Ab dem 2. Mai ist es so weit: die mittlerweile bereits 15. Ausgabe von „Pink Apple“, dem schwullesbischen Filmfestival in Zürich und Frauenfeld, findet statt. Wir haben für euch ein paar Highlights, natürlich aus lesbischer Perspektive, herausgepickt – was aufgrund des umfangreichen Programms gar kein Leichtes war.

Specials:

Die Anfänge homosexuellen Lebens in Zürich

Im Rahmen dieses Themenblocks werden wir in die frühen Jahre des 20. Jahrhunderts entführt. Beleuchtet wird dabei einerseits das Leben von Renée Schwarzenbach-Wille, die 1882 als jüngste Tochter von General Wille in Thun geboren wurde. Ab ihrem 14. Lebensjahr widmete sie sich mit Passion und Können der Fotografie und später auch dem Film – und ermöglicht es uns dadurch noch heute, einen Blick in die damalige Zeit und in ihr spannendes Leben zu werfen. Denn obwohl sie mit einem der reichsten Industriellen Zürichs verheiratet war, stand sie offen dazu, auch Frauen zu begehren. Diese Vorliebe teilte auch ihre Tochter, die Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach, die ihrerseits eine sehr enge Verbindung zu den Mann-Geschwistern, allen voran zu Erika, pflegte, und mit ihnen zusammen ihre Jugend im „wunderbar verdorbenen“ Berlin der 1920-er Jahre genoss.

Samstag, 28. April, 16:00 Uhr

Stadtrundgang: Auf den Spuren von Lesben und Schwulen in Zürichs Vergangenheit

Freitag, 04. Mai, 17:00 Uhr (Arthouse Movie Zürich):

„Une Suisse Rebelle – Annemarie Schwarzenbach“ (Carole Bonstein, CH 2000)

Sonntag, 06. Mai, 13:45 Uhr (Arthouse Movie Zürich):

„Die Erika und Klaus Mann Story“ (Andrea Weiss / Wieland Speck, GB/D 2000)

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=lnLn6Z6PGDE[/youtube]

Dienstag, 08. Mai, 19:00 Uhr (Arthouse Movie Zürich):

Vortrag: „Bewegte Bilder aus einem bewegten Leben“ (Renée Schwarzenbach-Wille)

 

Secondos / -as und Coming-Out

Für viele homosexuelle Menschen mit Migrationshintergrund ist ein Coming-Out auch im 21. Jahrhundert leider noch immer undenkbar. Pink Apple geht auf diese Thematik einerseits durch verschiedene Filme, aber auch im Rahmen einer Podiumsdiskussion ein. Die Teilnehmer werden darüber berichten, wie sie diese schwierige Situation meisten, den Spagat zwischen der Erfüllung der familiären Erwartungen und dem Ausleben dessen, was sie sind und fühlen, schaffen, welche Ängste sie quälen, und woraus sie Hoffnung schöpfen.

Samstag, 05. Mai, 18:45 Uhr (Arthouse Movie Zürich)

„Mosquita y Mari“ (Aurora Guerriero, USA 2011)

[vimeo]http://vimeo.com/34977089[/vimeo]

Wiederholung:

Montag, 07. Mai, 20:45 Uhr (Arthouse Movie Zürich)

Sonntag, 13. Mai, 20:00 Uhr (Cinema Luna, Frauenfeld)

 

Montag, 07. Mai, 19:00 Uhr (Cabaret Voltaire, Zürich):

Podiumsdiskussion mit anschliessendem Film „Du und ich“ (Esen Isik, CH 2011)

 

Weitere filmische Highlights:

Donnerstag, 03. Mai, 19:30 Uhr (Arthouse Movie Zürich):

„Camminando verso“ (Roberto Cuzzillo, I 2011)              

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=TaijY4EWHXk[/youtube]

Dieser Film, der in Italien übrigens nie in die Kinos kam, handelt von Elena, einer bosnischen Migrantin, die mit ihrer Mitbewohnerin Antonia in Italien lebt. Elena umgibt ein Hauch von Melancholie, ein dunkler Schleier, als würde sie ein düsteres Geheimnis in sich tragen. Antonia kann sich diesem geheimnisvollen und zugleich zerbrechlichen Wesen nicht entziehen – und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Ihre Gefühle werden denn auch erwidert, doch als ein früherer Bekannter der Migrantin unverhofft auftaucht, rückt der Traum einer gemeinsamen Zukunft in bedrohlich weite Ferne.

Wiederholung:

Dienstag, 08. Mai, 21:00 Uhr (Arthouse Movie Zürich)

Samstag, 12. Mai, 16:30 Uhr (Cinema Luna, Frauenfeld)

 

Donnerstag, 03. Mai, 21:15 Uhr (Arthouse Movie Zürich):

„Joe and Belle“ (Veronica Kedar, ISR 2011)   

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=a2raIS9yv4k[/youtube]

Der Trailer von „Joe and Belle“ erinnert mich irgendwie an eine Mischung aus „Baise-moi“ und „Thelma and Louise“. Will heissen: ein Roadmovie mit zwei wilden Protagonistinnen, schwarzem Humor, Handgreiflichkeiten, derber Sprache, sowie natürlich auch eine Prise Gefühl. Angesiedelt ist der Film in Israel, und so führt die wilde Fahrt denn auch von Tel Aviv bis nach Sderot.

Wiederholung:

Mittwoch, 09. Mai, 19:15 Uhr (Arthouse Movie Zürich)

 

Freitag, 04. Mai, 19:00 Uhr (Arthouse Movie Zürich):

„Not a man in sight“ (Mette Aakerholm Gardell, N 2011) 

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=O5veVd9XGIc[/youtube]

„Not a man in sight“ porträtiert drei norwegische Frauen unterschiedlicher Generationen: Da wäre Martine (24), die gerne als männliches Wesen wahrgenommen werden würde. Mette (35) beschäftigt während ihrer Schwangerschaft die Frage, ob das Kind wohl darunter leiden wird, keinen Vater zu haben. Und Marja (78) ist gerade dabei, mit ihrer Frau eine Stadtwohnung zu beziehen, die es aber noch zu „feminisieren“ gilt.

Wiederholung:

Samstag, 05. Mai, 10:15 Uhr (Arthouse Movie Zürich)

Samstag, 12. Mai, 14:50 Uhr (Cinema Luna, Frauenfeld)

 

Sonntag, 06. Mai, 21:00 Uhr (Arthouse Movie Zürich):

„Circumstance“ (Maryam Keshavarz, USA/F/IRN 2011)                             

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=td-cYUVOg4Q[/youtube]

Über „Circumstance” haben wir bereits im 2011 berichtet (den ausführlichen Artikel gibt’s hier), doch da mir dieser Film so gefallen hat, lege ich ihn euch hiermit nochmals ans Herz: „Circumstance” handelt von zwei jungen Frauen, Atafeh und Shirin. Sie leben in Teheran, und sind die vielen Restriktionen, denen sie sich beugen müssen, leid. Tag für Tag wird der Wunsch nach Freiheit grösser, und hat zur Folge, dass die Beiden immer mehr Risiko eingehen, um ihrem Traum nach Selbstbestimmung und Glückseligkeit einen Schritt näher zu kommen. Als Atafehs Bruder bemerkt, dass seine Schwester und ihre vermeintlich beste Freundin auch Liebe verbindet, hat das schwerwiegende Konsequenzen. Nun muss eine endgültige Entscheidung getroffen werden. Doch wie viel ist Atafeh, ist Shirin bereit, für eine ungewisse Zukunft zu opfern?

Wiederholung:

Donnerstag, 10. Mai, 18:30 Uhr (Arthouse Movie Zürich)

Samstag, 12. Mai, 19:50 Uhr (Cinema Luna, Frauenfeld)

 

Übrigens: Das vollständige Programm gibt’s hier.