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„Man geht einfach davon aus, dass Sex nur stattfinden kann, wenn ein Mann seinen Pimmel irgendwo reinsteckt.“
Manuela Kay (Journalistin, Autorin, Verlegerin L-MAG und SIEGESSÄULE)
Dieses Zitat gehört zu meinen persönlichen Highlights aus Vom Lärm des Begehrens. Das Buch ist dieses Jahr (2021) von dem Psychologen-Trio Victoria Preis, Aaron Lahl und Patrick Henze-Lindhorst herausgegeben worden. 2020 organisierten sie ein Symposium mit Fachvorträgen zum Thema Psychoanalyse und lesbische Sexualität – die erste Tagung dieser Art in Deutschland. Der Versuch, die bisher kursierenden, teils veralteten Theorien zu hinterfragen und zu aktualisieren, habe eine extrem emotionale und kontroverse Resonanz ausgelöst.
Dieses Buch ist eine Antwort auf den bewiesenermaßen riesigen Redebedarf zwischen Lesben und Psychoanalyse. Es ist eine klug ausgewählte Sammlung von Essays mehrerer Autor*innen, die teilweise inhaltlich verschiedene Standpunkte vertreten. So kann die geneigte Leser*in sich differenzierten Input holen.
Aber lohnt sich die Lektüre überhaupt für jemanden, der nicht selbst Psychologie studiert hat?
Ich (interessierte Laiin ohne psychoanalytische Vorbildung) durfte Vom Lärmen des Begehrens lesen und danach meine Fragen an die Herausgeber stellen. Wie habe ich mich beim Lesen zurechtgefunden, was waren meine großen Aha-Momente und an welchen Stellen habe ich Stirnfalten bekommen?
Zum Einstieg gibt es einen historischen Abriss dessen, wie die Psychoanalyse bisher mit lesbischen „Patientinnen“ umgegangen ist, danach folgen psychoanalytische Theorien und Debatten zum Thema. Außerdem wurden Kommentare zur oben erwähnten Tagung und zwei kulturell orientierte Beiträge mit in die Auswahl aufgenommen. Das informative Spektrum ist weit.
Lesetipp: Die Geschichte der Homosexualität
„Das Buch ist an lesbische Analytikerinnen, psychoanalytisch interessierte Lesben, Aktivist_innen und alle Interessierten gerichtet. Also letztlich alle, die in diesen spannenden Diskurs eintauchen möchten – oder etwas dazu beitragen“, sagt Patrick Henze-Lindhorst.
Manche Beiträge setzen Hintergrundwissen voraus, das mir beim Lesen gefehlt hat. Es ist Jahre her, seit ich einmal angefangen habe, mich mit Sigmund Freud zu beschäftigen, und weil ich die Gedanken des alten Mannes damals nicht besonders sexy fand, hab ich es wieder gelassen. Wer aber zumindest die Grundlagen kennt und sich von der Fachsprache nicht aus dem Konzept bringen lässt, kommt gut mit. Viele Autor*innen fassen den Kern ihrer jeweiligen Ausgangsthese zusammen, bevor sie weiter darauf aufbauen.
In einer patriarchalen Gesellschaft ist der Mann das Gravitationszentrum, um das alle psychoanalytischen Thesen kreisen. Vom Lärmen des Begehrens hinterfragt diesen Umstand kritisch, muss ihn aber natürlich in die Grundlage der Argumentation mit einbeziehen, weil er handfester Bestandteil unserer Realität war und ist. Der Phallus ist das Symbol der Macht schlechthin und die Psychoanalyse ist daran nicht ganz unschuldig, hat sie doch am defizitären, penislosen, passiven Bild der Frau ordentlich mitgebastelt.
Das weibliche Begehren wurde immer mit dem maskulinen verglichen: Der Begriff Penisneid ist viel populärer als Vaginaneid; die (zugegeben, nicht mehr ganz aktuelle) Penetrationsdebatte in der Lesbenszene legt nahe, dass Penetration als Unterdrückungswerkzeug assoziiert werden kann; Kastrationsangt scheint für viele Männer eine reale, berückende Angst zu sein, die unmittelbar mit der Furcht vor Macht- und Überlegenheitsverlust zusammenhängt.
Soweit die Theorie. In der Realität habe ich aber noch keinen Mann sagen hören, eine Frau sei ihm aus dem Grund unterlegen, weil ihr der Penis fehle.
„Ich glaube, auch wenn dir noch kein Mann begegnet ist, der das so direkt gesagt hat, würden Kay und Tomanek [zwei Autorinnen, die Beiträge für das Buch verfasst haben, Anm. der Redaktion] darin zuzustimmen, dass die Aufladung des Penis als Machtsymbol immer noch unsere Realität strukturiert und dass sie auch bei vielen Männern in direktem Zusammenhang mit einer „Geringschätzung“ gegenüber Frauen steht, wie Freud das übrigens schon festgestellt hat. Dass viele Männer die ‚phalluslose‘ lesbische Sexualität verniedlichen oder sich von ihr eingeladen wähnen, dass sie sich umgekehrt von schwuler Sexualität unmittelbar bedroht fühlen (weil das Penetriertwerden nach wie vor als kastrierender Akt aufgefasst wird), ist da ein Symptom von vielen“, schreibt Aaron Lahl auf meine Frage.
Stimmt! Hand hoch wer schon Mal unaufgefordert zu einem Dreier eingeladen wurde. Allerdings gibt es auch Männer, die sich Lesben gegenüber aggressiv verhalten.
Wenn ich genauer darüber nachdenke: Sexuelle Angriffe scheinen sich generell oft gegen Frauen zu richten, die sich weigern, die patriarchale Selbstherrlichkeit zu spiegeln. Wir lesen häufig von Frauen, die attackiert wurden, weil sie es wagten, einem Mann einen Korb zu geben. Um Vergewaltigungs- und Morddrohungen zu erhalten, reicht es schon, sich mit unrasierten Beinen zu zeigen. Eine Frau, die offen signalisiert: Ich lasse mich von Dir nicht zum Sexobjekt herunterstufen! zieht Zorn auf sich, der lebensgefährlich sein kann.
In ihrem Aufsatz Die Sehnsucht der Frau nach der Frau schreibt Julia Tomanek, dass eine unabhängige Frau mit eigenständigem Begehren den Mann in eine Position bringen würde, in der er zurückgewiesen werden, versagen oder den Ansprüchen der Frau nicht genügen könnte. Das erzeuge Scham und Angst und könne „gefährliche narzisstische Wut“ hervorrufen.
Victoria Preis erklärt: „Wenn eine Gesellschaft gleichberechtig ist oder wird, ist die männliche Vormacht bedroht. Diese Veränderungen sind für manche sicherlich angstauslösend oder verunsichernd.“

Und Hanna Brögeler & Carolin Cyranski schreiben: „Die Lesbe, also genaugenommen eine Frau, die ohne Penis leben kann, repräsentiert eine spezifische Form der Bedrohung gerade durch diese Absage an die patriarchale Gesellschaft.“ Außerdem: „Die lesbische Frau zeigt sich autonom und sogar sexuell kastrierend, da sie jegliches Begehren, das sich auf den Phallus richten würde, für sich ablehnt und damit entwertet.“
Für mich war das eine enorm aufschlussreiche und zugleich verstörende Erkenntnis. Klar, die Symptome waren mir nicht neu, aber ich habe endlich über eine mögliche Diagnose für das Problem gelesen. Seitdem habe ich mich mit (heterosexuellen) Männern unterhalten, die mir diese Versagensangst bestätigten und sich wünschten, es gäbe ein Umdenken und mehr Akzeptanz von beiden Geschlechtern.
Lesetipp: Homophobie ist Futterneid (Teil1)
Als Laiin habe ich mich sehr darüber gewundert, wie Sigmund Freud alles im Leben eines Kindes zu sexualisieren scheint, insbesondere die Eltern-Kind-Beziehung. Irritiert frage ich nach.
„In der Psychoanalyse wird von infantiler Sexualität gesprochen, die schon zu Freuds Zeiten Skandalpotential hatte. Freud versteht die infantile Sexualität nicht als genitale, also auf die Fortpflanzung ausgerichtete Sexualität. Sie folgt keiner Funktion, außer der der Lustgewinnung“, klärt Victoria Preis mich auf. Aha, hier hätte ein bisschen Hintergrundwissen meinerseits nicht geschadet. Aber wann hat man schon einmal die Chance, Expert*innen direkt zu fragen? ;-)
Ich staune, als ich lese, dass Freud Homosexualität seinerzeit als „nicht therapiebedürftig“ bezeichnete. War der Gute am Ende doch fortschrittlicher als ich dachte?
Mir wird klar: Es ergibt keinen Sinn, der Psychoanalyse zustimmen oder sie abzulehnen zu wollen. Ebenso wenig, wie man Freud per se toll finden oder ihn für verrückt erklären kann. Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter, sie lebt davon, dass Theorien aufgestellt und widerlegt werden.
Ich finde es sehr gut, dass Vom Lärmen des Begehrens die Altersschwächen der Psychoanalyse nicht verschweigt, sondern ansatzweise zu aktualisieren versucht oder offen zur Debatte gibt.
Welche Faktoren in der frühkindlichen Entwicklung können beeinflussen, ob jemand hetero- oder homosexuell wird? (Darf man das überhaupt fragen?)
Welcher mögliche Zusammenhang besteht zwischen Lesbischsein und sexuellem Trauma?

Ist es sinnvoll, sexuelles Begehren in homo, hetero, bi, poly… zu kategorisieren?
Was ist das für ein Spannungsfeld zwischen Homo- und Transsexuellen? Fühlen Lesben sich etwa von Transmenschen bedroht?
Wäre es nicht besser, wenn wir uns angesichts dieser vielen theoretischen Überlegungen alle mal locker machen, die Nägel schneiden und über handfesten Sex reden würden?
Über diese und noch viel mehr spannende Fragen liest Du in Vom Lärmen des Begehrens!
Für mich hat das Buch einige bislang eher unfundiert gehegte Vermutungen bestätigt, andere mit guten Argumenten widerlegt und für ein paar Momente der Erleuchtung gesorgt.
Viele Stellen habe ich mir mit dem Hintergedanken markiert, sie Bekannten oder Verwandten vorlesen zu wollen. (Ohne vorher um Erlaubnis zu fragen natürlich, hehehe…)
Manche der Beiträge nehmen aufeinander Bezug und führen Gegenargumente für die Behauptungen des jeweils anderen an. Das hilft, die Perspektiven besser abwägen und sich seine eigene Meinung bilden zu können.
Lust bekommen? Dann besuch jetzt die Seite des Psychosozialverlags und hau das Buch in Deinen Warenkorb. ISBN-13: 978-3-8379-3038-2
Oder kann Vom Lärmen des Begehrens Dir gar nichts Neues mehr beibringen, weil Du schon andere Bücher dazu gelesen hast? Wir freuen uns auf Dein Feedback und über Lese-Empfehlungen!
Wir danken Victoria Preis, Aaron Lahl und Patrick Henze-Lindhorst herzlich für ihre Zeit und Geduld mit den Fragen unserer Redakteurin und dem Psychosozialverlag für das Rezensionsexemplar.
]]>Wir können uns über homophobe Anfeindungen echauffieren, uns angegriffen fühlen und darüber klagen. Wir können Freundschaften dafür aufgeben. Den Hass, dem Lesben und Schwule viel zu oft ausgesetzt sind, erwidern. Bevor wir das tun, sollten wir uns aber mindestens einmal in eine ruhige Ecke begeben und uns fragen: Warum wird ein Mensch homophob? In Teil 1 nehmen wir das Modell „homophober Mann“ auseinander, um die Hintergründe schwulenfeindlichen Verhaltens kennenzulernen. Lesebrille auf und mitgedacht!
Dass niemand homophob zur Welt kommt, ist klar. Das Märchen, Homosexualität sei unnatürlich, ist inzwischen auch widerlegt. Liebe unter Geschlechtsgenossen kommt im Tierreich recht häufig vor. Schwule Giraffen, Delfine, Schwäne, Pinguine… Artübergreifend gibt es immer wieder gleichgeschlechtlichen Sex. Nicht immer handelt es sich dabei um Partnerschaften, aber es sind durchaus konkrete Fälle von Paaren bekannt, die sich über viele Jahre hinweg die Treue halten und zuweilen eine wichtige Rolle in ihrer tierischen Gemeinschaft einnehmen, indem sie zum Beispiel verwaiste Kinder anderer Artgenossen adoptieren und großziehen.

Auch wenn wir die Geschichte der Homosexualität betrachten, stellen wir fest: Lesben und Schwule gab es schon immer. Homophobie ist dagegen ein relativ neues Phänomen, für das es keine „natürliche“ Veranlagung zu geben scheint. Eigentlich könnte alles Regenbogen chic sein. In der bitteren Realität aber werden Homosexuelle in manchen Ländern noch immer verfolgt und müssen hohe Freiheitsstrafen und Gewalt befürchten, bis hin zur Exekution.

Studien legen nahe, dass Homophobie oft durch die Unterdrückung der eigenen, gleichgeschlechtlichen Neigungen entsteht. Untersuchungen wie die der University of Rochester (2012) ergaben, dass Männer, die von ihrer eigenen Heterosexualität überzeugt waren und als schwulenfeindlich eingestuft wurden, intensiver auf homosexuelle Reize reagierten.
Besonders bemerkenswert finde ich eine Studie, die die University of Georgia 1996 durchführte.
Die Versuchspersonen waren 64 Hetero-Männer. Unter ihnen befand sich kein Einziger, der sich als bedingungslos schwulenfreundlich erwiesen hätte. Die Wissenschaftler mussten ihr Modell zur Einordnung auf dem „Index of Homophobia (IHP)“ überarbeiten, da wider Erwarten keiner der Versuchsteilnehmer Fragen wie „Würden Sie sich unbehaglich fühlen, wenn Sie sich in einer Gruppe Homosexueller aufhielten?“ mit einwandfreiem Nein beantwortete. Die Forscher stellten also zunächst die Intensität des Unbehagens und der Abneigung fest, die die Männer beim Kontakt mit Schwulen, oder dem bloßen Gedanken daran, erfasste.

Schließlich teilten sie die Gruppe in 29 nicht bzw. kaum homophobe und 35 homophobe Kandidaten ein. Sie führten ihnen erotisches Videomaterial von 1) heterosexuellen 2) lesbischen und 3) schwulen Paaren beim einvernehmlichen Liebesspiel vor. Gleichzeitig wurde der Grad der sexuellen Erregung über einen Sensor direkt am Penis der jeweiligen Versuchsperson gemessen.
Das Ergebnis: Sowohl homophobe als auch nicht-homophobe Männer reagierten erregt auf die ersten beiden Videosequenzen. Der signifikante Unterschied zeigte sich erst bei Clip 3. Während die Nicht-Homophoben beim Anblick schwuler Liebender völlig unbeeindruckt blieben, war bei 80% der homophoben Teilnehmer eine eindeutige sexuelle Erregung messbar.
Daraus lässt sich ableiten, dass wahrscheinlich deutlich über die Hälfte aller offen schwulenfeindlichen Männer selbst homosexuelle Neigungen haben.
Eine Antwort führt bekanntlich zur nächsten Frage. Wieso sollte jemand Schwule diskriminieren, wenn ihn die Vorstellung gleichgeschlechtlicher Liebe selbst erregt?
Eine mögliche, wunderbar schlüssig zusammengefasste Erklärung hat Richard Ryan, Professor of Psychology, Psychiatry and Education an der University of Rochester:
Wer negativ auf Homosexualität reagiert, obwohl er selbst eine Veranlagung dazu besitzt, ist sich dieser Neigung meist nicht bewusst. Vielleicht besitzt er konservative Vorstellungen von Moral, mit denen er sich selbst vorschreibt, wie er als „normaler“, wertvoller Mensch zu sein hat. Wir alle haben das Verlangen nach Anerkennung und Bestätigung von unseren Mitmenschen. Um dieses Grundbedürfnis zu stillen, neigen wir dazu, uns so zu verhalten, wie andere es von uns erwarten und unser Selbstbild an deren Vorstellungen anzupassen. Mehr dazu in meinem Artikel Schublade auf – Identität rein.
Dieses Bedürfnis betrifft uns alle, Lesben, Schwule, Heteras, Inter- und Transsexuelle, jeden einzelnen Menschen, der nicht gelernt hat, sein eigener Maßstab zu sein – und das, ihr Lieben, ist ein lebenslanger Prozess für uns. Manche haben einen besseren Start, weil sie das Glück hatten, von ihren Eltern bedingungslos in ihrem Selbstwert bestärkt worden zu sein. Oft knüpfen wir aber (zumeist ebenfalls unbewusst) Bedingungen an die Liebe, die wir unseren Kindern zuteilwerden lassen. Dazu gehört eben auch die sexuelle Identität.

Ein Mensch, der fürchten muss, wegen seiner erotischen Veranlagung sein Gesicht und die Anerkennung seiner Familie zu verlieren, hat es schwerer, sich sein wahres Begehren einzugestehen. Erst recht, wenn er selbst daran glaubt, dass es in irgendeiner Weise schädlich oder verabscheuenswert sei. Außerdem kommt er auch ganz gut mit Frauen zurecht. Und je älter er wird, je länger er den ungeliebten Teil seiner Sexualität unterdrückt, desto mehr Leidensdruck staut sich in ihm an, der sich als Aggression und Feindschaft Bahn bricht, sobald ein homosexuelles Pärchen seinen Weg kreuzt.
Der Schauspieler Morgan Freeman sagte einmal:
„Ich hasse das Wort Homophobie. Es ist keine Phobie. Du bist nicht verängstigt. Du bist ein Arschloch.“
Aber stimmen wir nach dem, was wir soeben erfahren haben, noch mit Mr. Freeman überein? Hm. Möglicherweise spricht er von einem Arschloch, dass sehr viel Mitgefühl und Verständnis nötig hat…
Was ist mit den restlichen 20%?
Ein kleinerer Teil der homophoben Versuchspersonen aus der Studie von 1996 zeigte keinerlei Erregung bei der Ansicht des homoerotischen Videos, das dürfen wir nicht vergessen.

Ein anderer „Typ“ der schwulenfeindlichen Kategorie könnte grob umrissen vermutlich so aussehen: Unwissend, hat sich noch nie ernsthaft mit Homosexualität befasst. Desinteressiert, weil er sich den Sex ob seiner Hetero-Veranlagung einfach nicht vorstellen kann. Vielleicht widert es ihn sogar an. Jedenfalls betrifft es ihn nicht persönlich, er kann sich nicht in die Lage eines Schwulen versetzen und dessen Probleme nicht nachvollziehen. Möglich, dass in seinem Umfeld bereits eine bestehende Meinung zum Thema herrscht, der er sich einfach anschließt. Weil es bequem ist und er keinen Grund hat, mehr Informationen einzuholen als die, die er nur vom Hören-Sagen hat. Hinzu kommt vielleicht noch eine religiös zementierte Ansicht über Fruchtbarkeit und ein traditionelles Familienbild.
Im Gespräch wird sich dieser Typ zwar wie ein Prolet verhalten und, einmal in Fahrt, einen schwulenfeindlichen Satz nach dem nächsten ablassen. Aber Aggression und Hass kann nur derjenige entwickeln, der sich persönlich, in seinem Selbst angegriffen fühlt, und da seine Ablehnung hauptsächlich auf Unverständnis fußt, fehlt diesem Typ, den imaginären 20%, die der Anblick eines fremden Penis‘ vollkommen kalt lässt, der emotionale Aspekt.
Homophobie resultiert zu einem Großteil aus falsch verstandener Männlichkeit und unterdrückten Gefühlen. Wenn wir schwulenfeindlichen Männern Futterneid unterstellen, liegen wir damit in mehr als der Hälfte aller Fälle richtig.
Hoppla, jetzt haben wir die ganze Zeit über Männer gesprochen… In Teil 2 werden wir die beiseite schieben und zum Modell „homophobe Frau“ wechseln – wenn es das gibt. Eine Studie provoziert mit der Frage, ob Frauen ihrer Veranlagung nach überhaupt ausschließlich hetero sein können. Wie weit reicht das sexuelle Spektrum? Und was können wir tun, um Homophobie wirksam entgegenzutreten? Seid gespannt!
Lasst uns inzwischen die Wartezeit verkürzen und verratet mir, welche Erfahrungen ihr mit Homophobie machen musstet und welche Erkenntnisse ihr dabei gewonnen habt. Ich bin neugierig auf Eure Meinungen und persönliche Wissensschätze!
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One companion until the proverbial “till death do us part”? Is a committed and faithful relationship still possible nowadays or has it become the 21st century’s biggest utopia?

Psychologists and relationship coaches often argue that the reason why people have such difficulty with committing to one another and being faithful is the “need for diversity”. Faced with the undeniable transformation of today’s relationship models, where are we heading?
The What
What is infidelity? What constitutes infidelity? A kiss? The sexual act?
If you haven’t gotten around to discuss the dreaded exclusivity clause, then, my dear ladies, do it! Only that will allow you to define the what.
Interesting enough, I spoke to my friends M and R. about this very same subject.
M, a woman, defends that in a longterm relationship, the occasional one night stand should not be considered cheating. Her argument: it doesn’t hold any emotional value, it’s merely physical. R. on the other hand, a man, states that cheating depends on the frequency. Quote: ”It’s only cheating if you do it more than once.”.
Bottom line: infidelity is defined exclusively within the couple, case by case, person by person.
But we all, in some way, already knew that. After all, the lie of some, can very often be the truth of others. And who are we to judge?
This brings us to the much harder question: the why.
The Why
You have a new partner, you established that it’s a relationship, and you clearly defined it’s a one on one game. And then… BAM! The ugly truth: your girlfriend slept with somebody else. Plates fly, punches get thrown (only imaginary ones let’s hope), tears are shed and rivers cried. And after all that, the big, the unavoidable question comes up: WHY?!?
The truth is, the attempt to understand unfaithfulness has been haunting both men and women since the beginning of time. You can find literature on the subject (mostly descriptive of the behaviour, or even of how to overcome it) – but none on the reason that explains unfaithfulness. Psychological and social research are still at a very early stage.
Do we cheat because we need to get different things from different people? And if so, doesn’t that mean we are with the wrong person? Can we still believe that one person only can complete and fulfil our needs?
Imagination. Sex. Example.
Those three little words can often explain infidelity.
Imagination. We imagine what we will be by our thirties and we don’t just imagine it on a professional, but also on a personal and emotional level. We even imagine that certain age to be the point, where we have to start committing.
Sex. AKA the dreaded Lesbian Bed Death. You want to keep the relationship, you love the person, BUT the passion starts to die. Routine takes over and all of sudden, the “menu” of the new “restaurant” starts looking pretty darn appetizing.
Still in the bedroom department, another interesting phenomenon is what I like to
call the Madonna effect (according to the Madonna-whore complex, which was first discovered by psychologist Sigmund Freud). More commonly to be found in heterosexual couples, but also visible in lesbian/gay couples, the Madonna complex occurs when your partner sees you as a sacred, borderline divine, holy figure with whom they cannot fully liberate themselves sexually. Like the song goes “all I want is a little respect“, but too much of it will keep you from getting down and a little dirty once in a while! Visible result of this phenomenon: your partner will fulfil her fantasies with someone else and won’t even consider it as cheating.
Example. Freud always said that we repeat in our relationships the patterns of the relationship we have seen with our parents. Under this optic one can also argue that people that constantly observe broken homes and dysfunctional relationships between their parents or even family members, will have a tendency to develop equality dysfunctional relationships of their own. Luckily, every rule has an exception.
Truth of the matter is, the concept of relationship is constantly changing.
Polyamory: The Relationship of the Future???
With all the infidelity issues, new forms of relationships are arising, polyamory being one of them.
Polyamory can be defined as the establishment and maintenance of committed relationships with two or more partners with an emphasis on the emotional connection. So if you ladies were thinking you found the perfect excuse to have that threesome you’ve been dreaming about, the answer is a resounding no. Openness and transparency are crucial, but with several partners and not just one. In the book “The Ethical Slut“ (yes, it is a real title of a real book!) by Dossie Easton and Janet W. Hardy it is stated very clearly that in a polyamorous setting, honesty is essential. All parties involved are aware of each others existence and role.
Personally, being profoundly monogamous myself, this concept has always eluded me. Seriously? Having one woman is hard enough, let alone have two or three! The least I can say is that my consumption of alcohol, valium and caffeine would definitely skyrocket!
What now?
So, is polyamory the new emotional trend? Is monogamy a dying breed? 
Can we still believe in fairy tale dreams of finding the one person, the one soul mate that will love us the way we are? Or, can we even believe in multiple soul mates?
There is no magic formula to prevent infidelity… The cliché (although true) advice would be: keep it fresh, establish the ground rules from the beginning and keep an open communication. Truth is, love, commitment and fidelity are a leap of faith, a trapezes’ jump: you take a deep breath, you throw yourself and hope the
other person won’t let you fall.
We would like to thank our new author Gia for this interesting article.
Zusammenfassung eines Artikels von Ursula Nuber – Warum wir Geheimnisse brauchen
Geheimnisse gehören zum Leben eines jeden Menschen. Nur in den ersten fünf Jahren unseres Daseins kommen wir ohne sie aus. Kleine Kinder sagen immer, was sie denken, und können noch nichts verbergen. Doch ab dem fünften Lebensjahr, wenn wir uns als eigenständiges Wesen begreifen können, werden wir zurückhaltend mit der Wahrheit.
Wohl jeder Mensch hat in seinem Leben etwas, worüber er mit niemanden spricht, etwas, das er sorgfältig geheim hält. Manchmal geschieht dies aus Angst, zu viel Ehrlichkeit könnte auf Unverständnis oder Ablehnung stossen und unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen. Manchmal möchte man einen geliebten Menschen nicht verunsichern oder verletzen. Häufig aber wahrt man ein Geheimnis aus einem ganz anderen Grund, der einem oftmals nicht bewusst ist: Man schweigt, um die Umwelt auf Abstand zu halten und für seine Mitmenschen ein kleines bisschen fremd zu bleiben. Nur so können wir unsere Identität und Autonomie schützen.
Selbstschutz als Motiv für Geheimhaltung? Schweigen, um die eigene Autonomie nicht zu verlieren? Dieser Gedanke irritiert. Gilt nicht Geheimniskrämerei als unreif und moralisch verwerflich? Richtet Unehrlichkeit nicht verheerenden Schaden an? Geheimnisse haben keinen guten Ruf – und daran sind Psychologen und Psychotherapeuten nicht ganz unschuldig. Denn ihr Augenmerk galt bislang vor allem den destruktiven Wirkungen der Geheimhaltung. Nicht nur die Geheimnisträger selbst brechen oft unter der Bürde des Nichtsprechens zusammen, auch Familienmitglieder, die von Geheimnis gar nichts wissen, leiden unter der angespannten Atmosphäre, die Geheimhaltung in Familiensituationen erzeugt. Wer schlimme Erfahrungen für sich behält und seine Gefühle verdrängt, der riskiert, psychisch oder körperlich zu erkranken.

Doch wer ein Geheimnis wahr, der lebt eine zweite Welt neben der Offenbaren. Es gibt ein geistiges Privateigentum, dessen Vergewaltigung eine Lädierung des Ich in seinem Zentrum bewirkt. Diskretion, den Respekt vor der ideellen Sphäre eines Menschen ist unabdingbar. (George Simmel 1908)
Schon lange vor Schimmel, im Jahr 1840, hatte Arthur Schopenhauer auf die Bedeutung der Geheimhaltung hingewiesen. Er postulierte, ein Recht auf Lüge, und zwar dann, wenn etwas geheim gehalten werden muss, dessen Kenntnis mich dem Angriff anderer blossstellen würde.
Kein Geheimnis, das heisst, keine Abgrenzung, kein unabhängiges selbst, keine privaten Briefe oder Tagebücher, kein Raum für eigene Träume, nichts Rätselhaftes. Wenn zwei sich Ich sich in einem Wir auflösen, verschwindet die Freude am Unterschied. Paare, die keine Geheimnisse voreinander haben, gehen häufig in eine Therapie, weil ihre Beziehung langweilig und trist geworden ist.
Gebe ich ein Geheimnis aus Verärgerung preis?
Wenn ein Geheimnis plötzlich eingestanden wird, weil man auf den anderen wütend ist oder sich rächen will, wird die Enthüllung keine befreiende, sondern eine verheerende Wirkung haben.

Will ich mich von einer Last befreien und sie dem anderen aufbürden?
Evan Imber-Black, Therapeutin, warnt davor, die eigene Schuld auf den Schultern des anderen abzuladen: „Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, ein wichtiges Geheimnis offen zu legen, und sich in ihrer Fantasie ausmalen, Sie seien danach völlig erleichtert, der andere akzeptiere sie voll und ganz und die Sache sei damit ein für alle Mal erledigt, dann sollten Sie dies als Warnsignal betrachten.
Im Grunde gibt es nur zwei wirklich gute Motive, um ein Geheimnis zu lüften, meint Imber-Black. Erstens, wenn man der ehrlichen Überzeugung ist, dass ein anderer Mensch ein Recht darauf hat, das Geheimnis zu kennen, weil dadurch seine eigene Lebenskraft gestärkt wird. Zweitens, wenn man durch seine Ehrlichkeit eine Beziehung retten oder wiederherstellen will.
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