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nicht eindeutig zuordnen. Grund dafür kann das Aussehen, die Ausstrahlung oder der Kleidungsstil sein.
Dies kann zu Konflikten führen, aber auch zu einer ganz anderen Art der Wahrnehmung. In der heutigen Zeit
suchen vor allem junge Menschen nach ihrer Identität und streben danach, sich selbst zu verwirklichen.
Das Spiel mit der Androgynie kann uns helfen, unsere männlichen und weiblichen Facetten besser kennen
zu lernen und uns selbst neu zu entdecken. Ferner bleibt der Gedanke ob, der androgyne Lifestyle die
neue Freiheit des 21. Jahrhunderts ist oder ob er bereits zuvor eine relevante Rolle spielte.

© Andrea Sömmer

Der ultimative Mensch?
Eine Frau, die als androgyn bezeichnet wird, hat männliche oder auch maskuline Merkmale in ihrem Aussehen. Das kann zum Beispiel ein markantes oder grob konturiges Gesicht sein. Ihr Körperbau ist geradlinig. Frau spricht oft von einer „knabenhaften“ Erscheinung. Das mag auch daran liegen, dass die Brust meist flach ist. Wenn frau den Begriff ‚androgyn‘ oder ‚Androgynie‘ in die Internetsuchmaschine eingibt, dann werden oft Bilder und Videos über Transgender gezeigt. Es ist richtig, dass Transgender auch androgyne Merkmale aufweisen. Jedoch bedeutet Androgynie nicht, dass der Wunsch besteht, die morphologischen Geschlechtsmerkmale komplett ins Gegenteil zu verändern. Das Wort beschreibt die schwierige bis unmögliche Zuordnung zu dem typischen Erscheinungsbild einer Frau oder dem eines Mannes und ist daher geschlechtsneutral. In der Dokumentation Androgyn: Nicht Mann, nicht Frau?, welche auf SpiegelTV ausgestrahlt wurde, wird von einer Verschmelzung beider Geschlechtsmerkmale gesprochen. So gesehen, wäre ein androgyner Mensch, ein Wesen mit äußerlich Geschlechts-Merkmalen und für manche der ultimative Mensch, der je nach Lust und Laune in verschiedene gesellschaftliche Rollenbilder schlüpfen kann.

Androgynie ist anders
Auch wenn die heutige Gesellschaft von sich behauptet, offen und aufgeklärt zu sein, so gibt es trotzdem feste Schemata, was als „männlich“ und was als „weiblich“ angesehen wird. Ein Mensch, welchen frau als androgyn beschreibt, vereint weibliche und männliche Eigenschaften, zum Beispiel im Aussehen. Es gibt zwar auch Ausnahmen, aber meist werden Menschen anhand ihres äußerlichen Geschlechts von klein auf nach von ihren Eltern, aber auch von den Mitmenschen nach den kulturell gängigen „männlichen“ oder „weiblichen“ Rollenvorstellungen erzogen. Für die meisten Menschen sind erwachsene Frauen also generell als „weiblich“ anzusehen und Männer als „männlich“. Das hört sich jetzt ziemlich platt und simple an, aber so denken noch heute die meisten Menschen. Diese Denkmuster und der ständige Versuch einer zweigeteilten Zuordnung in die Kategorien „männlich“ und „weiblich“ wird bereits in frühster Kindheit geprägt. Rollenschemata werden uns von außen aufgezwungen, ohne dass wir uns zunächst dagegen wehren oder bewusst darüber nachdenken können. Erinnert ihr euch zum Beispiel noch an die Zeit im Sandkasten, als es darum ging, die Rollen beim Vater-Mutter-Kind-Spiel zu verteilen? Wenn ein Mädchen den Vater spielen wollte, dann zogen einige Spielkammeraden schon irritiert die Augenbraue hoch und quakten mit kindlicher Stimme „ Das geht gar nicht! Du musst die Mutter spielen!“ Oder auch, wenn es um Kleidung ging, wurden Mädchen, welche Klamotten für Jungen trugen oft von Gleichaltrigen schief angeschaut. Dabei kann ich nur aus eigener Erfahrung sprechen, dass es einfach praktischer und vor allem unfallfreier war, mit einer Hose durch den Wald zu rennen, als mit einem Kleid.

© Andrea Sömmer

Auch in und auch nach der Pubertät haben junge, androgyne Frauen mit dem Problem der klaren Zuordnung
zu kämpfen. Schon kurze Haare scheinen manchmal eine so starke Verwirrung auszulösen, dass es auf
öffentlichen Toiletten zu unangenehmen Szenen kommen kann. Eine Freundin, welche nicht einmal
eindeutig als androgyn beschrieben werden kann, war mit mir in einem schicken Club unterwegs.
Als sie mir ihren Drink in die Hand drückte, verließ sie mich mit den Worten „Ich geh mich mal kurz
frisch machen“. Nach zwanzig Minuten kam sie leicht errötet wieder. Sie erzählte mir, dass sie einige
junge Frauen partout nicht in die Damentoilette lassen wollten und eine Diskussion über ihr Aussehen
anfingen. Sie trug kaum Makeup und die kurzen Haare hatte sie nach hinten gegelt. Was allerdings wohl
eindeutig zum Verwirrspiel beitrug war ihr schwarzes Männerhemd und die enganliegende Jeans, welche
keine sofortige weibliche Klassifizierung zuließ. Kurzgesagt, sie sah zwar eigentlich verdammt gut aus,
aber wohl zu irritierend für die unbedarften Frauen in der Damentoilette. Nachdem sie sich beruhigt hatte,
witzelten wir, dass sie das nächste Mal vielleicht gleich ihr Hemd öffnen und ihnen einen Blick auf die unmissverständlichen, natürlichen Gegebenheiten gewähren sollte.

© Andrea Sömmer

Der androgyne Look
Auch ein Kleidungsstil kann als androgyn bezeichnet werden. In den 20er Jahren wurde der sogenannte
Garçonne-Look durch Frauen wie Coco Chanel berühmt. Das Wort garçon kommt aus dem Französischen
und bedeutet ‚Junge‘. Es wird allerdings mit einer femininen Endsilbe geschrieben. Damals stattete die Modedesignerin Frauen mit Männerhosen, Kostümen und Westen aus und verlieh Schauspielerinnen
wie Audrey Hepburn ihren weltbekannten androgynen Touch.
In der heutigen Modewelt kann frau den androgynen Look nicht mehr übersehen. Frauen mit kantigen
Gesichtern und kurzen Haaren, welche kess in Hosenanzügen und in Männerboxershorts auf dem Laufsteg
posieren sind keine Seltenheit mehr. Männer- und Frauen-Models, welche in ihrem Aussehen männliche
und weibliche Merkmale aufweisen, erobern die Modemagazine. Das besondere an dem Look ist, dass er
etwas Verwegenes und Unabhängiges aus strahlt. Die Frau steht gesellschaftlich vor allem in der
westlichen Kultur nicht mehr hinter dem Mann, sondern idealerweise neben ihm.
Eine androgyne Erscheinung in der Modewelt ist beispielsweise Jana Knauerová. Durch ihr kantiges
Gesicht, den buschigen Augenbrauen und der schmalen Figur macht sie nicht nur als Frau Eindruck.
Das tschechische Model wird von der Internetseite nymag.com als rising star betitelt
und viele bekannte Modelabels haben sie seit ihrer Entdeckung 2005 gebucht.

Das Wechselspiel zwischen männlich und weiblich wird folglich schon lange als anziehend in der Modewelt empfunden und hilft dabei, das gesellschaftlich noch immer vorherrschende dichotome Schubladen-Denken aufzulockern. Dabei müsste die selbstbewusste, Klischee-Frau von heute es doch einfach mal von einer ganz anderen Seite sehen: Die Auswahl Männer- oder Frauenkleidung zu tragen, mal dieses oder jenes Rollenbild zu leben bedeutet Vielfalt, Selbsterfahrung und Freiheit. Es bedeutet sich und andere neu zu erleben, andere Sichtweisen zu erfahren und somit neue Welten für sich zu entdecken.

 

 

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Der Rebel-Look: She will rock you, Baby! https://www.lesbianchic.de/der-rebel-look-she-will-rock-you-baby/ https://www.lesbianchic.de/der-rebel-look-she-will-rock-you-baby/#respond Wed, 19 Feb 2014 08:13:36 +0000 https://www.lesbianchic.de/?p=7794 Frau muss nicht zu den Anhängern der Sex-Pistols gehören, um den Rebel-Look tragen zu können. Dieser Stil wird oft als Modetrend bezeichnet, hat allerdings einen festen Platz in unserem Kleiderschrank verdient, da er ein langlebiger Gast auf den Straßen der Mode ist.
Rebellisch und stark – das sind die Worte, die den Rebel-Look am besten beschreiben. Für mich hat er die Aussage: Du bist jung, unabhängig und selbstbewusst. Du kümmerst dich nicht darum, was andere Leute von dir halten. Und das Wichtigste: Trag, was du willst.

Zeit für das wilde Lebensgefühl
Lederjacken und Nietenarmbänder dienen uns heute, um unseren Outfits einen wilden Look zu verpassen. Wer denkt, dass dies ein moderner und junger Trend sei, der liegt falsch. Der Trend geht zurück auf die Zeit der jungen Wilden um 1950 in den USA.
Nach den harten Jahren des Krieges wurden die Kleidervorschriften für Frauen wurden eingeführt. Von neuen Vorschriften und Idealen geprägt, stellten sich Jugendliche protestierend dagegen. Die jungen Leute hatten es satt, angepasst und unterdrückt zu werden, und suchten nach einem neuen Lebensgefühl. Inspiriert durch Hollywood-Spielfilme und der aufkommenden Musikrichtung Rock ’n‘ Roll fanden Jugendliche ihren ganz eigenen Stil, sich zu kleiden. Weg von den Kleidungsvorschriften der Erwachsenen eiferten sie Idolen wie James Dean und Marlon Brando nach, welche für sie Freiheit und Unabhängigkeit verkörperten. In Filmen wie Der Wilde (1953) spielte Brando einen frustrierten, jungen Mann und Anführer einer Rockerband. Sein Look wurde Quelle des neuen, modischen Lebensgefühls: der sogenannte Rebel-Look, definiert durch die Perfecto-Lederjacke und Jeans. Ab dieser Zeit war es in, ein Rebell zu sein und dies durch den möglichst derben Kleidungsstil der Gesellschaft zu zeigen.

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Wer wagt, gewinnt
Seit 1950 kamen unterschiedliche Einflüsse zum Rebel-Look hinzu. Der Punk provozierte mit coolen Bandshirts, wie zum Beispiel 1976 das Sex-Pistols-T-Shirt von Vivienne Westwood mit dem pikanten Slogan: Anarchy in the U.K. Sex Pistols.
Durch Designer wie Jean Paul Gaultier lief der Rebell erstmals auf den Laufstegen der Welt und bewies, dass er auch zur Haute Couture taugt. Bekannt ist Gaultier für seine extravagante Unterwäsche und Korsetts. Aufsehen erregte er 1990 mit einer gewagten Corsage mit spitzen BH-Körbchen für Madonnas Blonde-Ambition-Tour. Damit setzte er einen neuen, provozierenden Trend für selbstbewusste Frauen.
Heutzutage dient der Look nicht mehr vorwiegend dem Zweck, gegen die Zwänge in der Gesellschaft zu protestieren, hat allerdings seinen rebellischen Charakter behalten. Frei nach dem Motto: Trägst du Leder und Nieten, dann bist du härter als die anderen.
Es gibt viele Variationen, den Rebel-Look zu tragen. Nicht nur die schrillen Rockstars des 21. Jahrhunderts orientieren sich am Erscheinungsbild des Protests. In vielen Läden werden Biker-Boots, Jeans im Destroyed-Look und Accessoires mit Nieten als Alltagskleidung verkauft. Wenn frau ein Händchen fürs Kombinieren hat, dann kann der Rebel-Look sogar bürotauglich sein.

Das Schöne an ihm ist, dass niemand gleich damit aussieht. Egal ob frau sich an den Rockstar-Look im Ganzkörper-Lederoutfit mit viel Schmuck und wilder Frisur hält oder einfach nur Akzente mit der Lederjacke setzt – ein Blick bleibt immer an der Trägerin hängen. Es reicht schon, wenn frau sich ein paar Basics dieses Looks besorgt, um abwechslungsreich zu kombinieren. Eine Lederjacke zum Beispiel wirkt über jedem Oberteil anders. Für den harten Rockstar-Look trägt frau ein Bandshirt unter der Jacke. Möchte frau es ein bisschen schicker, so verzaubert auch eine schlichte Seidenbluse mit Statement-Kette. Ich kombiniere meine Lederjacke gern mit dem Kleinen Schwarzen. Dadurch bekommt der sonst feminine Charakter des Kleides eine wilde und härtere Note, welche einen ganz neuen Reiz schafft.

 

 

Der Rebel-Look ist auch heute noch eine starke Form, um Aufmerksamkeit zu erregen und seinen Outfits eine gewisse Note Rebellion zu verleihen. Viele Menschen nutzen den ausgefallenen Kleidungsstil, um in dieser Form ihr Selbstbewusstsein nach außen zu zeigen. Wem es ein bisschen an Selbstbewusstsein mangelt, der kann durch den Rebel-Look Mut bekommen, aus sich herauszugehen.
Früher haben die Menschen mit dem Rebel-Look für mehr Freiheit im Leben und in der Mode gekämpft – und die Rebellion hat funktioniert. Noch nie war die Mode so facettenreich wie im 21. Jahrhundert, und das auch dank den jungen Wilden von damals.

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All i want for christmas https://www.lesbianchic.de/all-i-want-for-christmas/ https://www.lesbianchic.de/all-i-want-for-christmas/#comments Sun, 22 Dec 2013 12:39:52 +0000 https://www.lesbianchic.de/?p=7522 Der Dezember steht kurz vor seinem großen Finale. Es sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Die Weihnachtsmärkte quellen über vor Leuten, die Kaufhäuser platzen aus allen Nähten – wenn auch eher vor Weihnachtsaktionen und bunter Werbung. Überall wird uns das perfekte Weihnachtsgeschenk angepriesen, mit dem wir unsere Liebsten auf jeden Fall glücklich machen. Dieses Produkt sollten wir definitiv kaufen, weil wir ohne es nicht mehr leben können. Wir, als Konsumenten, werden überflutet mit der Masse an Angeboten und Präsenten. Aber was wollen wir und unsere Liebsten wirklich?

Bettie Page

Wer die Wahl hat, hat die Qual
Genau diese Frage stelle ich mir jedes Jahr wieder. Ich weiß nicht warum, aber die passenden Geschenke
fallen mir stets kurz nach Weihnachten ein. Leider notiere ich sie mir meistens nicht, deshalb steh ich
jedes Jahr wieder vor derselben, quälenden Frage nach dem perfekten Geschenk. Allen, denen es so geht
wie mir: Herzlichen Glückwunsch.
Grundsätzlich mangelt es mir nicht an Ideen, sondern an Entscheidungsfreude, eine davon zu wählen, denn
es könnte ja noch ein besserer Einfall kommen. Oder was ist, wenn meinen Liebsten – und vor allem meiner
Liebsten – das Geschenk nicht gefällt? Meine Eltern sind schon öfters mit langweiligen oder interessanten Geschenken beglückt worden, wenn frau auf 24 Jahre Beschenkungsgeschichte zurückblickt. Aber bei der Freundin/Partnerin einen Fauxpas beim Schenken zu begehen!? Das kann ganz schön niederschmetternd sein.

Am schlimmsten sind die sogenannten Verlegenheitsgeschenke. Sicherlich möchten wir jedem, den wir gern
haben, genau das Passende schenken. Doch es gibt immer wieder diese Ausreißer, bei denen wir nicht wissen, was wir schenken sollen. Verlegenheitsgeschenke haben meistens keinen Bezug zur Person. Klar mag jede Frau Beautypräsentkörbchen, aber sie merkt eben auch gleich, dass sich um ihr Geschenk nicht wirklich Gedanken gemacht wurde. (Ausgenommen sind natürlich Frauen, die mehr Zeit im Badezimmer verbringen als im Rest ihrer Wohnung.) Ein weiteres sehr beliebtes Verlegenheitsgeschenk sind Socken. Tatsächlich werden in einigen Familien
noch immer Socken als Notfallplan für Alles verwendet:
„Mit Socken bekommst du keine kalten Füße.“  Ist logisch.
„Ich habe gesehen, dass deine Socken Löcher haben.“ Gut beobachtet.
„Schau dir doch mal diese schönen, bunten Socken an.“ Bunt ja. Schön, eher nicht.
„Ich habe mit Stricken angefangen“. Hurra. Das ist der Anfang vom Ende. Bald folgt bestimmt der selbst
gestrickte Pulli.
Meistens hört man diese Sätze innerhalb der Familie und ich frage mich immer wieder, wie es dazu kommen
kann. Dieses Mysterium wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben. Oder kann es mir jemand von euch beantworten?

Über ein Verlegenheitsgeschenk freuen sich beide Seiten meistens nur mäßig, denn oft werden sie als diese
gleich nach dem Auspacken enttarnt. Dann kommt diese unangenehme Stille auf. Der Schenkende wird mit einem kurzen Danke abgespeist und ist dann auch nicht glücklich. Wäre es also besser, nichts zu schenken?
Meine Antwort liegt bei einem ganz eindeutigen Ja. Das schont den Geldbeutel und die Nerven.

Ich schenke dir
Ich liebe es, mir Gedanken über das Schenken zu machen. Ich überlege, was zu der Person passen könnte und was sie mir in der letzten Zeit erzählt hat. Ab und an suche ich auch nach Andeutungen in der Vergangenheit. Hat meine Freundin während des letzten Stadtbummels auf irgendwas ein Auge geworfen? Schwärmt sie von einer bestimmten Sache?
Das alles zu beachten ist schon mal ein guter Weg, um das passende Weihnachtsgeschenk zu finden, denn frau will an Weihnachten ja immer das breiteste Lächeln auf die Lippen der Beschenkten zaubern. Mein größtes Anliegen ist das Geschenk an meine Freundin. Da diese Art von Präsent  am schwierigsten ist, möchte ich euch ein paar Ideen zukommen lassen, welche ihr Ziel nicht verfehlen. Die Mission lautet: glücklich machen und für eine Überraschung sorgen.
Und dies sind meine Top drei der besonderen Geschenke für Weihnachten.

Auf Platz drei hält sich dauerhaft das Selbstgemachte. Wenn ihr schon eine Zeitlang mit eurer Liebsten zusammen seid, bietet sich ein Erinnerungsbüchlein an. Was zunächst ein bisschen schnöde klingt, muss es nicht sein, wenn ihr ein fetziges Thema wählt. Ihr hattet eine schräge  Selfies-Session? Ihr wart gemeinsam
im Urlaub? Oder fotografiertet einst, wie sich eure Haustiere kennenlernten? Ihr könnt die Büchlein mit flotten Sprüchen und echten Erinnerungsstücken aufpeppen, irgendwo finden sich sicher aufgehobene Kinokarten oder Kassenzettel vom gemeinsamen Ausflug ins Café.
In der heutigen Zeit sammeln wir die meisten Bilder auf dem Computer. Aber wer setzt sich schon mit einem
Kakao im Kerzenschein vor den Bildschirm und scrollt den Urlaubsordner durch? Die Festplatte muss nicht
mal kaputtgehen, damit diese Bilder niemals wieder beachtet werden. Doch so ein süßes Büchlein zieht man gern wieder hervor. Und umso älter man wird, umso schöner ist es, in ihm zu blättern.

Platz zwei macht viel Spaß, aber auch ein wenig mehr Mühe. Was haltet ihr davon, eine Schnitzeljagd zu verschenken? Damit könnt ihr eine Menge Eindruck hinterlassen. Als meine Freundin und ich frisch zusammen waren, hat sie mir eine Schnitzeljagd quer durch die Stadt geschenkt.
Die Schnitzeljagd begann bei mir im Wohnheim. Das Einzige, was ich wusste, war, dass ich mich Nachmittags
in meinem Zimmer aufhalten und mir etwas Schickes unter meinen Wollmantel anziehen soll. Um Punkt 16 Uhr
bekam ich eine SMS, in der stand, ich solle die Stockwerkstür öffnen. Als ich dies tat, standen zwei gute
Freunde vor mir und begrüßten mich freudig. Dabei hatten sie einen selbst gemachten Kuchen. Sie erklärten
mir, dass das „Kuchenessen mit guten Freunden“ die erste Station sei. Nach dieser Überraschung gaben sie
mir einen Zettel, der mich zur zweiten Station führte. So begann die wilde Schnitzeljagd durch München.
Meine Freundin  hatte die Schnitzeljagd selbst organisiert, einige meiner Freunde, aber auch mir völlig
fremde Barkeeper waren mit eingebunden, und am Schluss endetet die Jagd in einem schicken Lokal.
Wer sich keine ganze Schnitzeljagd durch die Stadt ausdenken will, der kann auch ein Spiel durch die
Wohnung planen. Ich kann euch sagen, so was bleibt auf jeden Fall in der Erinnerung. Mein Schnitzeljagd ist
schon fünf Jahre her, und ich liebe es, von ihr zu erzählen und mich daran zurückzuerinnern.

© Frank De Mulder

Platz eins ist das einfachste Geschenk. Frau braucht nicht mal viel Geld, denn es geht darum, sich selbst
zu verschenken. Kerzenlicht, Schokofondue, ein paar aufregende Spielchen, und vielleicht traut ihr euch
auch an eine heiße Striptease-Einlage? Die erotische Selbstinszenierung gefällt nicht nur der Freundin,
sondern auch einem selbst. Alles ist erlaubt, solange es beiden Spaß macht und frau sich wohlfühlt.
Immerhin ist Weihnachten.

Manchmal verlieren wir den Durchblick in dem ganzen Weihnachtstrubel, zwischen Werbung und Weihnachtsgeld
und allgemeinem Wahnsinn. Wir verirren uns im Chaos von Geben und Nehmen. Doch gerade in dieser Zeit dürfen
wir innehalten und uns zurückbesinnen – und das nicht erst, wenn das Papier zerrissen und die Gaben
ausgepackt sind. Wir brauchen nicht das teuerste und größte Geschenk von allen. Denkt daran, was ihr selbst
mögt: Macht nicht grundsätzlich das am meisten Freunde, von dem wir spüren, dass es von Herzen kommt?

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How to be Femme: Du bist doch gar nicht lesbisch? https://www.lesbianchic.de/how-to-be-femme-du-bist-doch-gar-nicht-lesbisch/ https://www.lesbianchic.de/how-to-be-femme-du-bist-doch-gar-nicht-lesbisch/#comments Mon, 25 Nov 2013 08:23:19 +0000 https://www.lesbianchic.de/?p=7408 Du bist doch gar nicht lesbisch?

Alle Lesben haben kurze Haare, breite Schultern und spielen Fußball.“ Dieses Klischee kann heute nicht
mehr bedient werden. Auch, dass lesbische Frauen sich nicht zu kleiden wissen, ist ein böses Vorurteil.
Die Lesben-Szene ist wie jede andere Szene, sie verändert sich im Wandel der Zeit. Doch es kommt sogar
vor, dass innerhalb der Szene Probleme mit der Akzeptanz auftreten. Vielleicht noch gebrandmarkt von der „Bürstenhaarschnitt-Generation“, werden feminine lesbische Frauen oft schief angeschaut. Ihr Aussehen
sei zu weiblich. Aber darf man das in der heutigen, so aufgeschlossenen Zeit sagen? Ist die Szene
in Deutschland noch etwas schüchtern, was Vielfalt angeht?


Ich selbst bezeichne mich als feminine Lesbe, auch wenn ich persönlich das Wort Lesbe
nicht allzu schön finde. Im Deutschen ausgesprochen, wirkt es irgendwie kurz und schmierig. Dagegen
klingt das englischen Wort lesbian durch den weiblichen Vokal viel freundlicher. Aber weil
man dem Wort nur zeitweise entkommen kann und es unglaublich langatmig wäre, es zu umschreiben, berichte
ich euch über meine Anfänge als Lesbe in der Szene.

© Tobias Lang

Das Thema beginnt auf dem Kopf
Jede „Langhaarlesbe“ hat bestimmt schon einmal darüber nachgedacht, sich die Haare abschneiden zu
lassen. Das ist eine wilde Behauptung, aber ich diene mal wieder als mein eigenes bestes Beispiel.
Als jugendliche Junglesbe schaute ich frustriert in den Spiegel. Ich war oft auf Partys unterwegs gewesen
und musste mir ungezählte Male anhören, dass ich „viel zu hetero für die Szene“ aussähe. Ziemlich
schmerzhaft für das Ego eines Teenagers. Kurzerhand griff ich zur Schere und schnipp-schnapp waren
meine Haare ab. Als meine Mutter das sah, schickte sie mich schimpfend zum Friseur, und kurz darauf hatte
ich eine freche Kurzhaarfrisur. Wie durch Zauberhand hörten die Hetero-Stichelein auf, und ich lernte
eifrig Mädchen kennen. Auch mein Kleidungsstil wurde angepasst: Von lässig bis sportlich glich sich
mein Look dem Trend in der Szene an. Mit meinem neuen Aussehen fuhr ich eine ganze Zeit lang ziemlich gut,
aber trotzdem blieb Etwas zurück. Wenn ich Frauen auf Werbeplakaten sah, schaute ich sehnsuchtsvoll
auf ihre langen Haare. Lief an mir ein Mädchen mit Locken vorbei, blickte ich ihr neidisch hinterher.
Mir gefielen Tanktops, Jeans und Hemden, aber Irgendwas sehnte sich nach figurbetonter, weiblicher Mode.
Meine Haare wurden wieder länger. Ich traute mich, Kleider zu tragen und hörte auf meinen Wunsch, mehr
ich selbst zu sein. Nach und nach wurde ich zur Femme. Ein paar Jahre sind seitdem vergangen, und dann
kam es zu einem denkwürdigen Partyabend.

Das Thema ist im Kopf
Ich stand vor dem Eingang einer Szeneparty und wartete auf eine gute Freundin. Ich war bester Laune und
hatte mich für den Abend besonders schick gemacht. Meine langen Haare trug ich offen und wild zerzaust
im Out-of-Bed-Look. Das schwarze, elegante Minikleid sollte der Eyecatcher sein. Vielleicht ein bisschen
zu mondän für einen normalen Partyabend, aber leider zu neu, um es im Schrank zu ignorieren. Ich trug
schwarze Lack-High-Heels, meine ständigen und treuen Begleiter in Partynächten. Abgerundet wurde der
Look durch katzenhafte Smokey Eyes und Lippen im Nude-Ton. An dem besagten Abend sah ich also ziemlich
heiß und bestimmt nur ein wenig übertrieben weiblich aus.
Ungeduldig tippte ich auf mein Smartphone ein, eine nervige Krankheit. Partymusik drang dumpf
aus den Kellerräumen des Clubs. Ich schaute unbewusst auf und bemerkte, dass sich eine Gruppe Mädchen
näherte. Sie blieben vor mir stehen, und eine von ihnen musterte mich ausgiebig. Als sie fertig war,
legte sie den Kopf schief und sagte: „Hey! Das hier ist eine Party für L E S B E N! Ich denke, DU hast
dich verlaufen!“
Der Abend begann echt gut.

Dieses Ereignis bringt mich bis heute zum Nachdenken, denn das Thema begegnet mir immer wieder.
Es wurde schon oft von Freunden heiß diskutiert und in Foren beschrieben. Wie werden Femmes in der
Szene gesehen? Warum stoßen sie in der Szene des Öfteren auf Ablehnung?
Von lesbischen Freundinnen und Bekannten, speziell denen mit langen Haaren, weiß ich, dass sie
sich denselben Situationen stellen müssen. Auch sie durften sich mehrfach anhören, dass sie
nicht „lesbisch genug“ aussähen. Woher kommt dieses Vorurteil, dass lesbische Mädchen und
Frauen kurze Haare haben oder männlich gekleidet sein müssen? Und wie kann es sein, dass sich
dieses Vorurteil selbst in unserer Szene hartnäckig hält? Ist es, weil Lesben Frauen lieben
und deshalb Männer imitieren müssen? Eher nicht.

© Camilla Storgaard

Kopf und Kragen
In den Anfangszeiten des öffentlichen Outings war es tatsächlich so, dass Lesben sich absichtlich
herb anzogen, um als diese erkannt zu werden. Das bedeutete, es wurden raue Kleidungsstücke für
Männer getragen, wie Lederjacken, Jeanswesten und schwere Stiefel. Der kurze Bürstenhaarschnitt
war ein typisches Erkennungsmerkmal zu dieser Zeit. Lesbische Frauen wollten sichtbar anders sein,
sich also von der Normfrau unterscheiden und damit betonen: Ich bin lesbisch, ich brauche keinen Mann.
Zudem war die männliche Art, sich zu kleiden, ein Mittel des gegenseitigen Erkennens, denn es gab
noch keine offenen Szenepartys als Treffpunkt und Quelle zum Kennenlernen. Leider wurden dadurch
weiblich aussehende Frauen oft ausgeschlossen oder schlicht nicht akzeptiert. Zu sehr erinnerte ihr
Stil an den des Hausweibchens, welches hinter dem Herd stand und auf ihren Ehegatten wartete.
Diese Differenzierung von Frauentypen ist heute nicht mehr in der Stärke anzutreffen. So wie sich
das Frauenbild erweiterte, vergrößerte sich auch die Toleranz gegenüber alternativen Lebensweisen.
Heutzutage geht die Gesellschaft lockerer mit dem Thema Sexualität und Gesinnung um, und zumindest
in Deutschland muss sich niemand für seine Orientierung schämen. Natürlich gibt es immer noch
Familien, in denen Homosexuelle verabscheut werden, doch in der Öffentlichkeit werden Lesben als
selbstverständlicher Teil der Gesellschaft angenommen.
Doch trotz der allgemein erlangten Freiheit fühlen sich Femmes in ihrer Szene immer noch nicht
akzeptiert. Das ist insofern zynisch, als dass die Szene an sich lange um eine Akzeptanz warb und
auf die Toleranz Andersdenkender angewiesen war und ist. Wie kommt es also, dass sich innerhalb
dieser Szene Vorurteile so sehr halten?

© Philippe Leroyer

Kopf hoch!
Die Lesben-Szene ist eine Szene wie viele andere auch: Gemeinsamkeiten verbinden unterschiedliche
Menschen. Unsere große Gemeinsamkeit ist aber etwas, das eigentlich sehr intim ist, nämlich: Wen
wir lieben. Eine Gruppe definiert sich jedoch immer auch über Äußerlichkeiten, die einen Zusammenhalt
vermitteln. In diesem Falle haben unsere „Ahninnen“ einen eher maskulinen Stil vorgegeben, und sie
hatten gute Gründe dafür. Nichtsdestotrotz sind wir eine moderne Generation von Frauen. Wir arbeiten
und tragen, was wir wollen; wir leben, wie wir wollen, und wir lieben, wen wir wollen. Dies vereint
uns – egal, ob wir uns als Butch oder Femme oder anderweitig bezeichnen. Solange wir uns in unserem
Körper wohlfühlen und das tragen, was uns gefällt, sind wir authentisch, und so sollten wir uns und
andere annehmen können.
Ich bin eine Femme und liebe es, so zu sein, wie ich bin.
Und ich bin eine Lesbe und liebe Frauen. Mit kurzen und mit langen Haaren.

 

florarobinonline@googlemail.com

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Smart und sexy: Mut zur Brille https://www.lesbianchic.de/smart-und-sexy-mut-zur-brille/ https://www.lesbianchic.de/smart-und-sexy-mut-zur-brille/#respond Wed, 06 Nov 2013 18:45:18 +0000 https://www.lesbianchic.de/?p=7344 Ohne Brille können viele Menschen nicht besonders gut sehen. Doch allein der Besitz ist kein Garant dafür,
das frau durch sie sieht, denn das Styling hat oft das letzte Wort und somit wird die Brille nur getragen,
wenn sie zum Outfit passt. Das führt dazu, dass die Brille gar nicht oder nur in Situationen getragen
wird, in denen sie unabdinglich ist, wie zum Beispiel beim Autofahren. Das, meine Damen, nenne ich
die pure Eitelkeit der Frau! Und diese führt beim Gesichtsschmuck Brille zu seltsamen Situationen.

Hallo, schöne Frau
Ihr seid mit Freunden auf einer Party. Als erstes holt ihr euch einen Drink an der Bar und checkt dabei
die Mädels ab. Die Disco ist genau richtig gefüllt, um jedes Mädchen mustern zu können und trotzdem einen
freien Blick durch den gesamten Raum zu haben. Ihr schaut also in die tanzende Menge, und wieder erlebt ihr
eine positive Überraschung, denn jedes Mädchen gefällt euch! Links an der Tanzfläche steht eine kleine
Blonde, welche die ganze Zeit verstohlen zu dir herüberschaut. Gleich daneben flirtet dich ihre Freundin
mit dem wahnsinnig coolen Kurzhaarschnitt an. Auch die ist nicht schlecht, denkst du. Nichtsdestotrotz
kommt keine gegen die rassige Braunhaarige in dem trendigen Printshirt an, welche sich auf der Tanzfläche
zu den Beats bewegt und dich dabei die ganze Zeit anlächelt. Die Nacht ist noch jung, vielleicht kann ich
ja bei ihr landen, kommt es dir in den Kopf. Nach mehreren Blickaustauschen schlenderst du unheimlich
lässig zu der „Meistbietenden“, der Braunhaarigen, um sie anzutanzen. Genau in dem Moment, in dem du vor
ihr stehst und sie sich umdreht, erkennst du, dass dieses Mädchen so gar nicht dein Typ ist! Auf dem
coolen Printshirt steht „Dosenöffnerin“, und ihr leicht obszönes Lächeln zeigt genau diese Absicht. O Gott.
Entsetzt drehst du dich um, wirfst ihr noch schnell ein verzerrtes Lächeln zu und rauschst davon.
Zähneknirschend denkst du: Mist, ich hab schon wieder meine Brille vergessen!

Die Eitelkeit der Frau
Meine Freundin ist Brillenträgerin. Auf der einen Seite hat sie eine Sehstärke von -2 Dioptrien, auf der
anderen -1,5 Dioptrien. Trotzdem trägt sie ihre Brille recht selten. Durch das Nichttragen der Brille
kommt es des Öfteren zu kleinen Missverständnissen in unserer Beziehung.
Wenn wir in der Stadt verabredet sind, und ich als Erste da bin, ist folgende Szene typisch:
Ich stehe am Treffpunkt, möglichst günstig platziert und streiche meine Jacke glatt. Genau in diesem
Moment sehe ich meine Verabredung aus den Augenwinkeln auch schon die U-Bahn-Treppen
hinaufkommen. Freudig drehe ich mich in ihre Richtung. Gleich ist sie da, der Abstand beträgt maximal
dreißig Meter. Allerdings bemerke ich, dass ihr Gesichtsausdruck immer grimmiger wirkt, je näher
sie mir kommt. Ich werde etwas unsicher, mir kommen viele Gedanken in den Sinn, warum sie so ein
Gesicht ziehen könnte, winke ihr aber trotzdem zu. Vielleicht hatte sie einen harten Tag, oder sie
fühlt sich nicht gut? Oder vielleicht habe ich etwas falsch gemacht und weiß noch gar nichts von
meinem Glück? Langsam und zögerlich nähert sie sich und ich beschließe, auf sie zuzugehen. Als wir
uns gegenüberstehen, traue ich mich gar nicht, sie zu umarmen und frage sie gleich, was los sei.
Was soll los sein?, antwortet sie mir. Misstrauisch hake ich bestimmt noch zweimal nach, bis wir
uns zur Begrüßung umarmen. So „herzlich“ beginnt fast jedes unserer Treffen.

Und so verläuft die Situation aus der Perspektive meiner Freundin:
Ich bin mal wieder zu spät dran. Die Stadt ist voller Leute. Viele eilen an mir vorbei, und
manchmal muss ich mich umschauen, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Ich habe mal wieder meine
Brille nicht dabei, was mich allgemein nicht stört, nur dass ich eben alles verschwommen sehe.
Ich weiß, ich sollte sie öfters tragen, aber sie passt heute absolut nicht zu meinem Outfit,
und ich möchte nicht spießig aussehen. Die U-Bahn-Treppen liegen vor mir. Als ich oben
angekommen bin, fühle ich mich von der Menge an Schemen wie erschlagen. Wie soll ich darunter
meine Freundin erkennen? Ich kann gerade mal die ältere Frau neben mir erkennen.
Ich konzentriere mich und kneife meine Augen zusammen.
Das Mädchen mit den langen, roten Haaren an der Ecke könnte sie sein.
Oder trägt sie heute ihr Haare zusammen, wie die junge Frau vor dem Buchladen?
Vielleicht ist sie auch noch gar nicht da?
Ich seufze.
Plötzlich erkenne ich eine Bewegung, die einem Winken ähnelt.
Ich gehe langsam in die Richtung dieser Bewegung und erkenne, dass es sich um eine Frau handelt.
Das ist schon mal gut. Fünf Schritte näher, dann kann ich ihr Gesicht erkennen. Glück gehabt,
es ist meine Freundin. Aber irgendwie scheint sie sich nicht über mich zu freuen. Sie lächelt
kaum und kommt zögerlich auf mich zu. Vielleicht war ihr Tag nicht gut? Oder sie ist sauer,
dass ich zu spät bin? Oder gefällt ihr gar mein Outfit nicht?!

© Joychen Photography

Ansehnlich? Definitiv!
Alle Nicht-Brillen-Trägerinnen-Aus-Eitelkeit werden meine Freundin vielleicht verstehen können.
Alle Gut-Sehenden hingegen werden vor dem Computer sitzen, ihren Kopf schütteln und denken, dass
es doch nicht so schwer sein kann, seine Brille aufzusetzen. Aber so einfach ist das nicht.
Oft liegt das Problem in der Vergangenheit. Mädchen, die Brillen trugen, wurden früher in der
Schule gehänselt. Das unschöne Worte Brillenschlange war in der Jugend ein steter Begleiter,
und so wuchs die Abneigung gegen die eigentlich nützliche Sehhilfe. Mit dem Auszug aus dem
Elternhaus kam auch die Brille weg. Frau wollte lieber schlecht sehen, als mit den Fluch der
Brillenschlange in den neuen Lebensabschnitt zu starten.
Ein weiterer Grund, warum frau die Brille ablehnt, ist das Vorurteil, dass Brillenträgerinnen
hässliche Entlein seien. In vielen Filmen wird die Figur der Streberin oder der unbeliebten
Außenseiterin mit großer Hornbrille dargestellt. Zu dieser Kategorie möchte frau auf keinen
Fall zählen, also lieber weg mit dem guten Stück und her mit den Kontaktlinsen. Nur dass man
die eben auch nicht immer dabei hat oder nicht ewig tragen kann.

Ich möchte all diejenigen ermutigen, ihre Augengläser wieder zu entstauben, denn Brillen sind
längst ein Trend-Accessoire. Frauen, die keine Brille benötigen, kaufen sich trotzdem ein
modernes Modell mit Gläsern ohne Stärke, um smart und/oder sexy zu wirken. Das glaubt ihr nicht?
Ich bin mein eigenes bestes Beispiel. Ich habe mir schon zwei Fensterglas-Brillen gekauft: eine
typische Sekretärinnen-Brille und eine Retro-Brille auch bekannt als Nerd-Brille. Mit der
Sekretärinnen-Brille sieht mein Outfit viel smarter aus, hat aber gleichzeitig diesen kleinen
sexy Akzent, den wir aus Filmen wie Secretary kennen. Meine Nerd-Brille trage ich meistens,
wenn ich kreativen Tätigkeiten, wie der Fotografie, nachgehe. Die strenge Form der Brille
strahlt für mich eine gewisse Ernsthaftigkeit aus, diese Wirkung kommt dem professionellen
Auftreten bei der Arbeit zugute.

Hat eine Frau Ausstrahlung, so wird diese nicht durch das Tragen einer Brille gemindert.
Für mich ist es kein Manko, wenn frau eine Brille aufgrund von Sehschwäche trägt. Auch
schwächere Augen können wunderschön sein, und eine Brille gibt diesen einen angemessenen
Rahmen. Schluss mit täglichem Wimpern-ankleben und Augenbrauen-designen – es gibt kaum
eine kreativere Art, eine kleine Schwäche so gut aussehen zu lassen.

Wem es allerdings zu stressig ist, in ein Brillengeschäft zu gehen, weil er sie als transparente
Arztpraxen wahrnimmt, den kann ich jetzt auch noch überzeugen. Heutzutage muss sich frau nicht
mal mehr in die überfüllten Brillenläden trauen. Wie alles andere auch, lassen sich Brillen ganz
einfach online erwerben. Mister Spex ist ein gutes Beispiel für ein solches Händler-Portal. Erst sucht
ihr euch die Brille eures Herzens aus, probiert sie online über die 3D-Webcam an, gebt eure
Werte ein und lasst sie euch ganz bequem nach Hause liefern. Stressfreier zur Wunschbrille geht es
kaum. Und zum nächsten Treffen mit der Freundin geht ihr ganz ohne verkniffenen Gesichtsausdruck,
sondern offenen, betonten Auges.

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Herbstgeflüster: Trends 2013 https://www.lesbianchic.de/herbstgefluster-trends-2013/ https://www.lesbianchic.de/herbstgefluster-trends-2013/#comments Mon, 21 Oct 2013 10:48:01 +0000 https://www.lesbianchic.de/?p=7289 Woran merkt frau, dass der Herbst endgültig eingezogen ist?
Es sind nicht nur die bunten Blätter an den Bäumen. Genauso wenig ist es das Ende des Oktoberfest.
Auch liegt es nicht an den am Himmel vorbeiziehenden Vögeln. Es liegt, meiner Meinung nach, am
Fehlen von nackter, gut gebräunter Sommerhaut, die frau jetzt vor der Kälte schützen muss.
Aber das ist kein Grund zum Trauern, denn wir können uns schließlich gut einpacken. Diesen Herbst
gibt es wunderschöne Trends, die uns die kalten Tage versüßen und für warme Stunden im Freien sorgen.

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Fotos von Andrea Sömmer

Die Trendfrage
Zu jeder Jahreszeit stellen wir uns die Frage, was Trend ist und was nicht mehr. Auch diesen Herbst kann frau sich Gedanken machen, was die Mode im Nachsommer 2013 für sie bereithält. Kann ich den alten, beigefarbenen Strickpullover von Oma noch anziehen oder meinen schwarz-weißen Mantel, der letztes Jahr noch Trend war?
Was die Trendfarben angeht, könnt ihr punkten, wenn ihr blau in Kombination mit schwarz oder Naturtönen tragt. Viele empfinden blau als kalt, da wir es mit Eis und Wasser in Verbindung bringen. Für mich hat blau die
Eleganz von schwarz, ist dabei aber tiefgründiger dank der verschiedenen Nuancen an Blautönen. Blau wird oft
als Farbe der Hoffnung verwendet, und das ist gar nicht mal so verkehrt, da man ihm eine beruhigende Wirkung
nachsagt. Blau und schwarz zusammen ergibt den absoluten Eyecatcher im Herbst 2013. Wem sich das zu dunkel anhört, der sollte sich die Farben electric blue und kobaltblau anschauen. Diese Töne fallen durch ihre
Intensität auf und sind alles andere als langweilig und dunkel.

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Fotos von Andrea Sömmer

Allen, die nach Justin Biebers Auftritt im Karohemd ihren Kleiderschrank aussortiert haben, muss ich
leider erzählen, dass die Tartan-Karos wieder total im Trend sind. Das bedeutet, frau outet sich
nicht mehr als Bieber-Fan und wird auch nicht mehr als „Holzfällerlesbe“ abgestempelt, wenn sie in
einem Karohemd gesichtet wird. Auch auf Mänteln werden Tartan-Karos bis fast ins Unerkennbare vergrößert.
So bekommt das traditionelle Karo einen neuen und frischen Look. Falls euch Karos zu „kleinkariert“ sind,
gebe ich den Tipp, sie mit rockigen Bikerlady-Lederboots zu kombinieren – inspiriert durch den punkigen
Vamp-Look von Kirsten Stewart.
Wisst ihr, was ich diesen Herbst wirklich vermisse? Taillierte/figurbetonte Kleidung! Denn diesen Herbst sind wieder Bouclé-Jacken, Oversize-Pullover und kantige Mäntel im Trend. Diese zeichnen sich alle durch ihre gerade Schnittlinie und den lockeren Sitz am Körper aus. Ich liege mit meinem schwarzen Wollmantel gerade noch in der Trendzone.
Wenn es um Strick-Cardigans geht, habe ich mehr Glück und bin total en vogue. Erst neulich habe ich mir einen Cardigan von G-Star Raw gekauft. Er ist in drei verschiedenen Farbvarianten erhältlich. Mein Modell vereint die Farben königsblau, aubergine und grau. Außerdem ist er unglaublich warm durch den Anteil an Alpaka-Wolle. Da kann ich es ihm nicht mal übelnehmen, dass er im trendigen Oversizecut geschnitten ist, obwohl ich eher für eng anliegende Modelle zu haben bin, welche die Figur schön zur Geltung bringen.

Do it yourself
Kennt ihr das? Ihr seht die perfekte Mütze im Laden. So eine habt ihr schon lange gesucht, und endlich habt ihr sie entdeckt! Euch kommt der Gedanken, dass ihr genau mit dieser Mütze unglaublich cool aussehen würdet und jedes Mädchen neidisch denken würde: „Wo hat sie nur diese Mütze her?“ Ihr geht rein und probiert sie an. Als ihr allerdings in den Spiegel schaut, trifft euch der Schlag. Na toll, die Mütze eures Herzens passt euch nicht, da sie entweder zu groß ist und ihr entsetzliche Ähnlichkeit mit einem Schlumpf habt. Oder sie ist zu klein, und es sieht so aus, als hättet ihr einen ganz besonders großen Kopf, dem mal wieder keine Mütze passt. Leider gibt es auch kein anderes Modell in eurer Größe. Was jetzt? Entweder ihr verbringt Zeit damit, euch in der Stadt weiter durch die Geschäfte zu quälen, obwohl ihr schon ahnt, dass es keine zweite perfekte Mütze geben wird. Oder ihr durchforstet mehrere Stunden das Internet, um das Modell in der passenden Größe zu finden. ODER ihr folgt einem anderen, schönen Trend: selbst stricken! Stricken ist genau das Richtige, wenn ihr individuell sein und euren Trend selbst gestalten wollt. Die Zeit, in der nur Großmütter stricken durften, ist vorbei. Selfmade ist in. Dafür muss frau sich nicht mal mehr ein Buch kaufen, denn in der Zeit des allwissenden Internets kann frau sich auch einfach via Internet-Video das Stricken selbst beibringen und heimlich zuhause zu üben. Und wenn ihr dann für eure neue Mütze gelobt werdet, könnt ihr sagen, dass diese von einer unglaublich tollen und aufstrebenden Designerin/Künstlerin ist.

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Fotos von Andrea Sömmer

Kopfsache
Wen ich jetzt nicht für das Stricken begeistern konnte, den erwarten die Trends in den Läden. Auch wenn die Behauptung, dass der Mensch die meiste Körperwärme über den Kopf verliert, mittlerweile als Mythos enttarnt wurde, sollte man in der kalten Jahreszeit schon aus Schmuck-Gründen immer ein paar schöne Kopfbedeckungen parat haben.
Sie sind nicht nur wunderbar warm, sondern können auch der Blickfang eures Herbst-Outfits sein.
In der Szene erfreut sich die Beanie einer großen Beliebtheit. Ursprünglich wurde sie in von Arbeitern getragen, hatte aber ein Comeback in der Snowboard- und Hip-Hop-Szene. Als erkannt wurde, dass sie jedes Outfit extrem lässig aussehen lässt, wurde sie auch in anderen Modekreisen eingeführt. Es ist zum Beispiel kein Fashion-Fauxpas, eine Beanie mit einem Maxi-Rock zu kombinieren. Auch sogenannte Long-Beanies und Beanies mit einem kleinen Schirm sind äußerst beliebt. An meiner Hochschule haben mich zwei Mädchen besonders zum Schmunzeln gebracht, indem sie selbst gehäkelte Bärte an ihre Beanies befestigt haben.
Ein weiterer, schöner Wegbegleiter ist das Stirnband. Egal ob mit Zopfmuster, Applikation oder im Turban-Style – ich liebe Stirnbänder. Aus Japan habe ich mir ein blaues Twist-Stirnband aus Strick mitgebracht. Durch die gedrehte Form sieht es nicht nur raffiniert aus, sondern erinnert an den Vintage-Hut, den frau in den Zwanzigerjahren oft trug.
Mein persönlicher Herbstliebling ist allerdings die Melone. Nein, es geht nicht um ein Stück Obst, sondern um den runden Hut-Klassiker aus Filz mit einer steifen Krempe. Bekannt wurde sie auf den Köpfen männlicher Berühmtheiten wie Charlie Chaplin und Winston Churchill. 1915 versuchte die Schauspielerin Olga Petrova mit einem Werbeplakat, auf dem sie einen „Bowler Hat“ trägt, ihn der Damenwelt schmackhaft zu machen. Leider mit geringen Erfolg. Durch Charlie Chaplin hat die Melone einen humoristischen Charakter erhalten, was sehr schade ist, da dadurch diese Hutart oft unterschätzt wird. Ich finde die Melone großartig. Sie wirkt nicht so streng wie ein Zylinder, hat aber trotzdem einen gewissen eleganten Charme. Man kann sie zu vielen Arten von Kleidungsstücken tragen. Ein spießiges Partykleid kann in Kombination mit dem Hut aufgelockert werden und einen coolen Touch bekommen. Genauso bekommt ein eher schlichtes Kleid einen kreativen Einschlag. Um noch mehr interessante Kombinationen zu entdecken, probiert sie doch einfach mal auf und lasst euch von der Vielseitigkeit der Melone überraschen.

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Fotos von Andrea Sömmer

Vielseitigkeit – das ist mein Credo des Herbstes. Das ist nur konsequent, da die Natur selbst mit gutem Beispiel vorangeht: Es färbt, es riecht und es klingt in tausenderlei Tönen. Wer wären wir, wenn wir uns dem verschlössen? Der Herbst ist nicht grau – und ihr solltet es auch nicht sein. Wenn wir schon keine Haut mehr zeigen können, so braucht man den eigenen Stil doch niemals verstecken.

 

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Berlin Burlesque Festival: Reise in eine andere Zeit https://www.lesbianchic.de/berlin-burlesque-festival-reise-in-eine-andere-zeit/ https://www.lesbianchic.de/berlin-burlesque-festival-reise-in-eine-andere-zeit/#respond Thu, 03 Oct 2013 11:21:53 +0000 https://www.lesbianchic.de/?p=7200 Ein Abend voller Eleganz, Erotik, Humor – und alles auf höchstem Varieté-Niveau.
Dies hat das erste Burlesque-Festival in Berlin versprochen, und Ladys, ich kann euch sagen:
Es wurde nicht zu viel versprochen! Im Glanz der Goldenen Zwanziger erstrahlten der Berliner
Heimathafen, das Wintergarten Varieté und das Alberts und empfingen Artisten, Performer,
Künstler, Liebhaber und Liebhaberinnen des Burlesque aus aller Welt, um allen vier
unvergessliche Tage zu bereiten. Auch ich durfte in den Genuss dieses faszinierenden
Spektakels gelangen und kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

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Quelle: Heinrich von Schimmer
www.heinrichvonschimmer.de

Der Ort der Diven
In Berlin reihen sich die Besucher vor den Türen des Wintergartens. Der Samstag Abend
ist ausgebucht, und genau danach sieht es aus. Die Gäste tragen edle Kostüme, schicke
Roben, ausgefallene Kreationen und elegante Kleider. Viele im Stil der Zwanziger,
einige Vintage oder Pin-up. Marken wie Stop Staring!, Redcat 7 oder Pony Maedchen
finden hier ihre Träger. Es gibt sogar ausgefallene Kleider und Korsetts von
Bibian Blue zu bewundern.
Die Frisur spielt zum perfekten Outfit eine große Rolle. Frau konnte sich gar nicht
sattsehen an den verschiedenen Arten von Hochsteckfrisuren: die Victory Rolls aus
den Vierzigern, große Retro-Wellen, die ihre Hochphase in den Vierzigern und Fünfzigern
hatten, der Snood-Style. Facettenreichtum, wohin das Auge reicht.
Mein persönlicher Favourite ist die Wasserwelle aus den Zwanzigerjahren. Stilvoll und
unglaublich elegant, egal mit welcher Haarlänge frau sie trägt. Da kann es passieren,
dass ein teures Outfit schon mal in den Hintergrund tritt.
Um den perfekten Burlesque-Look zu unterstreichen, wird der Kopf von einem Hut,
einem Haarkamm oder einer bunten Feder geziert. Auch das Make-up ist auffällig.
Rote, verführerische Lippen, blasser Teint, viel Puder und auf jeden Fall lange,
falsche Wimpern. Oft wird auch ein Muttermal unterhalb des Auges oder oberhalb der
Lippe fein nachgezeichnet und mit einem Lächeln kokettiert. Zurückhaltung ist auf
so einer Veranstaltung nicht das Thema. Hier möchte man als bunter Vogel auffallen und
als Diva erkannt werden.

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Quelle: Heinrich von Schimmer
www.heinrichvonschimmer.de

Der Ort der Inszenierung
Der Vorhang geht auf und ich blicke auf Berlins wahrscheinlich schönste Varieté-Bühne.
Der Hauch eines Events im legendären Moulin Rouge liegt im Saal, der mit dunklem Samt,
Brokat und Holz ausgekleidet ist. Vitrinen und Spiegel glänzen um die Wette. Trotz des
ganzen Prunks fällt ein Element besonders auf. Die Decke wird vom Sternenhimmel des
Wintergartens verzaubert und schafft eine magische Atmosphäre, die dem Besuch in
diesem Haus das i-Tüpfelchen aufsetzt.
Es wird um Ruhe gebeten, die Show beginnt.

BBF_2013-09-21_heinrichvnschimmer_085_bea
Quelle: Heinrich von Schimmer
www.heinrichvonschimmer.de

Opium für die Sinne
Anzügliches Pfeifen dringt aus dem Publikum, überraschte Aufschreie, daraufhin Applaus.
Woran das liegt? Natürlich an der aufreizenden Performance von Marlene von Steenvag!
Die Luft knistert förmlich und alle Blicke liegen gebannt auf Germany’s most
glamorous Burlesque Artist.
Ihre Inszenierung heisst Opium & Bondage. Und genau das ist sie auch. Berauschend,
fesselnd und verboten heiß. Gerade hat die Diva sich ihres eleganten Morgenmantels
entledigt und heizt dem Zuschauer mit ihren Kurven ein. Sie hat weder die Maße 90-60-90
noch ist sie 1,80 Meter groß – das heutige Standart-Schönheitsideal hat sie nicht nötig.
Ihre Augen leuchten, ihre Blicke sind im ständigen Kontakt mit dem Publikum, während
sie sich in einem glitzernden, durchsichtigen Kleid über die Bühne bewegt, dabei ein
Glas schweren Alkohols genießt. Auch die Opiumpfeife soll uns sinnbildlich in eine
Welt voller Laster und Lüste nehmen. Die gesamte Aufmerksamkeit des Saales liegt auf
der Burlesque-Künstlerin. Sie lässt ihr Hauch-von-Nichts über die Hüften gleiten,
steht fast nackt auf der Bühne.
Auch wenn sie entkleidet vor uns auf der Bühne steht, ist eine Burlesque Tänzerin
kein Objekt. Sie beherrscht die Show, den Zuschauer. Sie bestimmt, wie weit sie
gehen will und wie viel wir sehen dürfen. Und das ist niemals alles. Beim
Burlesque geht es nicht vorrangig ums Blankziehen, es geht um das Spiel mit dem
Körper, um den Spaß an der Inszenierung. Das Entkleiden ist nur Mittel zum Zweck,
und das halbminütige Abstreifen eines Handschuhs kann spannender als ein
neunzigminütiger Krimi sein.

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Quelle: Heinrich von Schimmer
www.heinrichvonschimmer.de

Plötzlich zieht Marlene von Steenvag ein Seil hervor, und jedem wird klar, wieso
die Show Opium & Bondage heißt. Gekonnt schnürt sie das Seil um ihren Oberkörper
und erzeugt dadurch ein ansehnliches Zierbondage. Die Menge genießt. Und um der
Szene die Krone aufzusetzen, nimmt sie zwei Kerzen und gießt sie mit einem provokanten
Lächeln über ihrem Werk aus. Jedem gefällt, was er sieht, und der Applaus bricht los.
Marlene kommentiert dies mit einem Lächeln, freut sich, die Menge begeistert zu haben,
bläst die Kerzen aus und schreitet von der Bühne. Ein gelungener Auftritt von ihr, die
sowohl Künstlerin als auch eine der Veranstalterinnen des ersten internationalen
Burlesque-Festivals in Berlin ist.

Nicht nur Marlene von Steenvag bezaubert das Publikum an diesem Abend. Die bei den
World Burlesque Games 2012 in London ausgezeichnete Eliza Delite sorgt für eine Art
religiöses Erlebnis voller Magie. Und Lada Redstar, für das Best Debut ausgezeichnet,
lässt stilvoll und überaus ladylike die Hüllen fallen. Jeder Auftritt ist eine Show
für sich und zeigt beispielhaft, wie facettenreich der Burlesque-Tanz sein kann.
Große Federfächer werden geschwungen, Peitschen geknallt, Feuerreifen durchstiegen.
Ein Meer aus Glitzer und Pailletten.

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Quelle: Heinrich von Schimmer
www.heinrichvonschimmer.de

Die Veranstalterinnen Marlene von Steenvag und Else Edelstahl haben es geschafft,
eine große Auswahl an internationalen Stars aus der Burlesque-Szene zu vereinen und
für ein Erlebnis der Extraklasse in Berlin zu sorgen. In Kombination mit dem
Wintergarten wurden die Gäste in eine andere Welt geführt und für einige Nächte der
Realität des 21. Jahrhunderts entzogen.
Erfrischende Unterhaltung in einer angenehmen Atmosphäre sind rar in der heutigen
Zeit des Partykults. Für mich war es die erste Burlesque-Veranstaltung in Berlin,
wo die Themen Charleston, Burlesque und Goldene Zwanziger derzeit die Partyszene
erobern, wie in kaum einer anderen Stadt. Wer die Geschichte Berlins kennt,
weiß, dass viele dieser Trends hier einst begannen – und ich weiß, dass sie hier
für mich noch lange nicht enden.

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From Tokyo with love https://www.lesbianchic.de/from-tokyo-with-love/ https://www.lesbianchic.de/from-tokyo-with-love/#respond Sat, 14 Sep 2013 13:53:35 +0000 http://www.lesbianchic.ch/?p=7037 Im Osten von Japan liegt die größte Metropole weltweit. Tokio – schrill, bunt und eine Stadt, die ihresgleichen sucht. Neun Millionen Menschen bewohnen die Megacity. Als einzelner kann man
schnell verloren gehen, aber die Tokioter wissen, wie man einen kühlen Kopf bewahrt und aus
der Masse hervorsticht. Nämlich mit Mode! Und genau aus diesem Grund habe ich für euch ein
Auge auf den Stil der Tokioterinnen geworfen.

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Flora Robin

Aus der Masse schöpfen
Wenn ich mich in Tokio so umsehe, dann möchte ich fast sagen, dass es in Tokio genauso viele
Kleidungsstile wie Menschen gibt. Natürlich gibt es auch Stile, die uns in Deutschland bekannt
sind. Doch die Japaner sind ein sehr fantasievolles Volk, was die Kombination ihrer Kleidungsstücke
angeht. Jungen Japanern und Modejunkies dienen oft Popstars, Manga- und Animefiguren
als Vorbild für möglichst schrille und abgefahrene Outfits. Ganz nach dem Motto:
„Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.“
Und in Japan sind der Fantasie tatsächlich keine Grenzen gesetzt.
Nicht nur die verschiedenen Kleidungsstile fallen mir auf, sondern auch die perfekt geschminkten
Gesichter der jungen Frauen. Ich werfe einen kurzen Blick in den Taschenspiegel und komme mir
plötzlich mit Eyeliner, Mascara und etwas Puder ziemlich nackt vor. Generell ist es in Tokio
nicht üblich, ungeschminkt das Haus zu verlassen, da es Tokioterinnen als Selbstverständlichkeit
sehen, sich zurechtzumachen. Dabei dürfen vor allem falsche Wimpern nicht fehlen. Egal für
welchen Anlass, falsche Wimpern sind die Grundausstattung der modernen, jungen Frau. Da ist
ein schöner Augenaufschlag schonmal sicher!

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Flora Robin

Fühle dich gut, egal was du trägst
Sechs Tage die Woche folgen die Japaner dem strengen Alltag. Sonntag, der einzig freie Tag
in Japan, wird von vielen Modebegeisterten dazu genutzt, ihren großen Mode-Idolen nachzueifern.
Im bekannten Trendviertel Harajuku, einem der wichtigsten Zentren für Mode, beginnt
meine Tour. Am Nachmittag verbringen hier viele Schulmädchen ihre Freizeit. Lachend kommen
sie aus Cafés und unterhalten sich über ihre neusten Einkäufe. Überall tummeln sich junge
Menschen, und ich übersehe fast den Eingang in das Trendviertel. Startpunkt ist die
Takeshita-dori, eine lange Einkaufstraße voller kleiner Läden. In dieser Straße
wird der deutsche Normalverbraucher kein Kleidungsstück finden, das ihm gefällt, denn dort
gibt es alle Arten von gewagten Kleidungsstilen und unzählige abgefahrene Accessoires, die nur
so nach Aufmerksamkeit schreien. Es ist eine lebhafte Straße in einem typischen
Vergnügungsviertel von Tokio.
An mir laufen zwei Mädchen vorbei, die von oben bis unten Schleifchen und Spangen tragen.
Ich muss sofort an einen überfüllten Christbaum denken. Diesen Stil nennt man Decora.
Decora wird aus dem englischen decoration abgeleitet, und ich kann euch sagen:
Dekoriert wird ausreichend! Dieser Stil soll niedlich und verjüngend wirken. In Japan muss
eine Frau nicht unbedingt elegant und weiblich sein, um als attraktiv zu gelten. Auch süß und
niedlich zu sein zählt bei einer jungen Frau als gut aussehend.
Beim Decora-Stil werden viele bunte Farben mit Schleifen, Accessoires in Form von Spielzeugen und Kuscheltieren kombiniert. Nicht jedermanns Geschmack, aber für Japaner auf alle Fälle  kawaii (süß).
Ein ganz besonders beliebter Stil ist der dress harajuku style. Das bedeutet, so viele Stile
zu mixen und neu zu kombinieren, wie man will. Traditionelle Kleidung mit neuer Mode zu tragen ist
dabei nichts Außergewöhnliches. Besonders wichtig ist es, Schichten zu tragen, um möglichst viele
Stile zu vereinen. Oft sind eigene Entwürfe der Träger eingearbeitet, um noch individueller und
ausgefallener zu sein. So kreiert man etwas, das man nicht kaufen kann: Einzigartigkeit.
Bei diesen für uns extremen Arten, sich zu kleiden, geht es nicht darum, gegen den Mainstream
zu rebellieren. Es geht darum, sich in Form von Mode auszudrücken, neu zu erfinden und
das anzuziehen, was einem steht.

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Flora Robin

Der Westen als Vorbild
Nach dem Trendviertel Harajuku komme ich auf die Omotesando. Diese Einkaufsmeile
wird gerne mit der Champs-Élysées in Paris verglichen. Hier haben die meisten hochklassischen
Marken ihre Läden: Chanel, Armani … Luxus, so weit das Auge reicht. Ich gebe zu, dass es mich
nicht besonders reizt, die Läden zu begutachten, denn umso teurer und exklusiver der Laden,
desto niedriger die Raumtemperatur. Trotzdem ist die Omotesando einen Blick wert.
Flaniert einfach mal die Straße hoch und runter und ihr werdet nach dem schrillen
Viertel Harajuku eine ganz andere Seite von Tokio entdecken.
In Japan gelten die westlichen Models als Vorbilder für Schönheit und Makellosigkeit.
Besonders Models mit hellem Teint und hellen Haaren werden verehrt. Um nicht braun zu werden,
schützen sich viele Japaner mit Sonnenschirmen und langer Kleidung vor der Sonne.
Dabei spielt auch der Schutz vor zu schneller Hautalterung durch das UV-Licht eine Rolle.
Ich habe mich bei manchen Japanerinnen um zwei Jahrzehnte ihre Alters verschätzt,
weil manche mit Mitte vierzig noch aussehen wie eine Anfang Zwanzigjährige!
Auch helle Haare liegen im Trend. Die sind allerdings gar nicht so einfach zu bekommen.
Japanische Haare weisen eine andere Struktur auf als unser westliches Haar.
Beim Bleichen werden japanische Haare eher hellbraun mit leichten Orangestich.
Viele der blonden Asiaten haben daher entweder sehr stark geschädigte Haare oder
einen verdammt guten und teuren Friseur oder eine Perücke auf. Mir gefallen die
schwarzen Haare der Japaner sehr, und ich bin der Meinung, dass man so schönes Haar
gar nicht färben muss. Wobei jede von uns Frauen das Dilemma kennt, dass sie stets
die Haare nicht will, die sie gerade hat …

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Flora Robin

Mein persönlicher Lieblingsort
In Harajuku und der Omotesando sammelte ich viele interessante Bilder.
Aber mein nächster Ort hat bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen.
Ich stehe auf einer der größten Kreuzungen der Welt. An der Westseite des
Bahnhofes Shibuya liegt diese beeindruckende Alle-Gehen-Kreuzung,
welche man von acht Seiten überqueren kann. Zu abendlichen Spitzenzeiten wird sie
pro Ampelphase von bis zu 15 000 Menschen überquert. Warum dieser Ort so beeindruckend ist?
Nicht nur die umliegenden gigantischen Kaufhäuser und Modeläden sind bemerkenswert, sondern
auch die Menschen, die dem Viertel seinen ganz eigenen Charakter verleihen. Fashion-Victims,
-Divas, -Ikonen, -Junkies, -Lovers und die, die es werden wollen – hier treffen sie sich alle.
Die Statue des legendären, treuen Hachiko gilt als der Treffpunkt schlechthin.
Hier kann ich in Ruhe stehen und junge Leute in ihren verschiedenen Outfits beobachten.
Und wieder springt mir ein ganz besonderes Tokioter Fashionmerkmal ins Auge:
Farbige Kontaktlinsen. Sie sind ein effektvolles Mittel, um die Augen in Szene zu setzen.
Und es wirkt wirklich gut. Ich kann meine Augen nicht von ihnen lassen. Ein Blickkontakt hat
etwas Magisches, auch wenn die Trägerinnen, zugegeben, etwas irritiert sind, dass ich
sie beobachte. Unter den ganzen Fashionladys finde ich auch meine persönliche Favoritin.
Ihre Augen lächeln mich hinter den runden, Retro-70er-Jahre-Brillengläsern an. Sie hat
auffallend gut gefärbte blonde Haare und trägt diese kurz mit lässigen Seitenscheitel.
Heute hat sie ihr Lieblingskleid an, wie sie mir verrät. Es hat einen eng anliegenden Kragen,
ist ärmellos und fällt unter der Brust in blauem Karomuster bis kurz über die Knie.
Dieses hat sie bei Sly Lang im 109 Woman Kaufhaus, das größte Kaufhaus
für Frauen in ganz Japan, gekauft. Dazu trägt sie schwarze Söckchen, die bis über den
Fußknöchel gehen und flache Punk-Goth-Creepers. Das Outfit bekommt einen leicht edlen
Touch durch die cremefarbene Handtasche aus Leder, genauso wie durch die goldene
Retro-Armbanduhr. Ich mag es, dass sie Retro, Gothic und Punk gemischt hat, sie locker mit den
verschiedenen Stilen spielt, ohne darauf zu achten, ob das nun in ist oder nicht.
Das zeigt das Stil- und Modebewusstsein, aber vor allem den Charakter vieler jungen Tokioter.
Be special. Be you!
Abschließend durfte ich von ihr und ihrer Freundin ein Foto für euch machen. Ich hoffe, dass ihr
Tokioter Charme euch genauso verzaubert wie mich.

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Flora Robin
Silke Albrecht
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Ein „schlüpfriges“ Thema https://www.lesbianchic.de/ein-schlupfriges-thema/ https://www.lesbianchic.de/ein-schlupfriges-thema/#comments Sun, 01 Sep 2013 17:22:01 +0000 http://www.lesbianchic.ch/?p=6789 Wir tragen sie 365 Tage im Jahr. Natürlich nicht immer die gleiche, aber trotzdem ist sie unbestritten das am meisten gebrauchte Kleidungsstück in unserem Kleiderschrank. Für jede Stimmung und Lebenslage gibt es das passende Unterstück dazu. Wer jetzt denkt: „Meine Güte, geht es etwa um Höschen?!“, der liegt richtig. Kein Kleidungsstück ist so wichtig wie die Unterhose. Das kann jede bestätigen, die schon mal ohne eine dastand. Und wem das noch nicht passierte, der darf mir trotzdem glauben.

Wusstet ihr, dass die erste Hose der Frauen die Unterhose war? 
Der Ursprung der Unterhose liegt im alten Rom. In dieser Zeit wurden Tücher kunstvoll zusammengebunden, denn man wusste schon damals, wie man gut verpackt Reize setzen konnte. Die nächsten paar tausend Jahre stagnierte die Entwicklung der weiblichen Unterhose weitestgehend und allgemein kam erst ab dem 18. Jahrhundert der Gedanke an Unterwäsche richtig auf. Unterröcke und Unterkleider dienten den Frauen damals als Unterwäsche, zumeist aus praktischen Gründen des Kälteschutzes. Anfang des 19. Jahrhunderts kam die erste Form der heute bekannten Unterhose auf den Markt. 1840 wurde das Tragen von Unterhosen sogar für Damen Pflicht, da es sich nicht schickte, untenrum leicht bekleidet zu sein. Zu dieser Zeit trugen Damen oft ein unten offenes Höschen, eine Stehbrunzhose aus Leinen oder Baumwolle. Heutzutage ist sie uns unter dem Begriff „Liebestöter“ bekannt. So unspektakulär die Stehbrunzhose auch aussah, damals dachte frau eben sehr praktisch, was sicher auch an der aufwendigen Oberkleidern lag, die oft aus mehreren Schichten bestand. Durch das Tragen dieser Hose musste frau sich nicht ihrer kompletten Oberkleider entledigen, sondern konnte das „kleine Geschäft“ im Stehen erledigen. Aus heutiger Sicht mag dies nicht die hygienischste Methode scheinen, aber zu dieser Zeit verführten die aufwendigen sichtbaren Kleider eben mehr als das, was darunter verborgen lag.
Durch den technischen Fortschritt, die sogenannte Industrialisierung, wurde es möglich, Kleidungsstücke und verschiedene Arten von Unterhosen aus elastischen Stoffen und in unterschiedlichen Größen anzufertigen. Zudem kam durch die Entdeckung der Keime in der Medizin ein hygienisches Bewusstsein in der Bevölkerung auf. Dies führt dazu, dass die aufwendige Oberbekleidung genauso wie die Stehbrunzhose nicht mehr benötigt wurden.
Erst im Jahre 1949 wurde durch einen gewagten Auftritt der amerikanischen Tennisspielerin Gussie Moran in Wimbledon, der erotische Gedanke an Unterwäsche angeregt. Während des Turniers trug diese einen mit Spitze besetzten Slip unter ihrem Tennisrock und sorgte damit für eine Menge Wirbel und meiner Meinung nach, für ein aufregendes Spiel.
In den 1960ern, zur Zeit der Emanzipation, stieg die Beliebtheit von anregender Unterwäsche. Ältere Frauen, welche dem traditionellen Bild der Frau in der Gesellschaft nicht abschwören konnten, weigerten sich vehement, Unterhosen zu tragen. So galt Unterwäsche als Zeichen von Emanzipation, und junge Frauen trugen diese als eine Art Protest gegen die Gesellschaft. Je mehr die Frauen an Selbstbewusstsein, Freiheit und das Streben nach Gleichheit gewannen, umso mehr wandelte sich die Unterwäsche. Die Wäsche wurde immer kleiner, enger und verspielter.
In den wilden 80ern wurde der dünne Stringtanga Trend. Möglichst wenig Stoff zog sich in einer Dreiecksform über den Hintern der Frauen und erfreut sich bis heute einer regen Fangemeinschaft. Auch edel darf es sein. Dies bewiesen die 90er-Jahre. Zu dieser Zeit war es Trend, die Kurven der Frauen zu betonen. Und wie kann man die Kurven einer Frau besser betonen als mit schöner Unterwäsche?
Heutzutage werden der Frau verschiedene Arten des Slips angeboten. Somit kann die moderne Frau von heute aus dieser Vielzahl der Angebote ihren Stil finden und sich selbstbewusst und sicher fühlen.

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Habt ihr eigentlich schon über dieses kleine Kleidungsstück nachgedacht?
Das Treffen mit einer Freundin war meine Inspiration zu diesem Artikel. Wir hatten uns für einen Latte macchiato in unserem Stammcafé verabredet. An diesem Tag war auch die Herzdame meiner Freundin da. Die beiden hatten schon ein paar Dates gehabt, und die Luft knisterte förmlich zwischen ihnen. Es ist klar, wer die meiste Aufmerksamkeit meiner Verabredung hatte? Ich zog genüsslich am Strohhalm meines Kaffeegetränks und beobachtete verstohlen die Frischverliebten, die sich immer wieder „heimliche“ Blicke zuwarfen. Nach einem kurzen Gespräch der beiden kam meine Freundin an unseren Tisch zurück und meinte, sie müsse sich jetzt ganz schnell verabschieden, um Nachhause zu fahren und sich umzuziehen. Ich konnte das nicht so ganz nachvollziehen, da sie ein sehr hübsches Outfit anhatte. Als ich ihr das sagte, beugte sie sich zu mir rüber und meinte ernst: „Aber ich habe drunter nicht das RICHTIGE Höschen an!“

Was ist also das richtige Höschen?
Das ist natürlich von Frau zu Frau unterschiedlich. Wir haben alle verschiedene Geschmäcker. Die eine steht auf coole Boxershorts, die andere auf reizvolle Stringtangas. Oder wie sieht es mit sportlichen Hotpants aus? Auch eine bequeme Panty ist niemals zu verachten. Ich persönlich mag French Knickers. Dabei handelt es sich um eine weit geschnittene Unterhose, vornehmlich aus Satin oder Seide. Sie liegt meistens eng am Hintern an und wirkt immer edel.
In jedem Kleiderschrank finden wir bestimmt Alltagshöschen, welche uns bequem über den Tag begleiten, aber nichts für eine heiße Nacht sind. Genauso wie schöne, filigrane Seidenslips, gemacht, um zu verführen.
Generell kann jedes Höschen zum Lieblingshöschen werden, wenn es richtig passt. Nichts ist schlimmer als das Zwicken eines eng ziehenden Höschenbundes. Weg damit!
Wie gut sitzende Unterhosen unsere Motivation bestärken können, zeigt eine andere Geschichte. Eine Freundin meinte, dass sie nie ohne ihre „Glücksboxershorts“ zu wichtigen Treffen, Verabredungen oder gar einem Vorstellungsgespräch ginge. Auf die Frage, warum sie eine Boxershorts zu einem Vorstellungsgespräch anziehe, antwortete sie: „Wenn ich Männerunterwäsche trage, dann fühle ich mich selbstsicher und mit dem Vorgesetzten auf einer Ebene.“ Einige mögen das lustig oder komisch finden, aber jede/r hat so seine Angewohnheiten, was die Unterwäsche angeht. Eine andere Freundin meinte, dass sie am liebsten rote Unterwäsche trage, weil rote Wäsche selbstbewusst mache. Und eine dritte verriet, dass sie stets zueinander passende Wäsche trage – damit man sich nie vor einer Enttarnung fürchten müsse, falls jemandem ein Blick auf die Wäsche gelänge. Jeder dieser Frauen vermittelt ihre Marotte ein sicheres Gefühl, dass sie nach außen hin abstrahlt.

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So komme ich selbst bei diesem „schlüpfrigen“ Thema nicht umhin, festzustellen, dass das Verborgene sehr viel über uns zu sagen vermag – auch wenn es in diesem Fall nur ganz leise jeder Trägerin zuflüstert: Zieh lieber mich Wohlfühlhöschen an und wirf die Schämbuxen weg; wer weiß, ob du nicht heute noch deiner Traumfrau begegnest, die sich spontan darüber freuen darf, einen so schön verpackten Hintern entpacken zu dürfen!

 

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Mode und Stil – lesbian chic im Interview https://www.lesbianchic.de/mode-und-stil-lesbian-chic-im-interview/ https://www.lesbianchic.de/mode-und-stil-lesbian-chic-im-interview/#comments Thu, 11 Jul 2013 21:38:26 +0000 http://www.lesbianchic.ch/?p=6778 Agyness-Deyns-Best-Looks-5

1) Welche Bedeutung hat das Aussehen in der Lesbenszene?

Carolin Marie Lange: Aussehen hat einen hohen Stellenwert. Szene ist immer oberflächlich, egal ob Punker, Raver, Metal oder Lesbenszene. Es geht um eine Zusammengehörigkeit die zwar eigentlich auf Idealen und Gemeinsamkeiten beruhrt aber in Flüchtigkeiten doch zunächst durch Äußerlichkeiten deutlich wird.

Es ist doch so: Die meisten Frauen stehen entweder auf Femmes oder auf Butches. Ich würde sagen das ist in 80% der Fälle so. Für mich käme tatsächlich auch nie eine männliche Frau in Frage. Mir gefallen lange Haare, Kleider und Lippenstift. Das finde ich einfach sexy. Da kann die Frau noch so interessant und spannend sein – wenn sie aussieht wie ein Mann, dann wird sie halt mein Kumpel, aber kommt nicht mit ins Bett oder vor den Altar.

2) Gibt es nach wie vor einen einen Unterschied zur Schwulenszene?

Chantal Genoud: wir denken die Lesben und Schwulen gehen einen eigenen Weg aber was sie verbindet ist der Durchbruch in den Geschlechterrollen. Früher war ein Mann männlich und eine Frau zwingend weiblich. Heute ist es anders. Somit hatte die Schwulen- und Lesbenbewegung in den letzten 30 Jahren auch einen gesellschaftlichen Einfluss. Auch Männer dürfen sich schminken und eine Frau ist nicht weniger Frau auch wenn sie von aussen als sehr männlich wahrgenommen wird. Aber Stiltechnisch sind wir verschiedenen und haben unsere eigenen Trends und Einflüsse.
Carolin Lange (grinst): Wir sind auch Frauen und Schwule sind Männer

 

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3) Sind Lesben Eurer Meinung nach modebewusster als noch vor 20 Jahren? Warum?

Fabienne Fini, unsere Redaktionsälteste (atmet tief ein):

Was für eine Frage? Sind Frauen generell modebewusster als vor 20 Jahren? Vor 20 Jahren, da war ich gerade einmal 11 Jahre alt, mein Leben war von Sport und Hardrock-Musik dominiert, meinem damaligen Stil entsprechend. Nun bin ich 31 Jahre alt. Ich mag es, mit Mode zu experimentieren und auch mal mit den Geschlechterrollen zu spielen.

Chantal Genoud: Ich auch, ich mag den Dandy-Stil mit Hüten, Blazers und Krawatten.

Fabienne Fini: Das hat aber nichts mit meiner Vorliebe zu Frauen zu tun.

Chantal Genoud: Ich sehe das anders. Ich glaube, dadurch, dass ich offener zu meinem Frau Sein stehen kann und mich nicht dem Tussi-Code unterwerfen muss da ich lesbisch bin. Früher waren wir noch von der Emanzipationsbewegung mitgerissen, da war halt asexuell in. Heute ist es eher freier von Klischees, hoffe ich zumindest.

Fabienne Fini: Wir müssen und auch Fragen, welche Lesben wir Anfang 90er Jahren denn kennen gelernt und wahrgenommen haben. Wohl vor allem jene, die sich entsprechend kenntlich gemacht haben und die passen wohl nicht auf das Cover einer Vogue. Heutzutage ist die Gesellschaft offener, toleranter und wir Frauenliebende Frauen scheuen uns kaum mehr, mit unseren Liebsten Hand in Hand auf der Strasse zu flanieren. Nur in extrem ruralen Gebieten oder wo die Repressionen aufgrund kulturellen Hintergründen gross ist, passen wir heute auf. So finden wir heute auch Femmes, die sich modetechnisch kaum von stylischen Hetero-Chicks unterscheiden. Die Holzfäller Hemden und Igelfrisuren sind deshalb aber nicht verschwunden.

Carolin Marie Lange: Die Lesben, die wir von 20 Jahren gesehen haben, sehen wir immer noch. Der Wandel in der Mode hat nicht viel mit der Lesbenszene zu tun. Allgemein ist die Mode für Frauen vielfältiger und gewagter geworden. Natürlich hat es auch etwas mit dem Internet zu tun, dass sich lesbische Frauen über Mode austauschen können und sogar lesbische Modelabel gründen können.

Fabienne Fini (begeistert): Langer rede kurzer Sinn: Ich glaube, Lesben und auch alle anderen Frauen sind was Mode betrifft vielfältiger und mutiger geworden.

(alle nicken)

Shane The L Word Scholtes

4) Gibt es heute mehr Klischées (Lipstick Lesbian / Femmes / Butch) als früher?

Carolin Lange: Ich denke, dass die Klischees nach wie vor sehr präsent sind. Ich kenne allerdings viele lesbische Frauen, die sich mittlerweile fernab von all diesem bewegen wollen. Der queere Begriff wird immer moderner. Ich finde das kann man auf zweierlei Arten werten: Natürlich ist es schön, einfach zu sein ohne sich Gedanken zu machen, was man sein will. Allerdings finde ich es auch wunderschön, sich ganz klar als Frau definieren zu können. Es lebe die Freiheit, wo frau verschiedenen Einstellungen offen gegenüber sein darf.

5) Welche Bedeutung hat Aussehen und Style für Dich persönlich?

Flora Robin: Mode spiegelt meiner Meinung nach vieles vom Charakter wieder. Ein Style kann so vieles aussagen. Man zieht das an was man versucht zu repräsentieren. Beim Kennenlernen schaut man sich zuerst den Style an. Wie ist die Person gekleidet, was will sie damit aussagen bzw. will sie etwas aussagen? Allerdings muss Mode auch zu einem selbst passen. Deswegen kann Mode und Style auch zeitlos sein, wenn man es nicht allgemein sondern individuell betrachtet.

Fabienne Fini: Ja, bei mir ist das so: Mein Aussehen und mein Style repräsentieren, wer ich bin. Oder zumindest, wer ich während einer bestimmten Lebensphase
bin. Ich mag es beispielsweise gar nicht, umgestylt oder umfrisiert zu werden. Und wenn, dann nur von Menschen, die mich in- und auswendig kennen.

Chantal Genoud: Das stimmt. Im Morgenpijama sehe ich anders aus! Für mich hat Stil und Aussehen auch eine hohe Bedeutung, weil ich glaube, dass attraktive Menschen eine höhere Anziehungskraft haben. Wie Flora finde ich, dass Mode den Charakter unterstreichen kann. Es geht aber auch um den Habitus, wie Frau sich in den Kleider bewegt. Das hat mit Stil zu tun.

Flora Robin: Mode kann das Aussehen unterstützen, unterstreichen, betonen, hervorheben, und vieles mehr. Man kann gut gekleidet sein, dass bedeutet aber nicht, dass man gut aussieht und umgekehrt.

Carolin Lange: Es geht darum zu sehen und gesehen zu werden. Wenn ich mit meiner Freundin ausgehe, reißen wir die Klamotten aus dem Schrank wie pubertäre High-School-Mädchen vor dem Abschlussball. Ich gehe meist mit einem Kleid aus, ziehe mir einen Liedstrich und trage Rouge auf. Die feminine Rolle gefällt mir und meiner Freundin gefalle ich so auch. Wenn ich so zur Arbeit gehen würde, würde mir das allerdings niemand abkaufen. Mir ist es immer wichtig, ein Outfit zu wählen, mit dem ich mich in der Situation wohl fühle: Am Strand trage ich auch mal Shorts, auf der Arbeit am liebsten Jeans und beim Ausgehen eben ein Kleid.

Chantal Genoud: Ich persönlich mag androgyne Kleider, also Mische Neues von günstigen Läden, klassischen von Esprit oder Zara oder MNG.

Fabienne Fini:
Es gibt aber auch Tage, wo ich mich im Spiegel betrachte und nicht wiedererkenne, dann können mich auch keine 1000 Komplimente vom Gegenteil überzeugen.

(Alle stimmen dem zu)

Chantal Genoud: Solche Tage gibt es auch in meinem Leben! (lacht) Es ist schön, mit verschiedenen Stilen experimentieren zu können. Es geht darum, dass meine Kleidung meine Attitüde unterstreicht, darum haben wir von lesbian chic auch Shirts anfertigen lassen für die selbstbewusste Frau. Auch Shirts für bi- oder queersexuelle sind per Ende August auf lesbianchic.ch im Online-Shop erhältlich.

Fabienne Fini: Ja, die Kleider, welche wir entwickeln gefallen mir. Doch zum Style will ich sagen: My style, that’s just me!

Bestellungen an chantal punkt genoud at lesbian chic punkt ch.

 

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