch infrage stellen, dann ihre komplizierte Lebenssituation erläutern und in den Raum werfen, ob jemand, der gelegentlich Gedichte in ein Notizbuch kritzelt, sich schon als Schriftstellerin bezeichnen dürfe. „So etwas in der Art“, sagt sie.
Das „Wow!“ der Kellnerin fühlt sich unverdient an und Toni ist froh, als sie sie wieder von hinten sieht. Einerseits weil bei diesem Anblick jedes Mal ein Cappuccino vor ihr auf dem Tisch steht – und auch, weil ihr Hintern dafür modelliert ist, die Fantasie anzuregen.
„Hey!“ Gefolgt von der Flut ihrer wirbelnden braunen Locken, gleitet Mascha aus ihrer Jacke und neben Toni. „Was für ein Tag. Ich wäre viel früher da gewesen, hätte Mister Nadelsteifen nicht seine Redezeit überzogen. Wie bei jeder verfluchten Konferenz. Weißt du, ich hasse diesen Job. Gleich morgen…“
„…geh ich zu Mister Nadelstreifen und knall ihm meine Kündigung auf den Tisch“, vollendet Toni den Satz ihrer Freundin.
„Diesmal meine ich es ernst. Eine heiße Schokolade bitte!“, ruft Mascha, während die Kellnerin schon mit der dampfenden Tasse kommt.
Grinsend schiebt Toni Notizbuch und Stift in die Umhängetasche, die an ihrer Stuhllehne baumelt, und macht gedanklich ein Häkchen hinter Gesprächsthema Nummer eins. Mascha ist die Konstante in Tonis Leben. Immer liebenswert, immer unzufrieden und so hetero, dass es beinahe wehtut. Die Frau, die in ihrem Lieblingscafé immer das Gleiche bestellt. Die Freundin, von der sie hundertprozentig weiß, dass sie sich nie ineinander verlieben werden, und vor der ihr darum gar nichts peinlich sein muss. Geduldig lässt sie Mascha über ihren Chef herziehen, obwohl sie beide wissen, wie gerne sie ihm in Wahrheit den Nadelstreifenanzug vom Leib gerissen hätte.
„Lochen Sie bitte diese Dokumente“, äfft Mascha ihn nach. „Hallo? Mache ich meinen Master, um dann der Praktikantin die Arbeit wegzunehmen? Am liebsten hätte ich ihm den Stapel…“, und gestenreich deutet sie an, wie sie ihm die Akten samt Locher in den Rachen stopft.
„Was hast du ihm geantwortet?“
„Ja, Chef.“
„Nein!“ Jammervoll wringt Toni die Hände gen Himmel. „Beim nächsten Mal sagst du: Wie wäre es, wenn Sie stattdessen mich lochen?“ Ihre wohlwollenden Spötteleien sind wie Salbeibonbons bei einer Erkältung: keine Hilfe, tun aber gut. Zwar errötet Mascha bis an den Haaransatz, doch sie kichert, löffelt die Sahne von ihrer Trinkschokolade und schon läuft die Welt wieder in den Fugen.
„Was ist mit dir? Triffst du dich noch mit dieser Journalistin?“
„Gelegentlich. Sie ruft nicht mehr so oft an wie früher.“
Prüfend legt Mascha den Kopf schief. „Du hast wieder eine Neue kennengelernt. Stimmt‘s?“
„Sie ist Schauspielerin am Theater. Ich gehe heute Abend das erste Mal zu ihr.“
„Wie alt ist sie?“
„Fünfunddreißig.“ Weil Mascha sich an ihrer Schokolade verschluckt, fügt Toni hinzu: „Mister Nadelstreifen ist auch älter als du.“
„Das ist was Anderes“, hustet Mascha. „Bei einem reichen Unternehmer fallen zehn Jahre nicht so sehr ins Gewicht. Aber eine Schauspielerin…“
„Mir wär’s auch schnurz, wenn sie sechzig wäre und Operettensopran. Celine ist eine interessante Frau.“
Sofort drängt sich lebhaft und farbig die Erinnerung an ihre erste Begegnung auf Tonis innere Kinoleinwand: In ihrem Abendkleid aus Satin stand Celine im Foyer des Theaters. Aschblonde Wellen, Stilettos und eine Hüfte, die Toni am liebsten mit beiden Händen gepackt und auf ihren Schoß gedrückt hätte. Celine war gerade in ein Gespräch vertieft. Sie hat ein Lächeln, das auf der Haut prickelt wie Perlen an einem beschlagenen Sektglas. Bis zu diesem Moment hatte Toni es bereut, nicht in der Pause der Hamlet Premiere verduftet zu sein. Die Regisseurin hatte einen Bottich mit Wasser auf die Mitte der Bühne setzen lassen, um Ophelia splitternackt beim Ertrinken zeigen zu können. Dabei hatte Shakespeare die Nachricht von ihrem Tod absichtlich in einen Dialog gepackt, um der armen Ophelia nicht auch noch das letzte Krümel Würde zu entreißen. Und wer war auf die Idee gekommen, sie vorher mit Kunstblut einzureiben?

Gerade als Celine sich von ihrem Gesprächspartner verabschiedete, ging Toni an ihr vorüber und ließ wie zufällig ihre Handtasche fallen, das Übliche eben. Wie ungeschickt von mir, vielen Dank für Ihre Hilfe, Hände berühren sich zum ersten Mal, wieso duzen wir uns nicht, mein Name ist Toni, ihr Name ist Celine. Etwas leuchtete auf in ihren Augen, als Toni vor ihr stand. Vielleicht war es das Spiegelbild des Lichtblitzes, der das Raum-Zeit-Gefüge um sie herum zerriss.
„Hat dir die Inszenierung gefallen?“
„Ja“, sagte Toni schnell, zögerte. „Wem mache ich etwas vor? Die eingebaute Szene, in der Ophelia ertrinkt, finde ich grotesk.“
Celines Schultern bebten vor Lachen. „Alle haben ihr gesagt, dass es Mist ist, aber die Regisseurin wollte es unbedingt machen.“ Das Eis war gebrochen, der Rest Geschichte. Es fiel Toni noch nie so leicht, Worte zu finden.
„Ich werde gleich mit meinen Kollegen zusammen auf die Premiere anstoßen“, sagte Celine. „Möchtest du mich begleiten?“
Toni tat so, als prüfe sie kritisch die Uhrzeit auf ihrem Smartphone, während sie mit der Frontkamera ihr Makeup kontrollierte. „Wieso nicht?“ Und irgendwann gegen ein Uhr morgens in einer Bar im Theaterviertel war der Augenblick gekommen, in dem Toni sagen musste, dass sie manchmal für Geld mit Frauen schläft. Celine reagierte nicht abgestoßen, sondern fasziniert. Gegen drei Uhr bot sie Toni an, ihre Telefonnummern auszutauschen.
Celine versteht die Bedeutung der Sprache hinter den Worten, da ist sich Toni sicher. Wie gern würde sie ihr die Verse zeigen, die sie in ihrem Notizbuch gesammelt hat – auch auf die Gefahr hin, dass ihre Kritik Toni in eine endgültige Schaffenskrise stürzen wird. Celine gibt sich nicht mit weniger zufrieden, als sie für das Beste hält. Keine Kompromisse, keine Notlügen oder falsches Lob, um einer angespannten Künstlerseele einen Gefallen zu erweisen. Alles an ihr ist pur. Ihre Erscheinung, ihr Leuchten, ihre Größe beförderten Toni umgehend und willig zu ihren Füßen, vom ersten Augenblick an.
Tonis schlanke Finger dirigieren den Löffel durch den Cappuccino. Versunken lauscht sie dem Klirren, als das Metall den Bauch der Porzellantasse streift.
„Hast du dich verliebt?“, fragt Mascha.
„Ich liebe jede dieser Frauen, solange sie bei mir sind. Das weißt du.“
„Aber diesmal ist es anders.“ Halb fragend, halb wissend, lächelt Mascha. „Hast du schon etwas über sie in dein Notizbuch geschrieben?“
Erwischt. Tonis Ohren färben sich rosa. „Das hat nichts zu bedeuten. Sie ist inspirierend und sieht zum Niederknien gut aus – aber das könnte ich auch von tausend anderen Frauen sagen.“ Sie unterdrückt ein Seufzen. „Ich kenne mich. Ein paar Wochen lang finde ich sie interessant. Vielleicht fühlt es sich sogar an wie Liebe, wenn wir zusammen sind. Aber es wird vorübergehen und ich werde ihr nicht nachtrauern.“
„Na, wenn du dir so sicher bist. Du weißt, ich könnte nie mit jemandem Sex haben, den ich nicht liebe. Erst recht nicht gegen Geld.“
„Lalalala!“, macht Toni, um den letzten Teil des Satzes zu übertönen. „Lauter, ich glaube in Hamburg hat man dich noch nicht gehört.“
Entschuldigend berührt Mascha ihren Arm. „Ich frage mich nur, wie du überhaupt erkennen willst, dass es Liebe ist, wenn jedes Mal dieses… Thema im Raum steht. Vielleicht triffst du eines Tages jemanden, bei dem es keine Rolle mehr spielt. Jemand, den du unbedingt in deinem Leben haben willst, für den Rest der Zeit, ganz egal was es kostet.“
Mascha liest eindeutig zu viele Chick Lit Romane, findet Toni. Solche, in denen am Ende Schwüre für die Ewigkeit getauscht werden oder der männliche Protagonist seiner Angebeteten zumindest einen Heiratsantrag mit roten Rosen macht. Für Toni sähe so ein Happy End ganz anders aus. Statt der Verlobungsringe gäbe es vielleicht Handschellen und statt brav miteinander anzustoßen, würde sie ihrer Liebsten den Champagner aus dem Bauchnabel lecken. Sie wird sich keinen Keuschheitsgürtel umbinden und sich für den einen Menschen aufsparen, nicht mal wenn die Hölle gefriert.
„Ja“, sagt sie, um Mascha einen Gefallen zu tun. „Vielleicht hast du recht.“
Der Himmel zwinkert ihr zu. Ein einzelner Stern schwebt über dem abendroten Horizont. Aus dem Hinterhof steigt der Geruch warmen Asphalts und abendlicher Melancholie zu ihnen auf. Toni muss sich am Geländer des Balkons festhalten, um nicht vor Glück davonzufliegen.
Eine Tasse Tee in der Hand, schmiegt Celine ihr Becken an Tonis Hintern. „Ich habe die Vorhänge zugezogen. Dieser Spanner drüben aus der elf kriegt von mir keine gratis Vorführung.“
Wie auf Kommando bewegt sich die Gardine an einem Fenster des gegenüberliegenden Blocks.
„Dann hast du vor, verbotene Dinge zu tun, die keiner sehen darf?“, neckt Toni und Celines spitzbübische Kichern an ihrer Schulter zaubert ihr eine Gänsehaut.
Dieser Moment wird nie zur Gewohnheit. Diese honigsüße Gewissheit, dass du kurz davorstehst, mit jemandem zu schlafen. Manchmal geschieht es plötzlich, ein Blitzlicht mit Signalton. Meistens stellt die Erkenntnis sich allmählich ein, wird klarer mit jeder Geste und jedem vertrauten Wort.
Celine besteht auf erstere Variante – sie will oder sie will nicht. Dazwischen gibt es nichts, kein Raum für Nährboden, auf dem Begehren wächst. Boom. Blitzlicht.
Aber Toni gewöhnt sich nur langsam an den Gedanken, der dem Gefühl folgt.
Diese Frau gestattet ihr, sie zu berühren. Jedes Mal, wenn das geschieht, kommt es ihr wie ein Wunder vor. Bis die Hände, die sich in Laken krallen, der Verlauf des Schlüsselbeins, die Art ihrer Schreie und der Geschmack ihres Geschlechts Toni vertraut werden und der Zauber nachlässt.
Aber noch ist es nicht so weit. Celine ist eine Schatzinsel, die unerforscht vor ihr liegt.
„Komm rein. Komm zu mir.“ Ihre Brüste sind weich, ihre Stimme ganz nah und kehlig. Celines Finger fahren Tonis Nacken empor, verfangen sich in ihrem schwarzen Haar, ziehen sie ins Schlafzimmer.
Alles ist möglich, nichts verboten. Wenn Toni an die vielen ersten Male zurückdenkt, die vielen Momente der Anziehung, die sich aufbaut, flirrt, explodiert und in goldenen Funken auf sie niederregnet, ist es jedes Mal anders gewesen. Immer neu, immer aufregend.
Celines Körper unterscheidet sich nicht von denen der Frauen, mit denen Toni vor ihr zusammen war. Brüste und Beine sind immer an erwarteter Stelle, das Ziel immer dasselbe. Wie sie seufzen, sich aufbäumen, sich entladen und der Funkenregen Tonis Haut versengt. Und dennoch gibt es tausend Unterschiede.
Die Art, wie Celine ihr Haar löst und es über ihre Schultern fällt. Ihr hohes Seufzen. Die Art, wie sie Toni unter halb geschlossenen Lidern beobachtet. Das Vergnügen, das es ihr bereitet, Toni dazu zu reizen, sich gehen zu lassen, mehr und mehr.
„Es reicht mir nicht, dich auszuziehen“, sagt sie. „Ich will, dass alles, was dich ausmacht, ganz nackt und bloß vor mir liegt.“ Ist es das, was man Bettphilosophie nennt? Ein Gedanke, der wie eine Luftblase aus dem Meer aufsteigt, aus ungewisser Quelle, doch mit unabwendbarem Ziel.
…ruht sie nun in weichen Laken,
wo kein Windhauch ihrer zürnt
darf die Dienerin es wagen,
zu küssen ihre heiße Stirn.
Ein erfüllter Wunsch gebärt
süchtig wachsendes Verlangen.
Erbarme dich und nimm gefangen
den Wunsch, der meine Seele nährt.
„Ist das neu? Wann hast du das geschrieben?“ Sachte reibt Celine ihre Wange an Tonis Schulter, während sie die gekritzelten Zeilen zu entwirren versucht.
„Den ersten Teil heute Vormittag, die letzte Strophe gerade eben.“
„Lies mir vor.“ Sie zieht die Bettdecke enger um ihren nackten Körper. Ein Schmetterling, der zuhört, wie die Raupe vom Fliegen schwärmt. „Das ist zauberhaft, Toni. Jetzt bin ich eifersüchtig auf diejenige, die dich dazu inspiriert hat.“
„Das warst du.“
„Wirklich?“ Ihr Kuss ist wie ein Überfall. Ein überschwänglicher, egoistischer Kuss, der etwas in Toni anrührt. Das drängende Verlangen, dieser Frau mehr zu geben, als sie aushalten kann. Sie zu überfluten mit Versen, Küssen und brennender, fleischlicher Lust.
…
Fortsetzung folgt! Hier kannst Du Dir das ebook holen.
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Neugierig drehe ich das Buch um. Die Rückseite des Romans intensiviert die asiatische Hügelzeichnung. Mittig ein Foto vom Gehäuse einer Wasserschnecke, aus der ihre violett farbige Bewohnerin ragt. Japanische Schriftzeichen deuten den Ort des Geschehens an: Okinawa. Zugegeben, meine Allgemeinbildung reicht nicht aus, um diese Insel orten zu können. Okinawa liegt inmitten dem Ozeanischen Meer, südöstlich von Taiwan. Eine von zig Inseln, die um Japan herum angesiedelt sind. Dort also spielt das Geschehen.

Der Roman Untertitel „Die magische Reise der Janne O.“ lässt in mir die Assoziation mit dem erotischen Klassiker „Die Geschichte der O“ aufkommen, in dem sich eine junge Frau den Lehren der Liebe hingibt und unterwirft – mit Frauen und mit Männern. Ich werde immer interessierter. Ist die Parallele des Untertitels von Francis Erstroman gewollt oder tatsächlich rein zufällig, frage ich mich.

Die Buchbeschreibung erzählt von der Hauptfigur Janne, die nach einem Jahr der Trauer um ihre verstorbene Frau Nori zu genau jener Insel Okinawa aufbricht. Dort lernt sie eine andere Welt kennen, die nicht nur voller Schönheit zu sein scheint. Weiter heißt es: Janne stolpert Hals über Kopf in das Leben der geheimnisvollen Schamanin Harue, die am Ende der Straße ein einsames Leben führt. Janne ist fasziniert vom bezaubernden Lachen der leicht verschrobenen Einsiedlerin und begibt sich mit ihr in ein fantastisches Abenteuer. In Harues Welt bewohnen sonderbare Götter die Steine der Insel und öffnen sich Pforten in eine magische Dimension. Das Buch erzählt vom Neuaufbruch, von Freundschaft, vom Zauber einer neuen Liebe und davon, dass Menschen sich ändern können.

„Die Idee zur Geschichte entstand auf einer kleinen Fischerinsel in Okinawa. Ich habe dort zwei Monate in einem kleinen, sehr traditionellen Dorf verbracht, Eindrücke gesammelt, Festivals mitgefeiert und den animistischen Glauben der Dorfbewohner kennengelernt. Das wunderschöne Lachen einer ganz besonderen Inselbewohnerin inspirierte mich schließlich, die Figur der Schamanin Harue zu entwickeln“, so Francis Kaufmann.

Die junge Autorin der lesbischen Liebesgeschichte ist promovierte Sozialwissenschaftlerin und leidenschaftliche Globetrotterin mit besonderem Bezug zu Südostasien, Thailand und Japan. Sie reist am liebsten abseits der Touristenpfade, um Land und Leute möglichst authentisch zu erleben.
„Das Schreiben hat mein Leben verändert. Es ist zu meiner Bestimmung geworden. Ich schreibe Road Novels – Geschichten, die sich unterwegs ereignen, auf der Reise, auf dem Weg irgendwohin. Die Hauptcharaktere sind Frauen, so wie auch meine Liebespaare Frauen sind.“

In den Roman sind Fotoimpressionen der Schriftstellerin eingebettet, die sie auf der japanischen Insel Okinawa aufgenommen hat. Wir sind gespannt, in welchen Bann uns Francis‘s Abenteuer zieht.
Das Buch und E-book ist herausgegeben und erhältlich beim Buchshop tredition.
]]>Darum geht es in Riss in der Zeit:
Zehn quälende Jahre lang ist Jana vor ihrer Vergangenheit geflohen. Erst bei Frauke fühlt sie sich, als sei sie endlich in einem sicheren Hafen angekommen. Aber ihre Geliebte darf niemals herausfinden, wer Jana wirklich ist – weil ihr Geheimnis nicht nur ihre Beziehung, sondern ihre ganze Existenz zerstören könnte.
Plötzlich aber steht die Wahrheit unangemeldet vor der Tür. Und Jana muss sich ihren lang gefürchteten Dämonen stellen, um Frauke, ihre Liebe und sich selbst zu retten.
Riss in der Zeit hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht. Die Buchbeschreibung hat mich auf eine Liebesgeschichte neugierig gemacht. Vielleicht auf ein spannendes Beziehungsdrama. Letztlich kommt Ahima Beerlage allerdings mit dem gefühlvollen Psychogramm einer Ausgestoßenen ums Eck.
Und mit Fragen, die ich mir bis heute nie gestellt habe, die totgeschwiegen und vernachlässigt werden, obwohl sie überaus wichtig und gesellschaftsrelevant sind: Was geschieht mit den Angehörigen und Freunden eines von der Öffentlichkeit gehassten Straftäters? Wohin mit der Schuld, wenn niemand da ist, der sie tragen kann? Und wie gehen wir als Gesellschaft mit Schuldigen um?
Weiter gehe ich hier nicht ins Detail, weil ich nichts von der wichtigen Botschaft des Romans vorwegnehmen möchte. Mich hat das das Buch sehr nachdenklich zurückgelassen. Ahima Beerlage schafft es, die LeserIn für dieses heikle Thema zu sensibilisieren, indem sie tiefe Einblicke in die Gefühle, Ängste und Gedanken ihrer Charaktere zulässt.
Gleichzeitig hinterfragt Riss in der Zeit die grundlegenden Werte einer Beziehung: Vertrauen, Verstehen, Vergeben… Wie viel kann ich von meiner Partnerin verlangen und was bin ich ihr schuldig, zu geben?
Fakt ist: Es lohnt sich definitiv, Riss in der Zeit zu lesen!

Der Schreibstil ist pragmatisch und unverblümt. Passt also zur Protagonistin, der Butch Jana. Ihr Charakter wurde authentisch ausgearbeitet, weckt Mitgefühl und Verständnis.
Ein wenig mehr Raffinesse hätte ich mir an manchen Stellen dennoch gewünscht. Ahima Beerlage präsentiert uns jede Gefühlsregung und deren unmittelbare Konsequenz auf einem Silbertablett, was die Geschichte einerseits gut nachvollziehbar und ihre Botschaft unmissverständlich macht. Andererseits nimmt dieser Umstand auch jegliche subtile Spannung. Die LeserInnen sind durchaus in der Lage, mitzudenken und zu -fühlen, auch ohne Erklär-Bärin!
Trotz des kleinen Wermuttropfens gebe ich dem Roman 5 Sterne für ein schlüssiges, emotional ansprechendes Gesamtkonzept.
Hier geht’s zur Leseprobe, zudem könnt ihr euch auf lovelybooks mit anderen LeserInnen über das Buch austauschen.
Riss in der Zeit von Ahima Beerlage ist als ebook und Taschenbuch im Krug & Schadenberg Verlag für lesbische Literatur erschienen. Unter der ISBN: 978-3-95917-017-8 findet ihr das Buch in allen Onlineshops oder könnt es in der Buchhandlung eures Vertrauens bestellen.
Wir danken Ahima Beerlage und dem Verlag Krug&Schadenberg herzlich für das Rezensionsexemplar. Daran war nicht die Bedingung einer positiven Bewertung geknüpft.
]]>Ist es besser, von einer traurigen Liebe zerrissen zu werden, als überhaupt nicht zu lieben?
Carolina ist achtundzwanzig Jahre alt und auf der Suche nach sich selbst, als sie Brida begegnet, einer Heilerin, die vor den Trümmern ihrer zweiten Ehe steht. Zwanzig Jahre trennen die beiden Frauen, doch während Carolina vom ersten Augenblick an erkennt, welche Liebe sie verbindet, hat Brida nicht nur Angst, sich auf die Beziehung einzulassen, auch ihr Mann verhindert einen Neuanfang. Ohne Hoffnung bricht Carolina alleine nach Schottland auf, um ihren Weg als Schriftstellerin zu gehen.
Ich finde das Cover nicht nur sehr gelungen, sondern auch passend zur Grundstimmung der Geschichte. Zusätzlich trumpft das Buch mit wunderschönen Illustrationen von Edinburgh und den schottischen Highlands von Debbie Clark auf, die bei mir brennendes Fernweh verursachen, sodass die Optik sofort einen Haufen Pluspunkte einfahren konnte!
Schon nach wenigen Seiten griff Wir können alles sein wie eine warme Hand nach meinem Herzen und behielt es, bis ich den letzten Satz verschlungen hatte. Die Geschichte fließt langsam, in unglaublich poetischer Sprache und Bildern, die in die Gefühlswelt der Leser/innen eindringen. Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben, meistens aus Carolinas, zwischendurch einige Male auch aus Bridas Sicht. Daher liegt der Fokus ganz nah bei den Protagonistinnen. Carolinas Empfinden ist so famos beschrieben, ihre Sprache so gewaltig, dass ich mich beim Lesen unwillkürlich mit ihr in Brida verliebt habe.
Ich werde es mehrmals lesen um die satten, brillanten Bilder ganz in mich aufzunehmen. Das ist kein Buch für schnelle, seichte Unterhaltung. Es ist ein Buch, in das man eintauchen, es mit allen Sinnen aufnehmen muss. Im Gegenzug schenkt und lehrt es so viel.
Als Leser/in braucht man vor allem Geduld und einen Sinn für das Übernatürliche (als eine Fortsetzung des Natürlichen). Die Handlung selbst bringt keine Spannung mit sich. Wie die Geschicht ausgehen wird, verrät die Autorin bereits auf den ersten Seiten. Ein ziemlich raffinierter Schachzug, weil dem ungeduldigen Leser sofort der Wind aus den Segeln genommen wird: Wie es ausgeht, steht bereits fest, nun lass Dich auf den Weg ein – der Weg ist hier das eigentliche Ziel.
Wir können alles sein steckt voller potenzieller Lieblingszitate. Hier nur zwei, die die Botschaft des Buches am besten transportieren:
„Weil es nur darauf ankommt, dass wir lieben. Tief. Weit. Wie das Meer.“
Carolina
„Ich wünschte, die Menschen könnten erkennen, dass die Seele kein Geschlecht hat und auch kein Alter.“
Carolina
Eine klare Empfehlung für alle Fans tiefgründiger Liebesgeschichten und geschliffener, eindringlicher Sprache!
Mit der ISBN: 978-3964432612 findest Du den Roman ganz einfach in der Buchhandlung Deines Vertrauens.
Anmerkung: Wir danken Johanna Kramer herzlich, dass sie uns ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Daran war nicht die Bedingung einer positiven Einschätzung geknüpft und wir ziehen keinen finanziellen Gewinn daraus.
Luisas freie Meinung zu diesem und anderen Büchern lest ihr außerdem auf lovelybooks.
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„Den Mund voll ungesagter Dinge“
Über das Coming-out
In den letzten Jahren ist die Popularität des Coming Outs deutlich gestiegen. Outing hier, Outing da. Ganz egal in welchem Land, Genre oder sonstigem. Immer mehr Menschen trauen sich zu ihren Gefühlen zu stehen und sich auch offen dazu zu bekennen. Ein Coming Out lässt sich nicht untereinander vergleichen. Unterschiedliche Konstellationen, Hintergründe und andere Gegebenheiten lassen ein jedes Coming Out einzigartig und vor allem sehr persönlich werden. So eigen es auch ist, gibt es auch eine allgemeine Definition. Diese gibt dem ganzen einen Rahmen. Die Grenzen, meiner Meinung nach, jedoch sehr fließend.
Coming-out bzw. Coming-out (von Englisch coming out of the closet, wörtlich: „aus der Kammer herauskommen“, sinngemäß: „absichtliches, bewusstes Öffentlichmachen“ bezeichnet zumeist den individuellen Prozess, sich seiner eigenen gleichgeschlechtlichen Empfindungen oder seiner von gesellschaftlich festgelegter Identität oder Geschlechterrolle abweichenden Empfindungen bewusst zu werden und zu akzeptieren – und dies anschließend dem näheren familiären und sozialen Umfeld mitzuteilen.
Eine Definition für Millionen verschiedene Wege zu einem „Out sein in allen Kreisen“. Jeder, der diesen Weg bereits gegangen ist, weiß, dass es nicht immer alles rosig ist. Dass es Hindernisse und Hemmnisse gibt. Aber so sollte jeder auch wissen, dass man a) nicht alleine ist und b) es auch immer Tipps & Hilfen gibt. „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ heißt es so schön. Und so wahr. Noch dazu sagte Brian Tracy folgendes:
Nichts, was sich wirklich lohnt, ist einfach.

Autorin Anne Freytag
– Brian Tracy
Coming Out. Damit beschäftigt sich auch der Roman aus der Feder Anne Freytags.
Den Mund voll ungesagter Dinge – Anne Freytags zweiter Roman Anne Freytag, eine Autorin die ihre eigenen Werke als Lebensgeschichten bezeichnet. Die sich mit ihrem Roman „Mein bester letzter Sommer“ bereits in viele Leserherzen geschrieben hat, hat es auch mit ihrem zweiten Roman geschafft. Auf 400 Seiten schreibt die 35-jährige einfühlsam und sehr gefühlvoll über den Weg der jugendlichen Sophie, raus aus Hamburg und hinein in eine völlig neue Welt. In eine Welt, in der plötzlich Alex auftaucht und Sophie mal ziemlich kräftig den Kopf verdreht. Die Autorin, deren erster Roman auch bereits für den Jugendliteraturpreis nominiert wurde lässt tiefe Einblicke in den Weg zu einander und hin zum Coming Out zu.

Handlung
Sophie, die zuvor mit ihrem Vater in Hamburg lebte, zieht mit ihm Widerwillen nach München zu dessen neuer Freundin. Samt Familie, Hund und allem was dazu gehört. Zu Beginn will Sophie sich so gar nicht wohlfühlen in ihrer neuen Heimat. Blöde kleine Brüder, blöde Wohngegend, und und und. Doch plötzlich trifft sie auf Alex. Das Nachbarsmädchen. Und es könnte klischeehafter nicht sein: Alex ist in einer Hetero Beziehung. Über den einen oder anderen Umweg wird es immer deutlicher und sie erkennen, dass da etwas Besonderes in der Luft zwischen den beiden liegt. Der Leser erlebt eine wundervolle Geschichte, die nicht ohne Hindernisse bleibt. Jedes Hindernis lohnt umgangen zu werden und es lohnt sich, die Geschichte der beiden zu verfolgen.
Stilistisch?
Freytag schreibt in ihrem liebevollen Buch sehr ausführlich und mit viel Gefühl. Über Liebe, Familie, Alltag. Ihr gelingt es, mit einem frischen, frechen, einfühlsamen witzigen Erzählstil dem Leser (oder der besser gesagt der Leserin) mit in die Geschichte zu nehmen. Die Tage in Sophies Leben, jenen Alltag und ihre Familie beschreibt Freytag mit einer gewissen Finesse für Details. Diese Eigenschaft tut ihrem Roman ausgesprochen gut. Meiner Meinung nach gelingt es ihr, dem Leser eine kleine eigene Welt zu erschaffen, in der die Protagonistin und ihre Flamme eine wunderbare Hauptrolle einnehmen. Man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Einfach weiterlesen und so viel wie möglich über die beiden erfahren. Bildliche Sprache findet sich im gelesenen Roman immer wieder. Diese Eigenschaft gepaart mit dem zuvor Angesprochenen macht das Lesen angenehm. Anne Freytag nimmt kein Blatt vor den Mund und erzählt unverkrampft.
Fazit?
Am liebsten wäre mir, es gäbe eine Fortsetzung.
Diese Aussage beschreibt mein Fazit für diesen Roman aus der Feder Anna Freytags. Denn mit ihrer Art und auch mit der angesprochenen „Detailverliebtheit“ ist ihr meiner Meinung nach ein großer Coup gelungen. Auch wenn Phasenweise die Protagonistin in ihrem Gefühlschaos versinkt, versinkt die Leserin nur in der Geschichte. Mit ihrem Wortgezauber gelingt es der Künstlerin, die Leserschaft aufzuwühlen, mitzunehmen, zum Denken an zu regen und das eine oder andere Zitat auf den eigenen Merkzettel schreiben zu wollen. Sie findet Worte für Dinge, in denen es manchmal schwerfallen kann, Dinge in Worte zu fassen.
„Ich habe den Mund voll ungesagter Dinge. Und ganz gleich, wie oft ich sie runterschlucke, sie kommen jedes Mal zurück. Manchmal wünschte ich, sie würden endlich überlaufen. Aber dann lasse ich es doch nicht zu.“ (S. 254)

Meinerseits eine ganz klare Empfehlung für alle, die mal wieder was erfrischendes, mit lesbischem Content, gefühlvolles und anregendes Lesen wollen. Welches Buch hat euch die Augen geöffnet, wie schön es sein kann, Frauen zu lieben. Erzähe uns deine Geschichte!
]]>Die Autorin
Martha Neuer, Jahrgang 1964, erlebte Anfang 2015 ein spätes Coming-Out. Wenn sie heute daran zurückdenkt, dann beschreibt sie es als ein Erlebnis voller Höhen und Tiefen und begreift die damit einhergehende Erkenntnis als großes Glück und tiefe Qual zugleich. Zudem weckte es ihre Kreativität und brachte sie zu dem Entschluss, ihrer eigenen Lebensgeschichte auf den Grund zu gehen und sie neu zu erleben. Die Idee zum teilweise autobiographischen Roman „Die Frau aus einem Guss“ war geboren. „Ich hoffe, es ist auch für Sie ein Geschenk, mit meiner Heldin Alwina zu lachen, zu weinen und ihren Zwiespalt zu spüren“, schreibt die Autorin auf ihrer Website.

Der Inhalt
„Die Frau aus einem Guss“ erschien am 1. September 2016 bei epubli und umfasst kompakte 156 Seiten. Im Mittelpunkt der Handlung steht Alwina, eine Rechtsanwältin mit eigener Kanzlei. Man begleitet sie auf ihrem gesamten Lebensweg, lernt sie als Kleinkind kennen, erlebt ihre Schul- und Jugendzeit sowie das Studium mit und wird durch viele Jahre ihres Erwachsenenlebens geführt. Schließlich wird Alwina, mittlerweile etabliert im anwaltlichen Berufsleben, seit einiger Zeit von innerer Unruhe und körperlichen Schmerzen heimgesucht. Als sie sich einem Arzt anvertraut, erhält sie eine niederschmetternde Diagnose: Depressionen. Wie das sein kann, kann sie sich nicht erklären. Sie beschließt, ihre Lebenslust zu suchen und begibt sich auf eine lange Reise zu sich selbst, an deren Ende sie ihre Liebe zu Frauen entdeckt. Ihr Leben lang kämpft sie einen Kampf gegen Konventionen, innere wie gesellschaftliche Grenzen und Zwänge. Ob sie siegreich aus diesem Kampf hervorgeht und ihr persönliches Glück findet, müsst ihr selbst herausfinden.
Beim Lesen sind mir ein paar Fragen über und an die Autorin in den Sinn gekommen, die sie mir dankenswerterweise beantwortet hat:
Wie viel von Ihnen steckt in Alwina und wie viel von Alwina steckt in Ihnen?
Alwina ist eine Kunstfigur, die ich erfunden habe, um meiner Gefühlswelt Ausdruck zu verleihen. Manches in dem Roman hat sich so oder so ähnlich ereignet. Mir ging es jedoch weniger um eine Autobiografie, sondern darum, zu beschreiben und zu verstehen, warum ich so lange meine Liebe zu Frauen nicht gelebt habe.
Wie würden Sie Alwina mit drei Worten beschreiben?
Sensibel, zwiespältig und mutig.
Was brachte Sie zu dem Entschluss, „Die Frau aus einem Guss“ zu schreiben?
Mein spätes Coming-Out und meine lang verdrängte Liebe zu Frauen. Ich musste einfach darüber schreiben.
Haben Sie privat Ihr Glück gefunden, so wie Alwina hoffentlich am Ende des Romans?
Ich lerne gerade eine tolle Frau kennen. Sie dürfen die Daumen drücken :)

Mein Eindruck von „Die Frau aus einem Guss“
Ein Roman mit Stärken und Schwächen. Beleuchtet wird der gesamte Lebensweg Alwinas, vom Vorschul- bis hin ins Erwachsenenalter. Die Autorin stößt einen mitten hinein in einen Strudel aus unterschiedlichsten Zeitabschnitten und Erlebnissen. Ganz schön viel, was sich da abspielt auf diesen 156 Seiten. Dem limitierten Format ist es wohl geschuldet, dass die geschilderten Ereignisse, Begegnungen und Situationen stets nur Momentaufnahmen bleiben, eine atemlose Reise durch die Zeit. Das kann gefallen, muss aber nicht. Ich persönlich mag Romane mit großer Liebe zum Detail, in denen viel Raum für Beschreibungen geschaffen wird. Dies lässt „Die Frau aus einem Guss“ für meinen Geschmack etwas vermissen. In rasantem Tempo wird zwischen den Settings gewechselt, zu abrupt beginnen und enden die Dialoge. Dadurch wird man immer mal wieder etwas verwirrt zurückgelassen. Freunde und Liebschaften schießen nur so aus dem Boden und verschwinden wieder, ehe man die Möglichkeit hatte, sie näher kennenzulernen. Einzig an Alwinas Jugendfreundin und wohl auch erste große Schwärmerei, Gundi, erinnert man sich gerne und ohne langes Nachdenken.
Alwina, die Protagonistin, ist eine sehr zielstrebige und reflektierte Frau, die sich Zeit ihres Lebens mit sich selbst und ihren Gefühlen auseinandersetzt. Dennoch braucht sie viele Jahre, um sich ihrer Liebe zu Frauen bewusst zu werden. Ab und an will man sie schütteln, zeigt sie sich doch oft außerstande, ihre Gefühle und Erlebnisse in der so klar scheinenden Richtung zu deuten. Martha Neuer selbst sagt über ihr Buch: „Die Leserin soll mit meiner Heldin Alwina lachen, weinen, ihren Zwiespalt zu spüren und über ihre eigenen Erfahrungen nachdenken können“. Und das tut man. Alwina, die ab und an zwar allzu lenkbar und naiv erscheint, ist, mit all ihren Widersprüchlichkeiten und inneren Kämpfen, eine Romanheldin, die im Gedächtnis bleibt.
Fazit
„Die Frau aus einem Guss“ ist ein kurzweiliger Roman, der es schafft, die Leserin zum Reflektieren ihres eigenen Coming-Out-Prozesses zu bringen. Wer Interesse an den Lebenswegen und den Selbstfindungsprozessen anderer lesbischer Frauen hat, darüber hinaus aber Abstriche in Sachen Detailverliebtheit und Umfang machen kann, dem wird das Buch gefallen.
Interesse geweckt? „Die Frau aus einem Guss“ von Martha Neuer ist als Taschenbuch (9,99 €) und als eBook (3,49 €) erhältlich auf Amazon.
Weiterhin wird die Autorin während der Leipziger Buchmesse (23. – 26. März 2017) am Stand D 302/Halle 5 zu finden sein. Zudem findet im Rahmen dessen am 24. März 2017 eine Lesung statt: 16:30 Uhr Leseinsel Autorengemeinschaftspräsentation: Halle 5, D430.