Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 376
Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 398
Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 416
Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 420
Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 447
Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 459
Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php on line 478
Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-content/plugins/sprout-theme-options-panel/redux-framework/ReduxCore/inc/extensions/customizer/extension_customizer.php:376) in /home/httpd/vhosts/lesbianchic.de/httpdocs/wp-includes/feed-rss2.php on line 8
Steht euch der Sinn nach Paartanz? Dann nichts wie auf nach Bern an die TanzBar. In Basel warten wie gewohnt die rauschenden Partynächte von Queerplanet und Frigay auf. In Zürich gibt’s Free to Love und Santa V für die Partytiger sowie das Pink Apple für die ruhigeren unter euch. Auch aus St. Gallen dürfen wir diesen Monat etwas publizieren: Das Comback der Limettes.
Wir wünschen euch viel Spass da draussen und freuen uns über eure Erfahrungsberichte. Falls ihr mehr zu den Partys im Generellen oder unsere Erfahrungsberichte lesen wollt, dann findet ihr die im Blog Queer-Parties in der Schweiz.
Samstag, 2. April 2016
DJanes Anouk Amok und Madame Léa holen die Popsterne vom Himmel und umkreisen mit uns einmal den Erdball und die Zeitdekaden. Zu erwarten ist tanzbarer Pop, sicher nicht aussergewöhnlich, aber ok. Vor Ort ist mehrheitlich die Berner Szene – man kennt sich – man mag sich oder auch nicht.
Ab 22.00 Uhr, ab 18 Jahren, women only, Eintritt CHF 12.-
Freitag, 8. April 2016
Man weiss nie genau, wann die nächste kommt. Aber sie kommt: Die Kopfkino in Luzern. Vor Jahren war es eine etablierte Gayparty. Seit einigen Monaten wird sie sporadisch wieder organisiert. Diesesmal gibt’s Elektro mit energetischen Beats, düsteren Lyrics und umwerfender Performance. Tönt nicht nach Mainstream? Kopfkino will auch nicht Mainstream sein.
Ab 22.00 Uhr, ab 18 Jahren, Eintritt CHF 15.-
Homo Sapiens @ Amboss Rampe Zürich
For the very last time ever! – steht auf Facebook. Homo Sapiens lädt somit wohl das letzte Mal zum Tanz. Das kann und darf frau sich nicht entgehen lassen. Auf dem Line-up steht L Cavaliero aus Berlin, DJ Sabaka – DJane-Legende aus Zürich und Polabdul aus Basel. Ab auf die Rampe!
Ab 22.00 Uhr und 18 Jahren
It is Friday night and the feeling’s right! Ausnahmsweise nicht am dritten Freitag im Monat, sondern am ersten findet die Frigay statt. Gewohnt housig mit viel Strobo-Blitzlichtgewitter heizen DJ Extasia und DJ Karim Houas der Meute ein. Die Stimmung an der Frigay ist in der Regel locker und feierlaunig. Ein Besuch ist immer wieder schön.
Ab 23.00 Uhr, ab 18 Jahren, Eintritt CHF 15.-
Samstag, 9. April 2016
Einer der wenigen Events im Frauenraum, wo auch Männer (zeitweise) willkommen sind. Zu Beginn gibt’s Musik für Paartänzer_innen. Um 22.30 Uhr werden die Herren nach draussen gebeten und drinnen geht es für die Damen mit Oriental-Disco weiter.
Ab 20.30.00 Uhr, ab 18 Jahren, Eintritt CHF 15.-
Die Queerplanet vom 9. April steht ganz im Zeichen der nationalen Präventions-Aktion „Break the Chains“. Dafür wurden Trudi Vanbrekken de Chaîne, die Hot Boys Basel und hot Gogo’s gebucht, um dem Publikum ordentlich einzuheizen. Als Gast-DJ tritt Miss Delicious aus Köln auf. Zusammen mit Resident-DJ Taylor Cruz wird sie Dance Sound von House über Electro und Tribal House auflegen.
Ab 22.00 Uhr, ab 18 Jahren, schwullesbisch, Eintritt CHF 20.-
Samstag, 16. April 2016
Free to Love @ alte Kaserne Zürich
Eine Neon-Party? Ist denn schon die Steetparade? Nicht? Ok… Angesagt werden die Resident DJ Bobby Bella und Ambient P. Wegen denen besucht wohl niemand die Free to Love. Nicht, dass sie schlecht wären, es ist einfach immer dasselbe. Der Special Guest kommt dieses Mal aus Köln und heisst Rony Golding.
Ab 22.00 Uhr und 21 Jahren, schwullesbisch, Eintritt CHF 10.- im Vorverkauf / CHF 25.- an der Abendkasse
Wer nicht in die alte Kaserne zu Bobby Bella und Ambient P. mag, dem sei die Offstream, ein paar Häuser weiter, empfohlen. Alternativ Gay Party nennt sie sich und will gute Musik zu bezahlbaren Preisen (auch die Getränke) bieten. Mitte April begräbt das Kollektiv die düstere Jahreszeit unter einem blumigen Klangteppich mit neuen und älteren Entdeckungen aus der Indie-, Pop-, Rock- und Elektro-Sphäre.
Ab 22.00 Uhr und 18 Jahren, schwullesbisch,
Freitag, 22. April 2016
The Limettes – Comeback Party @ Militärkantine St. Gallen
Ganz ehrlich: ich habe keine Ahnung, was das für eine Party ist. Aber ich kenn eine Dame aus St. Gallen, die sich immer beklagt, dass dort die Ausgangsmöglichkeiten für Gays nicht grad dick gesät sind. Nun gibt’s was, und die Ostschweizerinnen unter euch sollen die auf keinen Fall verpassen ;-). The Limettes war bis 2011 eine reine Frauenparty in St. Gallen. Das Comeback scheint nun für alle Gays offen zu sein.
DJ Mary kennt ihr von den Ladies Nights aus Zürich. DJ Anouk Amok ist Bernerin. Mary ist mehr mit Mainstream Sound unterwegs. Anouk mixt ihre Tracks aus House und Elektro.
Ab 20.00 Uhr und 18 Jahren, schwullesbisch
Samstag, 23. April 2016
Santa V @ Kaufleuten Lounge Zürich
Bereits seit sechs Jahren gibt’s die SANTA V. An diesem Samstag findet, zum ersten Mal seit der Eröffnung in den frühen Neunzigern, im Kaufleuten eine Soiree explizit für Frauen statt; dort wo schon Ikonen wie Grace Jones, Prince und Patty Smith den Zürcher_innen die Köpfe verdrehten. Angekündigt sind ausgewählte Klänge, packende Beats, eine betörende Show und wie gewohnt prachtvolle Inszenierung. Das Line-up: AURATRAUMA & LA VENEXIANA (Zürich), ECE ÖZEL (Istanbul), ANNE AIR (Zürich), Liveshow YLVA FALK (Paris), Deko VERA LA COSA, Visuals HERMES
Santa V wurde auch schon von der Redaktion besucht und beschrieben: Santa V, Oktober 2014
Ab 23.00 Uhr und 18 Jahren, women only.
Mittwoch, 27. April – 5. Mai 2016
Pink Apple @ diverse Kinos in Zürich
Das neunzehnte schwullesbische Filmfestival Pink Apple beginnt diesen Monat. Vorverkauf (dringend empfohlen) startet am 19. April 2016. Ein Besuch des Festivals lohnt sich immer. Es gibt Filme, die im Kino laufen / liefen, Erstaufführungen, Schweizerpremieren, Schweizer Filme, Internationale Filme, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Parties, Cafés und interessante Begegnungen.
Das Programm ist noch nicht publiziert. Kommt sicher in den nächsten Tagen raus.
Letztes Jahr war auch die Redaktion vor Ort und hat berichtet: Pink Apple 2015
Freitag, 29. April – Sonntag, 1. Mai 2016
Angels White Party Weekend @ Club Heaven, X-Tra & alte Kaserne – alles in Zürich
Die Jungs wollen es so richtig krachen lassen und laden und Ladies mit dazu ein! Von Freitag bis Sonntag findet eine Party nach der nächsten statt. Schweisstreibende Tanzmusik – insbesondere House und Elekro – warten auf die feierwütige Meute. Wer im Vorverkauf ein Ticket kauft, hat Sonderkonditionen. Mehr Infos zu den einzelnen Events gibt’s direkt auf der Website der Angels.
Regelmässige Veranstaltungen
Gay & Lesbian Clubbing @ H24 Bern
Jeden Donnerstag ab 20.00 Uhr „Remember the Time“-Party mit 70er – 90er Sound inkl. Schlager. Jeden Freitag und Samstag ab 22.00 Uhr Partytunes & mixed Sound. For Lesbians, Gays and their dear Friends. Eintritt kostenlos.
Lesbengeschichte in der Schweiz
Seit diesem Sommer gibt es in Zürich regelmässige „Lesbenspaziergänge“, auf denen die Teilnehmenden lesbische Zeitgeschichte erfahren. Der Spaziergang endet mit einem gemeinsamen Umtrunk. Die Saison 2016 hat im März wieder begonnen. Frühzeitige Anmeldung via Website lohnt sich.
GirLs Treff @ Villa Stucki Bern
Seit kurzen organisiert die hab einen Jugendtreff für lesbische und bisexuelle Mädchen/Frauen zwischen 13 und 27 Jahren in der Villa Stucki. Auf der Suche nach Gleichgesinnten oder um einfach mal reden oder fragen zu können, ist der GirLs Treff die richtige Veranstaltung für dich.
Heldenbar –@ Provitreff Zürich
Wie wärs mit einem Drink nach dem Feierabend, gemütlich dem Weekend entgegenzublicken? Das gibt’s bei den Helden! Jeden Mittwoch, freier Eintritt for gays & lesbians
Lesbentreffpunkt @ Café Bubbels Zürich
Jeden 2. Mittwoch im Monat treffen sich Zürichs Lesben zum geselligen und fröhlichen Abend. Was, wenn ihr euch mal ohne BumBum der Clubs unterhalten wollt. Ab 19:00 Uhr. Anmeldung erwünscht. Women only.
La zoRRR_a – frauen*bar @ frau*m Zürich
Barnacht für Ladies, jeden 3. Mittwoch im Monat von 18.00 – 22.00 Uhr.
]]>Von der Idee zur Ausstellung
Ursprünglich hatte Andrea Sömmer Modelle für Shootings innerhalb der lesbischen Szene gesucht. Viele Frauen haben sich auf das Gesuch gemeldet, dabei einige interessante Gesichter mit genauso interessanten Geschichten. Doch den Anreiz auch zu interviewen gab Amra, eine junge Muslimin, die auf Frauen steht und ebenfalls hier in München lebt. Fasziniert von den Erfahrungen der jungen Frau, wuchs in Andrea Sömmer der Gedanke, weitere Menschen wie Amra, welche für sie in der Szene am Rand stehen, kennen zu lernen und zu porträtieren. Dabei ginge es nicht nur um negativ besetzte vermeintliche „Randgruppen“ in der Randgruppe. Jeder hat, laut Andrea Sömmer, viel mehr eine besondere Stellung in der Szene. „Jede der Frauen, die ich porträtiert habe, sieht die Szene aus einem speziellen Blickwinkel“, so die Fotografin. Diese unterschiedlichen Blickwinkel stellt sie im schwulen Zentrum Sub in München vor. Ganz nach dem Motto: „Anders sein ist nicht einfach, dazu gehören aber auch nicht.“

Vernissage: randGRUPPE
Es ist Samstagabend und die Ausstellung von Andrea Sömmer beginnt um 18Uhr. Schon nach einer halben Stunde sind die Ausstellungsräume des Sub so voll, dass frau kaum aneinander vorbei kommt. Vor den ausgestellten Werken haben sich Schlangen gebildet, nicht nur um die Bilder zu betrachten, sondern auch um die beihängenden Büchlein über die fotografierten Personen zu lesen. Auch ich bin Teil dieser Ausstellung und suche gespannt mein Bild. Keiner der Ausgestellten kannte vor der Eröffnung die Fotos. Deshalb war die Spannung groß, nach ein paar Monaten ‚Wartezeit‘ endlich das Ergebnis sehen zu können.

Nach einem kurzen Plausch mit der Fotografin, kämpfe ich mich zu meinem Bild durch. Es ist ungewohnt vor dem eigenen Foto zu stehen und ich fühle mich ein bisschen wie ein Voyeur meiner selbst. Auch bemerke ich ein plötzliches Wiedererkennen in den Blicken der im Umkreis stehenden Leute. Ihre Augen scheinen zu sagen: „Hey, ich habe über dich was gelesen“ und das bevor frau überhaupt selbst den Text kennt. Während ich schmunzelnd das bei hängende Büchlein mit dem Interview und zusätzlichen Fotografien anschaue, komme ich mit einem jüngeren Mädchen ins Gespräch. Sich selbst würde sie nicht als Lipstick-Lesbe bezeichnen, aber ihr Aussehen ist durchaus feminin. Sie wundert sich, warum ich als ‚Randgruppe‘ in der Ausstellung hänge, da es in ihrem Umfeld fast nur feminine Lesben gibt. Da merkt frau, was ein paar Jahre Unterschied schon ausmachen können und ich frage mich, ob die nächste Generation innerhalb der Szene schon einen Schritt ‚offener‘ ist.

Kurz darauf treffe ich auf eine weitere Porträtierte. Laila- die Frau mit Bart. In ihrer Jugend wurde bei ihr eine hormonelle Störung festgestellt, aufgrund dessen ihr ein Bart wuchs. Nach langen und schweren Überlegungen mit ihren Eltern, entschied sie sich dafür den Bart zu akzeptieren und nicht abzurasieren. Auch heute noch wird sie oft mit unangenehmen Situation konfrontiert, hat allerdings gelernt damit umzugehen und auf ihr Äußeres stolz zu sein. Als sie in der Ausstellung ihr Foto erblickt, grinst sie verlegen. Für sie war es eine genauso seltsame Situation ihr Bild zu sehen. Laila erzählt mir, dass ihr die Ausstellung endlich das Gefühl gebe sich „mitteilen“ zu können. Es ermöglicht ihr dadurch ein Statement abzugeben ohne etwas erklären zu müssen. Auch nach den durchweg positiven Reaktionen fühle sie sich stolz dort präsentiert zu sein – als Frau mit Bart.

Nicht nur die Frau mit Bart macht neugierig, sondern auch die Geschichten von Punkerin Denise, welche zurückgezogen auf dem Land ihre ganz eigenen Erfahrungen macht. Wichtig war Andrea Sömmer, Frauen aus der Szene zu Wort kommen zu lassen. Die Bilder sollen die Neugierde bei den Betrachtern wecken und zum Denken anregen. Die hohe Besucherzahl bei der Vernissage spricht für eine erfolgreiche Ausstellungseröffnung und ein gelungenes Projekt. Wen ich jetzt neugierig gemacht habe, der kann sich jetzt schon mal den Trailer zur Ausstellung anschauen oder bis 29.01.2015 im Sub in der Müllerstraße 14 selbst vorbeischauen.
]]>
Oute sich, wer Eier hat!
Wir wissen es alle: der Weg zum Outing kann lang und steinig sein. Hast du aber endlich den Entschluss gefasst, deine Liebsten über die Wahrheit, die du im Herzen trägst, zu informieren, wirst du schnell merken, dass die Erleichterung Überhand nimmt und du dich über die erlangte Freiheit freuen kannst.
Mit jedem Outing steigt das Selbstbewusstsein, es entsteht sogar eine Art Routine in der Herangehensweise. Trotzdem kannst du nie für alle Reaktionen gewappnet sein. Schlechte Reaktionen hat es in meinem Umfeld (noch) nicht gegeben, aber Fragen haben die Leute natürlich immer. Meine persönliche Lieblingsfrage ist dabei mit Abstand: «Aber bist du dir ganz sicher? Vielleicht bist du einfach an den falschen Mann geraten?», dicht gefolgt von: «Bist du dir ganz sicher, dass du nie wieder in deinem Leben einen Mann haben willst?».
Solche Fragen lassen mich innerlich jeweils kurz aufschrecken. Ja, ich fühle mich dann in eine Sackgasse gedrängt, von Polizisten in die Enge getrieben, mit dem Rücken zur Wand. Eindringlich schauen sie mich mit ihren dunklen Augen streng an durch ihre Schutzscheibenhelme, zielen bedrohlich mit Gummischrot und Teaser auf mich. Einer davon mit Megafon in der Hand: BIST DU SICHER??? Wow.
In solchen Momenten frage ich mich, ob den Menschen eigentlich bewusst ist, was es heisst, sich zu outen. Die Antwort spiegelt sich in ihren Rückfragen wieder: die meisten haben keinen Schimmer. Und woher sollten sie auch? Übel nehmen kann man es niemandem, «blöde» Fragen zu stellen. Denn, wenn wir ehrlich sind, sind es genau dieselben Fragen, die wir uns alle selber auch gestellt haben, bis wir einsehen konnten, wo die Musik spielt. Wenn unser Gegenüber also unseren ganzen, über Jahre abgelaufenen inneren Prozess im Zeitraum eines einzigen Outing-Gespräches aufholen muss, sind solche Fragen ja eigentlich völlig berechtigt. Und trotzdem, sie wirken so grotesk. Denn ein Outing wird von niemandem mit Leichtsinn angegangen. Du klappst nicht eines Morgens eine Geschenkbox auf und liest: Guten Tag, Sie sind Homo. Schön wär‘s! Stattdessen führst du über Jahre ein psychisches Doppelleben, mit dem Gedanken, dass eines Tages in weiter Ferne alles anders sein wird. Irgendwann. Und tatsächlich: irgendwann kommt der Knall. Die Explosion. Die Detonation. Und ehe du dich versiehst, hörst du dich deiner besten Freundin sagen: Ich bin lesbisch, imfall. By the way. Einfach so zur Info.
Ab hier verändert sich alles schlagartig, denn die Katze ist aus dem Sack und eine neue Perspektive offenbart sich. Das gesellschaftliche Gerüst, in dem du dich so lange komfortabel herumgetrieben hast, scheint unbedeutender denn je. Schlagartig wird dir klar, dass du dir die Grenzen, die dir die Gesellschaft vorzuschreiben schien, eigentlich immer nur selber gesetzt hast. Doch jetzt nicht mehr. C’est le lion qui bouffe son dompteur, après tout.

Frisch geoutet: die zweite Pubertät hat begonnen.
Du hast dir also endlich zugestanden, was Sache ist, hast alle Episoden von The L Word verschlungen, kennst Arielle von GirlfriendsTV, hast dort Wörter wie «Pansexual» und «Scissoring» gelernt, dich sogar auf OITNB eingelassen, Lip service, Kyss mig, La Vie d’Adèle, Sweeter than Chocolate. Du verstehst die Bezeichnungen Butch, Femme, Lipstick Lesbian, Spaghetti Girl. Schockiert stellst du fest, dass du mit einer potenziellen Zukünftigen keine Kinder adoptieren könntest und realisierst, dass die Familienplanung nun eine unerwartete Wende genommen hat (schon noch blöd). Obwohl dir die Diskriminierung der Homosexuellen schon immer ein Dorn im Auge war, fährt sie schlagartig auf anderer Ebene ein. Du kennst jegliche Songs der Quin-Zwillinge auswendig, findest lange Nägel an anderen Frauen einfach nur noch angsteinflössend und überlegst dir zwei Mal, was du nun essen willst. Der Name DeGeneres hat an Bedeutung gewonnen und das Outing von Ellen Page hat dich zu Tränen gerührt. Du fühlst dich also einigermassen «aufgeklärt» und hast genug von Beta-Erlebnissen: jetzt willst du selber ran!

Erster Schritt in die Realität: die Frauenparty.
Lange ist es her, seit meine Gefühle Achterbahn gefahren sind. Ich dachte, das hätte ich alles bereits hinter mir gelassen. Weit gefehlt! Mit neuen Voraussetzungen im Gepäck stürze ich mich Kopf voran in eine zweite Pubertät. Rette sich, wer kann!
Aber jetzt mal halblang. Dieses aufgeregte Kriegsgeschrei bringt nun wirklich niemanden weiter. Wo soll ich überhaupt beginnen? Ahnungslos sitze ich vor meinem Laptop und google Stichwörter wie «gay zurich» «lesbische bar» «zürich lesbenszene». Ja, ich versuche in meiner Verzweiflung sogar die brennenden Fragen für Google aus-zu-for-mu-lie-ren: «Wo sind lesbische Veranstaltungen in der Schweiz?» «Wo ist die Lesbenszene in Zürich?» «Welche bars sind gay friendly?». Und so weiter und so fort. Doch ich finde rein GAR NICHTS. Schon Wahnsinn, wie sich tausende Schwulenpartys und Schwulenveranstaltungen vor meinen Augen auflisten und kein einziger Treffer für meine doch so präzise Suchanfrage! Gopf. Wo treiben sich diese Frauen denn herum?
Nach langem Recherchieren (und paranoidem Dauer-Verlauf-Löschen) bin ich dann auf eine Party gestossen. Nachdem der Gedanke an diese eine Party über Wochen in meinem Kopf gereift ist, passiert es: Meine Beine bringen mich herzrasend und wie in Trance an einen Ort, vor dem sich mein Gehirn eigentlich fürchtet. Schwarz gekleidet und wie in Undercover-Mission. Hoffentlich sieht mich niemand, den ich kenne. Plötzlich steh ich da, alleine um 3 Uhr morgens an einer Frauenparty und denke mir: «Was zum Teufel mach ich da eigentlich?». Doch dann merkt das Gehirn, dass die Beine recht hatten, dass die Sehnsucht stärker war als die grösste Willenskraft auf Erden. Und dann erscheint das Unausweichliche plötzlich unglaublich attraktiv, denn die Türe wurde aufgestossen und die Musik süsser Versuchung ist mir entgegengeströmt, hat jeden einzelnen Nerv durchflossen und mich dann perplex mit tausend Antworten zurückgelassen, die ich so lange ignoriert hatte.
Da stehe ich also nun, umgeben von Gleichgestimmten, wie in eine Parallelwelt eingetaucht. Sie sind alle echt, leben und atmen, genauso wie der Rest der Welt (aha!). So banal dies erscheinen mag, war diese Erkenntnis Grund genug, mich bestärkt zu fühlen, denn nun war klar: ich bin nicht allein.
Wo man aber nicht allein ist, muss man sich anpassen. Und wie verhält man sich auf einer Frauenparty? Herzig, krass, angepisst, fröhlich, hysterisch, gesprächig, unauffällig, laut? Schnell merke ich, dass ich mit meinen gewohnten Verhaltensweisen aus der Heterowelt (wie auch immer diese sein mögen) nicht sehr weit kommen werde: hier gelten andere Codes. Es herrscht ein anderer Vibe. Die Blicke sind intensiver, direkter, schneller. Wo sonst könnte sich das stillschweigende Verständnis unter Frauen besser offenbaren? Wir lesen nun mal Gedanken. Und die weibliche Überlegenheit, die ich in diesem Bereich gegenüber Männern empfinden kann, ist hier hinfällig. Hier spielen alle mit denselben Waffen. Verunsichert durch die vielen Eindrücke, fühle ich mich schlagartig wieder wie mit 15: jung, naiv und neugierig an der ersten Summersurf im X-tra. Wem diese Party ein Begriff ist, denkt jetzt zu Recht: Holy shit, mein Beileid.
Danke. Doch so tragisch ist es dann auch wieder nicht. Es gibt viel zu entdecken und dieser Antrieb fühlt sich gut an. Wer hätte gedacht, dass sich wie aus dem Nichts plötzlich ein Schalter umdreht und dann die ganze Welt in ein anderes Licht rückt? Es entsteht eine andere Art von Sensibilität in der alltäglichen Umweltbetrachtung und jeder Blick wird zum Radar nach Gleichgesinnten. Plötzlich scheinen sie überall zu sein, an jeder Ecke, auf jeder Strasse, in jedem Auto, hinter jeder Theke. Hat die Welt schon immer so ausgesehen? Wenn ja, dann habe ich sie nie richtig angeschaut. Besser spät als nie. Ich liebe das Leben. Oh, ein Margerittli. Pflück. Sie liebt mich, vielleicht, ein bisschen, fest, sehr fest, gar nicht, vielleicht, ein bisschen, fest, sehr fest. Yes!
]]>