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Silvana, Queen of Hip-Hop

Mega, was die schwedische Rapperin Silvana auf der Bühne an Power und Zielstrebigkeit verkörpert. Seit ihrem Blitzerfolg kreischt und jubelt das Publikum, singt mit ihr die Forderungen nach kompromissloser Akzeptanz. Der just angelaufene Dokumentarfilm SILVANA zeigt sie treffend, persönlich, authentisch.

Silvana in ihren ersten Jahren. Auftritt in kleinen Clubs
Silvana in ihren ersten Jahren. Auftritt in kleinen Clubs

„Thanks God I’m homo!“
Schluss mit dem Rumgeeier. Silvana meint es bitter ernst, sie lässt keine Zweideutigkeiten zu. Weg mit dem verkrusteten Patriachat und der rechtsgerichteten Politik. Mit ihrem Bestreben trifft die heute 31 jährige Lesbe nicht nur in den Skandinavischen Ländern auf grosses Echo. Und das bei allen sexuellen Ausrichtungen. Die Radikalität ihrer Texte begründet Silvana als Reaktion auf ein „brutalen Klimas und Betonköpfigkeit“, das sie in Schweden umgebe. Schluss mit Diskussionen, ob und wie und ob überhaupt homosexuelles Leben geduldet oder integrierbar sei. Sie ist absolut empört über die Rückschritte, die Schweden und Europa erlebt. Ihre Singels https://www.youtube.com/watch?v=drJ_Hc-v6Xs landen auf Platz Eins der Charts. Offenheit, Toleranz und Akzeptanz werden von einer ganzen Generation gefordert. „Ein brutales Klima braucht brutale Tritte von unten“, spricht sie im Dokumentarfilm trocken aus.

Ausschnitt aus dem Doku SILVANA.
Ausschnitt aus dem Doku SILVANA.

SILVANA, der Doku-Film
Zeitgleich mit ihrem raschen Erfolg wurde Silvana Imam drei Jahre lang von drei jungen Filmemacherinnen begleitet. Entstanden ist ein Dokumentarfilm, der Silvana bei ihren Tiefschlägen, ihrer emotionalen Empfindsamkeiten und bei ihrer authentischen Liebesentwicklung begleitet. Silvana lernt den ebenso erfolgreichen Popstar Beatrice Eli kennen. Beide kommen sich näher, werden ein Paar und treten gemeinsam auf. Ein reales Traumpaar, kein Leinwandkitsch. Busse fahren mit Fotos der beiden Koryphäen umher, riesige Banner säumen das Stadtbild. Der Film ist eine Mischung aus Kindheitsvideos, Tonaufnahmen, Bühnenauftritte und selbstgedrehten Intimsmomenten. Der Spannungsbogen bleibt bestehen. Manchmal mutet der Film wie ein inszenierter Streifen an – zu schön und glasklar, um wahr zu sein. Phänomenal, wie Silvana geistesgegenwärtig ganz bewusst reflektiert. Jeder ihrer Sätze, ja sogar jedes Wort, das sie ausspricht, ist geballte Kraft und Klarheit. „Ich bin in der Welt – und das Universum ist in mir.“ Klingt geradezu nach einer erleuchteten Buddha. Der dem Dokumentarfilm zugefügte englische Untertitel huscht zu oft im Millisekundetakt über die Leinwand. Kurze Chancen, um genau zu lesen.

Silvana and her girlfriend Beatrice Eli

Mösenaufstand
„ 1,76 Meter Pussy Riot“ benennt Silvana sich selber und spielt damit sicherlich auf die russische, feministische Frauenband „Pussy Riot“ an, die wie die Schwedin radikal und grenzüberschreitend arbeiten. Übersetzt heisst das „Mösen Aufstand“.

„Es geht nicht um mich.
Es ist so viel grösser als ich.
Ich will, dass die Leute sich stark fühlen,
sich frei fühlen, wenn sie mir zuhören.
Ich will, dass sie inspiriert sind.
Ich bin keine Superheldin.
Ich will keine Superheldin sein und es gibt keine Superhelden.
Ich bin nur ein Mensch.
Ich bin nur ich – ich bin wie du.“

SILVANA in a still moment

Feministisch, schwachstark und super direkt

Silvana ist Tochter einer Litauischen Mutter und eines Syrischen Vaters. Aufgewachsen ist sie in Litauen, dann in Schweden in recht bürgerlichen und strengen Verhältnissen. Sanften Trost fand Silvana bei ihrer Mutter entgegen der Autorität ihres Vaters. Als Kind war sie ein Tomboy und wollte Eric heissen. Sie trug kurze Haare, bis sie damit gehänselt wurde. Dann liess sie wachsen. Heute schmückt ein langer blonder Schweif Silvanas Erscheinungsbild. Es entwickelte sich ein ungebrochener Ehrgeiz in ihr, erfolgreich zu werden, bleibende Spuren zu hinterlassen, in Schweden etwas darstellen zu wollen. Ihre lyrische Begabung zu texten bekommt sie von beiden Elternteilen mit. So bedingungslos, wie Silvana auftritt, so bedingungslos scheinen auch ihre Eltern hinter ihr zu stehen. Welch Geschenk und Vorbild zugleich! Im Dokumentarfilm erleben wir, wie Silvana auf dem Höhepunkt ihres Erfolges ihre Eltern in ihrer zweiten CD mit einbezieht.

Silvana cool look

„Ich bin gut!“

Auf dass wir alle berührt werden von Silvana‘s Message, die gesellschaftlichen Grenzen zu überwinden. Einer ihrer brillanten Aussagen „Was ist das für ein sch… Staat, in dem ich nicht sagen darf: Hey, ich bin gut!“ Hey Silvana, mach weiter! Und hey wir, lasst uns etwas bewegen!



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2 Comments

  1. 12. November 2018 at 20:51

    Wir suchen Schreiberinnen, die gute Inhalte erstellen. Willst du für uns schreiben? Melde dich doch. Danke

  2. 6. September 2018 at 22:33

    nice, vielen dank für den bereichernden beitrag. kannte ich bisher nicht, werd ich mir definitiv mal reinziehen. weitere beiträge in diese richtung herzlich erwünscht ! :)

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