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Wir können uns über homophobe Anfeindungen echauffieren, uns angegriffen fühlen und darüber klagen. Wir können Freundschaften dafür aufgeben. Den Hass, dem Lesben und Schwule viel zu oft ausgesetzt sind, erwidern. Bevor wir das tun, sollten wir uns aber mindestens einmal in eine ruhige Ecke begeben und uns fragen: Warum wird ein Mensch homophob? In Teil 1 nehmen wir das Modell „homophober Mann“ auseinander, um die Hintergründe schwulenfeindlichen Verhaltens kennenzulernen. Lesebrille auf und mitgedacht! Dass niemand homophob zur Welt kommt, ist klar. Das Märchen, Homosexualität sei unnatürlich, ist inzwischen auch widerlegt. Liebe unter Geschlechtsgenossen kommt im Tierreich recht häufig vor. Schwule Giraffen, Delfine, Schwäne, Pinguine… Artübergreifend gibt es immer wieder gleichgeschlechtlichen Sex. Nicht immer handelt es sich dabei um Partnerschaften, aber es sind durchaus konkrete Fälle von Paaren bekannt, die sich über viele Jahre hinweg die Treue halten und zuweilen eine wichtige Rolle in ihrer tierischen Gemeinschaft einnehmen, indem sie zum Beispiel verwaiste Kinder anderer Artgenossen adoptieren und großziehen. Auch wenn wir die Geschichte der Homosexualität betrachten, stellen wir fest: Lesben und Schwule gab es schon immer. Homophobie ist dagegen ein relativ neues Phänomen, für das es keine „natürliche“ Veranlagung zu geben scheint. Eigentlich könnte alles Regenbogen chic sein. In der bitteren Realität aber werden Homosexuelle in manchen Ländern noch immer verfolgt und müssen hohe Freiheitsstrafen und Gewalt befürchten, bis hin zur Exekution. Studien legen nahe, dass Homophobie oft durch die Unterdrückung der eigenen, gleichgeschlechtlichen Neigungen entsteht. Untersuchungen wie die der University of Rochester (2012) ergaben, dass Männer, die von ihrer eigenen Heterosexualität überzeugt waren und als schwulenfeindlich eingestuft wurden, intensiver auf homosexuelle Reize reagierten. Besonders bemerkenswert finde ich eine Studie, die die University of Georgia 1996 durchführte. Die Versuchspersonen waren 64 Hetero-Männer. Unter ihnen befand
sich kein Einziger, der sich als bedingungslos schwulenfreundlich erwiesen
hätte. Die Wissenschaftler mussten ihr Modell zur Einordnung auf dem „Index of
Homophobia (IHP)“ überarbeiten, da wider Erwarten keiner der Versuchsteilnehmer
Fragen wie „Würden Sie sich unbehaglich fühlen, wenn Sie sich in einer Gruppe
Homosexueller aufhielten?“ mit einwandfreiem Nein beantwortete. Die Forscher stellten
also zunächst die Intensität des Unbehagens und der Abneigung fest, die die
Männer beim Kontakt mit Schwulen, oder dem bloßen Gedanken daran, erfasste. Schließlich teilten sie die Gruppe in 29 nicht bzw. kaum homophobe
und 35 homophobe Kandidaten ein. Sie führten ihnen erotisches Videomaterial von
1) heterosexuellen 2) lesbischen und 3) schwulen Paaren beim einvernehmlichen
Liebesspiel vor. Gleichzeitig wurde der Grad der sexuellen Erregung über einen
Sensor direkt am Penis der jeweiligen Versuchsperson gemessen. Das Ergebnis: Sowohl homophobe als auch nicht-homophobe Männer reagierten erregt auf die ersten beiden Videosequenzen. Der signifikante Unterschied zeigte sich erst bei Clip 3. Während die Nicht-Homophoben beim Anblick schwuler Liebender völlig unbeeindruckt blieben, war bei 80% der homophoben Teilnehmer eine eindeutige sexuelle Erregung messbar. Daraus lässt sich ableiten, dass wahrscheinlich deutlich über
die Hälfte aller offen schwulenfeindlichen Männer selbst homosexuelle Neigungen
haben. Eine Antwort führt bekanntlich zur nächsten Frage. Wieso sollte
jemand Schwule diskriminieren, wenn ihn die Vorstellung gleichgeschlechtlicher
Liebe selbst erregt? Eine mögliche, wunderbar schlüssig zusammengefasste Erklärung hat Richard Ryan, Professor of Psychology, Psychiatry and Education an der University of Rochester: Wer negativ auf Homosexualität reagiert, obwohl er selbst eine Veranlagung dazu besitzt, ist sich dieser Neigung meist nicht bewusst. Vielleicht besitzt er konservative Vorstellungen von Moral, mit denen er sich selbst vorschreibt, wie er als „normaler“, wertvoller Mensch zu sein hat. Wir alle haben das Verlangen nach Anerkennung und Bestätigung von unseren Mitmenschen. Um dieses Grundbedürfnis zu stillen, neigen wir dazu, uns so zu verhalten, wie andere es von uns erwarten und unser Selbstbild an deren Vorstellungen anzupassen. Mehr dazu in meinem Artikel Schublade auf – Identität rein. Dieses Bedürfnis betrifft uns alle, Lesben, Schwule, Heteras, Inter- und Transsexuelle, jeden einzelnen Menschen, der nicht gelernt hat, sein eigener Maßstab zu sein – und das, ihr Lieben, ist ein lebenslanger Prozess für uns. Manche haben einen besseren Start, weil sie das Glück hatten, von ihren Eltern bedingungslos in ihrem Selbstwert bestärkt worden zu sein. Oft knüpfen wir aber (zumeist ebenfalls unbewusst) Bedingungen an die Liebe, die wir unseren Kindern zuteilwerden lassen. Dazu gehört eben auch die sexuelle Identität. Ein Mensch, der fürchten muss, wegen seiner erotischen Veranlagung sein Gesicht und die Anerkennung seiner Familie zu verlieren, hat es schwerer, sich sein wahres Begehren einzugestehen. Erst recht, wenn er selbst daran glaubt, dass es in irgendeiner Weise schädlich oder verabscheuenswert sei. Außerdem kommt er auch ganz gut mit Frauen zurecht. Und je älter er wird, je länger er den ungeliebten Teil seiner Sexualität unterdrückt, desto mehr Leidensdruck staut sich in ihm an, der sich als Aggression und Feindschaft Bahn bricht, sobald ein homosexuelles Pärchen seinen Weg kreuzt. Der Schauspieler Morgan Freeman sagte einmal: „Ich hasse das Wort Homophobie. Es ist keine Phobie. Du bist nicht verängstigt. Du bist ein Arschloch.“ Aber stimmen wir nach dem, was wir soeben erfahren haben,
noch mit Mr. Freeman überein? Hm. Möglicherweise spricht er von einem
Arschloch, dass sehr viel Mitgefühl und Verständnis nötig hat… Was ist mit den restlichen 20%? Ein kleinerer Teil der homophoben Versuchspersonen aus der Studie von 1996 zeigte keinerlei Erregung bei der Ansicht des homoerotischen Videos, das dürfen wir nicht vergessen. Ein anderer „Typ“ der schwulenfeindlichen Kategorie könnte grob umrissen vermutlich so aussehen: Unwissend, hat sich noch nie ernsthaft mit Homosexualität befasst. Desinteressiert, weil er sich den Sex ob seiner Hetero-Veranlagung einfach nicht vorstellen kann. Vielleicht widert es ihn sogar an. Jedenfalls betrifft es ihn nicht persönlich, er kann sich nicht in die Lage eines Schwulen versetzen und dessen Probleme nicht nachvollziehen. Möglich, dass in seinem Umfeld bereits eine bestehende Meinung zum Thema herrscht, der er sich einfach anschließt. Weil es bequem ist und er keinen Grund hat, mehr Informationen einzuholen als die, die er nur vom Hören-Sagen hat. Hinzu kommt vielleicht noch eine religiös zementierte Ansicht über Fruchtbarkeit und ein traditionelles Familienbild. Im Gespräch wird sich dieser Typ zwar wie ein Prolet verhalten und, einmal in Fahrt, einen schwulenfeindlichen Satz nach dem nächsten ablassen. Aber Aggression und Hass kann nur derjenige entwickeln, der sich persönlich, in seinem Selbst angegriffen fühlt, und da seine Ablehnung hauptsächlich auf Unverständnis fußt, fehlt diesem Typ, den imaginären 20%, die der Anblick eines fremden Penis‘ vollkommen kalt lässt, der emotionale Aspekt. Homophobie resultiert zu einem Großteil aus falsch verstandener Männlichkeit und unterdrückten Gefühlen. Wenn wir schwulenfeindlichen Männern Futterneid unterstellen, liegen wir damit in mehr als der Hälfte aller Fälle richtig. Hoppla, jetzt haben wir die ganze Zeit über Männer gesprochen… In Teil 2 werden wir die beiseite schieben und zum Modell „homophobe Frau“ wechseln – wenn es das gibt. Eine Studie provoziert mit der Frage, ob Frauen ihrer Veranlagung nach überhaupt ausschließlich hetero sein können. Wie weit reicht das sexuelle Spektrum? Und was können wir tun, um Homophobie wirksam entgegenzutreten? Seid gespannt! Lasst uns inzwischen die Wartezeit verkürzen und verratet mir, welche Erfahrungen ihr mit Homophobie machen musstet und welche Erkenntnisse ihr dabei gewonnen habt. Ich bin neugierig auf Eure Meinungen und persönliche Wissensschätze!Wider die Natur


Was ich nicht haben kann…

…gönne ich anderen nicht.
Woher kommt der Hass?
Die Sehnsucht, geliebt zu werden

Persönlich betroffen oder nicht?

Fazit
Wenn ich reise, dann am liebsten alleine. Wie sagte die Philosophin Hannah Arendt einmal? „Das Leben zu lieben ist einfach, wenn du im Ausland bist. Wo dich niemand kennt und du dein Leben ganz alleine in den Händen hältst, bist du mehr Meister deiner selbst als zu jedem anderen Zeitpunkt“. Und das stimmt. Ich verliere mich in Straßenzügen, genieße spektakuläre Landschaften, gebe mich der Kunst hin, entdecke das Nachtleben, möchte Land und Leute kennenlernen und verstehen. Was mich während meiner Reisen ebenfalls brennend interessiert, ist die LGBT-Szene. Wie präsent ist sie im jeweiligen Land, wo trifft sie sich zum Feiern, Tanzen und Spaß haben, was sind das für Menschen, die ein Teil von ihr sind?

Buntes Budapest
Im März habe ich Budapest bereist, die Hauptstadt eines eher konservativ ausgerichteten Landes im Osten Europas, Ungarn. Während meines dreiwöchigen Aufenthaltes hatte ich oft das Gefühl, als träfe sich die ganze Welt in diesem „Paris des Ostens“. Egal ob Backpacker oder Busreisende, Abenteurer oder Luxusbegeisterte, in der Stadt gab es eine Vielzahl unterschiedlicher Menschen zu entdecken. Gerne habe ich mich in den Abendstunden in das pulsierende Budapester Nachtleben gestürzt und Restaurants, Bars und Clubs besucht. Größtenteils waren diese Abende geprägt von heterosexueller Party-Kultur; auf Lesben oder andere Angehörige der LGBT-Szene traf ich nur selten, und wenn, dann handelte es sich bei ihnen um Reisende wie mich.
LGBT, wo versteckt ihr euch?
Ich begann mich zu fragen, wo sich die Budapester Szene versteckte – dass es in einer solchen Metropole irgendwo eine solche geben musste, unterstellte ich ohne langes Nachdenken. Meine Neugierde war geweckt und wollte gestillt werden. Also nutzte ich einen ruhigen Abend im Hostel, und befragte Dr. Google nach entsprechenden Veranstaltungen. Nach kurzer Recherche wurde ich fündig und stieß sowohl auf diverse Lesbenparties als auch auf einige kulturelle LGBT-Veranstaltungen. Hätte ich nicht eigenständig recherchiert, hätte ich mangels analoger Werbung im öffentlichen Raum wohl nicht davon erfahren, dass es in Budapest doch so viel queeres Leben gab. Mein Weg führte mich zu einer gut gefüllten Lesbenparty, in zwei einschlägige Bars und in eine Ausstellung, die moderner homoerotischer Kunst gewidmet war. Einige interessante Gespräche mit Einheimischen ergaben sich dabei wie von selbst.

Erweiterte Horizonte
Wie in Budapest habe ich es mir auch bei anderen Reiseabenteuern, etwa in Italien, Tschechien oder Polen, nicht nehmen lassen, ein Auge auf die ominöse Szene zu werfen. Es hat mir tolle Kontakte beschert und meine Sicht auf das bunte Leben in Europa erweitert. Auch bin ich sensibler geworden für die Freiheiten meines Heimatlandes, Deutschland, und diesbezügliche Einschränkungen, welche in Ländern wie Ungarn spürbar sind.
Ihr plant gerade eine Reise innerhalb Europas und habt Lust, euch wie ich auf die Suche nach der lokalen Regenbogenszene zu begeben? Dann lohnt sich in jedem Fall ein Blick in den LGBT-Eventkalender von Expedia, welchen ihr hier findet. Ob Prides, queere Filmfestivals, Parties oder Sportveranstaltungen, in diesem Kalender könnt ihr euch einen Überblick über bunte Veranstaltungen in der Destination eurer Wahl verschaffen.
Habt auch ihr euch auf Reisen ins regenbogenfarbene Getümmel gestürzt? Wie habt ihr die lokalen LGBT-Communities erlebt, was hat euch besonders gut gefallen? Uns interessieren eure Geschichten, erzählt sie uns in den Kommentaren!
]]>Wir haben Angst vor „es paar Törm wo vor kurzem die wenigschte gwösst hend wies heissend“ um nochmals Breitbild zu zitieren, vor der Islamisierung im Allgemeinen, den schwarzen Schafen, den Oligarchen, den Obdachlosen, den Ausländern – also vor so ziemlich allem, was nicht einigermassen so ist, wie wir sind oder zu sein meinen. Und mir scheint, als würden sich all diese Ängste schleichend mehr und mehr in der Gesellschaft verbreiten.
Kein EntkommenB
Auch Homophobie, also die Angst vor Homosexuellen, ist Realität. Selbst in Zürich, der wohl tolerantesten Stadt der Schweiz, ist sie zu finden und wir alle sind ihr wahrscheinlich schon in irgendeiner Art und Weise begegnet. Nochmals anders ist es zum Beispiel in der Innerschweiz. Die Geschichte von unserem Dorfpfarrer habe ich ja bereits das letzte Mal erzählt. Ein anderes Beispiel: An unserer Kanti gab es einen Jungen, von dem einige glaubten, dass er eventuell schwul sein könnte (er hat sich dann nach der Kanti auch tatsächlich geoutet), was zu einem Eklat führte, weil sich einige der pubertierenden Jungs weigerten, mit ihm nach dem Sport unter die Dusche zu stehen. Ganz viele solche Geschichten hört man in der Schweiz. Gar nicht anfangen will ich mit anderen Staaten: dem absolut rechtlich diskriminierenden Russland, den Fundis in Amerika oder den Ländern, in welchen homosexuelle Handlungen unter Todesstrafe stehen.
Schon absurd, diese Homophobie – man hat Angst vor Menschen, die das gleiche Geschlecht lieben. Was soll bitte schön an Liebe angsteinflössend sein (ausser natürlich, dass sie total blind und betrunken macht)? Gehen wir doch mal dem Phänomen Homophobie auf den Grund:
Phobia
Einer der Ersten, die den Begriff Homophobie prägten, war George Weinberg. „A phobia about homosexuals … It was a fear of homosexuals which seemed to be associated with a fear of contagion, a fear of reducing the things one fought for – home and family. It was a religious fear and it had led to great brutality as fear always does.” Es geht also um eine Phobie, um eine Angst. Aber stimmt dieser etymologische Ursprung wirklich mit dem überein, was man eigentlich damit sagen will? Denn Homophobie ist ja eigentlich viel weniger eine Angst – wie beispielsweise die Coulrophobie (Angst vor Clowns), die Coitophobie (Angst vor Sex) oder die Coprophobie (Angst vor Scheisse) – sondern fällt eher in dieselbe Kategorie wie Sexismus oder Rassismus. Das hingegen sind ablehnende, ausgrenzende oder feindliche Haltungen gegenüber Personen oder einer Gruppe, die als andersartig gesehen werden. Das hat nicht mehr viel mit Angst zu tun. Es ist vielmehr eine Einstellung, eine Art die Welt zu sehen und zu kategorisieren, wodurch einer Gruppe von Menschen feindselig begegnet wird.
Gefährlich
„Had led to great brutality“ – leider ist hier die Vergangenheitsform nicht angebracht. Denn noch immer hat Homophobie brutale Folgen. So ist die Suizidrate von jungen Homosexuellen zwei- bis zehnmal höher als bei gleichaltrigen Heterosexuellen. Und das liegt nicht irgendwie daran, dass wir ein Suizid-Genli haben. Nein, das liegt an der Homophobie – der Tatsache, dass die Andersartigkeit in unserer Gesellschaft einen schwierigen Stand hat. Dass es nicht einfach ist, nach vorne zu treten und dazu zu stehen, dass man nicht der breiten Masse entspricht. Noch brutaler wird es, wenn Homophobie institutionalisiert wird – sei es religiös, rechtlich oder gesellschaftlich. Das führt dann zu Umpolungstherapien, Exorzismen um den Homoteufel auszutreiben, zur rechtlichen Diskriminierung und zur strafrechtlichen Verfolgung. Diese Entwicklung, dass die Andersartigkeit keinen Platz hat, ist gefährlich – gefährlich für das einzelne Individuum und für die Menschheit, wie uns die Geschichte immer wieder zu lehren versucht.

Überall dasselbe
Als ich letztes Jahr in Äthiopien war, kam es zu einer ganz absurden Situation: Gebrisha (ein äthiopischer Philostudent, welcher in Alitena, dem Dorf, das ich besuchte, als Entwicklungsarbeiter bei Frauenförderungsprojekten arbeitete und in diesen Wochen zu einem guten Freund und super Guide wurde, der all meine gwundrigen Fragen beantwortete) amüsierte sich mit meinem Iphone und verlangte zu allen Fotos, welche ihm eine Welt zeigten, die er sich überhaupt nicht vorstellen konnte, eine ausführliche Erklärung. Irgendwann kamen wir zu einem Foto von meinem besten Freund, der seinen damaligen Freund küsste.Der Schock stand Gebrisha ins Gesicht geschrieben und dieses Mal schaute er mich nicht auffordernd fragend an sondern eher what the fuck.
Einige Stunden später sprach er mich darauf an, wer das sei, was das soll, wieso ich so ein Foto habe, und meinte, dass das Bild ihn ziemlich aufgewühlt habe. Ich erklärte ihm, dass das in der Schweiz okay ist und dass das mein bester Freund und sein Freund seien und und und. Und dann fragte ich, wie denn mit Homosexualität bei ihnen umgegangen wird. Ich hatte bis jetzt die äthiopische Kultur als sehr körperkontaktfreudig und sehr offen mit Sexualität umgehend empfunden. Nein, zwei Männer, die sich lieben, die ein Paar sind, beim Sex, dass sei gruusig. Mit Lesben habe er überhaupt kein Problem, das sei okay. Aber Analsex, wäh. Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor? Ich behaupte einfach mal, dass diese Meinung nicht nur in Äthiopien sondern auch bei uns immer wieder so anzutreffen ist.
Ach ja, ein paar Tage später gingen einige Einheimische und ich in die Stadt. Neben mir im Auto saß ein Mann in den Zwanzigern, der einen geflickten Kapuzenpulli trug. Dieser war so zusammengenäht worden, dass nun „Gay is the new black“ draufstand. Dies und andere Weisheiten fand ich in Äthiopien.

Die entscheidende Waffe
Das Gespräch mit Gebrisha führte dazu, dass er sich damit auseinander setzte und versuchte, sich selbst und dieses Phänomen Homosexualität irgendwie zu verstehen. Während wir damals lange zusammen saßen und versuchten, einander unsere Welt und Ansichten zu erklären, kam er irgendwann zum Schluss, dass das ja gar nicht so grusig sei. Das Problem war einfach, dass er es nicht kannte, nie damit in Berührung kam. Und genau deshalb entstehen solche Vorurteile, ablehnende und feindselige Haltungen oder Ängste.
Ein anderes Beispiel: auf meinen Artikel zu Emma Watson und dem Wort Feminismus habe ich eine uh härzige Reaktion von meinem wundervollen ehemaligen Mitbewohner erhalten. „Ech ha dine post jetz gläse ond ech fendne eifach super!!! Ech gsehnes glichig. (…) Ond mer sett sech schäme, kei feminescht ond demet gäge d glichbeerächtigong vo aune mönsche zsi.“ Ich war sprachlos. Und unglaublich gerührt. Ich kann mich an die noch nicht allzu lang vergangenen Abende am Esstisch erinnern, wo ich erklärte und nochmals erklärte, wieso ich Feministin bin. Wieso es Krippenplätze und Teilzeitstellen braucht, was es mit der ominösen gläsernen Decke und der Lohnungleichheit auf sich hat und vor allem, wieso der Kampf der Feministinnen noch lange nicht vorbei ist. Ich erinnere mich an Sätze wie: „Ech ha emmer gmeint alli Femineschtinne hend chorzi Hoor.“ Aber scheinbar haben all diese Gespräche gefruchtet. Deshalb war ich so gerührt von dieser wundervollen Reaktion.
Ich glaube, der einzige Weg, um die Homophobie zu besiegen, ist das Gespräch. Denn Angst hat man vor dem Unbekannten. Wenn man aber einmal mit dem Anderen in Kontakt kommt, wird es weniger beängstigend, weniger fremd und dafür vertrauter. Deshalb an Alle: lasst Euch auf all die Gespräche ein, obwohl sie sich im Kreis drehen und teilweise absurd sind. Denn Worte sind die einzige Waffe in diesem Kampf, dem Kampf gegen diese Angscht vu da Lüüt vor da Lüüt!
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Und schon ist der Spuk wieder vorbei: während der letzten Tage war Zürich geprägt von der Zurich Pride. Ein grosser Umzug, der glücklicherweise vom Regen verschont blieb, bildete das Highlight des Festivals. Lesbian chic war für euch vor Ort – was schreib ich: lesbian chic war mittendrin!
Die Parade
Nachdem wir am Freitag nur kurz am Turbinenplatz verweilen konnten, waren wir am Samstag omnipräsent: zunächst führte unser Weg natürlich an die Pride, die übrigens von Polizeivorsteher Daniel Leupi angeführt wurde. Da das Verhältnis zwischen der Stadtpolizei und der Schwulen-Szene in den letzten Jahren teils doch etwas arg ramponiert war, empfanden wir das irgendwie als guten Schachzug. Petrus zeigte sich dann auch von seiner queer-freundlichen Seite und liess den Himmel nur bis 14:40 Uhr weinen. So machte es denn auch umso mehr Spass, mitzulaufen, mitzutanzen (ein Hoch auf Aerobic), mitzusingen – und die Chicks mit unseren Flyern und Kosmetika von Vabelle zu beglücken. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Eva, Lu, und natürlich Norman, der übrigens ab und zu angesprochen wurde, warum er als Mann denn unsere Flyer verteilt. Ganz einfach: weil er ein guter Freund ist und uns unterstützt. Weil er als Schwuler weder ein Problem mit Lesben hat noch wir als chic lesbian chicks mit Schwulen. Weil die Pride die beste Gelegenheit ist, um ein für alle mal zu zeigen: diese lesbisch / schwulen, beziehungsweise schwul / lesbischen – Schranken sind absolut lächerlich und unnötig. Wofür haben wir genau demonstriert? Akzeptanz und Toleranz? Eben. Das aber nur so am Rande.

Auffällig war, dass es dieses Jahr nur wenige bunte Vögel unter den 15’000 Parade-Teilnehmern gab – Helmine Tell und die farbigen Jungs, die Frau in der Zeitung und im TV bestaunen konnte, mal ausgeschlossen. Das dürfte ganz im Sinne der Organisatoren gewesen sein, sprachen sie doch davon, dass es bei der Zurich Pride um mehr geht als „pinke Locken“. Die Route war jedoch wieder sehr gut gelegt, und führte vom Helvetiaplatz, wo unter anderem unsere grosse Schwester Corine Mauch die Eröffnugnsrede gehalten hat, über den Stauffacher, die Sihlstrasse und die Bahnhofstrasse. Die Queer-Community war somit für alle gut sichtbar und im Herzen Zürichs unterwegs.
Der Turbinenplatz
Nach einer kleinen Stärkung zogen wir weiter an den Turbinenplatz. Dort erwarteten uns blauer Himmel und Sonnenschein, sowie zahlreiche Leute, die ebenfalls den Weg dorthin gefunden hatten. Gewisse auf der Bühne präsentierte gesangliche Beiträge haben doch arg an der Schmerzgrenze gekratzt. Und was das Moderatoren-Team an ihren eigenen Witzen genau belustigend empfand, war so ziemlich allen ein Rätsel. Für einen kleinen Eklat sorgte dann ein gewisser Herr, der sich nach seiner Rede (die letzte von dreien aufeinanderfolgenden) fürchterlich darüber aufregte, dass sich die Anwesenden kaum für Politisches interessieren und nur auf Party aus sind. Im Grundsatz verstehen wir diese Haltung ja. Es ist viel schwieriger, die Menschen für gesellschaftspolitische Belange zu mobilisieren, als für eine rauschende Nacht. Das betrifft aber nicht nur unsere Community, sondern die Menschheit als solches. Wir wissen durchaus darum, dass unsere heutigen Rechte nicht selbstverständlich, sondern das Resultat eines lange Kampfes sind. Und wir kämpfen auch heute. Jede und jeder einzelne der 15’000, die dabei waren.

Bevor wir uns nun dem weiteren Verlauf des Abends widmen, wo wir im bösen, bösen Ausgang waren, möchten wir an dieser Stelle Erika Volkmar, der Vorsteherin der Fondation Agnodice ganz herzlich zum diesjährigen „Stonewall Award“ gratulieren. Erika Volkmar ist Medizinerin – und eine Transfrau. Mit viel Herzblut leistet sie wichtige Aufklärungsarbeit in diesem Bereich. Wir wünschen ihr weiterhin viel Durchhaltevermögen und Erfolg und hoffen, dass diese Ehrung auch den vielen anderen Transgender / Transsexuellen zu mehr Gehör und Akzeptanz verhilft.
Mit den Engeln im Sündenpfuhl
Ab Mitternacht war die eine Hälfte von uns in der Maag Halle anzutreffen, wo die Angels ein rauschendes Fest veranstalten sollten. Die ganze Promotion rund um den Event hatte nicht zu viel versprochen: die Stimmung war überschwänglich, die Musik perfekt für eine solche Nacht, die Barkeeper spendabel und auch die Live-Acts und Tänzer bester Laune. Ganz, wie es sich die Community von Nächten mit den Engeln gewohnt ist. Denn die wissen einfach, was sie tun.

Da ich kürzlich darauf angesprochen worden bin, ob es bei Parties eigentlich nur ums vögeln geht, werde ich an dieser Stelle darauf verzichten, euch von meiner Begegnung, den vielen wilden Küssen, den Knutschflecken auf meinem Körper, den intensiven Berührungen und schweisstreibenden Bewegungen, meinem schmerzenden Piercing, meinem Muskelkater, und dem durch unsere Aktivitäten total schräg im Raum stehenden Bett zu erzählen. Gar nichts werde ich dazu schreiben. Stattdessen möchte ich antworten: Nein, geht es nicht. Die Musik, die Ambiance, die fröhlichen Menschen, das Tanzen, die Freiheit, die Unbeschwertheit, die Leichtigkeit des Seins, der Genuss, die Freude, … . Das ist, was wirklich zählt. Und das ist, was ich erlebt habe.
Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Zurich Pride – dem Fest, an dem die ganze Community zusammenkommt, für die gleiche Sache einsteht. Und die Stadt für ein ganzes Wochenende queer ist.
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