Lesbische Filme

Die Frau meiner Träume – 8 Happy Ends

Kurzfilme über lesbisch Begegnungen mit Happy End

Witz, charismatische Schauspielerinnen  und dichte Bilder auf hohem Filmniveau – all das kann Die Frau meiner Träume.
Bei acht facettenreichen Kurzfilmen ist für jede etwas dabei, ganz gleich ob Romantikern oder Gaudi-Girl.

 

Pur lesbisch und kein Stück aufdringlich

Im Mittelpunkt der Shorts steht das Lesbisch Sein, die lesbische Beziehung und das lästige Thema Partnersuche. Der Umgang mit der Thematik ist mal mehr, mal weniger gelungen aber nie penetrant. Wer einen schweren Streifen sucht, der die Gedanken nachhaltig prägt, sucht hier vergebens. Alle Filme sind mit einem Happy End bestückt – wenn das nur im wahren Leben auch so wäre.

So bekommt der Comicstreifen Yulia von der Französin Antoine Arditti erst in den letzten Sekunden die Wendung. Mit scheinbar einfachen Strichzeichnungen ist der Comic minutiös zusammengesetzt, überzeugend in schwarzweiß, in dem lediglich ein kleines Herz in Rot erstrahlt. Defintiv mal anders und erfrischend.

Erschreckendes Coming Out mit befreiender Offenbarung

Der mit drei Minuten Spielzeit kürzeste Film Flyer spielt in New York und ist ebenfalls in schwarzweiß gehalten. Laura Terruso inszeniert ein  erschreckendes Coming out. In den wenigen Minuten wird der Spannungsbogen völlig ausgereizt. Als Zuschauer/in ist man versucht drei Minuten lang die Luft anzuhalten und bei der riesigen Offenbarung am Ende tief durchzuatmen.

Tradition und Drag King

Ein mutig und  gewagtes Coming out zeigt Mann mit Bart von Maria Pavlidou auf ganz einfühlsame Weise. Hier wird aus den Zwängen von Tradition und deren Dogmen eine grenzenlose Integration. Super umgesetzt sind die Nachtclub-Szenen.  Würde dieses Lokal so existieren, ich wäre sofort Gast. Absolut sehenswert für Drag Kings und Fans. Und nein, Conchita Wurst spielt hier nicht mit.

Liebe auf den ersten Blick

Um Mut geht es auch in Bus Pass von der Amerikanerin Narissa Lee. Was macht frau, wenn sie unschlüssig ist, ob die just in der U-Bahn Auserkorene lesbisch, bi oder gar hetera ist. Also heißt es, allen Mut zu fassen und den hemmenden Gedanken zum Trotz die Initiative zu ergreifen. Ein überraschendes Happy End, das ermutigt, öfter mal über seinen eigenen Schatten zu springen und den Nahverkehr als Speeddating-Plattform zu finden.

Im Football Team der Mermaids geht es grob und heiß zu

In The Mermaids von Petra Clever entdeckt die Protagonistin erstmals ihre Neigung zum eigenen Geschlecht. Der mit 36 Minuten längste der Kurzfilme nimmt uns mit in die Innenwelt von Rechengenie Nikki, die ihr Coming out ausgerechnet im Football Team erlebt. Beim Training der Mermaids geht es grob und auch heiß zu. Nikki, gespielt von Ania Niedick, erfährt, dass es mit mathematischen Formeln alleine nicht getan ist. Und zugleich nutzt sie diese, um sich von der Außenseiterrolle ihres Lebens erfolgreich mitten ins lesbische Geschehen zu katapultieren.

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In Mermaids findet sich die einzige Erotikszene aller acht Filme. Trainerin Yvonne, gespielt von Meike Gottschalk, und ihre Schülerin Tina, Mira Herold, kommen sich unter der Dusche näher und lassen sachte ihre Hüllen fallen. Eine Hommage an den Kölner Dom mit außergewöhnlichen Perspektiven unterstreichen die Outdoor Szenen der in Köln gedrehten Story. Von Anfang an zeigt The Mermaids dichte Bilder in einer amüsanten und Umsetzung bis hin zum Finale. Ein Interview mit Meike Gottschalk ist weiter unten zu lesen.

Es gibt immer einen Ausweg – sei er noch so skurril

Bei Anti-Aging Erna von Levin Hübner befinden wir uns direkt im Ambiente eines Hollywoodfilms. Die Hauptfigur Erna, um die sechzig Jahre, startet ihr Leben neu und befreit sich kurzerhand von alten Liebesfesseln. Schmunzelnd erzählt Erna uns Geschichten aus ihrer Gedankenwelt. Das steckt zum Lächeln an. Es gibt immer einen Ausweg, und sei er noch so skurril.

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Psychokrimi und Rollenspiele

Ebenso eigenwillig erscheint der Kurzfilm Frischluft-Therapie 2 von Christoph Scheermann.  Zwei Frauen im besten Alter und beruflich in gehobenen Positionen, frischen ihre Beziehung in stilvollen Hotels auf. Der Psychokrimi erzählt in gelassenen Metaphern von Beziehungsängsten und deren Auswirkungen, sich verdichtend und schlussendlich wieder sich auflösend.

Befreiende Wirkung mit 180 Grad Wendung

In Nice Shirt von Erik Gernand trifft sich ein frisch getrenntes Frauenpaar, um – wer bitteschön kennt das nicht? – freundschaftlich an die Beziehung anzuknüpfen. Leider macht ein Shirt mit Aufdruck ihnen einen Strich durch die Rechnung, alte Konflikte tauchen auf. Der T-Shirt-Druck-Krieg ist erklärt. Belustigt folgen wir dem Ideenreichtum von gedruckt ausgelebten Vorwürfen aus vergangenen Beziehungszeiten. Letztendlich scheinen sie befreiende Wirkung zu erzielen und führen sogar eine 180-Grad-Wendung herbei.

Fotos: © Salzgeber Medien

Bild2_20Gottschalk-Meike,property=defaultFoto von Janine Guldener

Interview mit Meike Gottschalk (The Mermaids)

Meike Gottschalk ist Schauspielerin, bekannt wurde sie als Sophie in der Fernsehserie Verbotene Liebe. Neben vielen Episodenrollen in weiteren Serien spielt sie vor allem Theater und tourt heute erfolgreich mit der Comedy-Revue Sekt and the City durch Deutschland. Zudem ist die gebürtige Hamburgerin Veranstalterin der bekannten Lesben-Party Elle World in Köln. Der Kurzfilm The Mermaids von Sistas Inspiration, in dem Meike eine lesbische Football Trainerin spielt, ist Anlass zu einem kurzen Interview mit ihr.

Meike, du bist bekannt geworden durch Verbotene Liebe, da hattest du dich noch nicht geoutet. Schon länger spielst du offen in lesbischen Filmen wie The Mermaids mit. Macht es für dich einen Unterschied, in lesbischen Filmen mitzuspielen?
Wenn ich eine gute Rolle angeboten bekomme und eine derart gute Produktionsfirma wie die Sistas Inspiration unterstützen kann, mache ich das natürlich gerne! So hatte gerade auch der erste 90-Minüter der Sistas Premiere, der Happy End heißt und in dem ich auch in einer Nebenrolle zu sehen bin. Trotzdem achte ich darauf, dass ich möglichst unterschiedliche Rollen spiele. Zurzeit werde ich oft als wohlhabende, kultivierte Ehefrau mit erwachsenen Kindern besetzt – was ich klasse finde!

In The Mermaids spielst du eine Football Trainerin, die ein Verhältnis mit einer Spielerin hat. In einer Szene mit der Schauspielerin Mira Herold geht es unter der Dusche heiß zu. Wie ist das für Dich, eine solche Szene zu spielen. Ist das genauso Schauspiel wie in Heteroszenen?
Diese Frage muss ich leider mit ja beantworten. Als Zuschauer kann man sich nicht vorstellen, wie technisch Kuss- oder Sex-Szenen sind. Die werden Schritt für Schritt durchchoreographiert und haben wenig mit echten Gefühlen zu tun. Es kann mal schöner oder mal unangenehmer sein – kommt aber nicht auf Mann oder Frau an.

Hat sich das Verständnis für lesbisches Leben und dessen Integrität im öffentlichen Leben deiner Meinung nach  positiv verändert?
Zum Glück ja. Es gibt weit mehr geoutete Homosexuelle in Deutschland als noch vor 10/20 Jahren. Nicht zuletzt dank Anne Will und Miriam Meckel gibt es inzwischen weibliche Beispiele für Lesben in der Öffentlichkeit. Ich glaube, inzwischen denkt niemand mehr während Anne Wills Sendung darüber nach, welche sexuelle Orientierung sie hat. Besonders Köln ist sehr tolerant und ich beobachte auch, dass junge Lesben oder Schwule schon überhaupt kein Thema mehr haben mit Händchen halten oder Küssen in der Öffentlichkeit – weil es auch wirklich kaum jemanden interessiert.

Was sind deine nächsten Pläne, gibt es lesbische Projekte?
Wie gesagt, Happy End kommt im Mai raus und läuft auch auf dem kommenden L-Beach. Eventuell drehen die Sistas, Petra Clever und Karola Keller, eine Web-Serie, in der ich mitspielen werde. Ansonsten wird man mich in Alarm für Cobra 11 sowie Aktenzeichen XY sehen können und natürlich auf der Bühne!

Ganz herzlichen Dank, Meike Gottschalk, für dieses Interview. Weiterhin viel Erfolg auf der Bühne, im Film und bitte bleib uns weiterhin treu mit deinen Frauen-Partys!
Gerne!

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