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Junksista, das sind Diana und Boog, erregten bereits letztes Jahr mit ihrer EP „(c)lick me“ in der (queeren) Elektro-Szene Aufsehen. Warum? Weil Diana es sich zum Spass und zur Aufgabe macht, über toll wummernde elektronische Beats verruchte Texte zu hauchen. Nun sind die Arbeiten zu ihrem ersten eigenen Album „Aim for the h{o}le“ (herzliche Gratulation dazu) abgeschlossen. Wir haben es uns bereits vor dem Release anhören dürfen.

Dörrti Talk

Junksista’s erstes Album umfasst 10 Electro-Tracks. Den Songs haben sie so klingende Namen wie „Fuck n‘ Roll“, „Bad Shag“, „Naked Wet Hot“ oder „All you can eat“ verpasst. Und die sind eindeutig zweideutig gemeint. Nein, eigentlich liegt so klar auf der Hand, worauf die junge Musikerin hinaus will, dass Frau nicht mal mehr wirklich von Zweideutigkeit sprechen kann. A propos sprechen: singen tut Diana im Übrigen kaum. Sie spricht ihre Texte vielmehr. Haucht oder stöhnt sie auch mal. Und das ziemlich sexy. Und eben verrucht. Die Deutsche (Frau Rickli würde mir wohl meinen Schweizer Pass entziehen, wenn sie wüsste, dass ich hier Werbung für diese Spezies mache) hat Spass daran, zu provozieren, das merkt Frau ab der ersten Zeile. Und es zieht sich auch wie ein richtig feuchter Faden durch das ganze Album. Beispiele gefällig?

All you can eat: „When I’m done with lunch, I’m gonna spread my legs for you“

Bad Shag: „You’re a bad shag, get out of my bed! What the fuck are you doing down there? I’m bored!“

Not Love: „I want sex and money“

Naked wet hot: „I’m naked, I’m wet, I’m hot, I’ll do you right here, oh, yes, I’m a slut“

Fuck n‘ Roll: „Spread your legs, wet, sex, massive bass, I’ll sit on your face“

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Dörrti ist nicht alles

Wer die EP „(c)lick me“ kennt, weiss: das ist nichts Neues. Und nur mit dörrti Texten allein ist auch noch keine gute Musik gemacht. Aber: Junksista haben es mehrheitlich verstanden, das Album unterhaltsam, spannend und facettenreich zu halten. So gibt es auch verzerrte Gitarrensounds, Disco-Elemente oder Autotunes zu hören. Und auf den Tracks „Life is unfair (and Love is a Bitch)“ und „Liebe 2.0“ gibt Diana preis, dass sie eben doch nicht nur eine sexgeile Bitch ist, sondern, den meisten anderen weiblichen Wesen auf diesem Planeten gleich, tiefere Gefühle, Wünsche und Sehnsüchte hegt (damit meine ich Zuneigung und Liebe und so). „Mit Mut im Herzen geht’s voran“ – diese schöne Textzeile macht deutlich, dass Frau Junksista auch anders kann. Vielleicht zeigt sie uns auf ihrem nächsten Album dann mehr davon.

In der Zwischenzeit würde ich es nach wie vor (das hab ich nämlich schon gesagt, als die EP veröffentlicht wurde) sehr begrüssen, wenn sich diese versaute junge Frau zusammen mit Boog mal für einen Auftritt in die Schweiz verirren würde. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass sie es äusserst gut verstehen, das Publikum um den Finger zu wickeln und eine richtig gute Show abzuliefern. Wie wär’s zum Beispiel mal mit einem Showcase an einer Brot- oder Katzenfutter-Party? (Das war jetzt kein Gratis-Tipp, die Vermittlungsprovision geht dann bitteschön an mich.)

Das Album gibt’s übrigens ab dem 25. Mai zu kaufen. Und alle weiteren Infos zu Junksista kriegst du hier.